Gesamtwertung76%/10 |
GrafikBefriedigend SoundMangelhaft |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Lange mussten Videospieler darauf warten: Nintendo bringt mit Wii Fit die erste wirklich ernst zunehmende Sportsimulation auf den Markt, die auch tatsächlich die körperliche Gesundheit zu fördern vermag. Was EyeToy Kinetic noch nicht vermochte, soll jener Titel nun endlich auch einer breiten Masse zugänglich machen. Sport vor der Glotze. Ob dieses Konzept, das den Verbraucher immerhin satte 90 Euro kostet, aufzugehen vermag oder sich hinter Wii Fit nur ein leistungstestendes Videospiel verbirgt, versuchen wir euch zu erläutern.
Du bist zu fett!
Zunächst einmal gilt es das Spiel überhaupt zum Laufen zu bringen. Dafür legt man, wie gewöhnlich, die beiliegende DVD in die Wii ein und bestückt das mitgelieferte, irgendwie steril wirkende Balance Board mit ebenfalls mitgeschickten Batterien aus. Nun synchronisiert man das Spielgerät über ziemlich versteckte Knöpfe mit der eigentlichen Konsole. Glücklicherweise wird dadurch ein störender Kabelsalat vermieden.
Nach der Auswahl eines Miis kann es dann auch schon beinahe losgehen. Man platziert sich möglichst ausbalanciert auf dem Board und beantwortet erst einmal einige Fragen, um der Software seinen genauen, körperlichen Zustand mitzuteilen. Dazu sollte man schon wissen, wie alt man ist und welche Größe man während des Wachstums erreicht hat. Aus diesen beiden Angaben und dem Gewicht, das das Board misst, wird dann der BMI gemessen. Sofern dieser außerhalb der guten Bereiche liegt, spuckt der Titel direkt einige Hinweise und Tipps zur Verbesserung der eigenen Fitness aus und mahnt entweder zum Essen oder aber zum Unterlassen des Selbigen. Dabei bleibt Wii Fit erfreulich freundlich.Selbst wenn man in einigen Tagen deutlich zunimmt oder sich heimlich ein etwas schwerer Mitspieler auf das Board schleicht, wird nur eine leichte Veränderung des Gewichts angemerkt und entsprechende Hinweise zur möglichen Änderung des Verhaltens folgen auf dem Fuß.
Am Ende der Aufnahmephase darf man sich noch ein Ziel setzen. Will man etwa Muskeln aufbauen, so teilt man dem System mit, wie viel Kilo man in welcher Zeit zulegen will. Wer Gewicht verlieren möchte, gibt natürlich an, wie viel er in welchem Zeitraum loswerden will. Einen genauen Fitnessplan bietet euch Wii Fit aber danach nicht an. Es liegt an jedem Selbst das gesteckte Ziel zu erreichen, die Software begleitet den Spieler lediglich unterstützend.
Hat man den Start überstanden präsentiert sich einem das eigentliche Hauptmenü. Dieses ist in vier Kategorien eingeteilt.Diese Bereiche bieten dem Spieler die verschiedensten Übungen, wobei es zu Beginn erst einmal gilt, alle freizuschalten.
Diese sind Yoga, Muskeltraining, Balancetraining und Aerobic.
Was darfs denn sein?
Je länger man spielt, desto mehr Minuten spart man in einem süßen Sparschwein. Sobald man genug Zeit mit dem Spiel verbracht hat, werden neue Übungen freigeschalten. Yoga bietet dem Spieler leider keine ganzen Sessions, sondern nur einzelne Übungen, wie den Sonnengruß und den Kranich. Dadurch ist man ständig gezwungen, die Wiimote am Mann zu haben, um nach einer abgeschlossenen Übung die nächste zu starten. Sehr nervig und noch störender. Im Muskelbereich wird man zu Liegestützen, Ausfallschritten und auch sonst zu klassischem Homework aufgefordert. Wii Fit überprüft dabei lediglich die Korrektheit der Übungen. Das Balancetraining besteht hauptsächlich aus Reaktionsübungen, die man nicht etwa durch eine verbesserte Balance, sondern einfach durch ständige Wiederholungen zu meistern lernt.
Und der Aerobicteil lässt den Spieler steppen oder aber abseits des Boards mit Hilfe der Wiimote joggen.
Das Ganze macht nach einigen Minuten richtig lange Spaß, sorgt aber auch für ziemlich viel Frust, etwa wenn man wegen fehlendem Balancegefühl bei der Ski-Abfahrt immer wieder versagt. Sobald man den Dreh aber raus hat, überwiegt der Spaß deutlich. Und wer das Ganze zwei Stunden am Stück ernsthaft zockt, wird auch ordentlich aus der Puste kommen. Zudem fördern die freispielbaren Spiele und die ständige Rekordjagd nach neuen Bestzeiten die Langzeitmotivation ungemein. Nichtsdestotrotz richtet sich der Titel eher an die an sich faule Gamergemeinde und kann diesen auch eine gewisse Grundfitness vermitteln, wenn sie Wii Fit mehrere Wochen wirklich ernsthaft zockt. Gerade aber weil der Umfang etwas zu wünschen übrig lässt, können richtige Sportler oder auch nur Gelegenheits-Fitnessstudio-Gänger wohl nicht lange etwas mit Wii Fit anfangen, zumal auch fast alle Übungen, zugegebener Maßen nicht in dieser spielerischen Form, auch draußen oder eben im Fitnessstudio effektiver ausgeführt werden können.
Technisch schwach
Viel Charme verliert der Titel da, wo er eigentlich Charme hinzugewinnen sollte. Die grafische Gestaltung ist nämlich viel zu kindisch ausgefallen, so dass vor allem Erwachsene kaum wirklich ins Spiel eintauchen können. Die putzigen Miis regen eher zum Lachen, als zum ernsthaften Trainieren ein. Und wenn es den eigenen Mii so richtig aufs Gesicht ledert, weil man beim Joggen zu schnell gelaufen ist, kann der Lachanfall und somit der Abbruch des Trainings für kurze Zeit kaum vermieden werden.
Auch die Umgebungen sind teilweise viel zu bunt und kindisch. Von der Soundseite sollten wir gar nicht sprechen. Musikalische Untermalung ist so gut, wie kaum vorhanden. Und wenn doch, dann im typischen Nintendodesign. Sprachausgabe gibt es ebenfalls nur selten. Wenn sich dann doch einmal eine Stimme zu Wort meldet, ist sie beinahe unverschämt hoch und klingt beinahe eklig. Ansonsten wird alles mit deutschen Bildschirmtexten erklärt.
Wii Fit im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von Nintendo?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.