Gesamtwertung80%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Er schleicht sich wieder. Sam Fisher, seineszeichens Meister der lautlosen Tarnung, feiert mit seinem neusten Abenteuer Double Agent nun auch sein Wii-Debüt. Ob sich das Spiel dank der neuartigen Wiimote/Nunchuck Steuerung lohnt, oder ob ihr lieber zur Xbox 360 oder PC-Fassung greifen solltet und vieles andere mehr erfahrt ihr in unserem Test.
Die Entscheidung liegt in eurer Hand
Zunächst einmal sei für all diejenigen, die bislang noch nichts von Splinter Cell und Meisterspion Sam Fisher gehört hat, kurz die Hintergrundgeschichte der Sam Fisher Abenteuer an die Hand gegeben.Sam Fisher ist im Auftrag einer geheimen Operationsstruktur mit Namen National Security Agency (NSA) unterwegs, um äußerst knifflige und riskante Einsätze zu meistern. Wo andere nicht weiterkommen, da muss Fisher ran. Diese Struktur nennt sich Third Echelon. Third Echelon ist die Antwort der Vereinigten Staaten auf die immer größer werdende Bedrohung des Cyber-Terrorismus. Deren Einheiten werden als Splinter Cells bezeichnet. Diese agieren stets allein und sind im Einsatz, bis auf eine permanente Verbindung mit dem Hauptquartier, auf sich allein gestellt. Die Third Echelon ist eine Geheimorganisation und wird daher auch von der Regierung in ihrer Existenz geleugnet. Geht ein Auftrag schief, wird der Kontakt ad hoc abgebrochen und offiziell gibt es keine Agenten.
In diesem Zusammenhang durchlief der Spieler mit Sam Fisher diverse Abenteuer. So auch im neusten Werk aus dem Hause Ubisoft ist Splinter Cell: Double Agent. Hier werdet ihr erstmals in der Rolle des Topagenten vor schwierige moralische Entscheidungen gestellt, die es zu bewältigen gilt.
Anders ist besser
Während Sam Fisher in den vorigen Teilen mehr der toughe, raue und zum Teil auch eiskalte Held war, dessen Emotionen kaum nach außen drangen, gehen die Storywriter bei Double Agent einen komplett anderen Weg. Diesmal geht es vor allem um Sams Innenleben, seine Loyalität und sein Gewissen. Nach einem Auftrag, bei dem Fisher einen Kollegen verliert, sitzt unser Held im Heli und grübelt, warum gerade dieser wichtige Auftrag schief gelaufen ist, und ob er das Leben seines Kameraden auf dem Gewissen hat. Zu allem Übel erhält Sam auch noch die bittere Nachricht, dass seine geliebte Tochter bei einem Autounfall getötet wurde.
Was folgt ist ein tiefer Fall mit Alkohol, Tabletten und zuletzt sogar einem Gefängnisaufenthalt. Doch Fisher wäre nicht Fisher, wenn er dort nicht wieder hinausfinden würde. Um sich zu rehabilitieren, wird er als Doppelagent in ein Terrornetzwerk eingeschleust. Nun heißt es gemeinsame Sache mit den bösen Jungs zu machen, um nicht aufzufliegen, aber dabei immer noch seinen Auftrag im Auge zu behalten. Kein leichtes Unterfangen.
Agiler denn je
Auch wenn Sam in die Jahre gekommen ist, hat er noch lange keinen Rost angesetzt. Wendiger und agiler denn je, hangelt, klettert, schwimmt, springt und rennt er durch die Level. Auch sein Waffenarsenal, wurde aufgestockt. Neu in Sams Bewegungsrepertoire ist die Möglichkeit, einen Gegner von unten anzugreifen. Im Klartext: Wenn ihr euch im Wasser befindet, und euer Feind steht über euch, könnt ihr diesen mit einem geschickten Manöver unter die Wasseroberfläche ziehen, wo ihr ihn mittels eures Messers erledigt.
Damit Wii-Spieler auch etwas von ihrem Controller haben, wurden einige Spielsituationen Wii-gerecht angepasst. So müsst ihr beispielsweise Schlösser mittels Wii-Mote knacken. Das bedarf einiger Eingewöhnungszeit, wirkt dann aber intuitiver, als mit einem herkömmlichen Pad. Doch die Wii-Mote kann noch mehr: Hierüber regelt ihr die Kamera, bedient das Inventar, greift eure Gegner an, oder benutzt das OPSAT und euer PDA. Vor allem das Schießen mittels der Wii-Mote macht deutlich mehr Spaß, als mit einer klassischen Steuerung, auch wenn sie ab und an ein wenig träge ist und sich bei weniger ruhigen Naturen zappelige Bewegungen deutlich im Schuss bemerkbar machen.
Über euren Nunchuk benutzt ihr das Sekundärfeuer, haltet den Atem an, was vor allem beim Snipern immens wichtig ist, und springt, duckt euch und bewegt Sam durch die Areale.
Auch das Springen, welches durch eine Aufwärtsbewegung des Nunchuk vollführt wird, ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Hat man sich jedoch eingearbeitet, funktioniert das Ganze recht ordentlich.
Wem der Solopart zu langweilig erscheint, der kann sich im Multiplayer versuchen. Im Kooperativ-Modus arbeitet ihr euch durch eine Reihe von Kooperativ-Missionen. Dieser Modus kann jedoch nicht so recht überzeugen. Online-Spiele gibt es keine.
Wii macht sich Sam?
Eine Frage, die aufgrund der sehr guten Vorlage der Xbox 360 Version sicherlich zurecht von einigen potentiellen Käufern gestellt werden dürfte. Die diversen Schauplätze von Asien über Afrika und den USA sowie die zu meisternden Extremsituationen wie Einsätze unter Wasser, in einem Sandsturm oder beim Sky-Diving, sehen für momentane Wii-Verhältnisse recht passabel aus. Man sollte in der Tat nicht darauf verfallen, die vorliegende Wii-Version mit der Grafik einer Xbox 360 Fassung zu vergleichen.
Das wäre in etwa, als wolle man die Leistung eines kleinen Seat mit der eines Porsche vergleichen. Ubisoft setzt eindeutig auf die Wii-Controller, ohne dabei jedoch die Optik arg leiden zu lassen. Und auch in Sachen Sound und Sprachausgabe, kann Splinter Cell durchaus überzeugen. Die Sprecher machen ihre Arbeit vorzüglich. Allen voran natürlich Raubein Sam.