Gesamtwertung72 %/10 |
Grafik8 Sound7 |
Lanzeitspaß8 Spieleinstieg8 |
BedienungMangelhaft |
Technisch hat man sich auf der Wii Mühe gegeben. Die 23 virtuellen Tennisspieler sehen den realen Profis ähnlich, wenn auch manche Animationen etwas abgehackt und überdreht aussehen. Im Spiel hechten sie absolut flüssig über den Platz, die Framerate bleibt konstant, selbst wenn vier der Tennisspieler auf dem Feld stehen. Die Versionen für die Xbox 360 und PS3 sehen zwar besser aus, ein hübscheres Tennisspiel bekommt man auf der Wii aber nicht.
Sega bleibt sich selbst treu. Die Musik von Virtua Tennis 2009 erinnert stark an die des Vorgängers, was nur bedingt positiv für die Gehörgänge ist. Nach kurzer Zeit nervt die sich ständig wiederholende Hintergrundmusik und insbesondere das Geschrei, welches jeder Tennisspieler von sich gibt, wenn er auf den kleinen Filzball eindrischt, ist bedenklich. Es kann doch nicht sein, dass jeder Schlag lautes Stöhnen nach sich zieht? Ansonsten sind die Soundeffekte aber gelungen. Realistische Geräusche dröhnen beim Turnier vom Platz direkt in Euer Wohnzimmer. Habt Ihr selbst keine Zuschauer auf der heimischen Couch, übernimmt das Publikum den Part der unter Spannung stehenden Zuschauer, die jegliche Ballwechsel kommentieren.
Das Spielerlebnis in Virtua Tennis war niemals so realistisch, dass man das Gefühl hatte, eine Simulation zu spielen. Einen Großteil dazu hat die Steuerung beigetragen, da diese so einfach gehalten war, dass selbst Anfänger nicht auf völlig verlorenem Posten standen und Profis dennoch die nötige Tiefe in den Matches geboten bekamen. Ob eine dermaßen unkomplizierte Handhabe mit der Bewegungssteuerung der Wii möglich ist? Denn eine alternative Controllersteuerung, zum Beispiel mit dem Gamecube- oder Classic-Controller ist leider nicht möglich. Und wo die Wiimote ideal erscheinen müsste um ein Tennisspiel ordentlich umzusetzen, ging hier einiges schief. Ohne Wii MotionPlus verkommt Virtua Tennis 2009 zu einem reinen Reaktionsspiel. Auf dem unteren Bildschirmrand wandert ein Balken eine Leiste entlang. Je nach dem ob Ihr rechts, mittig oder links der Leiste mit der Wiimote zuschlagt, beeinflusst Ihr die Richtung des Balls. Je nach dem wie die Fernbedienung gehalten wird, könnt Ihr noch Schmettern, wobei die meisten Schläge völlig willkürlich ausgelöst werden. Da kommt es insbesondere bei starken Gegnern schnell zu Frust. Aber immerhin wird dieses Tennis-Spiel für die Wii damit beworben auch Wii MotionPlus-kompatibel zu sein. So spielt sich der Titel zwar deutlich genauer, da der kleine zusätzliche Empfänger auch Bewegungen in der Tiefe und Handdrehungen besser registriert, aber sonderlich viel genauer werden die Schläge mit dem Tennisschläger ebenfalls nicht wieder gegeben. Ihr hechtet häufig von einer Ecke zur nächsten des Platzes, bereitet Euch auf einen Schmetterball vor, dieser hüpft dann aber locker über das Netz und bietet die perfekte Vorlage für Euren Gegner. Da kommt nicht wirklich Spielspaß auf. Übrigens ist es nicht möglich an die zum Spiel erhältlichen Schlägeraufsätze für die Wiimote das MotionPlus-Zubehör anzuschließen.
Der Umfang der Wii-Version, stimmt mit dem der PS3- und Xbox 360-Version überein. Ihr dürft Euch einen eigenen Charakter für die Karriere erstellen und diesen aufleveln. Das funktioniert nicht nur über die Turniere, sondern auch über Trainingseinheiten. Euer Coach zeigt Euch in einer Zeittabelle immer, wann welches Match stattfindet und ob Ihr daran teilnehmen dürft. Habt Ihr gerade Freizeit, stehen entweder Freundschaftsturniere auf dem Zeitplan oder Ihr dürft frei entscheiden, ob Ihr durch kleine Minispiele Eure Charaktereigenschaften verbessert. Die Konkurrenz schläft nie, darum solltet Ihr das Training nicht vernachlässigen. In Turnieren kämpft Ihr Euch anschließend an die Spitze der Rangliste, was einiges an Zeit beansprucht. Seid Ihr damit überfordert, gibt es ebenfalls das freie Spiel, wo Ihr in die Rolle der Berühmtheiten hinein schlüpft oder gegen sie spielt. Über 20 verschiedene Tennisprofis und -Legenden, mit all Ihren bestimmten Eigenheiten, wollen ausprobiert werden. Und wenn die Steuerung nicht so große Probleme bereiten würde, wäre Virtua Tennis 2009 mit Sicherheit auf dem Thron der Wii-Tennis-Spiele angelangt, denn eine bessere Alternative bietet sich auf der Wii einfach nicht.
Virtua Tennis 2009 ist am Anfang wirklich nicht leicht. Man muss erst lernen mit der Steuerung zurecht zu kommen und dann schenken die Gegner einem die Siege auch noch nicht gerade. Wenn man einmal den Dreh heraus hat, wird man aber immer besser und erzielt mehr Erfolge, was der Motivation nur dienlich ist. Einzelne Kniffe erklärt das Tutorial, auch wenn es anfangs schwer ist, das gelernte im Turnier umzusetzen. Dafür sind die Freundschaftsmatches praktisch, da Ihr gegen weniger aggressive Gegner ohne Rücksicht auf Verluste antreten könnt und Techniken erprobt.
Mit Virtua Tennis 2009 bekommen Wii-Spieler sogar die Möglichkeit online auf die Jagd nach dem ersten Platz zu gehen. Nur eines sollte Euch klar sein: Die Konkurrenz vermag Euch in Grund und Boden zu stampfen. Schnell zieht Ihr nicht bis an die Spitze vor. Aber das macht ja den Reiz des Online-Modus aus. Ist Euch das zu frustrierend, dürft Ihr auch bis zu drei weitere Freunde vor dem TV versammeln und im Doppel gegeneinander antreten. Blöd nur, dass immer mindestens ein Spieler auf der gegenüberliegenden Feldseite Probleme bekommt, da Wii-Steuerung und Umsetzung auf dem Platz genau spiegelverkehrt zueinander sind.
Es ist ein Jammer, dass all die tollen Features, die das Gameplay insgeheim beherbergt, von Freundschaftsturnieren bis hin zu Ranglistenspielen, Trainingseinheiten durch Minispiel-ähnliche Ballwechsel und individuelle Planung der Charakterkarriere, durch die Steuerung kaputt gemacht werden. Hier missen wir keinen Modus, der nicht auch auf PS3 und Xbox 360 enthalten ist und dürfen uns sogar online an die Spitze der Rangliste kämpfen. All das macht nur leider keinen Spaß, da die Steuerung selbst mit Wii MotionPlus für einen ernsthaften Schlagabtausch zu ungenau ist. Von der Variante ohne Wii MotionPlus wollen wir gar nicht erst sprechen, da wird die Steuerung gleich im lächerlichen Maße vereinfacht. Am Ende bleibt nur das Wissen, dass der Einzelspielermodus genial geraten wäre, wenn keine Steuerungsprobleme blieben. Unter dem Strich macht das ein hübsches Wii-Spiel ohne jegliche Essenz. Wir empfehlen die Versionen für Xbox 360 und PS3, es sei denn man stört sich nicht an der ungenauen Wiimote-Steuerung.
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Virtua Tennis 2009 im Test.
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