No More Heroes

Review
Plattform
WII
Vertrieb
Rising Star
Entwickler
Suda 51
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
16
No More Heroes [WII , looki.de]

Gesamtwertung

70%/10

Grafik

Mangelhaft

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

No More Heroes

Wii-Besitzer können sich nach einer längeren Durststrecke an neuen Titeln derzeit über einen wahren Nachschub-Regen freuen. Zwischen vielen leider eher durchschnittlichen Titeln, ist nun der erste Wii-Titel der legendären Killer 7-Entwickler erschienen. Wir haben uns mit dem Anti-Helden Travis Touchdown nach Santa Destroy begeben und den Titel ausführlich gespielt und berichten euch, warum No More Heroes leider auch nur durchschnittliches Mittelmaß erreicht.

Touchdown!

Travis Touchdown, der Spielcharakter von No More Heroes, ist einer von diesen Typen, wie sie neuerdings immer öfter in Videospielen auftauchen. Fernab von allglatten, gut geföhnten und immer lächelnden Helden, bewegt sich der No More Heroes-Protagonist auf Abwegen und steht damit in guter Tradition zu aktuellen Genrekollegen wie Ethan Thomas und Marcus Fenix.

Dabei gerät Traivs eher unbewusst auf die schiefe, und Helden-untypische Bahn. Schuld ist nämlich seine Ebay-Bietwut, die ihn eines Tages in den Besitz einer geheimnisvollen Beam-Katana bringt. Der Haken an der Sache: Kaum ist die High-Tech Waffe in seinem herunter gekommenen Motelzimmer abgeliefert worden, wird Touchdown zu einem Duell herausgefordert.

So weit, so gut. Was unser Held wider Willen zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt ist, dass er sich von nun an auf einer Rangliste von Berufskillern der ominösen UAA-Organisation befindet.

Kaum wird er dessen gewahr, packt ihn sein Ergeiz, die „Karriereleiter“ möglichst rasch ganz nach oben zum Killer Nummer 1 zu erklimmen. Doch die Duelle, die Travis mit den jeweils höheren Kontrahenten austragen muss, sind nicht kostenlos. Also heißt es, sich erst einmal diverse Jobs zu suchen, da Travis keiner geregelten Arbeit nachgeht, doch hierzu ein wenig später mehr. Die Story des Spiels könnt ihr im weiteren Verlauf getrost vergessen, da sie äußerst seicht ist, und keine besonderen Wendungen und Handlungsstränge mit Spannungsbögen verspricht. Hier vergeudet No More Heroes bereits jede Menge Potential.

Schnetzelfest

Weit mehr gelungen als die hanebüchene Story ist hingegen ist die Steuerung. Dank eines gut gemachten Tutorials wird auch Genreneulingen die Spielmechanik ausführlich erläutert. Die Schwerthiebe führt unser Alter Ego mittels A-Taste aus.

Wenn die Kontrahenten einige Zeit malträtiert wurden, wird ein Finishing-Move ausgeführt. Ein Schwung mit der Wii-Mote fördert den Feind dann ins Nirvana. Dazu kann das Spiel unterscheiden wie der Spieler vor dem TV-Gerät den Controller hält. Dementsprechend variabel werden die Schläge ausgeführt. Neben diversen Schlägen mit der Katana, wurden Travis noch diverse Kicks und Wurftechniken mitgegeben. Ähnlich wie beim Ringen oder Wrestling kann Travis seine Kontrahenten packen und beispielsweise über die Schulter oder in einer Brücke zu Boden hämmern. Das sieht nicht nur einigermaßen cool aus, sondern spielt sich auch recht lebendig. Apropos lebendig: Bewegen lässt sich euer Alter Egos übrigens mit dem Nunchuck. Und nicht nur die Steuerung ist gelungen, auch die Kameraführung. Auf eurem Fussweg durch Santa Destroy blickt ihr Travis über die Schulter- beziehungsweise wechselt in Kämpfen in die Ego-Perspektive.

Ich will ganz nach oben!

Neben den gängigen Moves und den Finishing-Moves, mit denen Travis seine Gegner beharken kann, gibt es mehrere spezielle Fight-Modi, in dem sich der Spielcharakter in Zeitlupe mit dem Gegnüber beharkt oder mit Flammenbällen schießt. Dieser Modus ist zeitlich limitiert und wird immer dann aktiviert, wenn diverse auf dem Bildschirm erscheinende Symbole getroffen werden. Solltet ihr drei gleiche Symbole treffen, gelangt ihr, je nach Symbol, in einen der fünf Spezialangriffsmodi: Neben der Zeitlupe und den Flammenbällen stehen euch auch der Berserker und eine Mega-Explosion zur Verfügung.

Außer den gängigen Widersachern, die leider allesamt nach 08/15-Mustern gestrickt sind, gibt es bereits erwähnte Bossgegner, die zu besiegen es gilt, um auf der Rangliste nach oben zu steigen.

Sie alle haben unterschiedliche Stärken und Schwächen. Da gilt es die richtige Taktik heraus zu finden, um nicht binnen weniger Sekunden das Zeitliche zu segnen. Von Gegnern, die mit überdimensionierten Waffen auf euch feuern, über Feinde, die blitzschnell um euch herum irren bis hin zu Bossgegnern, die sich in Luft auflösen, um dann im nächsten Moment hinter euch wieder aufzutauchen, wird alles geboten. Da bedarf es eines wachen Auges, um die diversen Vorgehensweisen der Kontrahenten zu erkennen, oder dem beliebten Trial and Error-Verfahren. Im Gegensatz zu den „handelsüblichen“ Feinden, machen die Kämpfe gegen die Obermotze enorm viel Spaß.

Damit ihr mit Fortschreiten der Karriereleiter höher gestellten und damit auch schwerer zu besiegenden Gegner auszuschalten könnt, muss euer Charakter seine Kampfwerte verbessern. Dazu kann er jederzeit in der Muckibude trainieren. Einzige Einschränkung hierbei ist, wie auch bei den Duellen, das liebe Geld, da Trainingseinheiten auch in Santa Destroy nicht für ein nettes Lächeln zu haben sind. Dafür nehmt ihr, wie oben erwähnt, diverse Jobs an. Diese sind leider äußerst unspektakulär ausgefallen. Mal sollen Kokosnüsse eingesammelt, ein anderes Mal des Nachbarn Rasen gepflegt werden, und so fort. Desweiteren erhaltet ihr Geld und andere Boni, in dem ihr einfach gegen Container, Laternen oder andere Gegenstände tretet und eure Katana schwingt. Diese Vorgehensweise erinnert eher an einen Jump&Run, als an einen gut durchdachten Action-Titel.

Will sich Travis einmal eine Auszeit gönnen, schickt ihr ihn einfach in sein Motelzimmer. Ähnlich wie in GTA dürft ihr hier speichern, eure Kleidung je nach Belieben ändern oder auch auf der Stadtkarte die bislang erreichten Erfolge nachvollziehen und neue Aufträge vom Anrufbeantworter abrufen.

Der Trainer deines Vertrauens

Wer die im Verlauf des Spiels und mit steigender Rangfolge stärker werdenden Gegner erfolgreich eliminieren will, benötigt nicht nur Kraft und Schläue.

Auch neue Moves werden sollten nach und nach gelernt werden. Dies geschieht mit Hilfe eures Trainers, den ihr im Thunder Rye findet. Diverse Bewegungsabläufe werden dann gleich mit der Wii-Mote einstudiert. Die Umsetzung des Trainings ist lobenswert, da die Moves eingängig erläutert werden und eingeübt werden können.

Doch nicht nur die Fähigkeiten in Sachen Kampf werden mit der Zeit verbessert. Auch neue Katanas zur besseren Verteidigung stehen Travis zur Verfügung und komplettieren so euren Helden. Auf dem Weg durch die Stadt bewegt ihr euch mit dem Motorrad. Autos und andere Fahrzeuge stehen leider nicht zur Verfügung.

Dummerweise ist die Kollisionsabfrage des fahrbaren Untersatzes nicht gelungen, wodurch es des Öfteren zu Komplikationen im Straßenverkehr kommt.

Doch nicht nur hierin liegen Frustmomente des Spiels. Auch das ewige Einerlei nervt bereits nach einigen Spielstunden gewaltig.Außer diversen Kämpfen und Nebenjobs, die getätigt werden wollen, nur um wieder an einem Bossgegner zu geraten, den ihr nach einiger Zeit ebenfalls ins Nirvana schickt, bietet euch No More Heroes einfach viel zu wenig und – vor allem – zu wenig Abwechslungsreichtum.

Leider als nur bedingt gelungen ist die Grafik von No More Heroes zu beezeichnen. Die Texturen sind schlecht aufgelöst und erinnern eher an Gamecube-Grafiken aus vergangenen Tagen. Auch das Kantenflimmern und diverse Clippingfehler ziehen die Grafik-Wertung nach unten. Gekrönt wird das Ganze noch von einer grottigen KI, die sich auf alles, was in der Stadt kreucht und fleucht auswirkt.

Da gibt’s was auf die Ohren

Auch der Sound ist im Mittelmaß anzusiedeln. Die Musik ist recht eintönig, die Effekte recht gelungen, reissen aber dennoch keine Bäume aus. Auf eine deutsche Sprachausgabe wurde leider verzichtet, was jedoch nicht sonderlich tragisch ist, da die englischen Sprecher gute Arbeit leisten.

Fazit

Killer 7 meets Star Wars meets GTA Light in angestaubter Grafikumgebung. So etwa könnte man No More Heroes in einem Satz resümieren. Leider bedient sich der Titel nur mittelprächtig bei ähnlichen, bereits erschienenen Titeln, ohne jedoch auch nur eine Idee konsequent umzusetzen. Während die Steuerung durchweg überzeugen kann -und das ist auf der Wii immer noch keine Selbstverständlichkeit- patzt No More Heroes in vielen anderen Dingen. Da wäre zunächst die viel zu seichte Story, die niemanden vor dem Bildschirm gefangen hält.

In Zeiten diverser Erzählepen mehr als unverzeilich. Dazu kommt die Monotonie, die sich nach einiger Zeit einstellt. Es macht einfach keinen Spaß, immer und immer wieder das Gleiche, wenn auch in leicht abgewandelter Form, zu tun. Auch die eigenwillige Grafik kann nur Hardcorefans überzeugen, denn auch auf der Wii müssen Ruckler, Kantenflimmern und zum Teil hässliche Texturen nicht sein . Und über die dämliche Umsetzung der Bike-Benutzung hüllen wir an dieser Stelle lieber ganz den Mantel des Schweigens.

Der Bonus des Titels sind die unterhaltsamen Bosskämpfen und der geniale Humor. Weniger Inkonsequenz hätten No More Heroes mit Sicherheit weit höhere Wertungen eingebracht.

No More Heroes [WII , looki.de]

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