Burnout Paradise
Riesige Stadt, riesiger Spielspaß?
Nicht nur Adrenalinjunkies sind sich über die Burnout-Reihe einig: Die Highspeed-Racer standen und stehen noch immer für optimalen Spielspaß gepaart mit einer ordentlichen Portion Komplexität, glänzender Grafik und tollem Gameplay. Erstmals wird es nun in Paradise die Möglichkeit geben, frei eine ganze Metropole zu befahren, unabhängig von allen Events. Die Frage, die sich stellt ist, ob Burnout so noch funktionieren kann?
Die Antwort ist einfach: Es kann. Zwar benötigt man einige Zeit, um sich an die Notwendigkeit zu gewöhnen, mit Tempo 300 einen optimalen Driftwinkel zu ergattern, um möglichst unbeschadet um steile Kurven zu brettern, aber ansonsten vermittelt Paradise ein ungeahntes Freiheitsgefühl, dass die Motivation weiter ans Optimum pusht. Dabei spielt sich der Titel genial einfach. Man muss in der Werkstadt seine Karre reparieren lassen? Kein Problem, einfach eine anfahren und in fünf Sekunden ist das Ganze ohne Unterbrechnung abgeschlossen.Eine Tankstelle zum Boosttanken oder einen Schrottplatz, um das Vehikel zu wechseln gefällig?
Die gibts ebenfalls überall in der Stadt. Insgesamt gibt es übrigens 75 edle Rennwagen, die sich nicht nur im Handling und Aussehen unterscheiden, sondern auch auf die verschiedensten Renntypen ausgelegt sind. So wird ein Crashcar in einem Takedownrennen eher zum Zuge kommen, als ein erstklassiger Rennwagen. Dieser rauscht wiederum mit seinem Highspeed den Konkurrenten in einem reinrassigen Rennen davon. Hinzu kommt, dass die Vehikel auch unterschiedliche Boostmöglichkeiten besitzen. Während der eine Wagen auf Knopfdruck zu jeder Zeit sein Lachgas verbrennen kann, muss der andere warten, bis die Anzeige komplett gefüllt ist, um die Ladung dann mit einem Mal rauszuknallen und sich einen Burnout zu sichern. Das Gute daran? Man erfährt sich sofort eine weitere volle Boostleiste.
Die Autos müsst ihr natürlich nicht erstehen. In Paradise City gibt es nämlich intelligenter Weise keine Währung. Viel mehr schenkt euch das Spiel neue Wagen, wenn ihr eine gewisse Anzahl von Events gewonnen habt und eure so genannte Driverlicense aufgewertet wird.
Dieses kleine Kärtchen speichert all eure Erfolge und ist dafür verantwortlich, dass ihr bei eigentlich exklusiven Rennen teilnehmen dürft. Natürlich nur, wenn ihr die Voraussetzungen erfüllt. Eine andere Möglichkeit an neue Karren zu gelangen tritt in regelmäßigen Anständen während des Spielens in Erscheinung. Dann teilt euch der weibliche DJ, der eure Karriere überwacht und kommentiert, mit, dass sich derzeit ein bestimmter Wagen auf den Straßen von Paradise City bewegt. Dieser muss dann aufgespührt und quasi geschlachtet werden. Denn erst einmal fahruntüchtig, wirft ihn sein Besitzer auf den Schrottplatz, so dass ihr ihn euch abholen könnt. Bis man allerdings alle 75 besitzt, vergehen unzählige Stunden.
Gib Gas, hab Spaß!
Die Anzahl an unterschiedlichen Events ist gigantisch. An jeder einzelnen Ampel kann man anhalten und ein Rennen, eine Verfolgungsjagd, ein Takeoutrennen, ein Eliminationrace, eine Rekordjagd oder ein Crashevent starten.
Dabei sind die aufgezählten Spielmodi noch lange nicht alle. Die Entwickler waren sehr kreativ, bei deren Entwicklung und überraschen den Spieler ständig mit neuen Herausforderungen.
Gerade anfangs dürfte der ein oder andere allerdings Schwierigkeiten mit der Wegfindung haben, denn die Highspeedwagen erlauben erstens keine Fehler, was soviel bedeutet, wie: Augen auf die Straße, Süßer!, und zweitens stellt es sich bei der Geschwindigkeit als höllisch schwer heraus, überhaupt eine Kreuzung als solche zu erkennen.
Nach einiger Einspielzeit sollte sich allerdings jeder zurecht finden, auch wenn es immer mal wieder einige Frustmomente geben wird, wenn man gerade in Führung liegend die letzte schmale Kurve einfach verpasst hat, weil keine Zeit war, um auf die Minikarte zu schauen. Da hilft auch das Feature nicht, das euch die jeweiligen optimalen Kurven anzeigt. Es dauert daher durchaus seine Zeit, bis man überhaupt daran denkt, die unzähligen Abkürzungsmöglichkeiten zu nutzen. Leider sind die Wagen erneut nicht lizenziert worden.
Dafür ähneln sie ihren Vorbildern, wie ein Ei, dem anderen. Und sobald das fast perfekte Schadensmodell zum Tragen kommt, interessiert das sowieso keinen mehr.
Technisch top!
Grafisch macht Burnout: Paradise einiges her. Zwar kann man nicht gerade davon sprechen, dass die Fähigkeiten der Xbox 360 komplett ausgereizt werden, da hier und da mal einige Texturen verschwommen dargestellt werden und auch einige Schatten dürftig aussehen. Die Vehikel, sowie die gigantischen Lichteffekte aber machen das schnell vergessen. Zumal man sowieso kaum an einer Wand steht, um sich die Schatteneffekte auf der Mauer anzusehen.
Der obligatorische Verschwimmeffekt ist ebenfalls gelungen und Slowdowns gibt es keine, so dass die grafische Seite insgesamt sehr positiv zum Spielspaß beiträgt.
Auch der andere Teil der Technik weiß zu begeistert. Zwischen all den gut aufgelegten Cover- und Nonamebands mischen sich einige durchaus bekannte Künstler und rocken während des Fahrens ordentlich die Bude. Einfach genial, wenn man eine Sprungcombo über mehrere große Schanzen erfolgreich abschließt und sich dabei von Twisted Sisters I Wanna Rock feiern lässt. Lediglich die Stimmung des DJs lässt etwas zu wünschen übrig. Die gute Frau bemüht sich zwar sichtlich, etwas Flair ins Spiel fließen zu lassen, was ihr ja auch manchmal gelingt, dennoch ist ihre lustlose Stimme eher ein Stimmungskiller, als ein Motivator.
Ersteindruck
Burnout: Paradise wird ein ganz großes Spiel! Mit seiner sehr guten technischen Seite, dem unglaublichen Freiheitsgefühl, den unzähligen Eventformen und der riesigen Komplexität dürfte es in Sachen Spielspaß und Langzeitmotivation nicht nur auf der 360 neue Maßstäbe setzen. Kleinere Spaßbremsen, wie der lustlose Kommentar des DJs oder der zu Beginn recht hohe Schwierigkeitsgrad sorgen zwar für einige Frustmomente, dürften das Gesamtpaket des Blockbusters allerdings nur wenig beeinflussen. Wer sich selbst ein Bild von der Brillianz des Titels machen möchte, sollte sich unbedingt die riesige Demo vom Marktplatz besorgen.

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