Gesamtwertung82%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Eine Trennung ist meist ein trauriges Ereignis und verheißt oft nichts Gutes. Dennoch haben es sich die Entwickler von Tony Hawk's Downhill Jam nicht nehmen lassen mit ihrem neuen Spiel auch einen neuen Weg zu beschreiten und für den Nintendo Wii einen eigenen Tony Hawk-Titel zu kreieren. Mit dem neuen Spiel trennen sie sich nicht nur von dem alten Spielkonzept, sondern verfolgen auch bezüglich Steuerung und Look einen relativ neuen Ansatz. Gleichzeitig basiert das aktuelle Tony Hawk's Project 8 auf den alten Tugenden und wurde speziell für Xbox 360 und Playstation 3 entwickelt. Doch welches der beiden Spiele macht Fans der Serie nun glücklicher? Bietet Downhill Jam eine willkommene Abwechslung oder hätte man sich die separate Entwicklung sparen können?
Jetzt geht es an die Hänge
Tony Hawk's Downhill Jam für den Nintendo DS hat vorgemacht, in welche Richtung die Version für Nintendos Wii gehen soll. Die großen Stadtbezirke mussten steilen Hängen und abschüssigen Straßen weichen. So wurde das Leveldesign dem veränderten Spielkonzept angepasst und die Umgebungen sind nun tauglich für die rasanten Downhill-Rennen. Dabei steht bei den Rennen mehr die Geschwindigkeit und weniger das Vollführen von Tricks im Vordergrund. Tony Hawk's Downhill Jam verbindet die beiden Elemente jedoch untrennbar miteinander. Nur wer gute Tricks landet, bekommt Boosts spendiert und hat somit die Möglichkeit besonders schnell ins Ziel zu gelangen. Auch geht es in den virtuellen Rennen äußerst rabiat zu. So gehört es schon fast zum guten Ton, den Mitstreitern mit gezielten Tritten und Schlägen das Handwerk zu legen. Darunter müssen mitunter auch die Passanten leiden, sollten sie sich zur falschen Zeit am falschen Ort befinden.
Weniger Realismus! Mehr Spielspaß?
Neben Tony Hawk enthält Downhill Jam keine in der Realität existierenden Skater. Das Fahrerfeld setzt sich viel mehr aus einigen recht exotischen Teilnehmern zusammen. Zum Beispiel nehmen die verwöhnte Göre Tiffany, die skrupellose MacKenzie und der starke aber etwas dümmliche Gunnar an den Rennen teil. Wer nicht auf einen der neun vorgefertigten Fahrer zurückgreifen will, hat die Möglichkeit eine eigene Figur zu erstellen. Dabei lassen sich nahezu jede Körperpartie und natürlich auch die Klamotten nach Belieben gestalten. Brillen, Schoner, Tattoos stehen in jeglichen Farben und Formen zur Verfügung. Somit sollte der Editor jegliche Geschmäcker abdecken, ist er auch insgesamt ein wenig unübersichtlich gestaltet. Unabhängig von der Charakterwahl gilt es anfangs das kurze Tutorial zu absolvieren und sich somit mit dem neuen Steuerungskonzept vertraut zu machen. Leider erklärt die Einführung nicht alle Aspekte der Bedienung und so ist es empfehlenswert sich die vom Spiel angebotenen Spieltipps anzuschauen.
Zur Steuerung des Spiels wird die Wiimote quer gehalten, so dass der linke Daumen auf dem Steuerkreuz und der rechte Daumen auf den beiden Knöpfen ruht. Lenken lässt sich der Skater durch Neigen des Controllers. Durch einen simplen Druck auf den 2-Knopf, wird ein Ollie ausgeführt. Um einen höheren Sprung auszuführen, reißt man die Wiimote dabei zusätzlich nach oben. Die Steuerung der Tricks wurde im Übrigen ein wenig vereinfacht. So ist der 1-Knopf zum Beispiel doppelt belegt.
Befindet sich der virtuelle Fahrer in der Luft, lassen sich über diesen Flip-Tricks ausführen. In der Nähe einer Rail folgt bei Druck des Buttons hingegen ein Grind. Bei den Grinds wird die Balance auch über das Neigen der Wiimote gehalten. Die Auswahl der verschiedenen Tricks erfolgt in herkömmlicher Art und Weise über das Steuerkreuz. Am Anfang kommt es des öfteren zu Patzern, ist die Bedienung doch recht ungewohnt und das Spiel verhältnismäßig rasant. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit lassen sich dann aber die ersten Rennen gewinnen.
Drehen und Neigen führt zum Ziel
Neben dem klassischen Wettrennen um die beste Platzierung bestehen selbstverständlich noch weitere Herausforderungen. Da wären zum Beispiel der Slalom und das Trick-Event. Bei letzterem gilt es, während der Abfahrt mit etlichen Kunststücken eine möglichst hohe Punktzahl zu erzielen. Die Position beim Zieleinlauf ist dabei nicht relevant. Beim Slalom befindet man sich alleine auf der Strecke. Hier ist die übrige Zeit beim Erreichen des Ziels ausschlaggebend für den Erfolg. Einfach nur schnell sein reicht beim Slalom jedoch nicht. Auf der Strecke sind nämlich einige Tore verteilt. Wenn man diese durchfährt, wird daür zusätzliche Zeit gutgeschrieben. Abhängig davon, wie gut man bei den Events abschneidet, erhält man nach und nach Erfahrungspunkte. Diese führen bei fleißigem sammeln zu einem Aufstieg des virtuellen Skaters. So lassen sich dann die Parameter Tempo, Dehen, Balance, Sprung und Kampf verbessern. Bei manhen Events können zudem neue Boards gewonnen werden, welche die Fähigkeiten eines Skaters verbessern.
Im Multiplayer liegt eine Stärke von Tony Hawk's Downhill Jam. Bis zu vier Spieler können hier per Splitscreen gegeneinander antreten. Das Spielen über Internet ist leider nicht möglich. Insgesamt fünf Wettbewerbe stehen für die Partien zur Verfügung, darunter natürlich das Rennen, der Slalom und das Trick-Event. Die beiden anderen Modi, Elimirennen und Klau den Kopf, komplettieren die Auswahl. Im Elimirennen scheidet nach gewissen Zeitintervallen immer der Fahrer, der sich an letzter Position befindet, aus. Derjenige, der am Ende übrig bleibt, hat folglich gewonnen. Bei Klau den Kopf gilt es, bis zum Ende des Rennens die meisten Punte anzusammeln, indem man besagten Kopf in seinem Besitz hält. Die begehrte Trophäe lässt sich durch Rempeln des momentanen Besitzers ergattern.
Bei Tony Hawks Downhill Jam gibt es wieder einiges auf die Ohren. Der Soundtrack umfasst ganze 40 Lieder und kann bei Bedarf auch in einer eigenen Playlist zusammengestellt werden. Dennoch geht hier Quantität vor Qualität, denn die richtigen Kracher, die man in früheren Soundtracks der Serie immer wieder hören durfte, suchen die meisten hier wohl vergeblich. Doch auch ohne Hits ist die Hintergrundmusik durchaus hörenswert. Positiv zu vermerken ist, dass das Spiel vollständig übersetzt und synchronisiert wurde. Davon, dass die Stimmen nicht immer zu den Charakteren passen, kann man deswegen getrost absehen.
Die Grafik ist in jeder Situation vollkommen frei von Rucklern. Dadurch kommt, in Verbindung zu den Effekten bei Boost, ein gewisses Gefühl von Geschwindigkeit auf. Die Animationen der Skater sind ebenso flüssig und ausgereift. Nur bei genauerem Betrachten fällt auf, dass die Level relativ detailarm sind. Im Spielfluss merkt man davon jeoch fast nichts.