Gesamtwertung87%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Olympiaden waren früher immer die Spiele, bei denen man einen Joystick nach dem anderen bis an seine Grenzen gerüttelt hat. Glücklicherweise waren die Dinger zu dieser damals noch äußerst robust. Mit der Zeit konnte man mit diesem Spielprinzip aber niemanden mehr locken und die Olympiaden, die vorher in fast jedem Haushalt mit PC oder Amiga zu finden waren, verschwanden von der Bildfläche. Mit der Wii haben Spiele von diesem Kaliber wieder eine Plattform.
Jeder spricht von einem immensen Konkurrenzkampf, wenn es um Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen geht. Dabei handelt es sich doch vielmehr um eine historische Kollaboration. Schließlich sind Mario und Sonic mitsamt Anhang zum ersten mal in einem Spiel vereint und bilden somit eine zugkräftige Marketingmaschine. Wenn dann noch 'official video game' auf der Packung steht und fleißiges Gefuchtel mit der Wiimote in Aussicht steht, dann kann in kommerzieller Hinsicht eigentlich nichts mehr schief gehen.
Welchen Platz die Olympiade jedoch auf dem Spielspaßtreppchen einnimmt, dass ist eine andere Frage. Etwas mehr als 20 Disziplinen versprechen immerhin viel Abwechslung. Dazu gesellen sich verschiedenste Spielmodi und eine breite Auswahl an Charakteren. Neben den beiden Hauptathleten darf man noch zwischen 14 weiteren Protagonisten aus beiden Welten wählen. Darunter Luigi, Peach, Bowser, Tails, Knuckles und Amy. Da ist bestimmt für jeden Geschmack was dabei. Und wenn nicht, dann kann man ebenso auf die gespeicherten Miis zurückgreifen. Die treten dann ganz sportlich und mit Schweißbändern an den Handgelenken auf. Sich so zu sehen ist für manchen Zocker sicherlich ein großer Schock.
Sind die Miis in ihrem Können vollkommen ausgeglichen, haben die Jungs und Mädels von Team Sonic und Team Mario gewisse Stärken und Schwächen. Sie unterscheiden sich in den Kategorien Geschwindigkeit, Ausdauer, Kraft und Geschicklichkeit. So geht manch kräftigem Kerl schnell die Puste aus und ein flinker Flitzer hat es vielleicht nicht so mit der Motorik. Doch egal, welche Vorlieben man hat, das Spiel bleibt meist für jeden Charakter fair, da die verschiedenen Werte nicht zu extrem ins Gewicht fallen.
Das Feuer ist wieder entfacht
Zwar kann man die verschiedenen Disziplinen einzeln anwählen und sich dabei die eine oder andere Medaille verdienen, wer sich aber wirklich bis in das Spitzenfeld vorkämpfen möchte, der wird einige Zeit mit dem Zirkel-Modus verbringen.
Hier erwartet den oder die Spieler, jede Disziplin und jeder Zirkel sind selbstverständlich mit bis zu vier Personen spielbar, ein kleines Paket an Disziplinen. Wer über diese Disziplinen die meisten Punkte ergattert, darf sich ganz oben auf das Treppchen und sich einen glänzenden Pokal in die Vitrine stellen.
Um dem Wettbewerb ein wenig mehr Brisanz zu verleihen, verfügt jeder Spieler über eine Glücksmünze. Diese darf nur einmal vor dem Beginn einer Disziplin eingesetzt werden und kann zu einem großen Haufen an Punkten verhelfen. Mit ihr erhält man nämlich die doppelte Punktzahl, sofern man den dritten oder einen besseren Platz erreicht. Schneidet man hingegen schlechter ab, erhält man für diese Disziplin keinen einzigen Zähler. Durch das erfolgreiche Abschließen der Zirkel lassen sich übrigens weitere, schwerere Zirkel und somit auch neue Wettbewerbe freischalten.
Hat man gerade keine Lust auf die vorgegebenen Zirkel oder möchte sich mit Freunden in ein paar ganz bestimmten Sportarten messen, besteht zusätzlich die Möglichkeit einen eigenen Zirkel zu gestalten. Dieser besteht aus vier oder acht selbstgewählten oder zufällig bestimmten Disziplinen.
Sportsgeist im Wohnzimmer
Über den klassischen 100m-Lauf über das Speerwerfen bis hin zum Fechten ist alles vertreten, was das Herz begehrt. Schwimmen, Tischtennis, Staffelläufe, Skeetschießen, Stabhochsprung, Weitsprung und Trampolin, alles ist vertreten. Wichtigstes Sportgerät ist für den Spieler allerdings die Wiimote, welche hin und wieder auch mit der Nunchuk-Erweiterung kombiniert wird.
Zwar hat man sich bei der Steuerung von den alten Vorbildern inspirieren lassen, vom stupidem Gerüttel kann hier aber keine Rede sein, da auch das richtige Timing eine große Rolle spielt.
Schon alleine der Start sollte bei den meisten Disziplinen möglichst exakt erfolgen. Beim Hammerwurf wird hingegen zunächst Schwung geholt, indem man die Wiimote möglichst schnell im Kreis bewegt. Der Wurf wird anschließend per Knopfdruck ausgelöst, am besten so, dass der Hammer nicht im Schutzkäfig landet. Besonders interessant ist die Steuerung beim Bogenschießen. Hier gilt es zwei Zeiger auf der eingeblendeten Zielscheibe möglichst übereinander zu platzieren, um einen genauen Schuss zu landen. Der eine Cursor wird dabei mit dem Pointer der Wiimote bewegt, der andere durch Neigen des Nunchuk.
Bogenschießen erfordert nunmal Konzentration, sei es real oder virtuell. Das schnelle Geschüttel darf allerdings nicht fehlen und deshalb wird mit den Auf- und Abbewegungen in vielen Wettbewerben gerannt, was das Zeug hält. Für die Schwimmdisziplinen existieren sogar gleich mehrere Arten der Fortbewegung, darunter das einfache Paddeln und das gepflegte Brustschwimmen. Besonders clever: Man kann zur Not auch auf die Nunchuk-Erweiterung verzichten. Dann ist die Steuerung zwar etwas reduziert, hat man aber mehr Wiimotes als Erweiterungen im Haus, können trotzdem alle Controller genutzt und die Plätze auf dem Sofa besetzt werden.
Allein mit Einzeldisziplinen und Zirkelmodus muss man sich nicht zufrieden geben, denn zahlreiche Extras erwarten den fleißigen Wohnzimmer-Athleten. Da gibt es zum Beispiel die vier Traumdisziplinen, welche bekannte Elemente aus Marios und Sonics Videospielwelten vermischen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem kleinen Wettrennen in Sonic-Manier mit Anleihen aus Mario Kart? Ein Missionsmodus hält außerdem sechs spezielle Aufgaben für jeden der 16 Charaktere bereit. Da darf man etwa das Sportgerät beim Hammerwurf erst in letzter Sekunde werfen oder beim Bogenschießen nur eine ganz bestimmte Punktzahl erzielen. Für besondere Leistungen wird man übrigens stets belohnt. Neben Pokalen und Medaillen hält das Komitee nämlich weitere Auszeichnungen parat.
Eine bekommt man beispielsweise verliehen, wenn man den ersten 100m-Lauf seiner Karriere auf Anhieb gewinnt. Welt- oder Olympiarekorde bleiben natürlich auch nicht unhonoriert.
Gehöre ich zur Weltspitze?
Apropos Rekorde. Die erzielten Zeiten und Punktzahlen werden selbstverständlich gespeichert und können auf Wunsch sogar mit den besten Rekorden international verglichen werden. Hier sieht man nicht nur die Top Ten, auch das Feld, in dem sich der eigene Rekord bewegt, ist einsehbar. Ansonsten wird die Wi-Fi Connection jedoch nicht genutzt. Auf Online-Wettkämpfe mit Leuten aus aller Welt muss man also verzichten. Als kleine Entschädigung wurde allerdings eine kleine Galerie mit Informationen zur Olympiade angelegt. Dort findet man unter anderem Kuriositäten aus der Geschichte der Spiele und Fakten zu der kommenden Olympiade in Peking 2008. Die Bücher in der Galerie geben ihr Wissen aber nicht ohne weiteres preis. So gilt es zunächst Minispiel zu absolvieren, um neue Informationen freizuschalten.