Battlefield 1943
Alte Liebe rostet bekanntlich nicht. Nicht ohne Grund wird der Klassiker Battlefield 1942 auch heute noch durchaus häufig gezockt. DICE schickt sich nun an, dem Vater der Battlefield-Reihe Tribut zu zollen und veröffentlicht am 9. Juli eine Neuinterpretation mit dem Namen Battlefield 1943. Wir konnten das Spiel bereits ausführlich zocken und berichten Euch von unseren ersten Erfahrungen auf dem Schlachtfeld.
Battlefield ohne Zucker?
Wer sich jetzt bereits die Hände reibt, weil er Battlefield 1943 für einen waschechten Nachfolger hält, sollte nicht so voreilig sein, denn im Prinzip handelt es hier lediglich um eine Art "Battlefield Light". Eine Hommage an den Klassiker. Soll heißen: Es gibt mit Wake Island Guadacanal und Iwo Jima lediglich drei Karte, auf denen man sich mit bis zu 23 Mitspielern austoben kann. Die vierte Map, Coral Sea, lässt sich aber freispielen. Ebenfalls eingeschränkt wurden die Klassen. Während man in Battlefield 1942 noch auf fünf Klassen zurückgreifen konnte, wurde hier auf den Ingenieur sowie den Medic verzichtet. Stattdessen beschränkt man sich in Battlefield 1943 auf den Schützen, den Soldat und den Scharfschützen.
Als Kompromiss hat man alle Klassen mit Equipment zur Abwehr feindlicher Panzer ausgestattet.So hat der Soldat neben seiner Thompson noch einen Raketenwerfer im Gepäck. Scharfschützen treiben ihren Schabernack derweil einer ordentlichen Ladung Sprengstoff, während der Schützen Granaten mit seinem Gewehr abfeuern kann.
Das Fehlen des Medics und des Engineers konnte man in soweit vergessen machen, dass man allen Klassen mit unendlich vieler Munition sowie sich regenerierender Gesundheit ausgestattet hat. Dadurch spielt sich sich Battlefield 1943 weniger taktisch. Der Action-Faktor steht hier an erster Stelle. Auch die Respawnzeiten wurden ebenfalls stark reduziert, sodass man sich schneller wieder ins Kampfgetümmel stürzen kann. Während sich die Fans des Klassikers jetzt wahrscheinlich die Hände vor die Gesichter halten, muss aber gesagt sein, dass das Ganze dennoch eine ganze Menge an Laune mit sich bringt und es sich bei Battlefield 1943 nicht um ein Vollpreis-Spiel handelt. Stattdessen erscheint das Spiel für günstige 15 € via Xbox Live und PlayStation Network. PC-Spieler werden im September ebenfalls bedient.
In Hinsicht auf Präsentation geht man allerdings mit der Zeit: DICE nutzt hier die Frostbite-Engine, die auch schon in Battlefield: Bad Company zum Einsatz kam. Nicht nur, dass es dadurch coole jede Menge Explosionen und Raucheffekte zu bestaunen gibt, auch die aus Bad Company bekannte zerstörbare Umgebung wurde übernommen, wodurch sich das Ganze im Vergleich zum Original erfrischend anders spielt. Die Zerstörungen wurden sogar verbessert, sodass man Gebäude nicht nur mit großen Löchern versehen, sondern auch gleich komplett zerlegen kann. Auch die Steuerung wurde komplett aus dem Konsolenableger Bad Company übernommen, wodurch sich Kenner des Spiels in Battlefield 1943 gleich wie Zuhause fühlen dürften.
Die drei lustigen Zwei
Aber auch darüber hinaus gibt es einige kleine Änderungen am Gameplay. So lässt sich der Flugzeugträger nicht mehr steuern und sich dadurch als riesige Festung an der Küste missbrauchen. Weiter sind die Inseln, anders als in 1942, nun von Anfang an komplett neutral und beide Fraktionen starten von den eigenen Flugzeugträgern, wodurch die Karten stets ausgeglichen verteilt sind. Ganz neu: Durch besetzte Funkstationen lassen sich Bomberangriffe anfordern. Die Bomber lassen sich dann manuell auf das angestrebte Ziel ausrichten und die Bomben via Fadenkreuz auf den betenden Gegner werfen. Der Feind ist allerdings in der Lage, das Bombardement durch seine Flak-Geschütze und Flugzeuge zu verhindern oder zumindest einzudämmen und wird durch Sirenen frühzeitig gewarnt.
Das seit dem zweiten Teil der Reihe bekannte Squadsystem ist auch in Battlefield 1943 mit am Start, wodurch Ihr Euch bei Euren Squadmitgliedern absetzen lassen und zusammen agieren könnt.
Omis altes Rezept mundet noch immer...
Wie schon in den Vorgängern steht auch in Battlefield 1943 der Conquest-Modus im Vordergrund. Auf den verschiedenen Karten sind jeweils fünf Stützpunkte samt Flaggen verteilt, die es einzunehmen gilt. Sobald eine Fraktion die Oberhand gewinnt, verliert das gegnerische Team permanent Tickets. Das Team, welches zuerst alle Ticket verbraucht hat, geht als Loser vom Platz. Dazu greift man auf mehrere Fahrzeug-Typen wie Jeeps und Panzer zu oder versucht sein Glück im Flieger aus der Luft. Das altbekannte Prozedere halt und spaßig wie eh und je. Auf Wunsch der Community hat DICE in Battlefield 1943 endlich die Möglichkeit eingebaut, eigene private Matches zu starten, was Clanspieler erfreuen dürfte.
Ersteindruck
Nach den ersten Runden stand für mich ganz klar fest: Battlefield 1943 rockt! Die vielen Einschränkungen, die man hinsichtlich der Inhalte gemacht hat, klingen auf Papier zwar recht folgenschwer, wer aber selbst das erste Mal wieder auf Wake Island und den anderen bekannten Maps unterwegs ist, merkt schnell, dass sich das Ganze dennoch sehr "rund" spielen lässt. Action wird neuerdings nämlich weitaus größer geschrieben als zuvor. Lästiges Warten nach dem Bildschirmtod wurde weitestgehend ausgemerzt und auch das Squad-Feature sorgt dafür, dass man immer mitten im Kampfgetümmel ist. Und trotz der Tatsache, dass man das Spielerlimit auf 24 begrenzt, ist immer was auf dem Schlachtfeld los. Allerdings muss man auch klar sagen, dass durch das Implementieren von sich regenerierender Gesundheit und der nicht länger benötigten Munitionsversorgung der Teamaspekt ein wenig in Mitleidenschaft gezogen wird. Natürlich stehen die Chancen auf Erfolg für Squads klar besser als für den Schlachtfeld-Eremiten, aber dennoch sehnt man sich als Fan des Originals manchmal nach ein wenig mehr Tiefgang. Aber sei es drum, Spaß macht das Ganze allemal und für ein "Arcade-Titel" wird den Spielern hier schon Beachtliches geboten. Wir freuen uns jedenfalls schon auf den Release des Spiels am 9. Juli und schlagen uns derweil noch die eine oder andere Schlacht um die Ohren.









