Assassins Creed 2

Preview
Plattform
XBOX 360
Vertrieb
Ubisoft
Entwickler
Ubisoft
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
Assassins Creed 2

Assassins Creed 2

"Assassins Creed". Damit verbinde ich ein ins Unendliche gehyptes Action-Adventure, das anfangs begeisterte, dann beeindruckte, daraufhin nett unterhielt und letztendlich langweilte. Niemals zuvor hatte ich diese Spanne innerhalb weniger Stunden durchlaufen müssen. Dabei machten die Entwickler sehr viel richtig: die große, lebendige Spielwelt, die fantastische Grafik, das ungewöhnliche Szenario und eine interessante Spieldynamik wussten gekonnt zu überzeugen. Nur an eines wurde nicht gedacht: Abwechslungsreichtum. Natürlich ist man beim Nachfolger darauf erpicht, alles viel besser zu machen: größere, lebendigere Spielwelt, fantastischere Grafik, wieder ein ungewöhnliches Szenario, eine interessantere Spieldynamik und - Trommelwirbel - mehr Abwechslung.

"Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien!"

Nach dem eher überraschenden Ende des ersten Teils schlüpft der Spieler erneut in das seltsam anmutende DNA-Gerät "Animus". Anstatt Altair wird diesmal nach den Erinnerungen von Ezio gesucht, der anscheinend das Familienerbe als kompromissloser Attentäter fortführt.

In der Blütezeit der Renaissance meuchelte sich Ezio unter anderem durch die bunten Straßen von Florenz, Venedig und der Toskana, um einem Komplott rivalisierender Herrscherfamilien auf die Schliche zu kommen. Apropos Schliche: Heimtückisches Anschleichen wird auch dieses Mal wieder ein wichtiger Bestandteil des Spiels sein.

Um den geforderten Abwechslungsreichtum zu erreichen, werden die Gameplay-Schwerpunkte jedoch verlagert. Zwar beherrschen weiterhin Attentate das Spiel, die diesmal jedoch von unterschiedlichen Gruppierungen wie den Söldnern, Kurtisanen oder der Diebesgilde in Auftrag gegeben werden. Doch nicht nur dies erinnert zufällig an das Erfolgskonzept der GTA-Reihe: Damit die Nebenaufträge nicht zu monoton daherkommen, werden die rund 16 verschiedenen Missionstypen, die von Botengängen über Diebstahl bis Personenschutz reichen, in Mini-Geschichten verpackt. Natürlich wird auch, wie es sich für einen ordentliches Sequel gehört, die Aktionspalette erweitert. Im Gegensatz zu Altair kann Ezio nämlich schwimmen, was neue Möglichkeiten der Gegnertilgung eröffnet.

Gerade die charakteristischen Kanäle Venedigs scheinen wie dafür gemacht. Überhaupt werden die Städte größere Spielwiesen als im Vorgänger. So soll der Markusplatz fast eine identische Umsetzung des Originals sein, was eine authentische Atmosphäre verspricht. Außerdem sind desweiteren Rundflüge mit einer Maschine möglich, die euch das Genie Lenoardo da Vinci höchstpersönlich netterweise zur Verfügung stellt.

Leben und sterben lassen

James Bond hat seinen Q, Ezio seinen Leonardo da Vinci. Dieser versorgt den Spieler mit allerlei Gimmicks wie besondere Schwerter, Wurfwaffen oder gar Pistolen, die aus Ezio einen exotischen Assassinen mit Stil machen. Die Entwickler versprechen jedoch, dass aus Assassins Creed beileibe kein Shooter wird, da die Munition bewusst limitiert wurde und die Pistole nur einen einzelnen Schuss abfeuern kann, was in einer klingengeprägten Zeit aber einen außerordentlichen Vorteil verschafft.

Diese ganzen Spezial-Geräte machen aus Leonardo da Vincis Werkstatt einen Dreh- und Angelpunkt des alltäglichen Spielgeschehens, der neugierig darauf macht, warum ein anerkanntes Genie wie Da Vinci einem Auftragsmörder hilft.

Trotz aller versprochenen Veränderungen bleibt das gute alte Spielprinzip natürlich weitestgehend unangetastet. Wie bereits erwähnt bekommt man nun von unterschiedlichen Gruppierungen und Charakteren die Aufträge, die wesentlich mehr in die Geschichte eingeflochten sind.

Wie im Vorgänger hüpft man in der Third-Person-Perspektive athletisch geschickt über Dächer, versteckt sich gekonnt in Menschenmengen und überbrückt weite Entfernungen mit einem tüchtigen Gaul. Auch die Möglichkeit des Bootfahrens wird nicht außer Acht gelassen. Trotz der großen Spielbereiche im Vorgänger liefen die verschiedenen Missionen sehr linear ab und erlaubten kaum alternative Möglichkeiten.

Auch dies soll sich nun ändern, da man die Attentate von nahezu jedem Ort ausführen kann, sofern man unentdeckt bleibt. Die sogenannten "Klingen-Kills" erlauben Morde aus jedem Versteck heraus und machen damit die mühselige Platzierung hinter dem ahnungslosen Opfer überflüssig.

Neues Kampfsystem

Mehr Waffen

Sollte es dennoch zu einem offenen Kampf kommen, erwarten den Spieler einige Neuerungen. Zwar halten sich die Entwickler mit diesbezüglichen Ankündigungen noch vornehm zurück, aber das vorherige Kampfsystem, das lediglich aus Parieren und Kontern bestand, soll überarbeitet worden sein. Die Gegner können nun entwaffnet werden, wobei man sich ihre Klinge tatsächlich aneignen kann, was ein stark erweitertes Waffenrepertoire verspricht. Dadurch werden dem Spieler mehr Möglichkeiten im offenen Kampf gestattet.

Auch ein weiterer Kritikpunkt des Vorgängers wurde eines näheren Blickes bedacht. Schließlich schien es leicht verwirrend, dass auch dem erfolgreichsten Assassinen nie eine einwandfreie Flucht gelang.

Eigentlich lief es immer auf blutige Kämpfe und Verfolgungsjagden hinaus, die jeden genial ausgetüftelten Plan überflüssig werden ließen. Es macht doch viel mehr Spaß, wenn ein Plan wie in der Hitman-Reihe einfach mal reibungslos funktionieren kann. Daher wird die Flucht im Sequel allgemein erleichtert. So besteht durch den gezielten Einsatz netter Gimmicks (hiermit wird ein Dank an Leonardo unumgänglich) wie Rauchbomben immer die Möglichkeit, aus dem Wirkungsbereich der Gegner zu gelangen. Diese unterteilen sich übrigens in verschiedene Typen. So gibt es genretypisch agile Verfolger, die Ezio nicht so leicht aus den Augen verlieren und es gibt die langsamen, eher lauffaulen Burschen, die dafür ordentlich zuschlagen können. Dadurch, dass sich der Spieler nun entscheiden kann, ob er lieber kämpfen will oder nicht, soll das Spielerlebnis noch variabler gestalten.

Bella Italia

Variable Meinungen zur Grafik kann es hingegen eigentlich nicht geben. War diese schon beim Vorgänger der größte Pluspunkt, setzen die Entwickler diesmal noch einen drauf. Die Bilder des alten Venedig strotzen jedenfalls vor Details und die gewohnt gute Weitsicht lässt einen Hauch von Fernweh aufkommen. In den Straßen herrscht geschäftiges Treiben, das auch bei speziellen Ereignissen wie den Karneval entsprechend atmosphärisch in Szene gesetzt wird. Dazu kann der geneigte Herr Attentäter nun auch in der Nacht zuschlagen, was natürlich wiederum ein anderes grafisches und spielerisches Setting darstellt.

Nahezu unverzichtbar, wenn man eine Stadt wie Venedig darstellen will, sind ansprechende Wassereffekte, die mit ihren Spiegelungen jedoch auch gelungen sind. Die Animationen Ezios machen einen geschmeidigen Eindruck und die neuen Todessequenzen versprechen, optische Highlights zu werden.

Ersteindruck

Eigentlich sollte ich bei manchen Ideen der Entwickler meine beiden Historikeraugen zudrücken. Aber dann würde ich eines der interessantesten Spiele der nächsten Zeit verpassen. Denn meine Augen gleiten gerne über die wunderhübsch anzuschauenden, lebendigen Metropolen der Rennaissance. Die historischen Unstimmigkeiten werden von der fabelhaften Atmosphäre einfach niedergewalzt. Ich habe keine Bedenken, dass Assassins Creed 2 wieder ein Verkaufserfolg wird, dafür sorgt schon die Marketingabteilung. Aber ebenso bin ich verhalten optimistisch, dass es die Entwickler diesmal schaffen, eine ordentliche Prise Abwechslungsreichtum in das nach wie vor interessante Spielprinzip zu mischen. Sie scheinen sich die Kritik am Vorgänger tatsächlich zu Herzen genommen zu haben. Schließlich erwarten uns in nahezu allen Bereichen Steigerungen. Die bisherigen Ankündigungen jedenfalls lassen Großes erwarten, aber dies war ja auch schon beim ersten Teil so...

Assassins Creed 2

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