Gesamtwertung84%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Dass Mario, seine Freunde und seine Gegenspieler gelegentlich zu echten Sportskanonen werden, ist eine allseits bekannte Wahrheit. Motorsport, Golf und Tennis sind nur drei der Disziplinen, an denen sie sich versuchen. Auf dem Gamecube probierte die bunte Truppe das erste Mal eine Lieblingssportart der Deutschen aus; den Fußball. Die Spielweise war dabei natürlich nicht ganz Regel getreu und Items, wie zum Beispiel Bomben und Pilze, fanden den Weg auf die Spielfelder. Mario Strikers Charged Football ist nun der zweiten Anlauf und soll sowohl die Schwächen des Vorgängers ausbügeln, als auch Nintendos Onlinedienst für Matches über das Internet nutzen.
Zunächst gilt es, eines der großen Fragezeichen bezüglich Mario Strikers Charged Football zu beantworten. Viele befürchteten im Vorfeld, dass die Entwickler von Next Level Games krampfhaft versuchen würden die Wii-Features in das Spielkonzept zu integrieren und damit die gute Bedienbarkeit zunichte machen. Eine Befürchtung, die sich nicht bewahrheitet hat.
Zwar wird der Titel über Wiimote und Nunchuck gesteuert, spielt sich aber weitestgehend wie der Vorgänger, also verhältnismäßig konservativ. Pässe, Schüsse und Lupfer gehen folglich wie gewohnt und locker von der Hand. Nur an ein paar wenigen Stellen kommt die Sensorik der Wiimote zum Einsatz. So löst ein kleiner Ruckler eine Blutgrätsche aus, das Rütteln des Nunchuck erschwert dem Gegner das landen von Megaschüssen und eben diese können in einer kurzen Sequenz mit schnellem Zielen abgewehrt werden. Diese Funktionen sind sauber umgesetzt und sind schon nach kurzer Zeit selbstverständliches Element der Spielbedienung.
Spielt sich- fast- wie gewohnt
Offensichtlich hat man sich bei der Entwicklung des neuen Spiels genau mit den Stärken und Schwächen von Mario Smash Football auseinandergesetzt.
Die Eintönigkeit der Arenen, die recht geringen Unterschiede zwischen den Teams und der Mangel an taktischer Tiefe waren die größten Kritikpunkte. Die leichte Zugänglichkeit, das spaßige Arcade-Prinzip und ein toller Mehrspielerpart ließen sich als positive Aspekte verbuchen. Die schlechten Seiten ausmerzen und die guten ausbauen war also das Ziel. So wurden zunächst neue Stadien entwickelt, die sich nicht einfach nur in der Optik unterscheiden, sondern auch verschiedene Besonderheiten aufweisen. Auf der Gewitterinsel fliegen aufgrund des heftigen Sturmes zum Beispiel immer wieder Gegenstände über das Feld, die durchaus den einen oder anderen Spieler von den Beinen holen. Zusätzlich gibt es hier keine richtige Spielfeldbegrenzung, so dass die Kicker auch mal vom Rand fallen und sich erst nach einiger Zeit wieder auf dem Spielfeld einfinden. Neu ist auch die Wüstengruft. In dieser Arena knallen immer wieder Steinblöcke vom Himmel, drohen jemanden platt zu machen und behindern eventuell auch Pässe oder Schüsse.
Jedes der neuen Stadien besitzt eine solche Eigenheit und bringt dadurch mehr Abwechslung ins Spiel.
Jetzt schießen und sie erhalten...
Das lockerleichte Spielprinzip wurde beibehalten. Auch im neuen Teil der Serie steht zunächst der unkomplizierte Spaß im Vordergrund. So darf durchaus gefoult und mit Items geworfen werden, um die begehrten Tore zu erzielen. Weiterhin darf flach und hoch gepasst oder geschossen werden. Ebenso sind die Traumpässe bei einem optimalen Abspiel erhalten geblieben. Diese kündigen sich durch einen kurze Zeitlupe an und erhöhen die Chancen auf einen erfolgreichen Torschuss. Der Megaschuss, der nur vom Kapitän des Teams ausgeführt werden kann, hat sich in der Ausführung auch nicht verändert. Es gilt, durch zweimaligen Knopfdruck den sich bewegenden Balken einer Anzeige an den richtigen Positionen zu stoppen.
Nun ist ein solcher Schuss aber nicht einfach nur noch zwei Tore wert, sondern lässt, abhängig von der Qualität der Ausführung des Schusses, bis zu sechs Bälle schnell auf das Tor zu fliegen. Diese können dann vom betroffenen Spieler in einem Minispiel aufgehalten werden. Dazu zielt er mit der Wiimote auf den Bildschirm und zerstört per Knopfdruck die anfliegenden Bälle. Eine sinnvolle Neuerung, denn so hat der Gegenspieler auch einen guten Einfluss auf den ehemals recht unfairen Schuss. Eine weitere Änderung bringt der Ball mit sich. Dieser leuchtet jetzt in den Farben zwischen lila und weiß und zeigt somit seine Ladungsstufe an. Je heller der Ball leuchtet, desto kräftiger wird er geschossen. Seine Kraft erhält der durch eine Kette von Pässen, einen Abpraller beim Torwart oder die Durchführung eines aufgeladenen Schusses. So hat man eine gewisse Ahnung von den Chancen eines Tores. Das ist keine schlechte Sache, da die Torwarte bei Mario Strikers Charged Football wesentlich effektiver und sicherer agieren.
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Eine größere Änderung gab es bei der Mannschaftswahl. Neuerdings lassen sich die Teams nämlich wesentlich individueller zusammenstellen. Neben der bekannten Wahl eines Teamkapitäns lassen sich nun nämlich auch die Konstellation der drei Mitspieler aus acht verschiedenen Charakteren zusammenstellen. Wichtig ist dabei, dass sich die Teamkameraden und Kapitäne alle in den Statistiken Schuss, Bewegung, Passen und Verteidigung unterscheiden. Dadurch kommt mehr Abwechslung ins Spiel.
Manche sind sehr ausgeglichen, andere, wie zum Beispiel der Hammerbruder, sind auf das Schießen von Toren spezialisiert. Als wäre das nicht genug, sind jedoch ebenso die besonderen Fähigkeiten der jeweiligen Spieler zu beachten. Bei einem aufgeladenen Schuss knallen die Teamkameraden nämlich nicht mehr einfach den Ball kräftig Richtung Tor, sondern benutzen einen individuellen Spezialschuss.
Toad setzt somit etwa den Ball in Flammen und kann damit verhindern, dass der Torwart den Ball festhält. Hui Buh hingegen kann, sofern er sich nahe genug am Tor befindet, einfach durch den Torwart hindurch huschen. Außerdem verfügen die Fußballer über eine eigene Art auszuweichen. Das geschieht über das Steuerkreuz in die entsprechende Richtung und hilft gegnerischen Angriffen auszuweichen. Der Hammerbruder haut dabei beispielsweise im Sprung einen seiner Hämmer in den Boden und kann damit nahe stehende Gegenspieler wegschleudern. Somit ist es jetzt möglich das Team auf die eigene Spielweise anzupassen und fleißig mit den verschiedenen Aufstellungen zu experimentieren.
Wii geht endlich richtig online
Neben einem normalen VS.-Modus enthält Mario Strikers Charged Football einen kleinen Karriere-Modus und einige Challenges. Die Karriere erstreckt sich über drei Pokale und ist mit kleinen Trophäen und der Möglichkeit, neue Kapitäne zu erspielen ein netter Zeitvertreib für Solospieler.
Die Challenges sind besondere Aufgaben, die unter bestimmten Vorgaben zu erfüllen sind. So spielt man beispielsweise direkt ein Golden Goal-Spiel oder muss mit einem Teamkameraden weniger auskommen. Dafür erhält man Cheats. Das sind im Grunde Optionen für das freie Spiel, die diverse Parameter verändern. Besonders spaßig ist das Fußballspiel jedoch im Multiplayer. So können bis zu vier Spieler kooperativ die Karriere bestreiten und sich in freien Spielen beharken. Endlich wird auch die Nintendo Wi-Fi Connection unterstützt. Die ermöglicht das Spiel gegen unzählige Gegner in ganz Europa und bietet unter anderem eine Rangliste. Es besteht zusätzlich die Möglichkeit, zu zweit an einer Konsole gegen zwei andere Personen anzutreten. Das ist natürlich geselliger und taktisch anspruchsvoller. Praktisch ist es, dass vor jedem Spiel die Verbindungsqualität angezeigt wird. Somit weiß man schon von vornherein, worauf man sich einlässt, sofern man das Spiel akzeptiert. Mit den Freundescodes kann man auch gegen seine Kollegen über das Internet spielen und auch gegen Spieler außerhalb von Europa antreten.