Trauma Center: Second Opinion

Review
Plattform
WII
Vertrieb
Nintendo
Entwickler
Atlus
Erscheinungsdatum
-
Genre
Simulation
USK
12
Trauma Center: Second Opinion [WII , looki.de]

Gesamtwertung

85%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Sehr gut

Trauma Center: Second Opinion

Fernsehserien mit Ärzten sind in und schon lange päppeln die weiß bekleideten Helden im TV ihre Patienten mit allen Mitteln auf. Kein Wunder, dass ein gewisses Fachvokabular schon den Weg in manches Wohnzimmer gefunden hat.

Wem es nicht reicht die dramatischen Situationen passiv zu verfolgen, hat mit Trauma Center: Second Opinion nun die Möglichkeit selbst in den Kittel zu schlüpfen und knifflige Operationen am heimischen Fernseher durchzuführen. Dabei ist Trauma Center: Second Opinion der zweite Teil der Serie und übersetzt das Spielprinzip des erfolgreichen Vorgängers für Ninteno DS auf Nintendos aktuelle Heimkonsole.

Lebenszeichen im grünen Bereich

Im Grunde ist Trauma Center: Second Opinion eine leicht veränderte und an den Wii-Controller angepasste Umsetzung des DS-Titels Trauma Center: Under the Knife. Das Remake wurde aber grafisch aufgebohrt, hat einen neuen Schwierigkeitsgrad erhalten und trumpft mit einem Bonuskapitel auf. Protagonist der Storyline ist der aufstrebende Chirurg Derek Stiles. Er muss erst noch ein wenig an die Hand genommen werden und lernen, was es bedeutet ein richtiger Arzt zu sein. Kaum hat er sich in seinen Beruf eingelebt, überschlagen sich jedoch die Ereignisse.

Derek wird offenbart, dass er über eine äußerst seltene Gabe verfügt, die es ihm erlaubt selbst die schwerwiegendsten Verletzungen zu heilen und sich besonders auf den Eingriff zu konzentrieren. Zudem scheint eine Epidemie einer kaum bekannten und bisher unheilbaren Krankheit auszubrechen. Nichts über die Krankheit wissend, wird der junge Arzt mit dieser konfrontiert und setzt dennoch alles daran seinen Patienten zu helfen. Doch etwas ist merkwürdig. Die Erreger scheinen von Menschen geschaffen und der Begriff des medizinischen Terrorismus gerät in aller Munde. Immer neue Formen der Krankheit fordern Derek und seine Kollegen heraus, welche sich tiefer in die Ereignisse verstricken.

Diese Geschichte wird größtenteils durch Dialoge in Textform erzählt. Begleitet werden diese von den Bildern der Charaktere, die grob die Emotionen der Protagonisten widerspiegeln. Nur vor dem Beginn einer Operation bekommt man die englische Sprachausgabe zu hören, wenn der Arzt verkündet, dass er bereit ist.

Wenn schon Aufschneider, ...

Der Beruf eines Chirurgen ist nicht leicht und auch der virtuelle Doktor hat anfangs noch kleine Startschwierigkeiten. Zum Glück steht ihm stets eine fähige Assistentin zur Seite, die meist mit hilfreichen Tipps aushilft. Zu Beginn des Spiels wird nach und nach für jede Art von Wunde oder Erkrankung die richtige Behandlungsmethode erläutert.

So fällt der Einstieg leicht. Dennoch sollte man sich nicht zu sehr auf derartige Hilfe verlassen, denn schon bald wird das Basiswissen vorausgesetzt und man muss selbst die Verantwortung tragen. Darum steigt der Schwierigkeitsgrad nach den ersten Eingriffen mit einem kleinen Sprung an und es wird wesentlich mehr Aufmerksamkeit vorausgesetzt.

Vor allem auf die Vitalzeichen der Patienten sollte man ein Auge haben. Diese verraten, wen etwas schädlich für den Patienten ist und dürfen selbstverständlich nicht auf den Wert null absinken. Zum Glück lässt sich der Wert mit einer schnellen Injektion wieder ein wenig anheben. Immer wieder wird der Spieler im Spielverlauf mit neuen Erkrankungen, Verletzungen und Komplikationen konfrontiert, so dass die virtuellen Eingriffe stets abwechslungsreich und fordernd bleiben. Es bleibt auch nicht ausschließlich bei der Behandlung von Menschen. Auch kleine Rätsel gilt es zu lösen oder sogar eine Bombe zu entschärfen. Da das Spiel später sehr fordernd werden kann, besteht die Möglichkeit vor jeder OP den Schwierigkeitsgrad zu wechseln. Eine Option, die vor allem für Einsteiger sehr hilfreich ist.

... dann auch Zunäher!

Der Umgang mit Skalpell, Pinzette, Laser, Ultraschall, Spritze und anderen Werkzeugen ist äußerst intuitiv und wird nahezu vollständig mit Hilfe der Wiimote abgewickelt. Wichtigstes Bindeglied zwischen der echten Welt und dem virtuellen OP ist der Zeiger.

Dieser kleine Punkt markiert permanent, wo man gerade mit dem Controller hinzielt. So wählt man beispielsweise das Skalpell aus, führt mit gedrücktem Knopf den Zeiger entlang der gewünschten Schnittlinie und schon ist der Einschnitt perfekt. Beim Nähen einer Wunde wird der Zeiger und somit die virtuelle Nadel auf gleiche Weise im Zick-Zack-Muster über den Schnitt geführt. Ein möglichst präzises Vorgehen ist dabei natürlich Pflicht, denn Unachtsamkeit führt zu Fehlern, die rapide die Lebenszeichen des Patienten verringern können.

Die Nunchuck-Erweiterung wird vornehmlich für die Auswahl der Instrumente benutzt. Jedes ist einer von acht Richtungen auf dem Analogstick zugeordnet, ein Wechsel kann also mit einer kleinen Daumenbewegung vollzogen werden. Nur für den Einsatz des Defibrillators wird noch ein Knopf des Nunchuck benötigt. Doch die Steuerung beschränkt sich nicht ausschließlich auf Zielen und Drücken, sondern auch einige Bewegungen sind hin und wieder notwendig.

Bei dem Zusammensetzen eines Knochen müssen beispielsweise die Splitter gedreht und eingepasst oder die Elektroden des Defibrillators durch eine Bewegung nach vorne erst angesetzt werden.

Leider verfügt Trauma Center: Second Opinion neben der Story über keinen weiteren Spielmodus. Zwar können die bereits bewältigten Missionen jederzeit wiederholt werden, freispielbare Boni oder die Möglichkeit mit Freunden zu spielen gibt es hingegen nicht. Ein Manko, was der Nachfolger mit einem kooperativen Modus ausgleichen soll. Wer im Übrigen kein Blut sehen kann oder generell etwas empfindlicher ist, braucht sich deswegen keineswegs vom Spiel abwenden. Die Grafik während der Eingriffe ist nämlich stark abstrakt gehalten und sieht stellenweise stark nach einer stilisierten Simulation aus. Kein Grund zur Sorge also. Die Nerven werden nur aufgrund der Spannung beansprucht.

Fazit

Trauma Center: Second Opinion riecht, trotz Desinfektionsmittel, zweifelsohne nach frischem Wind. Die Steuerung ist sehr gut umgesetzt und ermöglicht ein präzises Vorgehen. Zudem beleibt das Spiel stets fordernd und lässt so, trotz Mangel an zusätzlichen Spielmodi, keine Langweile aufkommen. Somit ist der Titel nicht nur Ärzten oder Fans gewisser Fernsehserien ans Herz zu legen, denn ein wenig Präizionsarbeit hat noch niemandem geschadet. Lediglich Kenner des Vorgängers Trauma Center: Under the Knife sollten sich überlegen, ob sie die stark überarbeitete Fassung zum Vollpreis erwerben wollen.

Trauma Center: Second Opinion [WII , looki.de]

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