Thrillville: Verrückte Achterbahn

Review
Plattform
WII
Vertrieb
LucasArts
Entwickler
Frontier Developments Ltd
Erscheinungsdatum
-
Genre
Simulation
USK
6
Thrillville: Verrückte Achterbahn [WII , looki.de]

Gesamtwertung

71%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Thrillville: Verrückte Achterbahn

Ach ja, was ist das für eine schöne Traumwelt! Der Vergnügungspark mit seinen bunten Fassaden, zahlreichen Attraktionen, dem herrlichen Zuckerwatte-Geruch, der einem bereits an der Kasse in die Nase steigt und den spektakulären Achterbahnen, die mit Loopings, Schrauben und halsbrecherischen Fahrten unsere Mägen auf die Probe stellen. Nicht nur Kinder bekommen allein bei dem Gedanken strahlende Augen.

Wer sich immer seinen eigenen Themenpark zusammenstellen wollte, konnte dies über Jahre am PC und den Konsolen mit Rollercoaster Tycoon tun. Ein themenverwandter Titel ist Thrillville aus dem Hause LucasArts. Nachdem leider recht enttäuschenden ersten Teil gelobten die Entwickler Besserung. Herausgekommen ist nun Thrillville: Verrückte Achterbahn. Doch hat LucasArts seine Hausarbeiten gemacht und die Versprechen eingehalten, oder erweist sich der Nachfolger als ein Schnellschuss?

Weg von den Gleisen!

Vor allem für die deutschen Cover-Designer lässt sich die Frage wohl am ehesten mit einem Schnellschuss beantworten. Wie kann es sonst sein, dass ein im Englischen absolut treffsicheres Off the Rails im deutschen mit einem schlichten verrückte Achterbahn wiedergeben?

Doch lassen wir uns nicht von der ungeschickten Namenswahl beeinflussen und schauen lieber, in wieweit sich der Nachfolger von seinem Vorgänger unterscheidet.

Vor uns liegen also nun die PC-, die Xbox 360 und die Wii-Version. Während Teil eins seinerzeit für die PlayStation 2 auf den Markt kam (auch dieses Mal gibt es eine PS2-Umsetzung), debütiert Verrückte Achterbahn auf der Xbox 360, dem PC und der Wii. Doch nicht nur das! Auch an eine Story wurde gedacht. Diese ist für das eigentliche Spiel zwar eher zu vernachlässigen, weiß dank eines kauzigen Protagonisten aber dennoch zu gefallen. Wie bereits im ersten Teil begegnet ihr eurem Onkel Mortimer. Dieser betraut euch als Hobby-Parkmanager mit fünf weitläufigen Themenparks. Ziel ist es, die Parks in absolute Publikumsmagnete zu verwandeln. Dabei hangelt ihr euch von einem zum nächsten Park. Unterdessen sammelt ihr Pokale, erreicht diverse Primär- und Sekundärziele und so weiter. Leider gibt es keinen Sandkasten-Modus, bei dem ihr nach Herzenslust euch einen kompletten Park erstellen könnt. Und auch die Aufgaben sind nicht besonders abwechslungsreich ausgefallen. Das größere Übel ist jedoch der geringe Umfang an Attraktionen und Möglichkeiten. Bereits nach wenigen Stunden Spielzeit habt ihr in der Tat alles gesehen, was Thrillville ausmacht, wodurch das Spiel doch sehr schnell seinen Reiz verliert.

Wer die Karriere absolviert hat, der kann sich noch mit insgesamt 30 Minispielchen auseinander setzen. Spaßig und motivierend sind diese, gerade für ältere Semester, leider nur bedingt.

Auf einen Online-Modus wurde vollkommen verzichtet. Vor allem die Xbox 360-Version hätte, dank Xbox Live Anbindung, hier wesentlich mehr Potential bieten können, als die Wii-Fassung. Aber auch auf dem PC suchen wir eine Online-Anbindung vergeblich. Lediglich die Mini-Spiele können mit bis zu vier Spielern vor einem TV-Gerät oder Monitor gespielt werden.

Auch das eigentliche Parkmanagement ist nicht wirklich eine große Herausforderung. Während es seinerzeit beim Urvater aller Simulationen Theme Park wesentlich mehr zu tun gab, und auch bei Rollercoaster Tycoon mit wirtschaftliche Konsequenzen gerechnet werden musste, wenn man allzu sehr auf die Tube drückte und eine Attraktion nach der Nächsten hoch zog, ist die Geldbörse beim LucasArts-Titel erstaunlich schnell wieder prall gefüllt. Denn bei Thrillville sind die Wege mit Geld übersät. Jede Aktion wird mit Geld honoriert. Vor allem Anfängern dürfte dies wohl gefallen. Profis werden sich schnell unterfordert fühlen. Derart spendable Gäste wünscht sich wohl jeder Freizeitpark.

Was aber macht die Faszination nun trotzdem aus? Ganz einfach: Es ist der große Wuselspass und das Kind in uns, welches hier sich austoben darf. Durch den Park zu laufen, zu sehen wie die Gäste über adrett angelegte Alleen flanieren, sich am Autoscooter ergötzen, mit vollen Händen das Eis und die Hamburger einverleiben oder die irrwitzigen Rollercoaster bestaunen, ist wirklich ein Erlebnis! Auch die Tatsache, dass die Parks allesamt wesentlich abwechslungsreicher gestaltet wurden, als dies im Vorgänger noch der Fall war, kann überzeugen. Während die Wii-Fassung recht flüssig läuft, kommt es bei der Xbox 360-Ausgabe ab und an zu Rucklern.

Die Grafik weiß zu gefallen, ohne jedoch spektakulär zu sein. Herzstück des Spiels sind natürlich die verrückten Achterbahnen. Und hier haben die Entwickler sich redlich Mühe gegeben. Neben selbst zu erstellenden Achterbahnen, können auch einige reichlich durchgeknallte Modelle gewählt und in den Park gepflanzt werden.

Doch wie schon im Vorgänger gilt auch hier die Maxime: Die richtige Mischung macht’s. Wer ausschließlich auf Rollercoaster setzt wird auf Dauer sein Publikum ebenso vergraulen, wie derjenige, der nur gemütliche Attraktionen anbietet. Freundlicherweise könnt ihr euch direkt mit euren Parkbesuchern unterhalten und auf ihre Wünsche und Emotionen eingehen. Denn nur zufriedene Kunden kommen wieder und empfehlen euren Park weiter!

Dreh, Knick, Drück - Bau

Während die Steuerung beim PC in der klassischen Tastatur-, und Mauskombination euren Park hoch zieht, wurden die Konsolen-Versionen für die jeweiligen Steuergeräte angepasst. So benötigt ihr bei der Xbox 360-Fassung den linken Stick für die Kamera und die Bewegungen, während die Buttons für Befehle wie Bauen, Unterhalten und Ausführen eingesetzt werden. Und auch für die Wii wurde die Steuerung an den Nunchuck und die Wii Remote angepasst. Hier benutzt ihr, beinahe schon traditionell, den Nunchuck für die Kamerasteuerung und die Remote für den Bau. Das Ganze ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, geht aber dennoch recht gut von der Hand.

So haltet ihr beim Bau der Achterbahnen beispielsweise die Wii-Fernbedienung in eine bestimmte Richtung. Das Spiel erkennt dann die von euch ausgeführte Pose und stellt dass gewünschte Bauteil der Achterbahn bereit. Anschließend bestätigt ihr es und fertig ist der Bauabschnitt oder der gesamte Bau, je nachdem was ihr macht. Realismus ist eher ein Fremdwort. Besonders erfolgversprechend sind so genannte Thrills. Dies sind spezielle Bauteile wie Feuerringe oder ein Freier Fall, der euren Achterbahn den richtigen Kick verleiht und die Zuschauer vor Freude jubeln, oder den Mageninhalt ausleeren lassen.

Fazit

Ich gebe es zu. Auch wenn ich anfangs skeptisch war, bin ich dennoch von Thrillville: Verrückte Achterbahn im Großen und Ganzen überzeugt. Vor allem die Möglichkeit, sich richtig auszutoben, durch den eigenen Park zu streifen und in Attraktionen zu fahren, hat schon was für sich. Natürlich hat das Spiel auch seine Schattenseiten, wie den fehlenden Online-Modus, die Möglichkeit viel zu leicht an Geld zu kommen und die Tatsache, dass ihr doch recht schnell alles gesehen habt, was das Spiel bietet.

Aber auch ohne den nötigen Tiefgang macht Thrillville Verrückte Achterbahn Spaß, wenn auch mit einigen Einschränkungen. Ein wenig mehr Hochglanz und weniger Ruckler der Xbox 360-Fassung, hätten dem Spiel außerdem gut getan.

Thrillville: Verrückte Achterbahn [WII , looki.de]

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