Onechanbara: Bikini Zombie Slayers

Review
Plattform
WII
Vertrieb
Koch Media
Entwickler
Tamsoft
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
18
Onechanbara: Bikini Zombie Slayers

Gesamtwertung

52 %/10

Grafik

Mangelhaft

Sound

Ungenügend

Lanzeitspaß

Mangelhaft

Spieleinstieg

Ungenügend

Bedienung

Ungenügend

Onechanbara: Bikini Zombie Slayers

Sooo Retro

Onechanbara: Bikini Zombie Slayers ist ja sowohl für Wii als auch Xbox 360 erschienen. Natürlich zieht die Wii-Version hier im Vergleich den kürzeren, wobei die Texturmängel bei Nintendos Marktführer noch lange nicht so ins Auge stechen wie man es bei der Xbox 360-Fassung sieht. Die Charaktermodelle der beiden Hauptcharaktere sehen gut aus, können aber nicht den negativen Eindruck der Umgebungen und Gegner aufheben. Kantenflimmern, welches selbst zu Dreamcast-Zeiten nicht schlimmer hätte sein können, sorgt nach kurzer Zeit für Kopfschmerzen. Gleichzeitig bleibt man immer wieder verwundert in den Levels stehen und starrt die Levelbegrenzungen an. Gegenstände wie Fahrräder bestehen aus Bitmaps, die Autos haben eckige Ränder. Das geht auch auf der Wii besser, insbesondere bei derart eng abgesteckten Pfaden!

Ein Ohrwurm, den man loswerden möchte

Der Soundtrack dieses Geschnetzels ist eigentlich einer von der schlimmsten Sorte. Wenn er läuft, fällt er sofort als unglaublich penetrantes Gedudel auf, der es mit den meisten Handyklingeltönen der 90er Jahre aufnehmen kann. Schaltet Ihr das Spiel aber aus, dröhnen die Lieder noch lange Zeit im Hinterkopf herum. Da hilft es nur die Musik leiser zu stellen und die Soundeffekte hoch zu drehen. Dumm nur, dass diese auch ständig gleich klingen und sich im Zehntelsekunde-Takt wiederholen. Letzlich kann man den Sound komplett auf "Stumm" stellen. Die Fetzen der japanischen Sprachausgabe können wir Europäer in den meisten Fällen eh nicht verstehen.

Am nächsten Tag Muskelkater

Auch bei der Steuerung gibt es wieder etwas zu meckern. Während Ihr auf der Xbox 360 alle Attacken mit den Buttons auf die Zombies loslasst, verkommt Onechanbara: Bikini Zombie Slayers auf der Wii zu einer Fuchtel-Orgie. Für Schwerthiebe schwingt Ihr die Wiimote, während der Nunchuck für Tritte verantwortlich ist. Je nach Charakter kann man noch auf ein zweites optionales Schwert zurückgreifen. Die Zombies stehen nie einsam in der Gegend herum, somit treibt Ihr durch Kombo-Attacken die Erfahrungspunkte in die Höhe, mit denen Ihr Eure Statuswerte leveln könnt. Nonstop vor dem TV rumfuchteln ist bei diesem Hack-n-Slay jedenfalls kein Problem, denn Gegner gibt es reichlich. Die Kamera stellt sich bei der Jagd allerdings etwas quer, da sie, solange sie nicht auf einen Gegner eingeloggt ist, Willkürlich durch die Gegend spring. Da hilft auch das aufgeräumte Optionsmenü nicht weiter, obwohl hier viele Einstellungsmöglichkeiten gegeben sind.

Trash der übelsten Sorte

Das japanische Wort "Onechanbara" heißt so viel wie "Schwertkämpfende große Schwester". Der Zusatz "Bikini Zombie Slayers" fasst dabei dann alle Spielinhalte des Wii-Spiels zusammen. Ihr spielt also eine junge Frau im Bikini mit Cowboyhut, die Ihre kleine Schwester retten möchte. Zombies stellen sich der Kämpferin in den Weg, die es abzuschlachten gilt. Das fasst die gesamte Story leider schon sehr treffend zusammen, denn über ein paar pseudophilosophische Textboxen und sehr kurze Ingame-Sequenzen mit dünnen Dialogen kommt Onechanbara: Bikini Zombie Slayers nicht hinaus. So dürftig die Story auch präsentiert wird, das ist nichts im Vergleich zum Gameplay an sich. Ihr schnetzelt Euch eigentlich die gesamte Spielzeit über Schlauchlevels entlang, die alle Orte abdecken, die es in einem Zombie-Spiel benötigt: Kloster, Krankenhäuser, Einkaufszentren. Die Untoten bevölkern die komplette Welt, tauchen teilweise in Polizeiuniformen oder als Holzfäller mit einer bedrohlichen Kettensäge auf. Dabei sind die Gegner, egal in welchem der Spielmodi (die wirklich alle gleich gestaltet sind), immer mit drei oder vier Schlägen Geschichte. Auf die Dauer kann das monotone Gemetzel wirklich keinen Spaß bereiten. Eine minimale Motivationsspritze stellen die freischaltbaren Kostüme dar, aber eigentlich entschädigen die nicht für das einfallslose Spielprinzip. Selbst der so genannte Missionsmodus kommt über Aufgaben à la "Töte 1000 Zombies" nicht hinweg. Mehr als fünf Stunden stecken also sogar Hack-n-Slay-Fans nicht ohne Gähn-Attacken weg.

Mitten drin statt nur dabei

Wenn man den total monotonen Textvorspann einmal überwunden hat und letztendlich dann mit einem großen Fragezeichen, aufgrund der merkwürdigen Storyeinführung, im ersten Level steht, geht es auch schon direkt gründlich zur Sache. Die Steuerung wird nur kurz über ellenlange Tutorialtexte erklärt. Ihr habt keine Ahnung wovon in den Textboxen die Rede ist? Ist egal, Ihr bekommt es trotzdem schon hin - irgendwie. Der Schwierigkeitsgrad ist auch nicht sehr hoch, so dass Ihr schon einmal etwas herumprobieren könnt bei der Steuerung. Zombies bewegen sich so langsam, dass nie Panik aufkommt. Wenn man aber direkt eindeutige Bilder in das Tutorial hinzugefügt hätte, gäbe es das Problem mit dem Ausprobieren gar nicht erst. Auch muss es bei den englischen Bildschirmtexten niemanden verwundern, wenn man erst nur Bahnhof versteht. Vermutlich haben die Publisher selbst nicht damit gerechnet dass dieses Trash-Spiel in Deutschland veröffentlicht wird, immerhin ist es auch überaus blutig.

Nur eine kleine Bereicherung

Alle Spielmodi bis auf den Storymodus sind auch zu Zweit spielbar. In einem anderen Modus könnt Ihr aber sowieso die Storyabschnitte zu Zweit bewältigen. Im Splitscreen zerhackt Ihr dann nach wie vor tausende von Zombies. Zumindest in der Theorie. In der Praxis ist Onechanbara: Bikini Zombie Slayers immer noch so monoton und einschläfernd, dass nach kurzer Zeit die Wii ausgestellt wird. Einen Online-Modus sucht Ihr vergeblich.

Fazit

Als Fan von simplen Hack-n-Slay-Titeln kann man vielleicht noch damit leben, dass das Gemetzel von Onechanbara - Bikini Zombie Slayers hirnloser ist als die Gegner, die sich uns in den Weg stellen. Dass aber nicht mehr und nicht weniger Inhalt vorhanden ist, als die Wörter im Titel offenbaren, ist schon eine Glanzleistung. Bikinimädels, Zombies und Gemetzel. Das war es!! Wären diese Komponenten gelungen, hätte man wenigstens noch eine Trashperle. Leider stellt sich aber bei all dem Gemetzel irgendwann nur noch pure Langeweile ein und man fragt sich wofür man überhaupt noch die Wiimote hin und her schwingt. Für die freischaltbaren knappen Outfits? Sicher nicht, denn auch die Grafik kann mit seinem extremen Kantenflimmern nicht begeistern. Lange peinliche Kamerafahrten (Ja, wir haben kapiert, dass die Weiber wabbelnde Möpse haben!) und die nicht existente Story, die man kaum nachvollziehen kann, machen es nicht besser. Wäre Onechanbara - Bikini Zombie Slayers nun ein Budget-Titel, könnte man Ihn vielleicht für Fans empfehlen, aber solange dieses Spiel noch seine 40 oder 50 Euro kostet, solltet Ihr lieber die Finger davon lassen. Die zwei "Argumente" der Hauptcharaktere zählen in diesem Falle nicht.

Onechanbara: Bikini Zombie Slayers

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