Gesamtwertung62%/10 |
GrafikBefriedigend SoundBefriedigend |
LanzeitspaßMangelhaft SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungBefriedigend |
Der blaue Igel, den viele bereits als Jugendsünde abgetan haben, meldet sich für einen neuen Auftrag zurück: In Sonic Riders: Zero Gravity geht es diesmal blechernen Invasoren, dem fetten Dr. Eggman und nicht zuletzt auch dem Spielspaß an den Kragen. Ob das Ganze ein totaler Rohrkrepierer ist, oder vielleicht doch noch irgendwo glänzen kann, erfahrt Ihr natürlich nur in unserem Review.
Ein Wiedersehen mit Freunden und Feinden...
Nach dem Renderintro, dass in Sonic Riders 2 wohl so etwas wie einen Handlungsrahmen darstellen soll, geht es auch schon direkt ins Spiel. Wie es sich gehört, führen wir uns als Erstes den Storymodus zu Gemüte. Okay, eine echte Geschichte ist eine wirre Aneinanderreihung von verschiedenen Cutscenes zwar nicht, aber immerhin gibt es sie.
Sonic-Fans freuen sich dabei wegen der vielen Charaktere, die es ins Spiel geschafft haben: Neben dem blauen Igel wären da unter anderem natürlich noch Tails, Knuckles oder sogar Erzbösewicht Dr. Eggman, der als Kind in den Unsterblichkeits-Topf gefallen zu sein scheint. Sonic Riders 2 ist wie schon sein Vorgänger ein Rennspiel vorbei die Zeiten also, als sich unser Held noch im glorreichen Jump'n'Run-Stil durch verschiedene Levels voller Gefahren quälen musste.
Das Spiel schickt Euch im wörtlichen Sinne auf die Bretter. In den Rennen dienen Euch die sogenannten Gears als Fortbewegungsmittel über die teils wahnwitzig gestalteten Strecken, die allesamt mit einem eigenen Setting aufwarten können. Für zumindest optische Abwechslung ist mit verschneiten, hochtechnisierten oder vom Urwald ergriffenen Rennkursen also ausreichend gesorgt.
Dass aber die Geschichte dabei als plumpe Alibifunktion dient, ist schon fast eine bodenlose Frechheit. Deuten Euch die Sequenzen beispielsweise an, dass ein Angriff einer Roboterarmee bevorsteht beziehungsweise gerade am Laufen ist, gibt Euch der Ladescreen noch den Rat, vor den Blechbüchsen zu flüchten.
Gleich darunter aber die bittere Wahrheit: Im Endeffekt heißt das alles bloß, dass Ihr als Erster ins Ziel kommen müsst. Nach diesem simplen Strickmuster ist so ziemlich jedes Rennen des Spiels gestrickt, dass verlangt, dass Ihr entweder wie schon gesagt der Schnellste sein oder einfach nur in einer bestimmten Zeit über die Ziellinie brettern müsst. Mehr spielerische Abwechslung sucht man dabei vergebens. Wir hätten uns zum Beispiel gewünscht, dass man eine bestimmte Anzahl an Ringen, die auf jeder Strecke in Scharen vorhanden sind, einsammeln oder eine vorgegebene Höchstgeschwindigkeit erreichen muss, bevor man weiterkommt. Eine recht gute Idee hat immerhin Einzug ins Spiel gehalten: Hierbei handelt es sich um eine Art Super Drift, der Euch bei schwierigen Kurven nicht ins virtuelle Nirvana schlittern lässt.
Befolgt Ihr die Bildschirmhinweise, hellt sich der Screen auf, Eure Figur sammelt Energie muss dabei aber in Richtung der weiterführenden Strecke gedreht werden! - und schießt mit einem Affenzahn nach vorne. Das Timing bei eben diesem Manöver entscheidet dabei zum Großteil über den Ausgang des Rennens und Eure Platzierung dabei. Dabei sollte man jedoch beachten, dass dem sogenannten Tempo-Anzeige nicht der Magen knurrt, ansonsten fällt man wieder auf Lahmarsch-Geschwindigkeit runter.
Bis sich die Balken biegen...
Eben jenen Balken könnt Ihr mit Stunts auffüllen, die sich fast überall auf den Kursen vollführen lassen. Dabei zählt wie schon beim genannten Supermanöver das richtige Timing: Folgt Ihr dem Hinweis auf Eurem Screen nicht oder zu spät, gibt es für diesen Sprung nur das unnütze C-Rating, folglich also kein zusätzliches Tempo in der Leiste. Schafft Ihr es jedoch mit einem B-, A- oder sogar S-Rating wieder auf den Boden, beginnt sich der Balken zu füllen, womit wiederum der Weg für die driftartige Zero Gravity geebnet wäre.
Zudem bietet jede Strecke mindestens eine längere Gerade, auf der Ihr nach Wunsch einen mördermäßigen Flug-Sprint hinlegen dürft natürlich nur, sofern Euer Tempobalken gut genährt ist.
Das wäre neben den eher unspektakulären und nicht immer sinnvollen Power-Ups dann aber auch schon alles, was man über den Rennalltag in Sonic Riders 2 wissen müsste. Das in den Matches zuschaltbare Board-Upgrade durch eingesammelte Ringe lässt Euch zwar nicht so schnell aus manchen Kurven fliegen und gibt ein paar km/h obendrauf, ist dabei aber längst nicht so nützlich wie man zuerst vielleicht vermuten möchte genauso wie die zahlreich vorhandenen Abkürzungen, die man oft auch getrost an sich vorbeiziehen lassen kann und keinen wirklichen Vorteil bringen.
Da wirkt es schon fast wie der finale Todesstoß, dass der zweigeteilte Storymodus extrem und wir meinen extrem! - kurz geraten ist, trotz anfänglicher Müh, durch das zuerst verwirrende Dickicht des Gameplays hindurchzublicken und zu erkennen, was für was eigentlich gut ist von der etwas hinterhinkenden Steuerung per Wiimote ganz zu schweigen. Hat man einmal den Dreh raus, scheint der Gewinn des nächsten Rennens ein wahrer Klacks und dennoch hat man sich für den Schluss eine Gemeinheit infernalischen Ausmaßes aufgehoben, denn der Endkampf gegen den bedrohlichen Supercomputer ist erstens nur ein weiteres simples Rennen unter vielen und zweitens so höllisch schwer, dass man die Wiimote der Nunchuck-Controller wird nicht unterstützt - am Liebsten als verkürzte Ausgabe eines Baseballschlägers einsetzen möchte.
Was wir uns hier die Seele aus dem Leib gefrustet haben, geht auf keine Kuhhaut mehr.
Hat man es dann nach dem x-ten Versuch doch geschafft, dem Riesenrechner ordentlich die Festplatte zu formatieren, schaltet man die Wii entweder aus oder belohnt sich zur Abwechslung mal für sein erlittenes Leiden mit käuflich durch Ringe, wie gewieft! - erwerbbaren, aber recht teuren Bonus-Gears, die Euch das Leben mit den schnellen Brettern leichter machen sofern man das möchte, denn außer freischaltbaren Zusatzcharakteren und einem Grand Prix-Modus bietet Sonic Riders 2 keinen allzu hohen Widerspielwert. Da kommt es doch wie gerufen, dass man im Mehrspielermodus mit maximal drei weiteren Freunden über die Pisten hetzen darf.
Entweder ganz normal wie bekannt, im Staffelrennen, gegen die Zeit oder in einer Arena, in der Ihr Kugeln mit der Zero Gravity in Tore schießen müsst.Ingesamt ist die Mehrspieleroption an einem Bildschirm zwar keine Offenbarung, aber eine immerhin brauchbare Alternative zum eher monotonen Storymodus. Optisch ist das Spiel vor allem eins: Knallbunt, manchmal vielleicht zu bunt. Die Kurse sind wie bereits erwähnt angenehm abwechslungsreich, aber auch keine wahren Schönheiten genau wie die detailarmen Figuren, den jedoch recht gute Animationen spendiert wurden. Leistungstechnisch geht das Ganze auf jeden Fall in Ordnung, Ruckler findet man selbst im Vier Spieler-Splitscreenmodus nicht auch wenn hier die Übersicht den Heldentod stirbt.
Gut gefallen haben uns auch die netten Hintergrundmusiken während der Rennen und die Soundeffekte an sich. Gebrabbelt wird übrigens auf Englisch, dafür werden deutsche Untertitel geboten.
Sonic Riders: Zero Gravity im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von Sonic Team?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.