Gesamtwertung84%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungGut |
Mario und Luigi hatten den Sprung aus der zweiten in die dritte Dimension offensichtlich nicht richtig verkraftet. Was keiner wusste: Abseits des Rampenlichts und immer wenn die Konsolen abgeschaltet waren, plagten die beiden immer wieder Depressionen. Nintendo ließ das nicht unberührt und so entschlossen sich die Entwickler die Helden mit den Paper Mario-Spielen wieder in ihre gewohnte Umgebung zu entlassen. So, oder so ähnlich wird die Idee zu Paper Mario wohl geboren sein und das ungewöhnliche Adventure fand prompt guten Anklang. Nach der ersten Fortsetzung lenkt man mit Super Paper Mario nun ein wenig um und orientiert sich wieder mehr am den Jump and Run-Wurzeln. Doch welchem Genre darf man Super Paper Mario nun zuordnen? Ganz klar, dem Jump and Venture!
Ein mysteriöser Bösewicht, der sich selber Graf Knickwitz nennt, entführt Prinzessin Peach und Bowser in eine andere Dimension. Dort verheiratet er die beiden unter Hypnose und erfüllt somit den ersten Teil einer alten Prophezeiung. Nun droht ein dunkler Vortex alle Welten zu verschlingen und nur ein legendärer Held kann einer weiteren Prophezeiung nach der Zerstörung Einhalt gebieten. Alleine ist Mario jedoch nicht in der Lage die Reise durch die unterschiedlichsten Dimensionen zu bewältigen und so gilt es für ihn zudem fähige Mitstreiter zu finden. Wie sonst sollte er es mit einem nerdigen Chamäleon aufnehmen, den Weg aus einer mysteriösen Villa finden oder im Weltraum überleben?
Der rote Kerl wird zum Flachmann
Der Titel des Spiels legt nahe, dass der Spielwelt eine gewisse Plastizität fehlt. Somit bewegen sich die Charaktere in ihrer zweidimensionalen Umgebung hin und her, ohne von der dritten Dimension zu wissen. Mario hingegen erhält die Fähigkeit des Dimensionswechsel und kann damit im wahrsten Sinne des Wortes hinter die Kulissen blicken. Wendet er diese Technik an, dreht sich der Held zusammen mit der Ansicht und schaut daraufhin in den Raum hinein. Dadurch rücken Blöcke in die räumliche Tiefe, Gegner beiseite und vorher Verborgenes wird ins rechte Licht gerückt. Gelegentlich führen dann Pfade aus dem Bildschirm heraus oder durch Wände, die zuvor undurchdringlich schienen.
Derartige Geheimgänge werden durch den Dimensionswechsel schnell sichtbar. Somit ist dieses raffinierte Element essentieller Teil der Spielerfahrung und ermöglicht es, die Papierwelt auf eine besondere Art zu erforschen. Denn selbst wenn die Grafik kaum die Hardware beansprucht, bestechen die Landschaften durch eine Menge Charme, aufgepeppt durch eine gute Portion Retro-Look. Doch es bleibt nicht nur beim cleveren Leveldesign, denn auch die musikalische Untermalung weiß zu überzeugen.
Jede Welt hat ein eigenes und stimmiges Thema. Fehlgriffe gibt es bei der Akustik kaum und die Hörnerven bleiben nicht nur verschont, sondern werden meist gekonnt umschmeichelt.
Es gibt tatsächlich eine dritte Dimension!?
Gesteuert wird Super Paper Mario zwar per Wiimote, dennoch spielt man auf klassische Art und Weise. Das bedeutet, dass man den Controller waagerecht hält und vornehmlich Gebrauch von Steuerkreuz und Aktionsknöpfen macht. Wie gewohnt kann Mario kräftig springen und somit Blöcke zerstören oder Bösewichten auf den Kopf stampfen. Wie auch in den bisherigen Paper Mario-Spielen hängt der angerichtete Schaden und die zur Verfügung stehende Lebensenergie von der Stufe des Helden ab.
Höhere Stufen erreicht man durch gekonntes Plätten der Fieslinge. Neue Fähigkeiten muss man sich jedoch auf einem anderem Weg verschaffen. Dazu dienen nämlich die so genannten Pixl. Das sind im Grunde winzige Feen, die dem Retter aus der Prophezeiung bereitwillig helfen. Schon sehr früh im Spielverlauf trifft der kleine Mann mit der roten Mütze auf seine erste Verbündete, das Pixl Tippi. Sie hält stets hilfreiche Informationen zu Personen, Gegnern oder Gegenständen bereit. Diese lassen sich auf simple Weise abrufen, indem man mit der Wiimote das gewünschte Objekt auf dem Bildschirm anvisiert. Auch unsichtbare Türen oder Blöcke sind mit Hilfe dieser Technik auffindbar. Neben Tippi kann Mario stets von einem weiteren Helferlein Gebrauch machen. Deren Fähigkeiten variieren stark. Bomben legen, unsichtbar werden oder Gegner und Gegenstände werfen ist mit ihrer Unterstützung kein Problem. Meist werden die Besonderheiten der Pixl aber nicht für den Kampf, sondern zum Lösen diverser Rätsel benötigt. Diese sind ein wichtiger Teil des Abenteuers und sind pfiffig angelegt.
Bomben helfen Schalter zeitverzögert zu betätigen und die andere Dimension offenbart Geheimgänge. Wer weiß, vielleicht halten sogar unscheinbare Fernseher im Hintergrund mal einen Hinweis bereit?
Mario sieht die Welt mit anderen Augen
Das Team wird aber nicht nur durch Pixl erweitert, auch drei weitere und wohl bekannte Protagonisten schließen sich Mario im Spielverlauf an. Darunter ist beispielsweise Bowser, der bösartige König der Koopas. Seine Stärke liegt in seiner Aggressivität. So verursacht er aufgrund seiner Masse eine ganze Menge Schaden und spuckt gerne dann und wann Feuer. Da man immer nur einen Helden steuert, ist ein rasches Auswählen zwischen den tapferen Recken von Nöten. Gut, dass zu diesem Zweck ein Schnellmenü verfügbar ist. Sobald man dieses aufruft, wird das Spiel angehalten und man kann zügig einen anderen Charakter auswählen, das aktive Pixl austauschen oder hilfreiche Items einsetzen. Letztere haben zum Beispiel heilende Kräfte oder schaden den Fieslingen. Hier kommt man gelegentlich nicht um ein wenig Bewegung herum, denn Schütteln oder Drehen der Wiimote verstärken die Wirkung der Gegenstände meist.
Für reichlich Nachschub sorgt ein Händler. Dieser ist in Flipstadt, einem Ort zwischen den Welten, anzutreffen. Da die Dimensionstüren zu neuen Aufgaben stets in Flipstadt zu finden sind, kann Mario mit seinen Mitstreitern hier immer wieder ein wenig entspannen. Neben dem Händler findet man hier unter anderem eine Wahrsagerin, die für ein paar Münzen den Weg weist, eine Bar mitsamt Klatsch und Tratsch und sogar ein verstecktes Casino. Wer in dem Städtchen fleißig herumschnüffelt, wird mit Items und nützlichen Informationen belohnt.
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