Gesamtwertung80 %/10 |
GrafikUngenügend Sound7 |
LanzeitspaßUngenügend Spieleinstieg9 |
Bedienung8 |
Im Jahre 2006 hatten wir eigentlich ein neues Jump'n'Run für die Wii erwartet. Die ersten Bilder und Konzepte für Rayman Raving Rabbids zeigten den coolen Helden ohne Arme und Beine dabei, wie er um sich schlagend eine Horde von Rabbids bekämpft und seine Fähigkeiten mit dem Wechseln von Kostümen anpasst. Dieses Spiel kam so aber nie auf den Markt. Was ist geschehen?
Ubisoft hat schon früh den Werdegang der Wii mitbestimmt, immerhin war ihr erstes Wii-Projekt direkt eine Minispiele-Sammlung. Sie haben den Zahn der Zeit erkannt, wonach es der nachrückenden Spielergeneration dürstet. Und das sind eben kurzweilige Spiele, die auch zu mehreren Spielern Spaß machen und jede Party bereichen können. Singstar hat es vorgemacht. Was bedeutet das für den "Hardcore"-Zocker von heute? Ein richtiges Hüpfabenteuer mit Rayman als Hauptfigur darf man all zu schnell jedenfalls nicht mehr erwarten, denn schon die Vorgänger Rayman Raving Rabbids 1 und 2 haben sich super verkauft. Überhaupt ist Rayman mittlerweile viel mehr nur noch eine Nebenfigur der Spielesammlung, kommt er in TV Party doch kaum öfter als in den Zwischensequenzen vor. Stattdessen konzentriert Ihr euch komplett auf die bekloppten Hasen und terrorisiert den armen Helden von früher. Aber erst einmal der Reihe nach.
Wie die Karnickel vermehren sich die Rabbids auf dem gesamten Planeten und Rayman hat einfach keine Ruhe mehr vor den Viechern. Als er sich auf den Heimweg macht, verfolgt ihn auf einmal eine Horde der verrückten Hasen und nach einer langen Jagd gelingt es Rayman schließlich sich in seinem Haus zu verbarrikadieren. In Sicherheit wägen vor den Rabbids kann er sich dennoch nicht, denn durch einen Blitzeinschlag sind die Kaninchen plötzlich in seinen Fernseher gebeamt worden. Einen entspannten Tag vor der Glotze erwartet Rayman nun nicht mehr. Die Rabbids terrorisieren ihn am laufenden Band und verhunzen seine Lieblingssendungen. Nicht einmal ausschalten kann er die Kiste - die Terrorhasen haben die Kontrolle über den gesamten Fernseher erlangt! Ihr seid nun in der beneidenswerten Position Rayman über eine Woche hinweg den letzten Nerv zu rauben und gestaltet extra für euren "Freund" das Programm.
Im Singleplayer-Modus erblickt Ihr nun eine Fernsehzeitung. Die erste Sendung darf von Euch um 8 Uhr eingeteilt werden, wobei Ihr zwischen mehreren Vorschlägen wählen könnt. Das ist auch ganz gut so, immerhin laufen um diese Uhrzeit morgens kaum Action-Blockbuster und wir wollen ja Realismus pur! Wir entscheiden uns also für eine Runde Frühgymnastik auf dem Sender "X-trm Sports". Der bärtige Chuck Moritz tritt auf die Bildfläche (wem der wohl nachempfunden ist!?) und verlangt, dass allerhand Ballettübungen nachgetanzt werden. Dabei haltet ihr Wiimote und Nunchuck in euren Händen und lustige Tanzformationen wie die "Hasenohren". Im Klartext bedeutet das: Hände hoch und die Controller bescheuert über dem Kopf positionieren. Sieht lustig aus und ist es auch! Vor allem mit mehreren Spielern machen solche Aktionen einfach nur Spaß ohne Ende. Bei anderen Ballettübungen muss man einfach nur den Controller ruhig in die Höhe halten und bekommt für jede Sekunde, die die Aufgabe zufrieden stellend gelöst wurde, Punkte auf sein Konto gutgeschrieben. Wer Raymans Highscore knacken kann, schaltet automatisch Kleidung und Gesichtsmasken für seinen Rabbid frei.
Es gibt sieben TV-Kanäle, die insgesamt über 50 verschiedene Minispiele bieten. Etwa ein Viertel davon kann man sogar mit dem Wii Balance Board spielen. Mit Wiimote und Nunchuck bewaffnet platzieren wir unseren Hintern auf dem Board und fahren ein Mähdrescherrennen. Lehnt Ihr euch nach hinten, beschleunigt euer Gefährt. Eingesammeltes Stroh lädt euren Boost automatisch auf.
Je nach Belastung des Hinterns lenkt man dann durch die kurvige Strecke. Natürlich können die Minispiele mit Balance Board-Unterstützung auch ganz normal mit einer quer gehaltenen Wiimote gesteuert werden. Wie ein Schluck Wasser in der Kurve auf dem Board zu hocken, macht aber deutlich mehr Spaß! Mit jedem erfolgreich abgeschlossenen Minispiel schaltet sich die nächsten zwei Stunden Sendezeit frei, bis man schließlich alle sieben Wochentage absolviert hat und der Singleplayer-Modus leider auch schon sein Ende findet.
Danach werden die Meisten viele Minispiele nicht mehr anrühren, weil die Motivation rapide nachlässt und das ganze Konzept sich schon nicht mehr so frisch spielt, wie noch beim ersten Teil. Ebenso sind zumindest auf dem normalen Schwierigkeitsgrad viele der Games doch recht einfach und schnell alle Highscores geknackt. Wollt Ihr aber nicht nur euch selbst etwas beweisen, dass ihr die Besten seid, so gibt es auch die Möglichkeit die ganze Welt an seinem Erfolg teilhaben zu lassen. Jeder einzelne Highscore kann hochgeladen werden. Eine weitere nette Idee stellen kleine Wettbewerbe von Seiten Ubisofts dar. Jede Woche bekommt man die Aufgabe seinen Rabbid besonders "sexy" oder "enganliegend" zu gestalten. Der gelungenste Versuch, den Vorgaben gerecht zu werden, wird auf der Website der Entwickler veröffentlicht.
Wen all das schon nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken kann, steht immer noch der Multiplayer-Part von Rayman Raving Rabbids TV Party zur Verfügung. Alle Minispiele aus dem Singleplayer-Modus sind ebenso mit bis zu acht Spielern möglich. Es passiert allerdings häufig, dass nicht alle Spieler gleichzeitig zum Controller greifen dürfen, sondern nur der Reihe nach spielen können. Wer ein Balance Board sein Eigenen nennt, kann dieses zwar ebenso im Mehrspielermodus anschließen, aber da ist dann grundsätzlich nur ein Spieler möglich. Den anderen Mitspielern wird die Aufgabe zuteil euch auf dem Board mit kleinen Sabotage-Aktionen den gar aus zu machen. Mitunter am meisten Spaß machen die langen Auftritte mit der Band.
Vier Spieler suchen sich ein Instrument aus und wedeln im richtigen Takt mit Wiimote und Nunchuck zu Coverversionen bekannter Lieder. Lediglich die Tatsache, dass die Instrumente sich individuell nicht unterschiedlich spielen stimmt uns traurig.
So spaßig Rayman Raving Rabbids TV Party auch ist, so gibt es trotzdem immer noch den technischen Aspekt zu berücksichtigen. Die Animationen der Hasen sind herrlich. Wenn sie wild schreiend über den Bildschirm toben, kann man ein Lächeln einfach nicht unterdrücken. Gott sei Dank konzentriert man sich während der Minigames aber nicht so sehr auf die Hintergründe. Einige sind richtig gut gelungen und vermitteln das passende Ambiente für die Kulissen. Jedoch hat ein Großteil auch einfach nur zweifarbige Wallpapers an die Wand geklatscht bekommen. Es gibt beispielsweise ein Jump'n'Run-Spiel, wo man selbst die Rolle einer Lottokugel übernimmt. Die Hintergründe sind einfach nur lieblos einfarbig lackiert worden. Gelegentliches Ruckeln hält leider auch immer noch Einzug. Beim Sound müsst Ihr weniger Kompromisse eingehen. Die Hasen nerven zwar nach kurzer Zeit immer noch so sehr mit ihrem Geschrei, dass man sich fragen muss ob die Entwickler nicht schon längst taub sind, aber alle Songs sind sehr passend für das Spiel gewählt worden und die Tacklist für die Musikspiele sind eine wahre Wonne.
Für mich sind die Raving Rabbids schon lange der einzige Grund, warum die Wii eigentlich noch ihre Position auf dem heimischen TV-Board genießt. Same procedure as every year: Tanzen, Gymnastik, Zappelalarm! Vor allem zusammen mit Freunden machen die lustigen Minispiele so verdammt viel Spaß, dass man die Zeit absolut vergisst. Die süßen Häschen bieten einfach alles was das Herz begehrt. Nämlich kreischende Hasen! Der abgedrehte Humor rund um Raymans Erzfeinde bereichert jede noch so langweilige Party. Die Grafik ist solide, besticht aber vor allem durch ihr lustiges Artdesign. Der Sound birgt einen Ohrwurm nach dem anderen, aber auch das sind wir aus den Vorgängern gewohnt. Warum also solltet ihr Euch die neue Minispiele-Sammlung zulegen? Ganz einfach: Nur in dieser Fassung könnt Ihr auf dem Wii Balance Board Platz nehmen und die zahlreichen Renn- und Sport-Spiele durch Gewichtsverlagerung steuern. Seit Wii Fit bekommt das Balance Board das erste Mal wieder einen ruhmreichen Auftritt! Es macht unglaublich viel Spaß mit vollem Körpereinsatz den Anweisungen auf dem Bildschirm zu folgen. Leider kann man im Multiplayer nur nacheinander Minispiele mit dem Balance Board bestreiten. Die Haushalte mit zwei Wii Balance Boards dürften sich aber auch in Grenzen halten. Ich wünsche mir nun nur noch eine Mikro-Unterstützung. Ich will zu den Liedern mitbrabbeln und -singen!
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Rayman Raving Rabbids TV Party im Test.
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