Sonic und die geheimen Ringe

Review
Plattform
WII
Vertrieb
Sega
Entwickler
Sega
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
6
Sonic und die geheimen Ringe [WII , looki.de]

Gesamtwertung

80%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Sonic und die geheimen Ringe

Segas blauer Igel Sonic ist zurück. Schneller, besser und bunter, will sich das Sega-Maskottchen auf Nintendos Wii mit seinem ersten Abenteuer Sonic und die geheimen Ringe präsentieren. Wir haben uns den Titel einmal näher angeschaut, und einen rasanten Ausflug mit Sonic in den Orient gewagt. Ob der Sprung ins Next-Gen Zeitalter sich mit der innovativen Wii-Steuerung verträgt, lest ihr in unserem Test.

Sonic und die 40 Räuber

Wer die Abenteuer des kleinen, blauen Igels kennt, der wird sich vielleicht ein wenig über die Geschichte von Sonic und die geheimen Ringe wundern. Nicht der mysteriöse Doktor Eggman ist Sonics Widersacher. Vielmehr geht es dieses Mal um die legendären Geschichten aus 1001 Nacht. Während Sonic eines Abends den Geschichten lauscht, stellt er zu seinem Entsetzen fest, dass einige entscheidende Seiten aus dem Buch 1001 Nacht spurlos verschwunden sind. Doch wurden sie nicht heraus gerissen. Vielmehr scheinen sie sich buchstäblich in Luft aufgelöst zu haben. Dass dies nicht mit rechten Dingen zugehen kann, versteht sich von selbst. Wild entschlossen, die fehlenden Seiten wieder zu finden, macht sich Sonic auf die Suche. Auf seiner Abenteuer-Reise trifft Sonic auf allerlei Gegner, die ihm das Leben schwer machen. Natürlich durchwandert Sonic so typische 1001 Nacht Settings wie eine schattenspendende Oase, eine riesige Wüste und vieles mehr. Das Leveldesign ist den Entwicklern wirklich gelungen.

Im Vergleich zu den bislang bekannten Sonic-Titeln, erreichen die Programmierer durch das neue und für Sonic-Abenteuer gänzlich unverbrauchte Thema, ein in dieser Form noch nicht da gewesenes Spielerlebnis.

Fortschritt oder Rückschritt?

Doch der wesentlichste Aspekt des neuen Sonic-Abenteuers, dürfte wohl die außergewöhnliche Steuerung des Titelhelden sein. Ein reinrassiges Jump&Run-Spiel auf der Wii? Geht das überhaupt? Die Frage müssen wir mit einem Jein beantworten. Auffällig ist zunächst einmal, dass ihr bei Sonic und das Geheimnis der Ringe Sonic nur indirekt steuern könnt. Denn der blaue Igel bewegt sich von selbst entlang diverser vom Programm vorgegebener Wege und Bahnen, ohne dass ihr darauf Einfluss nehmen könnt. Eure Aufgabe ist es vielmehr, Sonic nach links oder rechts zu bewegen, Hindernissen auszuweichen, die Sonic-typischen Sprünge auszuführen, und die Gegner ordentlich zu vermöbeln.

Das Ganze klingt zwar relativ simple und vereinfacht. Doch zwei Dinge machen euren Ausflug in das Reich von 1001 Nacht komplizierter, als ihr es vielleicht denkt. Nicht nur, dass sich Sonic und das Geheimnis der Ringe verdammt schnell spielt, und das könnt ihr wörtlich nehmen. Auch die Wii-Steuerung, dürfte vor allem bei Anfängern und Gelegenheitsspielern das eine ums andere Mal für Wutanfälle sorgen. Während die meisten Titel, die über eine achsenvertauschte Steuerung verfügen, sich in den Optionen ändern lassen, geht dies bei Sonic nicht. So müsst ihr umdenken. Denn wenn der kleine Igel von links nach rechts flitzt, vollführt ihr somit eine gespiegelte Bewegung von rechts nach links. Auch das Schlagen und Springen, erweist sich unnötig kompliziert. Mittels der ganz unten an der Wii-Mote angebrachten Taste 2 vollführt Sonic Sprünge. Haltet ihr die Taste länger gedrückt, springt Sonic höher.

Vor allem Spieler mit kleineren Händen, dürften hierbei schon mal ein Problem haben. Eine Neukonfigurierung ist nicht vorgesehen. Zieht ihr die Wii-Mote zu euch hin, bremst Sonic seinen Lauf. Macht ihr eine ausholende Bewegung, bekommt der Igel richtig Schwung. Vollführt ihr die gleiche Bewegung während eines Sprungs, tritt Sonic seine Gegner. Um genauere Tritte zu erzielen, benutzt ihr die automatische Zielfunktion.

Damit ihr euch mit der zugegebenermaßen ungewöhnlichen Steuerung besser vertraut machen könnt, haben euch die Entwickler in einem Prolog ein Tutorial eingebaut. Stürzt ihr mit Sonic während eines Sprungs ab, geht es zurück an den letzten automatischen Speicherpunkt. Manchmal ist das ziemlich nervig, da der Speicherpunkt an den Anfang der Übung oder an den Beginn einer Sprungreihe, statt unmittelbar vor den Punkt eures virtuellen Ablebens gesetzt wird. Somit müsst ihr selbst bereits erfolgreich gemeisterte Strecken, nochmals durchlaufen.

Habt ihr in den einzelnen Levels genug Wild Fire-Icons gesammelt, könnt ihr durch eine ruckartige Bewegung nach vorne, Sonic zu einem kurzzeitigen Überschall-Dash-Run animieren. Dies führt zu einem absoluten Speedrausch. Während der Läufe sammelt ihr in gewohnter Manier Münzen, die euer Punktekonto aufbessern.

Einsam bin ich und allein…

Eine weitere Neuheit, im Gegensatz zu den anderen Sonic-Abenteuern, ist die Tatsache, dass ihr nur mit Sonic eure Reise bewältigt.

Seine drei beliebten Gefährten Tails, Knuckles und Amy wurden für Sonic und das Geheimnis der Ringe in der Mottenkiste gelassen. Jedenfalls für den Einzelspielermodus. Neben dem eigentlichen Storymodus, wartet der Titel nämlich noch mit einigen unterhaltsamen Minispielen auf, die sich insgesamt mit vier Spielern spielen lassen und einen nette Dreingabe darstellen. Hier trifft auf die alten Bekannten und kann diese auch steuern.

Go Sonic Go!

Während die meisten Wii-Titel momentan eher mit spartanischer Grafik daher kommen, macht Sonic und die geheimen Ringe eine äußerst gute Figur. Die Levels sind allesamt liebevoll und detailreich gestaltet, wunderschöne Landschaften laden zum Verweilen ein. Die Licht- und Wassereffekte sehen beeindruckend aus, und auch Held Sonic wurde optisch sehr schön animiert. Da Sonic und das Geheimnis der Ringe ein auf Tempo und Action getrimmter Titel ist, erfreut es uns besonders, dass der Titel ohne Ruckler daher kommt. Egal wie viel Action auf dem Bildschirm abläuft: Die Framerate bleibt konstant hoch. Ein Wort noch zu Sprache und Sound: Hier haben sich die Entwickler eine Lokalisierung gespart und stattdessen nur deutsche Untertitel ins Spiel eingefügt.

Die Musik passt sich dem Geschehen an und verfügt sowohl über die action-lastigen und für Sonic-Fans vertrauten Beats, als auch über orientalische Klänge. Hier haben die Verantwortlichen gute Arbeit geleistet. Auch die Zwischensequenzen sind, wie bei Sega nicht anders zu erwarten, gut gelungen.

Fazit

Sonic und die geheimen Ringe ist ein Titel wie ein zweischneidiges Schwert. Als eindeutiges Haben, kann das Spiel für sich eine gelungene, weil Sonic-untypische Story und einzigartige Locations verbuchen, die zusammen mit einer sehr guten Grafik und einem schnellen Spielablauf für stundenlangen Spielspaß sorgen können. Diesen erhaltet ihr allerdings nur dann, wenn ihr mit der Steuerung zurecht kommt. Und genau hier liegt die Schwierigkeit. Spieler, die mit der Wii-Steuerung nicht zu gut klar kommen und diejenigen, die schnelle, unkomplizierte und kompromisslose Action ohne längere Eingewöhnungsphasen haben wollen, dürften mit Sonic und die geheimen Ringe nicht so rasch warm werden oder vorschnell den Controller aus der Hand legen. Alle anderen, die sich einmal an die neue Steuerung gewöhnt haben, bekommen eines der besten Sonic-Abenteuer für eine Next-Gen Konsole seit langem geboten. Nicht einfach, aber verdammt schnell und abwechslungsreich gestaltet sich die Reise auf der Suche nach den verlorenen Blättern der 1001 Nacht.

Sonic und die geheimen Ringe [WII , looki.de]

Ist der Artikel hilfreich? Dann bookmarken Sie ihn bei:

Hilfe?