Gesamtwertung34%/10 |
GrafikMangelhaft SoundBefriedigend |
LanzeitspaßUngenügend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Die Versoftung von Shrek der Dritte folgt der Handlung der Filmvorlage: Als Fionas Vater König Harold das Zeitliche segnet, faselt dieser in seinen letzten Worten Shrek den Thron zu. Der hat allerdings überhaupt keine Lust darauf, ein Königreich zu lenken, und macht sich darum mit seinen Freunden Esel und dem gestiefelten Kater auf, den einzig anderen legitimen Thronfolger herbeizuholen - den jungen Artus, der in einem weit entfernten Internat ein jämmerliches Dasein als bevorzugtes Opfer seiner Mitschüler führt und nun den großen, grünen Oger die schwere Last abnehmen soll.
Jede Menge Stoff also für eine familiengerechte, leichte, aber auch unterhaltsame Kost, nicht wahr? Leute, wo denkt Ihr in Zeiten dahingeschluderter und unwürdiger Filmversoftungen hin? Nach mittelmäßigen bis sogar recht guten Spielen wie Fluch der Karibik 3 oder Spider-Man 3 folgt nun wieder die altbekannte Leier: Film kommt, Spiel kommt, Film ist nicht wirklich ein grandioser Nachfolger, Spiel sowieso nicht. Shrek der Dritte ist eine gar ganz üble Verwurschtung des an sich akzeptablen dritten Teils der erfolgreichen Animationsfilme.
Das fängt schon bei den auf Sparflamme gerenderten Sequenzen an, geht über die total bekifften Visagen der verschiedenen Charaktere und hört beim quasi nicht existenten Spielspaß auf.
Die einzige Abwechslung sollte es wohl bei den Eigenheiten der verschiedenen Filmcharaktere geben. Kam aber noch schlimmer: Wow, der gestiefelte Kater ist mal ein bisschen schneller als Shrek, was für eine Umstellung! Hey cool, er kann ja auch höher springen!
Im Grunde genommen bleibt das selbst für Säuglinge zu anspruchslose Gameplay durch das Spiel weitestgehend gleich. Shrek & Co. können austeilen, dank absolut oberflächlichen Kampfsystem auf Dauer aber auf eine ermüdende Art und Weise. Es gibt einen schwachen Schlag, das starke Pendant, die Ogerkraft, die Spezialattacke und natürlich den obgligatorischen Block. Das war es dann auch schon. Und das soll auf Dauer unterhalten?
Wir drohten nicht zuletzt auch wegen den total drögen Missionszielen selbst mit Kaffeeschock den Schlaftod nicht entrinnen zu können.
Absolut rettend für Shrek der Dritte ist aber der Humor, der wenigstens ansatzweise auch hier zu erkennen ist und für ein paar Schmunzler sorgt, was vor allem den Nebencharakteren und weniger dem Oger zu verdanken ist. Völlig einfallslos ist zudem die Ogerkraft, die nichts mehr als eine Art Zeitlupe inklusive stärkerer Attacken ist. Gähn! Gerade noch zu verschmerzen ist, dass man auf dem PC nur die Tastatur zum Spielen verwenden darf.
Faustkeile mit Maus könnt Ihr also vergessen, was aufgrund der simplen Kämpfe aber nicht wirklich tragisch ist. Auch Wii-Spieler können auf eine durchaus annehmbare Remote-Steuerung zählen, doch was nützt das alles, wenn der Rest des Games sich auf einen so unterirdischem Level bewegt? Da können nicht einmal die Handvoll Minispiele auf der Wii davon abbringen, den Kauf von Shrek der Dritte zu bereuen.
Noch schlimmer traf es allerdings Rechenknecht-Besitzer: Gerade mal ein Spielchen ist übrig geblieben und das ist noch nicht mal unterhaltsam. Von der grottigen technischen Seite sehen wir wegen des schlechten Gameplays, der beinhart linearen Level und der Hirnlosigkeit der stupide angreifenden und ewig gleich Widersacher einmal ab. Denn welcher Fan von guten Versoftungen würde nach all den genannten Mankos im Ernst jetzt noch zuschlagen? Abgesehen davon, dass die Figuren wie bereits erwähnt, die ganze Zeit über den Mund, aber nicht das restliche Gesicht bewegen, präsentieren sich auch Animationen und Leveldesign auf der berühmten untersten Schublade.
Eure Lauscher werden übrigens nicht verschont: Die deutschen Synchronsprecher sind zwar mit viel Elan bei der Sache, können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der enthaltene Humor einzig und allein über den Inhalt der Sätze wirkt und weniger durch die akustischen Ausschweifungen der Sprecher. Die Heile-Welt-Hintergrundmusik kann man sich übrigens genauso schenken wie die müden Soundeffekte.
Das würde ich dann auf schnellstem Wege ans nächste Jugendamt weitergeben. Für die definitiv zu teuren 30 (PC) bzw. 50 (Wii) darf man doch mehr erwarten als ein knochiges Gameplay, ein unterirdisches Kampfsystem sowie dämliche KI-Deppen. Zumindest sollte dann aber ein Funken Spielspaß drin sein, der hier jedoch selbst mit der Lupe nicht zu finden ist, außer vielleicht - im Ansatz - bei den Minispielen der Wii-Fassung. Shrek der Dritte gehört auf keine Konsole und sollte genauso schnell in der Versenkung verschwinden, wie es aufgetaucht ist.