Borderlands
Nach mehr als dreieinhalb Jahren Entwicklung ist es am 23. Oktober 2009 endlich soweit: Mit Borderlands veröffentlicht Publisher 2K Games den neuesten Streich aus dem Hause Gearbox Software, einen postapokalyptischen First-Person-Shooter mit zahlreichen Rollenspielelementen, der die bisher gekannten Grenzen des Actiongenres sprengt. Dank einer Präsentation der jüngsten Spielversion konnten wir nun einen weiteren Blick auf das anstehende Science-Fiction-Spektakel werfen und verraten Euch auf den folgenden Seiten, was Borderlands alles zu bieten hat.
Am Ende des Universums
In Borderlands verschlägt es Euch auf einen von Piraten und sonstigen Outlaws überrannten Planeten namens Pandora. Einst von den Menschen in friedlichen Zeiten kolonisiert, tummelt sich auf dem Himmelskörper nun der Abschaum des gesamten Universums. Kein Wunder, schließlich fand man auf Pandora erste konkrete Hinweise auf eine tatsächlich existierende Alien-Schatzkammer, die im Falle der Entdeckung ungeahnten Reichtum, Ruhm und Ehre mit sich bringt. In bester Mad Max-Manier startet Ihr schließlich Eure Monsterhatz und erkundet den weitläufigen Planeten auf der Suche nach einem Schatz, der alles verändern wird.
Vier Charaktere für ein Halleluja
Borderlands bezeichnet sich als Science-Fiction-Shooter mit umfangreichem Coop-Modus, RPG-Elementen und einem Content-Generation-System, das allerhand Parameter wie Waffen, Feinde, Umgebungen und Charakter zufällig generiert. Zu Beginn der Singleplayerkampagne müsst Ihr Euch für einen von vier zur Verfügung stehenden Charakteren entscheiden. Jeder dieser Protagonisten wartet mit drei verschiedenen Skill-Trees auf, die die Benutzung einzigartiger Fähigkeiten erlauben. Als Soldat ist es Euch beispielsweise möglich, einen Geschützturm auf dem Schlachtfeld zu platzieren, der Eure Gegner aufs Korn nimmt. Ein Sanitäter kann diesen Geschützturm dann so modifizieren, dass er als Heilstation für die gesamte Truppe fungiert. Entscheidet Ihr Euch hingegen für den robusten Charakter aus dem Quartett, dürft Ihr Euch auf atemlose Action an der Front freuen - und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Der Charakter mit dem sinnigen Namen Brick (zu Deutsch: Ziegelstein) kann nämlich in einen Berserker-Modus verfallen und seine Kontrahenten mit seinen Fäusten ungespitzt in den Boden rammen.
Sollte die Lebensenergie dann doch einmal rapide Abnehmen, kann ihm ein Kollege aus dem Team mit Spezialmunition eine Ladung Lebenspunkte in den Rücken schießen. Dazu kann beispielsweise eine Shotgun gewählt werden, um dank der erheblichen Streuung mehrere Kollegen zu heilen. Oder er verwendet ein Scharfschützengewehr, um einen Kameraden gezielt und aus der Distanz vor dem Tod zu bewahren. Die verschiedenen Möglichkeiten unterstreichen den Facettenreichtum von Borderlands und lassen sich auf Grund der vielfältigen strategischen Möglichkeiten wunderbar im Multiplayer-Modus einsetzen, in dem Ihr online mit bis zu vier Teilnehmern zu Felde ziehen könnt. Im Splitscreen können sich hingegen zwei Spieler auf dem unwirklichen Planeten beweisen.
Die Qual der Wahl
Die wohl beeindruckendsten Features des Actionspiels stammen aus dem Rollenspielgenre. In Borderlands sammelt Euer Charakter Erfahrungspunkte in Kämpfen und durch das Absolvieren verschiedenster Quests und baut damit seine spezifischen Fähigkeiten immer weiter aus.
Das passende Kriegswerkzeug steht dabei auch in Hülle und Fülle zur Verfügung. Die Entwickler sprechen von mehr als 500.000 Waffen, die von Euch in Borderlands benutzt werden können.
Das machen die Entwickler von Gearbox Software durch eine Art Baukastensystem möglich, mit dessen Hilfe Waffen in verschiedensten Ausführungen zusammengestellt werden können: Pistolen mit langen oder kurzen Läufen, unterschiedliche Munitionsarten, anmontierte Messer oder anderen Eigenschaften. Dabei unterschieden sich die Waffen hauptsächlich in Durchschlagskraft, Magazingröße, Munition und Anbauteilen wie etwa Messern.
Borderlands kann man ohne schlechtes Gewissen mit Diablo vergleichen. Denn neben den mehr als 500.000 verschiedenen Waffen gibt es auf Pandora auch zahlreiche neue Ausrüstungsgegenstände wie Rüstungen, Helme und ähnliches zu finden. Dazu kommen auch noch Fahrzeuge, die ebenfalls nach Euren Vorstellungen ausgerüstet werden können.
Quests ohne Ende
Das Abenteuer von Boderlands startet in einem Außenposten in Mitten einer wüstenartigen Szenerie auf Pandora. Dank eines ausführlichen Tutorials, das gekonnt in die Story implementiert wurde, werdet Ihr mit allen zu Beginn wichtigen Facetten des Spiels vertraut gemacht. Dabei fällt gleich der außergewöhnliche Humor auf, den Ihr in Borderlands häufig zu spüren bekommt: Ein kleiner, schreckhafter und zudem sensibler Roboter führt Euch durch die ersten Spielminuten und erfreut Euer Gemüt mit zahlreichen coolen Szenen und Konversationen.
Die ersten Questgeber befinden sich auch schon in unmittelbarer Nähe. Borderlands beschränkt sich dabei auf rollenspielähnliche Aufgaben. Beispielsweise müsst Ihr fünf Monster einer Klasse vor den Toren Eurer Zuflucht erledigen, um das Gebiet zu säubern. In einer anderen Quest sollt Ihr für Euren Auftraggeber verschieden Teile organisieren, um einen Generator in Gang zu bringen. Insgesamt darf man wohl von einer 25 bis 30 Missionen umfassenden Hauptstory ausgehen. Für weiter anhaltenden Spielspaß sorgen aber auch die Nebenquests, die in Borderlands zu Genüge zur Verfügung stehen.
In etwa 130 weiterführenden Aufträgen müsst Ihr zum Beispiel auf kontroverse Art und Weise auf Fischfang gehen. Dazu stehen Euch Granaten zur Verfügung, mit denen Ihr vom Ufer aus auf die Jagd geht.
Insgesamt gibt es drei Storyabschnitte, die bei entsprechendem Fortschritt freigeschalten werden. Da Ihr in Borderlands ab und zu größere Strecken zurücklegen müsst, implementierten die Entwickler ein Teleportationssystem, mit dem Ihr euch direkt in eine freundlich gesonnene Basis transferieren könnt. Verschiedene Fahrzeuge, die zudem individuell und nach Euren Vorstellungen und Wünschen ausgerüstet werden können, sorgen hingegen für eine schnelle Fortbewegung innerhalb eines Sektors.
Grafik im Wandel
Nachdem sich Borderlands zur Games Convention 2008 noch mit einem üblichen Grafikstil präsentiert hat, entschloss sich Entwickler Gearbox Software Anfang des Jahres für einen radikalen Schritt: Nach Fokustests und Zielgruppenbefragungen setzen die Entwickler nun auf einen Comic-Look. Boderlands soll damit nicht so ernst wirken, auch wenn man in Deutschland sicher nicht mit einer Altersfreigabe von unter 18 Jahre rechnen darf.
Insgesamt macht aber auch der Comicstil einiges her, was bereits an den verschiedenen Gebieten von Borderlands ersichtlich ist: Einer wüstenartigen Gegend mit vereinzelter Trockenvegetation folgt zum zweiten Akt ein Müllhalden-Setting, bis Ihr schließlich in verschneite Alien-Landschaften vordringt. Verschiedene Filter- und Shadereffekte sorgen dabei für einen leicht verwaschenen Look und somit für eine gelungene Atmosphäre. Alle anderen Effekte sind ebenfalls gut gelungen und lassen Borderlands in einem ästhetischen Bild erscheinen.
Ersteindruck
Ich muss sagen, dass ich nach meinem eineinhalb Stunden andauernden Ausflug in die Welt von Pandora wirklich beeindruckt bin. Dafür sorgt vor allem das frische Konzept, das die Entwickler von Gearbox Software hier an den Tag legen. Eine schier unendliche Auswahl an Waffen und Ausrüstungsgenständen tragen dazu ebenso bei wie der Genremix aus First-Person-Shooter und Rollenspiel. Selbst der unverhoffte Wechsel auf eine Comic-Grafik macht den Actiontitel nach genauerer Betrachtung zu einem einzigartigen Spiel, das es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Borderlands hat also auf jeden Fall das Potential für einen Kassenschlager. In welcher Form wird wohl erst die Verkaufsversion zeigen, die ab dem 23. Oktober die Regale unserer heimischen Händler zieren wird. Ich bin auf alle Fälle gespannt …









