Gesamtwertung88%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Welche Heimkonsole eignete sich besser für klassische Point & Click-Adventures, als Nintendos Wii? Eben! Das hat man sich auch bei Capcom gedacht und weil man dort keine ausgetretenen Pfade beschreiten wollte, hat man sich kurzerhand Gedanken zu einem etwas frischeren Konzept gemacht. Dabei entstand nach und nach das Grundgerüst zu Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros, einem Rätselspiel, dass mit neuen Ideen, einer Piratengang von Hasen, tödlichen Fallen und viel, viel Charme das Line-Up der Wii bereichert.
Zack, das klingt nach einem stattlichen und äußerst männlichen Abenteurer, nicht wahr? Sonderlich kräftig gebaut ist Zack jedoch nicht und irgendwie ist der Nachwuchspirat zudem ein wenig tollpatschig. Der Kleine ist also ein Nichts im Vergleich zu den Größen der Szene, zum Beispiel dem mächtigen Guybrush Threepwood. Zum Glück steht ihm der außergewöhnliche Affe Wiki zur Seite. Dieser fliegende Primat steht Zack nicht nur mit allerlei Rat zur Seite, sondern ist gleichzeitig dessen wichtigstes Werkzeug.
Bei Bedarf verwandelt sich Wiki nämlich in eine Glocke, mit dessen Klang sich Tiere in Gegenstände und Gegenstände wieder in Tiere verwandeln lassen.
Durch den Überfall einer feindlichen Piratentruppe stößt das energiegeladene Duo eines Tages auf einen außergewöhnlichen Schatz, den Kopf des legendären Piraten Barbaros. Der verfluchte Geist des alten Haudegen verweilt nämlich in goldenen Gebeinen, die über das ganze Land verteilt, gut verwahrt und noch besser versteckt wurden. In der Hoffnung wunderbare Schätze einsacken zu können, gehen die beiden einen Handel mit Barbaros Überresten ein. Setzen sie den wertvollen Körper wieder vollständig zusammen, so erhalten die beiden als Lohn das sagenumwobene Schiff des Barbaros.
Doch irgendetwas scheint an dem Deal faul zu sein und sogar eine Verbindung zwischen Wiki und der geisterhaften Legende zu bestehen.
Davon bekommen die beiden naiven Schatzsucher aber, wie sollte es anders sein, nichts mit und machen sich prompt auf die Jagd nach den versprochenen Körperteilen.
Hoo, Hasenpiraten voraus!
Zack & Wiki ist kein herkömmliches Adventure. Das zeigt sich in vielen Aspekten des Spiels, besonders aber darin, dass man den Nachwuchspiraten nicht durch eine zusammenhängende Welt, sondern durch in sich geschlossene Aufgaben scheucht. Der erste dieser Abschnitte ist sozusagen ein Tutorial, da Wiki hier noch die gesamte Steuerung erklärt und immer wieder helfend dazwischen funkt. Danach steht er seinem Partner weiterhin mit Rat und Tat zur Seite, während die Rätsel immer komplexer und die Aufgaben zunehmend schwieriger werden. Glücklicherweise hat das Entwicklerteam viel Wert darauf gelegt das Abenteuer so zu gestalten, dass es von wirklich jedermann zu bewältigen ist und gleichzeitig selbst abgebrühte Profis nicht kalt lässt. Zu diesem Zweck gibt es ein cleveres Punktesystem und die so genannten Orakelpuppen. Profis werden angespornt möglichst viel HirameQ, also besagte Punkte, zu erlangen, indem sie wenige oder keine Fehler machen und nicht oft herumprobieren müssen. Anfängern hilft in schwierigen Situationen eine der Orakelpuppen mit vielsagenden Tipps weiter.
Und weil echte Experten solche Hilfen nicht nötig haben, kosten die tragbaren Orakel nicht nur Piratengold, sondern schlagen auch mit einem deftigen Punktabzug zu Buche.
Aber besser man nimmt Hilfe in Anspruch, als einen fatalen Fehler zu begehen. Tappt man nämlich in eine der zahlreichen Fallen oder fällt einer wilden Bestie zum Opfer, muss man den kompletten Abschnitt wiederholen.
Glücklich, wer da ein wenig Gold in Platintickets investiert hat. Mit diesen Extras darf man nämlich wieder mitten im Geschehen zu Werke gehen. Aber auch das haben wahre Profis selbstverständlich nicht nötig.
Töricht ist der, der gierig ist
Doch den ganzen Schnick-Schnack mal bei Seite und auf das wesentliche konzentriert, denn auch die Rätsel sind bei Zack & Wiki außergewöhnlich. Natürlich geht es hier typischerweise um geschicktes Kombinieren.
Dabei spielen aber nicht nur Hebel, Schalter und Mechanismen eine Rolle, auch Tiere sind von großer Bedeutung. Zack ist nämlich in der Lage die gesamte Fauna in nützliche Gegenstände und wieder zurück zu verwandeln, indem er sich Wiki schnappt und das Kerlchen ein wenig schüttelt. Der goldene Primat verwandelt sich dadurch in eine Glocke mit magischem Klang. Ein Tausendfüßler beispielsweise wird durch das Läuten zur praktischen Säge, ein Regenwurm zum Strohhalm und eine Fledermaus zum Regenschirm mit Ohren. Wann man ein Tier besser Tier sein lässt und in welchen Momenten man zum Glöckchen greift, muss man aber schon selbst herausfinden. Es ist nämlich nicht immer ratsam jedes Lebewesen zu verzaubern. Ein Wurm ist als Angelköder eben besser geeignet, als ein pinker Strohhalm. Doch keine Sorge, so simpel bleiben die knackigen Aufgaben nicht und ist der einzuschlagende Weg anfangs noch sehr strikt, bieten spätere Level auch alternative Lösungswege.
Sollte der Schatz jedoch außergewöhnlich früh erreichbar sein, ist enorme Vorsicht angesagt.
Denn nicht nur die Rätsel, sondern auch die Fallen sind clever designt. Da sieht man sein Verderben manchmal erst kommen, wenn es schon zu spät ist. Besser man behält also einen kühlen Kopf und geht noch einmal auf Nummer sicher, indem man sich in aller Ruhe umschaut. Das funktioniert mit der Wiimote übrigens ganze hervorragend. Im Regelfall benutzt man den Controller wie in einem PC-Adventure. Man zielt, drückt einen Knopf und der Protagonist stiefelt zum gewünschten Ort oder interagiert mit dem anvisierten Objekt. Die Level kann man dabei auf zwei verschiedene Arten genauer betrachten. Zunächst lässt sich das Blickfeld mit gedrückter Taste ein wenig schwenken und man ist somit in der Lage die weitere Umgebung zu sehen.
Die andere Möglichkeit ist es, sich weit vom Geschehen zu entfernen und einen Blick auf weite Teile des Level zu werfen. Dabei hat man natürlich die beste Übersicht, kann per Knopfdruck aber zwischenzeitlich nah heranzoomen und somit ebenfalls Details ausmachen.
Schau dich ruhig in Ruhe um
Wer meint, er müsse nur planen und befehlen, während der arme Zack die Arbeit erledigt, der hat sich übrigens geirrt. Bei Zack & Wiki muss man auch anpacken können und sein Geschick mit den verschiedenen Gegenständen beweisen. Wofür hat man denn auch sonst die Möglichkeiten der Wiimote? Nutzt man ein Item zum ersten mal, wird mit ein paar Worten und Bildern die Funktionsweise erläutert. Größtenteils ist aber ohnehin klar, wie man die Hilfsmittel einsetzt. Der Schlüssel wird selbstverständlich gedreht, die Säge vor und zurück bewegt und die Bombe sanft am gewünschten Ort abgelegt. Ganz klar, oder? Da mag mancher Stöhnen, man habe wieder zwanghaft versucht die Features auszunutzen, in Wirklichkeit steckt aber oft mehr dahinter. So muss man auf diese Weise zum Beispiel Puzzleteile so drehen und wenden, dass sie zusammenpassen. Übrigens hat Capcom ein nettes Extra eingebaut, um auch eventuelle Zuschauer ein wenig in das Spiel einzubinden. Freunde oder Verwandte dürfen sich eine Wiimote schnappen und damit Hinweise in Form von Linien oder Signalen auf dem Bildschirm geben.
Keine große Sache aber dennoch eine nette Ergänzung, schließlich sieht jeder irgendwann mal den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Zwischen den Ausflügen finden sich Zack und sein Partner im Hauptquartier ihrer Piratentruppe ein. Hier lassen sich nicht nur Statistiken und Informationen abrufen, man kann auch neue Orakelpuppen und Platintickets einkaufen oder sich Tipps von den Kollegen geben lassen. Ein besonders abenteuerlustiger Kamerad geht für die Helden und ein paar Goldmünzen sogar auf eigene Faust Schätze suchen. So ergattert der abgebrühte Hase Informationen, Boni und eventuell sogar besondere Artefakte.
Am besten schickt man den Racker aber nicht auf gut Glück los, sondern orientiert sich an Schatzkarten, die man im Rahmen eines Minispiels erbeuten kann. Dazu muss man beim untoten Kapellmeister von Kapitän Barbaros die Glocke im Takt schwingen.
Den alten Musiker findet man bei der Schatzsuche an den merkwürdigsten Orten und es ist nicht immer ganz einfach an ihn heranzukommen. Ein bisschen kann man sich jedoch ruhig anstrengen, die Mühe wird ja schließlich entlohnt.
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Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros im Test.
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