Grand Theft Auto IV
Wenn Spieler neue Informationen über ein Spiel mit ganz großen Augen, zittrigen Händen und sabbernd verschlingen und jede einzelne Zeile preisen, dann muss es ich bei dem Spiel wohl um einen neuen GTA-Teil handeln. Rockstar Games sind dafür bekannt, dass sie so gut wie gar keine Informationen zu ihren neusten Spielen im Vorfeld preisgeben. Umso größer war unsereins die Freude, dass wir Rockstar Games London einen Besuch abstatten durften, um uns eine Demo des heiß ersehnten Spiels zeigen zu lassen. Unsere ersten Eindrücke des offiziellen vierten Grand Theft Auto-Teils möchten wir euch in unserer Vorschau präsentieren.
Nach einem angenehmen Flug und einer unterhaltsamen Fahrt in die Stadt, standen wir vor den Pforten der Rocktstar Studios. Jedenfalls ging das aus der Adresse hervor. Sehen konnte man von außen nicht das Geringste. Lediglich ein Schild, was auf den Hintereingang verwies, ließ uns hoffen. Als wir dann vor einer riesigen Metall-Sicherheitstür standen, wurden Erinnerungen an die Pforten von Jabbas Palast wach. Aber letztlich wurden wir dann herzlich begrüßt und nach einem deftigen Mittagessen ging es dann ans Eingemachte.
Vor der Demo wies man uns auf die Hintergrundgeschichte ein. Niko Bellic möchte ein neues Leben anfangen. Sein kriminelles Leben soll endgültig der Vergangenheit angehören. Als ihn sein Cousin Roman nach Liberty City ruft, damit Niko ihn bei seinem Taxi-Unternehmen unterstützt, bietet sich für Niko die perfekte Gelegenheit, seinen eigenen amerikanischen Traum zu verwirklichen und endlich ein anständiges Leben zu führen. Doch natürlich kommt alles anders. Roman ist bis über beide Ohren verschuldet und sein groß angepriesenes Unternehmen stellt sich totaler Reinfall heraus. Nun könnte man als Kenner der Serie denken, dass nun das obligatorische Erklimmen der Gangsterkarriere-Leiter im Vordergrund stehen wird. Dem soll, laut den Angaben der Entwickler, nicht so sein. GTA IV soll eine völlig neue Spielerfahrung bieten und sich um das Leben eines Außenseiters in einer riesigen Metropole drehen. Überleben wird das große Ziel sein, das der Spieler verfolgen soll. Daher ist GTA IV auch als kein wirkliches Sequel, sondern als völlig neuer Titel, als Neuanfang anzusehen.
Hey, Taxi!
Nach diesen Worten war es dann endlich soweit und der Vorhang fiel. Auf einem Fernseher, der so groß war, dass das komplette Gebäude wohl um herum gebaut worden sein muss, wurden uns erste Gameplay-Szenen des potenziellen Blockbusters gezeigt. Niko Bellic startete in der Taxizentrale seines Cousins. Der erste Blick auf die Welt war sehr beeindruckend.
So schien das Licht durch die dreckigen Fensterscheiben und erstrahlte die ansonsten sehr heruntergekommene Zentrale des kleinen Taxi-Unternehmens mit feinsten Licht- und Schatteneffekten. Sehr schön, aber was dann? Niko ging langsam aus der Zentrale heraus und betrat die Straße. Seine Laufbewegungen sahen dabei sehr lässig aus und der Körper drehte sich bei Kurven lebensecht mit. Auf einem Gulligitter machte er kurz Rast. Genügend Zeit also, der Umgebung näher zu inspizieren. Der Detailgrad der Umgebung verlieh dem Spiel direkt seine eigene Note. So wurde der Eindruck eines heruntergekommenen Viertels sehr gut vermittelt. Aber auch das Schattenspiel verdiente eine gehörige Portion Aufmerksamkeit, als der Schatten sich in Echtzeit durch das Gitter schlängelte. Auch die Passanten ähnelten sich in keinerlei Weise und jeder hatte etwas anderes zu tun. Während sich zwei miteinander unterhielten, telefonierte ein anderer an einer Telefonstation. Andere waren mit ihrem Handy beschäftigt und man merkte schon, dass man die Außenwelt so authentisch wie möglich gestalten wollte.
Action im Wohnzimmer
An einem Wohnblock blieben wir dann abermals stehen. Mit der Absicht eine der Wohnungen zu betreten, zückte Niko eine Pistole aus seiner Jackentasche. Auch eine Uzi wurde beim kurzen Durchschalten des Inventars oben rechts gezeigt, was darauf schließen lässt, dass sich in dieser Hinsicht nicht allzu viel geändert hat. Ansonsten gab es allerdings keinerlei Anzeigen zu sehen. Das Betreten der Wohnung verlief nahtlos. Sowieso wird GTA IV keine Ladezeiten haben. Ihr werdet die Stadt mit all ihren Innenarealen ohne Unterbrechung erkunden können. In der Wohnung angekommen war es auch hier der hohe Detailgrad der Zimmer, der für Staunen bei uns sorgte.
Mit gezogener Waffe schlich sich Niko ganz langsam durch das unordentliche Wohnzimmer. Hier war ein Fadenkreuz zu sehen, welches man selbst steuern konnte, ohne dass Niko irgendwelche Kompromisse bei seiner Bewegungsfreiheit eingehen musste. Auf die Frage, inwieweit sich das Zielsystem von den anderen Teilen der Serie unterscheidet, hielten sich die Entwickler in Schweigen. Nur so viel wurde uns mitgeteilt: Das alte Kampfsystem wurde nicht weiterentwickelt, sondern man konzipierte ein völlig neues System. Leider kam es zu keinem Schusswechsel und so steckte Niko seine Waffe wieder ein und verließ die Wohnung.
Die Interaktion mit seiner Umgebung soll den Spieler tiefer als jemals zuvor in die Welt Liberty Citys eintauchen lassen. Dies wurde uns erstmals anhand eines Telefonmastes verdeutlicht, den Niko ebenfalls sehr lebensecht emporstieg. Auch war das Verlagern des Gewichts bei jeder Stufe sehr schön zu erkennen. Oben angekommen verschafften wir uns einen Überblick über das Viertel. Im Hintergrund konnte man die Schienen des Zugs sehen, den man von dem ersten Trailer des Spiels kennt. Wieder unten angekommen, verschaffte sich Niko Zugang zu einem der Wagen. Zuerst versuchte er die Tür zu öffnen. Als diese aber abgeschlossen war, ließ sich Niko nicht lumpen und schlug die Fensterscheibe mit seinem Ellenbogen ein, um die Tür dann von innen zu öffnen. Dann luden uns die Entwickler auf eine kurze Spritztour zu den Docks ein. Auf dem Weg dorthin waren wieder die großartigen Echtzeit-Schatten, die auf den detaillierten Wagen geworfen wurden. Dabei gab es jazzige Klänge aus dem Radio zu hören. Auf die Frage, ob es wieder die obligatorischen Sender geben wird, konnte man uns keine konkrete Auskunft geben. Man ist sich im Moment noch nicht schlüssig, ob es einen lizenzierten Soundtrack geben wird. Allerdings kann man als Spieler davon ausgehen, schließlich wird Rockstar in dieser Hinsicht mit Sicherheit keinen Schritt zurückgehen.
Auch die Fahrphysik wurde komplett neu entworfen und sorgte wie ein realistischeres Fahrverhalten. Auf den Straßen gab es eine Vielzahl an verschiedenen Fahrzeugen wie Trucks, Busse oder Polizeiwagen zu sehen. Wir fragten, welche anderen Transportmöglichkeiten es geben werde. Hier wurde uns direkt gesagt, dass man versuche die Welt so realitätsnah und authentisch wie möglich zu gestalten. Einen Skateboard fahrenden Niko wird es nicht zu sehen geben. Uns wurde gesagt, dass das einfach nicht zum Charakter passen würde. Ebenso unwahrscheinlich scheint auch der Einsatz von Fahrrädern zu sein, wobei man sich in dieser Hinsicht noch nicht entschlossen habe. Sicher sind Boote, Helikopter, Züge, Motorräder und natürlich viele verschiedene Wagen.
Auch eine U-Bahnstation wird es geben, wobei man sich ebenfalls noch nicht sicher ist, wie genau das Fahren mit ihr aussehen wird. Weiterhin wird auch Niko in der Lage sein, zu schwimmen, was auch zu erwarten war. Man darf gespannt sein, was Rockstar sonst noch in Petto hat.
Technik-Monster
An den Docks angekommen, verließen wir unseren Wagen, um uns zu der Brüstung zu begeben. Auf dem Weg fielen wieder die verschiedenen Charaktere wie Hafenarbeiter auf, die ihrer eigenen Tätigkeit nachgingen. Mit Blick auf den Boden kamen wir an der Brüstung an und Nikos Blick fiel auf die riesige Stadt, die im Hintergrund hinter dem Wasser zu erkennen war. Ein unfassbarer Anblick! Wunderschöne Reflektionen auf dem Wasser, eine enorme Weitsicht und die die Stadt im Hintergrund, die von der Sonne atemberaubend durchleuchtet wurde, ließen unsere Kiefer anschließend noch einmal auf den Schoß fallen. Das hier Gezeigte war grafisch wirklich ein verdammt großer Schritt nach vorne. Niko zückte sein Telefon, um einen seiner Kollegen anzurufen, womit die Präsentation auch leider schon wieder ein Ende fand.
Die Entwickler standen uns nach der Demonstration noch Rede und Antwort. Obwohl sie uns bei vielen Sachen im Dunkeln tappen ließen, konnten wir einige weitere interessante Informationen aus ihnen herauskitzeln. Der Story des Spiels soll viel weitläufiger sein, als man es von der bisherigen Serie kennt. Die russische Mafia soll eine große Rolle spielen, aber auch die Italiener sollen mit von der Partie sein. Über die Herkunft Nikos sind sich die Entwickler ebenfalls noch nicht einig. Weiter soll man eine viel größere Beziehung zu den Charakteren aufbauen können, so dass diese dem Spieler richtig ans Herz wachsen sollen.
Auch die Möglichkeit eine Freundin zu haben wird es wieder geben. Diesmal soll aber viel mehr Wert auf Romantik gelegt und die Beziehungen um ein Vielfaches weiter ausgeführt werden. Ob sie auch Auswirkungen auf die Story haben werden, ist nicht bekannt. Überrascht wären wir allerdings nicht. Allein die Tatsache, dass das Angehen des Spielers an die verschiedenen Mission zu verschiedenen Resultaten in Bezug auf den weiteren Spielverlauf bieten werden, deuten darauf hin, dass ein ganz neues GTA auf uns zukommt.
Liberty City Deluxe
Insgesamt soll das Spiel eine Spiellänge bieten wie San Andreas. Liberty City hat dabei nur noch den Namen mit der Stadt aus GTA III gemein, wurde völlig neu konzipiert und stellt die größte Stadt dar, die die Entwickler jemals in die Serie eingebaut haben. Alte Charaktere aus vorherigen Teilen wird man allerdings nicht zu Gesicht bekommen. Weiterhin wurde uns gesagt, dass Fans sich sicher sein können, dass der aus der Serie bekannte Humor trotz des ernsten Looks, der teilweise an Filme wie Snatch und skandinawische Filme wie Pusher oder In China essen sie Hunde erinnert, auf jeden Fall erhalten bleibt.
Wir führten außerdem das momentan oft diskutierte Thema von Gewalt in Videospielen auf und fragten, ob man in dieser Hinsicht Kompromisse einginge. Die Entwickler sagten, dass sie sich bei ihrer Entwicklung nicht dazwischen funken lassen und das Spiel so gestalten werden, wie sie es sich vorstellen.
Aufgrund der Tatsache, dass die Demonstration zwar ungemein gut aussah, allerdings noch nicht sonderlich flüssig lief, gaben die Entwickler zu Protokoll, dass es sich bei der Demo noch um einen sehr frühen Code handele und man bis zum Release im Oktober keinerlei Probleme haben werde, das Spiel zu optimieren. Allerdings würde ihnen das Gameplay immer die höchste Priorität darstellen und man daher lieber grafische Abstriche machen würde, als ein Produkt abzuliefern, dass durch schlechte Performance für Frust sorgt. Die verschiedenen Plattformen werden auch identisch sein. Eine Sixaxis-Unterstützung hat man bislang nicht eingebaut. Man würde diese erst dann nutzen, wenn sie dem Spiel gut stehen und sie zum Spielspaß beitragen würde.
Weniger ist mehr?
In Hinsicht auf das Verändern des Protagonisten hat man einen Gang zurückgeschaltet. So wird es keine Möglichkeit mehr geben, Niko fett werden zu lassen oder ihn zum Muskelprotz zu pimpen. Der Detailgrad der Charaktere würde zu viel Arbeit darstellen. Schließlich bewegt sich der Protagonist so lebensecht wie nie zuvor und sein Körper passt sich stets den Gegebenheiten der Umgebung an. Für verschiedene Formen der Figur müsse man das System jedes Mal neu gestalten. Allerdings wird man Niko mit verschiedenen Klamotten ausstatten und ihm so ein individuelles Aussehen verleihen können. Auch Fahrzeuge sollen sich nicht länger mehr pimpen lassen. Und ja, das Gebiet wird nicht mehr so riesig sein, wie seiner Zeit San Andreas. Viele der Spieler hätten eh nicht das komplette Areal genutzt und man ist sich sicher, dass man trotz des kleineren Gebiets mit dem neuen Liberty City mehr Abwechslung und Freiheit bieten werde. Trotz oder gerade wegen dieser Einschränkungen darf man sich aber sicher sein, dass Rockstar bestimmt noch viele Überraschungen für die ungeduldige Spielergemeinde parat haben wird.
Ersteindruck
Lohnt sich ein Besuch in London für eine Viertelstunde Spielszenen? Ganz einfach: Verdammt ja! Es ist schließlich Grand Theft Auto! Klar, wirklich viel zu sehen gab es zwar nicht, dennoch war das Gezeigte und das anschließend geführte Gespräch mit Rockstar sehr aufschlussreich und stimmte schon einmal auf eine glorreiche Zockerzukunft ein. Das Spiel verspricht viele sinnvolle Neuerungen. Gerne hätten wir mehr gesehen. Die Entwickler haben aber bereits angekündigt, uns bald wieder eine weitere Erkundungstour nach Liberty City einzuladen. Wer weiß, vielleicht können wir es dann endlich selbst anspielen. Ob das Produkt letztlich wirklich eine völlig neue Spielerfahrung bieten wird, lässt sich wohl erst in der nächsten Zeit sagen. Aber mal ehrlich, wurden wir jemals von einem GTA enttäuscht? Eben!
![Grand Theft Auto IV [X360 , looki.de]](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/justgamers/20071222/17/1516874133.jpg)
![Grand Theft Auto IV [X360 , looki.de]](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/justgamers/20071222/17/2290180405.jpg)
![Grand Theft Auto IV [X360 , looki.de]](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/justgamers/20071222/17/1780776248.jpg)
![Grand Theft Auto IV [X360 , looki.de]](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/justgamers/20071222/17/1489236198.jpg)
![Grand Theft Auto IV [X360 , looki.de]](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/justgamers/20071222/17/230757247.jpg)
![Grand Theft Auto IV [X360 , looki.de]](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/justgamers/20071222/17/1618042201.jpg)
![Grand Theft Auto IV [X360 , looki.de]](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/justgamers/20071222/17/3144571066.jpg)
![Grand Theft Auto IV [X360 , looki.de]](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/justgamers/20071222/17/2232156394.jpg)
![Grand Theft Auto IV [X360 , looki.de]](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/justgamers/20071222/17/3644756437.jpg)