Marvel Ultimate Alliance

Review
Plattform
WII
Vertrieb
Activision
Entwickler
Raven Software
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
-
Marvel Ultimate Alliance [Wii , Justgamers]

Gesamtwertung

71%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Befriedigend

Bedienung

Befriedigend

Marvel Ultimate Alliance

Marvel Comics erfreuen sich seit Jahrzehnten immer wachsender Beliebtheit. Kein Wunder, können die Superhelden doch Dinge, die wir Normalsterbliche leider niemals vollbringen werden. Zudem sind sie stark, tapfer, mutig und tollkühn. Nun hat Raven Software also die Marvel Idole in einem Spiel versammelt. Mit über 20 spielbaren Charakteren bietet Marvel Ultimate Alliance wohl den umfangreichsten Helden-Pool, den es jemals in einem Spiel gegeben hat. Nachdem der Titel bereits auf der Xbox 360 debütierte, steht nun auch seit einigen Tagen die Wii-Fassung in den Händlerregalen. Wir haben uns zusammen mit den Helden der Marvel-Comics ins Abenteuer gestürzt und getestet, ob die innovative Wii-Steuerung den Titel zu einem Spaßgaranten macht, oder nicht.

Die Wurzel allen Übels

Ominöse Geschehnisse gehen im Marvel Universum vor sich. Der böse Dr. Doom hat eine Koalition der Bösen geschmiedet, angeführt vom Master of Evil. Gleich zu Beginn des Spiels attackiert dieser eine so genannte S.H.I.E.L.D-Luftbasis. Einem Hilferuf des S.H.I.E.L.D. Direktors Nick Fury folgend eilen die Superhelden zur Basis, um noch das Schlimmste zu verhindern. Im Kampf gegen das Böse trefft ihr auf mehr oder minder bekannte Charaktere wie Ultron, the Mandarin, Mephisto, Loki, Galactus M.O.D.O.K., Fin Fang Foom, Arcade, Grey Gargoyle, Blackheart und Super Skrull. Die Story kann mit einigen Wendungen und Twists aufwarten und ist im Vergleich zu ähnlichen Spielen, recht ordentlich geschrieben worden. Zusammengehalten wird die Geschichte durch einige Ingame-Sequenzen, die allesamt durchaus sehenswert in Szene gesetzt wurden. Die Marvel Allianz, allen voran Captain America, Thor, Spider-Man und Wolverine haben alle ihre bekannten Special-Moves im Repertoire, die auch gut erklärt sind. Dass das für die Wii-Steuerung auch nötig ist, merkt ihr bereits nach wenigen Minuten. Denn wo andere Spiele sich mit einem umfangreichen Tutorial abmühen, steigt Raven Software’s Titel gleich mit der Direktaction ein.

Während die X-Men Legends Titel in irgendwelchen dungeonartigen Korridoren angesiedelt waren, stehen bei Marvel Ultimate Alliance mehr die mystischen und sagenumwobenen Orte des Marvel Universums im Vordergrund wie zum Beispiel Mephisto's Realm, Asgard, Mandarin's palace, the Skrull homeworld und natürlich Dr. Doom's finsteres Schloss Latverian. Beim Design haben die Entwickler bewusst die Optik im Comicstil gehalten, sodass der Spieler wirklich das Gefühl hat, als entsprängen die einzelnen Level direkt den Comics.

Von der Art her ließe sich Marvel Ultimate Alliance wohl am besten mit Titeln wie Diablo, Baldur's Gate: Dark Alliance oder X-Men Legends vergleichen. Im Gegensatz zu den bislang erschienenen Fassungen ist bei der Wii-Umsetzung jedoch ein wenig mehr Eingewöhnung vonnöten. Um euch sicher durch die Gefilde zu bewegen, benötigt ihr den Wii Remote und auch den Nunchuk. Mit dem Analogstick des Nunchuk kontrolliert ihr die Bewegungen eures Charakters. Wenn ihr den Nunchuck nach rechts oder links schwenkt, bewegt ihr dementsprechend die Kamera. Grapple, Block-Manöver, Ducken, Springen und das Öffnen von Türen führt ihr über die Buttons eures Wii Mote aus.

Interessanter wird es bei den Kämpfen. Die unterschiedlichen Schläge führt ihr nämlich mit flinken Bewegungen des Wii Mote in die verschiedenen Richtungen aus. Vor und zurück wird umgesetzt in einfache Attacken, während Bewegungen von rechts nach links für härtere Schläge zuständig sind. Ein kräftiger Ruck nach oben lässt den Gegner ebenfalls in die Höhe schnellen. Ein Schlag nach unten befördert den Gegenüber hart zu Boden.

So viel zur Theorie. In der Praxis sieht das Ganze deutlich komplizierter aus. Zum Teil liegt das daran, dass eure Bewegungen etwas zeitversetzt auf dem Bildschirm präsentiert und somit ungenau werden. Viel schlimmer ist jedoch die Tatsache, dass ihr oft mehrere Feinde gleichzeitig behaken müsst und das dann schnell in hektische und auch chaotische Situationen führt. Das permanente Wii-Mote-Gewedel gegen die heranstürmenden Gegner ist nicht nur anstrengend, sondern auf Dauer auch ein wenig eintönig.

Rollenspiel-Action mit wenig Augenschmaus

Damit das Spiel nicht zur reinen Prügelorgie verkommt, haben die Entwickler einige Rollenspiel-Elemente eingebaut. So verteilt ihr nach einem erfolgreich abgeschlossenen Level Skill-Punkte und levelt die acht unterschiedlichen Kräfte eures Charakters auf. Das war’s leider auch schon in Sachen Rollenspiel, da ihr weder euren Charakter individuell zusammenstellen könnt, noch über ein Inventar verfügt oder ähnlich von RPGs beeinflusste Spielelemente vorhanden sind.

Neben den individuellen Charakteren, spielt auch das Team in Marvel Ultimate Alliance eine entscheidende Rolle. Wenn ihr euch anfangs euer Team zusammenstellen könnt, dürft ihr euch neben einem individuellen Team auch mit vorgegebenen Marvel Teams wie den Fantastic Four oder den Avengers ins Abenteuer stürzen. Dabei solltet ihr bedenken, dass euer Team für seine geschickte Zusammenarbeit jeweils so genannte Reputation Points erlangt. Diese werden innerhalb des Teams zum weiteren Verbessern der Teamfähigkeiten aufgeteilt.

Wechselt ihr jedoch innerhalb eurer Gruppe Charaktere aus, wirkt sich das Prozedere negativ auf die eben erwähnten Reputation Points aus. Daher solltet ihr eine Weile mit einem festen Team spielen, deren Punkte auf ein gewisses Niveau bringen, und dann gegebenenfalls ein neues Teammitglied einführen.

Nicht wirklich ein Feuerwerk

Grafisch sieht Marvel Ultimat Alliance im Vergleich mit der Xbox 360-Version natürlich nicht ganz so gut aus. Verglichen mit der Konkurrenz denkt man aufgrund geringerer Auflösung, Kantenflimmern und einigen verwaschenen Texturen eher an PlayStation 2-Niveau. Einzig die Lichteffekte, die beim Ausführen der Special-Moves entstehen, können grafisch durchaus überzeugen. Wer aber weniger auf ein grafisches Feuerwerk Wert legt, wird dies verschmerzen können.

Im Gegensatz zur mittelmäßigen Grafik, steht der Sound. Dieser kann dank guter Effekte und solider Sprecherarbeit überzeugen. Vor allem der Soundtrack passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Leider verfügt das Spiel ausschließlich über eine englische Sprachausgabe und Bildschirmtexte.

Einen Minuspunkt muss die Wii-Fassung von Marvel Ultimate Alliance auch in Sachen Multiplayer hinnehmen. Natürlich gibt es aktuell noch keine Möglichkeit, online gegeneinander anzutreten. Doch warum nicht schon einmal vorsorgen und einen Titel vorsorglich onlinefähig machen? Zumindest haben die Entwickler einen Offline-Multiplayerpart eingebaut, der kurzweilig überzeugen und in einer geselligen Runde durchaus Spaß macht.

Fazit

Wenn ihr mit der gewöhnungsbedürftigen Steuerung klar kommt und keinen grafischen Overkill erwartet, dürfte Marvel: Ultimate Alliance durchaus mehr als einen Blick wert sein. Denn wo sonst bekommt ihr eine Auswahl an derart vielen Superhelden in nur einem Spiel geboten? Wer jedoch keine Nerven für eine etwas träge und eigenwillige Steuerung hat, und nicht auf eine topp Grafik verzichten will, der macht wohl eher einen Bogen um den Titel oder spielt ihn einfach erst einmal an.

Marvel Ultimate Alliance [Wii , Justgamers]

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