Rayman Raving Rabbids

Review
Plattform
WII
Vertrieb
Ubisoft
Entwickler
Ubisoft
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
6
Rayman Raving Rabbids [Wii , Justgamers]

Gesamtwertung

86%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Sehr gut

Rayman Raving Rabbids

Schon seit 1995 treibt ein arm- und beinloser Held sein Unwesen auf diversen Konsolen und dem PC. Der knuffige und äußerst erfolgreiche Blondschopf hört auf den Namen Rayman und kann vom Rennen, Hüpfen und Fäuste durch die Gegend schleudern gar nicht genug bekommen. Nun hat sich Ubisoft entschlossen im Zuge des Generationenwechsel in der Welt der Konsolen das Spielprinzip abzuwandeln und sich von den Jump and Run-Wurzeln der Serie zu entfernen. So wartet Rayman Raving Rabbids nicht nur mit neuen Bösewichten, sondern auch mit einem neuen Spielprinzip auf.

Rayman einmal anders

Raymans neue Widersacher mögen auf den ersten Blick vielleicht harmlos aussehen, sie sind jedoch verdorben bis ins letzte Glied. Sie sind gnadenlose Häschen, die fest entschlossen sind die Welt zu erobern. Zu diesem Zweck bewaffnen sich die Übeltäter mit Dynamitstangen, Pfannen, Keulen und allerlei ähnlichen Utensilien. Des weiteren dienen zum Beispiel Kostüme von Superhelden, Cowboys, Indianern und Spezialagenten als weitere Kampfausrüstungen. In der ersten Phase ihres Planes entführen die Raving Rabbids den ahnungslosen Rayman und die Globox-Babys, als diese gemütlich bei einem Picknick sitzen. Sie sperren Rayman in ein Verlies und lassen ihn zur Belustigung in ihrer Arena zahlreiche Prüfungen absolvieren. Ist er in diesen erfolgreich, verdient sich der unfreiwillige Gladiator dadurch nach und nach den Respekt seiner Peiniger und einige goldene Klostopfer.

Mit Klostopfer, Charme und langen Ohren

In jedem Abschnitt gilt es zunächst drei von vier Aufgaben zu bewältigen, um eine abschließende Prüfung freizuschalten. Die Aufgaben verbergen sich hinter Toren am Rande der Arena.

Hinweise auf das zugehörige Minispiel liefern diese jedoch nicht. Vor Beginn einer solchen Herausforderung werden selbstverständlich die Regel und die entsprechende Steuerung erläutert. Neben dem erklärenden Text führt einer der Hasen zudem die genannten Bewegungen mit dem Controller aus. Die Nutzung der neuartigen Bedienelemente fällt in den rund 70 Minispielen sehr abwechslungsreich aus.

So gilt es etwa eine Kuh möglichst weit zu schleudern, indem man die Wiimote schnell kreisen lässt, vorgegebene Linien mit Hilfe des Controllers nachzuzeichnen oder Nunchuk und Fernbedienung abwechselnd hoch und runter zu bewegen und somit eine Draisine anzutreiben. Die größeren Zwischenprüfungen sind ein wenig komplexer als die anderen Aufgaben. Zum Beispiel zeigt Rayman den Hasen mit einer Waffe, die Klostopfer verschießt, wo der Hammer hängt. Wie bei einem Lightgun-Shooter bewegt sich der Held dann automatisch durch die unterschiedlichsten Umgebungen, während der Spieler die Gegner aufs Korn nimmt.

In diesen Spielen wird per Wiimote gezielt und gefeuert, während ein kurzes Schütteln des Nunchuk die Waffe nachlädt. Bei steigendem Schwierigkeitsgrad und immer wiederstandsfähigeren Häschen, ist es erfreulich, dass zahlreiche Extras die Jagd erleichtern. Explosive Fässer schleudern gleich mehrere Hasen aus dem Weg und in Kisten findet man beispielsweise zusätzliche Lebensenergie.

Besonders witzig sind die mehr oder weniger versteckten Abspielgeräte. Diese lassen sich durch Beschuss zeitweise aktivieren und fordern mit ihrem Gedudel Raymans Widersacher zum Tanz. Diese geben dann ein leichtes, wenn auch erheiterndes Ziel ab.

Mit einem Lächeln in den Kampf

Bei Rayman Raving Rabbids wurde viel Wert auf eine witzige Präsentation und einen recht skurrilen Humor gelegt. Die machthungrigen, etwas dümmlichen und hysterisch schreienden Hasen sorgen immer wieder für Lacher. Schon vor Veröffentlichung des Spiels feierten sie einige Auftritte in kurzen Videos und stimmten somit auf den Titel ein. Schon nach kurzer Zeit erfreuten sich die Chaoten großer Beliebtheit und sind seit dem auf dem besten Wege Kult zu werden. Auffällig sind zahlreiche Anspielungen auf andere Videospiele und Filme. Level im Far Cry-Look, ein Hase namens Clark in einem Superheldenkostüm und eine Abwandlung des Filmplakates von Die Kinder des Monsieur Mathieu sind nur einige Beispiele. Hier haben die Entwickler eine Menge Witz bewiesen und gerade dieser macht einen beachtlichen Teil des Spielspaßes aus.

Auch in Schlaghosen kann man die Welt retten

Während des Abenteuermodus hat Rayman die Möglichkeit neue Outfits anzulegen und diese bei Bedarf miteinander zu kombinieren. Von coolen Sonnenbrillen, über schrille Perücken, bis hin zu Omas Kleid bleiben keine Wünsche offen. Im Laufe des Spiels ist es im Übrigen möglich neue Klamotten freizuspielen und die Garderobe somit zu erweitern.

Ebenso lassen sich Videos und Grafiken freispielen. Die Anziehsachen kommen auch im Mehrspielermodus zum Einsatz, um die Charaktere unterscheidbar zu gestalten. Bis zu vier Spieler können sich in jedem der Minispiele aneinander messen. Einige Spiele werden dabei gleichzeitig, andere nacheinander gespielt. Bei letzterer Variante entscheidet, wer die Aufgabe schneller oder besser gelöst hat. Doch stehen die Teilnehmer nicht notgedrungen in Konkurrenz zueinander. In den Shooter-Spielen können auch zwei Spieler gemeinsam gegen die Rabbids antreten und ihnen mit Klostopfern Saures geben. Wahlweise können natürlich auch bis zu vier Personen nacheinander den jeweiligen Level absolvieren und anschließend die erzielten Punkte vergleichen. Zwar ist es meist spaßiger gleichzeitig in Aktion zu treten, doch hat auch das abwechselnde Spielen einen Vorteil. Ist man gerade nicht beschäftigt, bietet sich nämlich die Gelegenheit sich den witzigen Animationen und Kulissen zu widmen.

Die grafische Präsentation von Rayman Raving Rabbids ist größtenteils gut gelungen. Die Bewegungsabläufe jeglicher Charaktere sind nett anzusehen und flüssig. An den Umgebungen wurde stets mit viel Liebe zum Detail gearbeitet.

Seien es die Hasen, die im Hintergrund herumblödeln oder die zerschießbare Sandburg am Strand. Nur in einer Sequenz in der Arena kommt es zu leichten Rucklern. Diese sind zwar nicht wirklich störend, wären aber sicherlich vermeidbar gewesen. Passend zur Atmosphäre fügt sich die Soundkulisse in das Spiel ein. Der Soundtrack sorgt für ein stimmiges Zusammenspiel aus Optik und Akustik. Bei einigen Minispielen sticht die Musik besonders hervor. So flitzt der blonde Held beispielsweise mit einem explosiven Päckchen zum Thema des Filmes Pulp Fiction am Strand entlang.

Fazit

Rayman-Fans, aufgepasst. Zwar entspricht das Spielprinzip von Rayman Raving Rabbids nicht dem der bisherigen Teile der Serie, das bedeutet aber nicht, dass das Spiel dadurch an Qualität einbüßt. Der Titel strotzt nur so vor Witz und wartet mit viel Spielspaß auf. Dafür ist nicht zuletzt die neuartige Steuerung verantwortlich. Das Konzept geht in dieser Hinsicht vollkommen auf und das Schütteln und Drehen der Controller macht einfach Freude. Auch hinsichtlich der Präsentation ist Rayman Raving Rabbids ein Erfolg. Die Musik macht Lust auf mehr und die Grafik ist nett anzusehen. Es sei jedoch gesagt, dass das Spiel vor allem an Freunde der Multiplayer gerichtet ist. Gerade in Bezug auf diesen Aspekt ist es deswegen schade, dass die Minispiele für den Mehrspielermodus nicht sofort verfügbar sind. Abgesehen davon ist der Titel, zumindest für Nintendo Wii, vollkommen empfehlenswert.

Rayman Raving Rabbids [Wii , Justgamers]

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