Gesamtwertung80 %/10 |
Grafik7 Sound7 |
Lanzeitspaß8 Spieleinstieg9 |
Bedienung8 |
Nachdem 1996 das erste Pokemon-Spiel in Japan erschienen ist, kennt die Sammelgier unter Spielefreunden keine Grenzen mehr. Eine der beliebtesten Videospiel-Reihen hat es mittlerweile auf etliche Spiele, Merchandise-Artikel, Serien-Staffeln und Filme geschafft. Kein Wunder also, dass die Konkurrenz auch was vom Kuchen abhaben will. Einer der dreistesten, allerdings weniger erfolgreichen Klone ist Segas Dinosaur King, welches für den Nintendo DS erschien.
Deutlich erfolgreicher war da schon Disney Interactives Spectrobes, welches sich ebenfalls der beliebten Formel "Sammle und trainiere Monster" bedient. Nachdem die Reihe mit Spectrobes auf dem DS seinen Anfang nahm und mit Spectrobes: Jenseits der Portale dieses Jahr eine gelungene Fortsetzung spendiert bekam, geht es nun Richtung Wii. Der dritte Teil der Reihe namens Spectrobes: Der Ursprung erscheint exklusiv auf Nintendos Phänomen-Konsole.
In Spectrobes der Ursprung schlüpft der Spieler abermals in die Rolle der beiden NPP-Offiziere Rallen und Jeena, welche dieses Mal durch ein geheimnisvolles Weltraumportal in ein fremdes Universum geschleudert werden. Dort angekommen müssen sie erschreckt feststellen, dass die Bewohner dieser Planeten von den blutrünstigen Krawl - den Erzfeind allen Lebens - angegriffen und arg dezimiert werden. Doch bevor es so richtig los geht im Kampf gegen die finsteren Kreaturen, nimmt einen das Spiel brav bei der Hand und erklärt dem Spieler in den ersten Stunden die Grundlagen des Sammeln und Trainieren der Spectrobes sowie die Bedienung des Spiels. So gibt es drei Arten dieser mitunter extrem possierlichen Tierchen: Primär-, Sekundär und Tertiär-Spectrobes. Erstere sind die niedrigste Entwicklungsform und können dem Spieler lediglich beim Erforschen der Umgebung helfen, indem sie Schätze orten und Ausgraben.
Die zweite und dritte Entwicklungsstufe hingegen erlaubt es hingegen aktiv an Kämpfen teilzunehmen und den Spieler tatkräftig zu unterstützen. Tertiär-Spectrobes sind dabei selbstverständlich deutlich stärker als Sekundär-Spectrobes. Insgesamt bietet Spectrobes: Der Ursprung über 100 Monster, welche sich natürlich nicht nur im Aussehen von einander unterscheiden. So gehört jedes der Spectrobes einem von fünf Elementen an: Pflanze, Erde, Luft, Wasser und Feuer. Die Elemente haben dabei natürlich einen Einfluss auf die Kampfkraft der Spectrobes.
Um Spectrobes zu trainieren gibt es mehrere Wege: Primär-Spectrobes erhalten durch das Aufspüren von Items in der Spielwelt Erfahrungspunkte, während Sekundär- und Tertiär-Spectrobes ihrer EXP im Kampf sammeln. Des Weiteren gibt es allerdings auch die Möglichkeit im Schiffslabor einen Inkubator zu betreten und zuvor dort hineingesteckte Spectrobes mit gefundenen Kristallen zu füttern, was ebenfalls zum Anwachsen ihres Erfahrungspunkte-Kontos führt.
Darüber hinaus dient das Labor zum Freilegen neu gefundener Spectrobes. Diese werden nämlich stets in Form von Fossilien gefunden und müssen anschließend in einem spaßigen Mini-Spiel mittels Werkzeugen erst freigelegt werden. Dazu dreht man einen dreidimensionalen Steinquader per Analogstick und setzt per Wiimote allerlei Werkzeuge wie Hammer, Schneide-Laser, Bomben, Föhn und Bohrer an. Doch Vorsicht!
Wer zu tief gräbt, verletzt den tief schlafende Spectrobe, was sich im Endeffekt in einem niedrigen Startlevel des Monsters wiederspiegelt. Man sollte also vorsichtig vorgehen, um einen möglichst hohen Startlevel seiner frisch gefundenen Spectrobes zu gewährleisten.
Zu vorsichtig sollte man allerdings auch nicht sein, denn auch zu langes Ausgraben wirkt sich negativ auf die Startwerte des begehrten Haustieres aus. Doch wie so oft gilt auch hier: Übung macht den Meister. Und ein niedriger Startlevel lässt sich zur Not immer noch durch fleißiges Trainieren in Kämpfen oder eben durch besagte Items ausgleichen.
Abseits des Sammelns und Trainierens der Spectrobes gibt sich der Wii-Einstand wie andere Japano-RPGs. Man rennt über Wiesen, durch Wälder, Städte und Dungeons, metzelt allerlei Monster nieder, findet bessere Items und levelt seinen Charakter auf. Zwischendurch reist man sogar zwischen Planeten umher, welche alle ihre ganz eigenen Einwohner und Gebiete bieten. Praktische Übersichtkarten, eine Enzyklopädie und ein Logbuch halten den Spieler dabei stets auf dem Laufenden und erleichtern die Orientierung. Es ist möglich, sowohl als Jeena wie auch als Rallen zu spielen. Multiplayer-Fans haben sogar die Möglichkeit ähnlich wie in Tales of Symphonia gemeinsam in die Schlacht zu ziehen. Mittels praktischem Drop-In/-Out kann ein zweiter Spieler jederzeit den freien Charakter in einem Kampf übernehmen. Die Kämpfe laufen übrigens in Echtzeit ab und erinnern ebenfalls an die Tales of-Reihe. Statt allerdings auf einen extra Kampfbildschirm umzuschalten erscheinen die Feinde direkt auf der Oberwelt.
Allerdings sieht man diese nicht wie beispielsweise in Final Fantasy XII herumspazieren. Stattdessen erscheinen diese wie in Kingdom Hearts aus dem Nichts und überraschen den Spieler. Im Kampf selbst steuert man dann direkt seinen Spielcharakter und greift die Feinde mit einfach auszuführenden Kombos an. Geholfen wird einem dabei von einem seiner Spectrobes, welches allerdings jederzeit gegen ein anderes zuvor festgelegtes ausgetauscht werden darf. Insgesamt können sich bis zu vier Spectrobes im Austausch-Queue befinden, um vor allem bei starken Feinden genug Reserven mitzubringen.
Das Spectrobe kämpft weitestgehend alleine, kann aber mit einfachen Kommandos befehligt werden, um Team-Attacken zu starten, sich zurückzuziehen oder einen bestimmten, anvisierten Feind anzugreifen. Der Spielfigur selbst stehen übrigens zahllose Waffen aus fünf Kategorien zur Auswahl: Schwerter, Äxte, Lanzen, Blaster und Handschuhe sind über die ganze Spielwelt verstreut und bieten individuelle Vor- und Nachteile
Die Bedienung geht bei all der Action und Sammelei stets gut von der Hand. So baut der Titel hauptsächlich auf eine klassische Controller-Steuerung auf und macht regen Gebrauch von den Buttons und dem Analogstick der Wiimote, beziehungsweise des Nunchucks. So wird der Held per Analogstick präzise durch die Levels und Kämpfe gesteuert, während per A-Knopf Objekte beäugt oder Feinde angegriffen werden.
Schnelltasten helfen beim Austauschen des aktiven Spectrobes oder verabreichen dem virtuellen Alter Ego blitzschnell Heilitems, um in Kämpfen länger zu bestehen. Die Kamera lässt sich darüber hinaus jederzeit per Analogkreuz nachjustieren, um trotz etwas störrischer Kamera den Überblick zu bewahren. Ganz auf Fuchteleien verzichtet der Titel dann allerdings auch außerhalb des Ausgrabungs-Minispiels nicht.
In Kämpfen lassen sich durch einfache Wiimote-Gesten die Befehle an das mitkämpfende Spectrobe übermitteln. Des Weiteren visiert man durch Controller-Zeigen etwas umständlich bestimmte Gegner oder Feindpartien an. Für die Augen wird vor allem während der effektgeladenen Kämpfe einiges geboten. Hier ist der Titel klar am Schönsten. Ansonsten herrscht optischer Durchschnitt - selbst für Wii-Verhältnisse: Matschige Texturen, Kantenflimmern bei entfernten Objekten und etwas polygonarme Spielfiguren bestimmen das Gesamtbild. Immerhin erfreut der Titel durch einen schönen bunten Stil, welcher irgendwie an PC-MMORPGs aus Fernost erinnert. Die Musikuntermalung bietet neben rockigen Klängen auch typisch austauschbare Japano-RPG-Musik, ist allerdings stets unaufdringlich. Die deutsche Sprachausgabe ist in etwa auf dem Niveau typischer RTL 2-Animes - was stellenweise gut, stellenweise aber auch weniger gut ist.
Als großer Pokemon-Fan sagt mir das Spielprinzip von Spectrobes natürlich von Grund auf zu. Schön, dass sich Disneys Interpretation des Sammelspiel-Prinzips dabei angenehmen von Nintendos Vorlage emanzipiert, ohne wichtige Elemente wegzulassen. So kann ich mir aus einem großen Pool an Kreaturen meine Lieblinge heraussuchen, diese trainieren und aufpäppeln und anschließend nach Elementen sortiert in die actionreichen Kämpfe schicken. Nebenbei muss ich auch noch meinen Hauptcharakter trainieren und darf mir aus einem vom fünf verschiedenen Waffentypen meinen Lieblingskampfstil herausfischen - schön. Dass bei all dem optisch nur solide Standard-Wii-Kost geboten wird ist man von Nintendos Konsole mittlerweile ja leider schon gewöhnt. Immerhin rettet der nette Stil hier einiges und manche der Kreaturen sind wirklich knuffig geraten, was vor allem Spieler mit einem Faible für süße Tierchen in Verzückung setzen dürfte. Unter dem Strich ein durchaus gelungener Vertreter der Japano-Rollenspiel, von denen es ja gerade auf der Wii noch nicht allzu viele gibt.
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Spectrobes: Der Ursprung im Test.
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