Gesamtwertung82%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Er ist ein berüchtigter Schurke und Grabräuber Nummer Eins unter den Grabräubern ohne Peitsche. Sein Erfolgsrezept? Unbarmherzigkeit und flaue Darmwinde. Dank letzteren scheint ihm auch der muffigste Grabgeruch eine süße Sommerbrise zu sein und sein gnadenloses Vorgehen lässt ihn niemals vom direkten Weg zu den begehrten Schätzen abkommen. Wario ist nunmal ein dreckiger Raffzahn. Da ist es wenig verwunderlich, dass er nur faul herumlungert, als ihn zu Beginn von Wario Land: The Shake Dimension ein Hilferuf ereilt und ihm die Entführung der Königin des Reichs des Rüttelns verkündet wird.
Gut geschüttelt: Grips, Gier und Geschick
Erst als die Rede von einem sagenhaften Schatz ist, der zusammen mit der royalen Dame von einem miesen Piraten namens Kapitän Rüttelbert entwendet wurde, bekommt der grinsende Fettsack glitzernde Augen. Der geklaute unerschöpfliche Geldbeutel ist nun Objekt seiner Begierde und jeder, der sich zwischen Wario und den Schatz traut, schwebt in höchster Gefahr.
Komplett zweidimensional und in bester Jump and Run-Manier arbeitet sich der bärtige Halunke somit hüpfend, krabbelnd, rennend und rempelnd an den Schatz heran. Doch im Reich des Rüttelns kann der Anti-Held auch von ganz neuen Fähigkeiten Gebrauch machen. Er hat neuerdings das Schütteln für sich entdeckt.
Das hängt aber nicht damit zusammen, dass Wario keine Freundin hat. Schütteln ist im neuen Wario Land vielmehr eine mächtige Waffe und obendrein sogar praktisch verwendbar. Lasst Ihr die Wiimote ein wenig bibbern, bringt Wario mit einem gezielten Schlag die ganze Umgebung zum erzittern. Auf diese Weise könnt Ihr beispielsweise Gegner betäuben oder Hindernisse aus dem Weg räumen. Manchmal werden dadurch sogar ganze Landstriche abgesenkt und versteckte Reichtümer aufgedeckt. Damit ist die neue Macht allerdings noch nicht ausgeschöpft. Items und benommene Widersacher können ebenfalls ordentlich aufgemischt werden.
Ein wenig Rütteln des Controllers genügt und Fieslinge lassen eventuelle Besitztümer fallen, während zum Beispiel ein Münzbeutel seinen wertvollen Inhalt preisgibt. Äußerst zweckmäßig, schließlich ist die bedingungslose Bereicherung des Protagonisten wieder einmal eines der Hauptziele. Ganz ohne etwas Nächstenliebe kommt Wario in seinem neuen Abenteuer jedoch nicht aus.
Um den Weg zum Objekt seiner Begierde zu ebnen, muss er nämlich in jedem Level einen Mürfel, das sind friedfertige Bewohner des Reich des Rüttelns, befreien und innerhalb eines Zeitlimits zurück zum Startpunkt, einer Art Dimensionstor, bringen. Eine nette Herausforderung für den gewichtigen Protagonisten und denjenigen, der seinen Körper per Wiimote durch die Gegend bugsiert. Wer in Anbetracht dessen fürchtet, er müsse in jedem Level den gleichen Weg zweimal zurücklegen, hat sich indes mächtig geschnitten. Das Leveldesign ist nämlich äußerst ausgeklügelt und wirft mit Weggabelungen und geheimen Passagen geradezu um sich.
Immer wieder ist man überrascht, auf welch ungewöhnlichen Pfaden man in aller Eile zurück zum Ausgangspunkt kommt und fragt sich am Ende, ob man überhaupt alle Ecken des jeweiligen Abschnittes erkundet hat. Darüber geben glücklicherweise optionale Ziele reichhaltig Aufschluss. In der Regel sind in jedem Level nämlich drei besondere Schätze zu finden und drei spezielle Missionen zu erfüllen, bevor man diesen als wirklich abgeschlossen ansehen darf. Zum Aufstöbern der werten Klunker ist neben Geschick und Timing auch immer wieder eine hübsche Portion Grips vonnöten.
Dabei muss man sich die Umgebung manchmal sehr genau anschauen und aus den jeweiligen Gegebenheiten das Beste machen. Fragestellungen wie Wo platziere ich die betäubten Gegner am besten, damit ich sie als Sprungbretter nutzen kann? oder Wie zum verdammten Henker komme ich über diesen idiotischen Abgrund? sind jedenfalls keine Seltenheit. Bei den Missionen wiederum handelt es sich um gewisse Vorgaben, die es zu deren Erfüllung einzuhalten gilt.
Zu diesen Bedingungen können beispielsweise das Sammeln einer gewissen Anzahl an Münzen, das Abliefern des Mürfel innerhalb einer bestimmten Zeit oder das Überstehen des Abschnittes ohne Schaden zu nehmen zählen. Diese Ziele werden im Laufe des Spiels immer knackiger und sind somit eine clevere Möglichkeit, auch Profis mit Warios Trip zu fordern. Natürlich ist man nicht gezwungen, sich um Schätze und Missionen zu scheren, wenn man einfach nur schnellstmöglich den Hauptgewinn einfahren möchte.
Wunderschöne Fettschichten in Aspik
Solltet Ihr Euch gegen das Absolvieren dieser zusätzlichen Ziele entscheiden, verpasst Ihr allerdings weite Teile des Spiels und beraubt es gewissermaßen an Reiz und Umfang. Das wäre wirklich schade, denn Wario gibt sich alle Mühe, um Euch ordentlich zu unterhalten. Immer wieder werden neue Elemente ins Spiel eingeführt, die etwas frischen Wind mit sich bringen.
Durch Seile oder Stangen, an denen man sich entlangschwingen kann, zusätzliche Gegnertypen oder gar Fahrzeuge, die durch das Neigen des Controllers gesteuert werden, kommt infolgedessen keine Langeweile auf. Zudem lockert eine Hand voll Bossgegner regelmäßig das Spielprinzip mit cleveren Kämpfen auf. Wem da Öde wird, dem ist wohl kaum zu helfen. Neben der stetigen Abwechslung betört Wario Land: The Shake Dimension aber vor allem mit seiner wunderschönen Optik. Hintergründe und Charaktere wurden liebevoll gezeichnet und strotzen insofern vor Charisma und Stil. Warios Animationen, man muss es einfach anerkennen, sind wirklich göttlich. Es sorgt immer wieder für ein breites Grinsen, wenn sich der Specki mit Mühe und Not durch die berühmten Röhren zwängt oder nach einem Absprung von der Stange erstaunlich grazil und artistisch zur Landung kommt. Ja, mitunter ist man da sogar peinlich berührt, dass man den furzenden Klops plötzlich so unglaublich sympathisch findet. Keine Frage, so hat ein Jump and Run in der zweiten Dimension auszusehen.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
Wario Land: The Shake Dimension im Test.
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