Fable 3

Preview
Plattform
XBOX 360
Vertrieb
Microsoft
Entwickler
Lionhead Studios
Erscheinungsdatum
-
Genre
RPG
GC09: First Facts - Fable 3

GC09: First Facts - Fable 3

Auf der gamescom in Köln hat es sich Creative Director Peter Molyneux höchstpersönlich nicht nehmen lassen, den dritten Teil der Bestseller-Rollenspielreihe "Fable" anzukündigen. Obwohl die Ankündigung selbst ob des Erfolges der beiden Vorgänger nicht wirklich überraschend kommt, beweisen die Lionhead Studios mit "Fable 3" immerhin Innovationspotential, da man in Bezug auf das Szenario des Spiels eine neue Richtung einschlägt: Die Industrialisierung und der Steampunk werden Einzug in die Reihe halten. Aber auch die traditionellen, auf Moral begründeten Entscheidungen muss niemand vermissen.

Stattdessen werden sie sogar noch weitreichendere Folgen haben und umfangreicher werden. Wir haben für Euch die wichtigsten Fakten zusammengefasst und sagen Euch, welche Pfade Ihr bei "Fable 3" beschreiten könnt.

Der Thron gehört Euch

Die Welt Albion steht kurz vor dem Abgrund und die Spieler bekommen erneut die Zügel in die Hand. 50 Jahre, nachdem Ihr entweder Euer heldenhaftes oder schurkiges Schicksal erfüllt habt, wird Albion von Tyrannei, Armut und Ungerechtigkeit gebeutelt.

In Anbetracht des nahenden Chaos müsst Ihr - wie so oft zuvor - eigene Entscheidungen treffen, die Eure inneren Werte und Prinzipien repräsentieren. "Bei Lionhead haben wir viel Zeit damit verbracht, über mögliche Innovationen im Gameplay und die weitere Entwicklung der Welt von Fable im dritten Kapitel nachzudenken. Und wir sind sicher, dass die Spieler ziemlich überrascht von dem sein werden, was wir für Fable 3 geplant haben", kommentiert Molyneux das vermeintlich erweiterte Konzept.

"Ich kann noch nicht viel verraten, aber die Spieler sollten sich darauf einstellen, viel härtere Entscheidungen mit erheblich weitreichenderen Konsequenzen für Albion treffen zu müssen als jemals zuvor - weitaus mehr interaktive Abenteuer-Elemente inklusive." Ob sich das möglicherweise als PR-Gewäsch entpuppt, wird sich zeigen müssen. Sicher ist jedoch, dass Spieler gleich zu Beginn eine erste handfeste Wahl treffen muss: Will er als Sohn oder als Tochter des Helden aus "Fable 2" sein eigenes Abenteuer bestreiten?

Daraufhin erfahrt Ihr, dass Albion von einem Tyrann unterjocht wurde, den es folglich zu stürzen gilt. Allein mit dieser Aktion wird sich die erste Hälfte des Spiels beschäftigen. Doch wie? Um auf den Thron zu gelangen, ist man gezwungen, Versprechungen zu machen und unterschiedliche Fraktionen zu vereinen. Ist man aber erst einmal selbst zum neuen Herrscher aufgestiegen, drängen sich neue Optionen auf. Stellt man sich dann gegen die einstigen Verbündeten und ehemalige Helfer oder hält man die gegebenen Gelübde?

Kümmert man sich um sein eigenes Volk oder hortet man Steuer-Gold im Keller, statt das Volk mit Nahrung zu versorgen und ersetzt eigentlich nur einen Tyrannen mit einem anderen? All das soll direkten Einfluss auf die Welt haben und sich nicht einfach nur in aufgesetzter Form irgendwo wiederfinden lassen. Zu der Erfahrung, wirklich ein Herrscher zu sein, gehört neuerdings auch ein Urteils-System, in dessen Rahmen man über das Schicksal der Bewohner direkt entscheidet. So soll dem Spieler beispielsweise die Möglichkeit gegeben werden, sich erst die Geschichte eines Untertanen anzuhören und eigene Nachforschungen anzustellen, oder direkt ein Urteil über die Person auszusprechen.

Fortschritt, Quelle des Bösen?

Neu ist auch die elementare Entscheidung zwischen Natur und Technik. Denn diese hat die Welt von Albion verändert, hat sie gewalttätiger und reicher an Verbrechen gemacht. Die Idylle wich in den vergangenen fünf Jahrzehnten aus der Welt und machte dem Fortschritt Platz.

Rauchende Schornsteine prusten Staub in die Luft, Rohre verbinden Knotenpunkte miteinander und komisch anzusehende Geräte und Apparaturen lassen sich hier und da erblicken. Das, was allgemein als Steampunk bezeichnet wird, hat Einzug in die einst malerische Kulisse gehalten. Die Industrialisierung und zunehmende Technisierung wird nicht nur thematisiert, sondern zum Streitpunkt stilisiert. Dass eine derartige Entwicklung Probleme mit sich bringt, sollte klar sein. Denn Fortschritt birgt nicht immer für alle einen Gewinn.

Zwischen dem Vorgänger und "Fable 3" mussten vor allem die surrealen, fantastischen Wesen genau diese Erfahrung machen und so haben sie sich geflissentlich in die Ecken der Welt zurückgezogen, die vorerst nicht von der Modernisierung erfasst wurden. Genau hier schließt sich der Kreis. Denn als Herrscher der Welt müsst Ihr wissen, wie es mit Ihr weitergehen soll. Ist der Dampf eine annehmbare Energiequelle, wenn nur wenige Wesen gegen ihn protestieren?

Rechtfertigen Modernisierung und Fortschritt vielleicht sogar die Strapazen, die ein möglicher Krieg mit der "konservativen" Bevölkerung bedeuten würde? Oder zeigt Ihr Verantwortung für alle Völker Albions und seid nicht im Stande, die Konsequenzen einer weiteren Technisierung zu tragen, ohne das die gesamte Bevölkerung dieser zustimmt?

Themen wie Heldentum, Herrschaft und Konsequenz werden also wieder ganz oben auf der moralischen Feature-Liste des Spiels stehen. Auch im Zuge dessen geht wieder um die Rechtfertigung Eurer Herrschaft: Gier oder Großzügigkeit, Tyrann oder Liebling des Volkes. Vielleicht hilft Euch die bislang noch unbekannte Zahl an alten "Fable 2"-Bekannten, die Ihr im dritten Teil wieder sehen werdet, bei den angepriesenen Entscheidungen.

Der Griff des Herrschers

Eine neue Spielmechanik, die auf den Bergiff "Touch" hört, soll währenddessen die gefühlte Intensität des Daseins als König oder Königin erhöhen.

So sind Spieler in "Fable 3" in der Lage, ihre Untertanen zu berühren und verstärkt mit ihnen zu interagieren. Auf der Pressekonferenz sprach Molyneux von der Möglichkeit, mit einzelnen Charakteren mehrere Interaktions-Stufen vom Händeschütteln, über das Umarmen bis hin zum Kuss zu durchleben, wodurch eine intensivere Verbundenheit mit den Bewohnern verdeutlicht werden soll.

Noch darüber hinausgehen soll der "Dynamic Touch". Dank ihm würden Spieler beispielsweise mit jemandem händchenhaltend die Gegend erkunden oder gemeinsam einen Sonnenuntergang betrachten können.

Das Feature wird anhand des Beispiels eines zu rettenden Kindes aus dem Vorgänger erklärt: In "Fable 3" soll man es dank "Dynamic Touch" an den Haaren wegschleifen oder auf den Arm nehmen und es beruhigen können, was sich wiederum in der fühlbaren Echtheit des Spiels niederschlagen soll.

Ersteindruck

Lionhead verspricht uns viel: Eine starke Verbundenheit zur Welt, da unser Herrschafts-Stil direkte Konsequenzen auf die Welt besitzt, eine stärkere Verbundenheit zu den Bewohnern, da wir sie einerseits benötigen, andererseits über sie urteilen und sie drittens auch in eine neue Zeit lenken. Das alles in ein neues Steampunk-Setting gepresst und mit einem großen Konflikt zugebunden, der zwischen den traditionellen und den fortschrittlichen Kräften brodelt. Langweilig wird es sicherlich nicht, doch stehen den Entwicklern wohl noch mindestens zwei Hürden im Weg: Einerseits muss der Spagat zwischen den bisherigen und diesem Teil überwunden werden, andererseits der zwischen Herrschaft und dem persönlichen Abenteuer-Anteil. Die bisherigen Änderungen wirken für uns jedoch stimmig, nach vorne gedacht und passend. Die Entwickler werden trotz vieler heißer Eisen die Serie hoffentlich nicht anbrennen lassen und so freuen wir uns auf ein neues Fable im kommenden Jahr.

GC09: First Facts - Fable 3

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