Dark Sector

Preview
Plattform
XBOX 360
Vertrieb
D3 Publisher
Entwickler
Digital Extremes
Erscheinungsdatum
N/A
Genre
Andere
Dark Sector [X360 , looki.de]

Dark Sector

Erinnern wir uns zurück: Noch bevor das Design der akutellen Konsolengeneration überhaupt präsentiert wurde, ließen einige Screenshots und schließlich ein erster Trailer zu Dark Sector schon einmal vermuten, was die Spielergemeinde mit der nächsten Generation in Sachen Grafik erwartet kann. Seitdem sind einige Jahre ins Land gezogen und von den damals gezeigten SciFi-Szenen ist nicht viel übrig geblieben. Mit einem neuen Design befindet sich das Team von Digital Extremes aber nun kurz vor der Fertigstellung des Titels. Ob sich die lange Wartezeit gelohnt hat und welchen Eindruck Dark Sector aktuell hinterlässt, erfahrt ihr in unserem Artikel.

Weltraum adé!

Das Einzige was das jetzige Dark Sector mit dem alten Konzept noch gemeinsam hat, ist der Name des Helden. Hayden Tenno hat sich aus dem düsteren Weltraum verabschiedet und ist nun als geheimer Agent in Osteuropa unterwegs. In Lasria ist ein extrem tödliches Virus ausgebrochen, welches die Menschen zu blutrünstigen Biestern mutieren lässt. Verantwortlich dafür ist der wahnsinnige Wissenschaftler Mezner. Dementsprechend scheint Haydens Auftrag klar: Mezner ausfindig machen und ausschalten.

Hier übernehmt ihr erstmals die Kontrolle und manövriert Tenno durch eine verlassende Anlage und schaltet feindliche Wachen mit gezielten Schüssen aus. Schon hier erinnert die komplette Spielmechanik frappierend an Epics Gears of War. So reicht ein Knopfdruck aus, um den Protagonisten Deckung suchen zu lassen, über Hindernisse zu hechten oder Hayden zum Sprint ansetzen zu lassen. Dieser komplette erste Abschnitt gestaltet sich als interaktives Intro, in dem euch das Spiel mit der Steuerung vertraut macht und welcher sich noch relativ leicht bewältigen lässt. Haltet ihr den linken Trigger, wechselt das Spiel in den Zielmodus. Weiter lassen sich gezielt Granaten werfen und in Nahkämpfen wird die Faust geschwungen. Wie viele seiner Kollegen, regeneriert sich auch Hayden Tenno nach einigen Treffern wieder von alleine. Wie ihr sicher schon merkt, wird hier solide Shooterkost ohne große Innovationen geboten. Dies trifft allerdings lediglich bis zu der Szene zu, in der Hayden selbst von dem Virus infiziert wird. Fortan ist sein Arm von einer seltsamen Metallschicht überzogen. Gleichzeitig wächst aus seiner Hand eine mächtige Wurfklinge, mit der ihr Jagd auf Gegner machen könnt.

Ninjastern XXL

Die so genannte Glaive-Klinge ist ab diesem Zeitpunkt euer bester Freund, welche die Kämpfe anders gestaltet, ohne dabei die Shooter-Anleihen außer Acht zu lassen. So könnt ihr eure Gegner mit der Glaive anvisieren und diese je nach Treffer einen Kopf kürzer machen. Die Klinge findet nach jedem Wurf wie ein Bumerang zu eurer Hand zurück. Allerdings ist nicht gleich jeder Treffer mit der Klinge sofort tödlich.

Manchmal werden eure Feinde nur kurz geschwächt und ihr müsst entweder nochmals zum Wurf ansetzen oder ihnen mit euer Feuerwaffe den Rest geben. Sied ihr nah genug, könnt ihr einen geschwächten Gegner mit einem üblen Finisher ausschalten. Hier wird wahrlich nicht mit Blut gegeizt. Es fliegen Gliedmaßen und Feinde werden zerteilt und brutal aufgeschlitzt. Spätestens hier wird klar, dass das Spiel nicht in Kinderhände gehört. Je weiter ihr in dem Spiel voranschreitet, desto mehr Klingenfähigkeiten werdet ihr freischalten. So könnt ihr die Flugbahn der Klinge in Zeitlupe kontrollieren und so gleich mehrere Gegner umnieten.

Dieses Feature erweist sich auch in kleineren Rätseleinlagen als recht innovativ. So müsst ihr die Glaive über Zäune lenken, um unerreichbare Schalter zu aktivieren. Weiterhin könnt ihr die Klinge elektrisch aufladen, in dem ihr sie in offene Stromkästen werft. Wer bis drei zählen kann, dürfte wissen, wie sie sich dann auf eure Feinde auswirkt. Ähnlich wie mit Elektrizität könnt ihr sie auch mit Feuer oder Eis versehen. So lassen einige coole Aktionen aufs Parkett legen. Auf diese Weise lassen sich auch weitere simple Puzzles lösen. Löscht beispielsweise ein Feuer, indem ihr eure vereiste Klinge hineinwerft.

Hol's Stöckchen!

Doch so mächtig die Klinge auch ist, die Ballerei wird nicht außer Acht gelassen. Als Inifiziert hat Hayden allerdings nun den Nachteil, dass der fallen gelassene Waffen der Gegner durch einen Schutzmechanismus nicht länger als einige Sekunden in den Händen halten kann, bis diese unbrauchbar werden. Wer sich die Waffen aber dennoch unter den Nagel reißen möchte, hat diesbezüglich zwei Möglichkeiten.

Entweder ihr sammelt sie auf altbewährte Weise ein, oder überlasst der Glaive die Arbeit. Herumliegende Waffen müssen lediglich anvisiert werden und schon bringt euch die Klinge wie ein Hund das Stöckchen die entsprechende Wumme. Gleiches gilt auch für herumliegende Munition und andere Gegenstände. Es ist schon verdammt cool, einen Gegner mit einem gezielten Wurf ausschalten, sich seine Büchse mit der Klinge zu schnappen und ihm dann schnell seine Kollege mit auf den Weg zu schicken. Später könnt ihr im Untergrund neue Waffen kaufen oder alte mit Verbesserungen versehen.

Neben der vielen Action in offenen Gebieten bietet Dark Sector allerdings auch einige sehr düstere Momente auf engem Raum. In einer Szene seid ihr beispielsweise in der Kanalisation unterwegs. Es ist stockfinster und von überall hört man die Schreie der hässlichen Gestalten, die, nebenbei bemerkt, stark an die Monster aus Silent Hill erinnern. Nur eure Taschenlampe schenkt euch ein wenig Licht. Es sind die Momente der Ungewissheit, wann die Viecher zuschlagen, die dem ganzen eine besondere Note verleihen. Ab und zu kommt es sogar zu kleinen Quicktime-Events. Wir wurden in einer Szene zum Beispiel von einem Mutant in einen Schacht gezogen und mussten schnell die vorgegebenen Buttons drücken. Zwar sind die Schockmomente eher rar, aber gerade deshalb so wirkungsvoll.

Es gibt noch viel zu tun!

Auch wenn sich die Spielmechanik in unserer vorliegenden Vorschauversion mit guten Ansätzen glänzte, machten sich aber trotzdem einige Mankos bemerkbar. So war die Kameraführung beim Kontrollieren der Klinge nicht immer optimal und auch die für einen derartigen Titel wichtige KI war oftmals nicht das Gelbe vom Ei.

Gegner blieben teilweise hängen und warteten darauf, dass wir sie endlich von ihrem Elend erlösen. Ein Zwischengegner war zudem total überfordert, als wir ihn aus nächster Nähe umtanzt haben, so dass wir ihn in aller Ruhe von hinten mit Blei bearbeiten konnten, ohne dass er auch nur etwas unternahm. Des Weiteren besteht noch ein wenig Verbesserungsbedarf in Sachen Steuerung, auch wenn man Gears of War ein gutes Vorbild hat. Viel zu häufig mussten wir unnötige Treffer einstecken, weil Hayden nicht so wollte wie wir.

Dark Sector steht in Sachen Grafik seinen großen Vorbildern in nichts nach. Die Unreal Engine 3 sorgt mal wieder für schöne Bilder auf dem Bildschirm. Schöne weite Außenareale, gefolgt von äußerst atmosphärischen, düsteren Passagen in engen Gängen und Gefechte auf dem Friedhof bei dichtem Nebel und coolen Schattenspiel können sich wirklich sehen lassen. Darüber hinaus sehen die Charaktere teilweise wirklich atemberaubend gut aus und glänzen mit vielen Details. Bis zum Release sollten die Entwickler allerdings noch die Framerate in den Griff kriegen, denn diese schwankte von flüssigen 60 Bildern pro Sekunde bis hin zur nervigen Dia-Show.

Ersteindruck

Dark Sector hat Potenzial, keine Frage. Allerdings erweckt der Titel schnell den Anschein, als ob die Entwickler sich im Laufe der Zeit die Rosinen aus den Features aktueller Titel gepickt haben, ohne diese allerdings wirklich gut auszunutzen. Das Deckungssystem aus Gears of War, das Zielssystem und die Schockmomente aus Resident Evil 4, Gegner teilweise im Stile eines Silent Hill, Finishing Moves à la Turok, der Kampf des Helden mit dem inneren Bösen, den man aus The Darkness kennt, die kontrollierbaren Wurfgeschosse aus Heavenly Sword oder die Spiele mit den verschiedenen Elementen aus Bioshock… Soll ich fortfahren? Alles hat man schon mal irgendwo gesehen. Aber was noch viel schlimmer ist, man hat es in besagten Titeln deutlich besser gesehen. Dennoch versprüht der Titel einen gewissen Charme, den man nicht abstreiten kann. Wir sind gespannt, ob die Entwickler die angesprochenen Macken bezüglich der Steuerung, der KI, der Grafik und Co. noch ausmerzen können, denn das Rezept des Titels sollte eigentlich den Festbraten schlechthin ergeben. Bislang fehlt allerdings die nötige Würze.

Dark Sector [X360 , looki.de]

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