Hour of Victory
Wir wissen es! Vielen von Euch dürften die etlichen Weltkriegs-Shooter langsam zum Hals raus hängen. Mit unzähligen Medal of Honor-Ablegern, ob nun für Konsole, PC oder dann doch Handheld, den vielen Rufen des Dienstes an der Front oder Brothers in Arms haben die Entwickler versucht, uns Spieler bei Laune zu halten. Dass die Thematik allerdings langsam ausgelutscht ist, sieht man an den ersten Szenen aus Call of Duty 4, welches sich erstmals vom zweiten Weltkrieg entfernt und einem neuen Kriegs-Szenario widmet. Trotz allem schicken nFusion mit Hour of Victory einen neuen WWII-Shooter ins Rennen, der mit neuen Gameplay-Elementen für langfristigen Spielspaß sorgen soll. Alles, was Ihr über den hübschen Titel wissen solltet, erfahrt ihr in unserer Vorschau.
Spiels noch einmal, Sam
Die Deutschen planen einen vernichtenden Zug mit ihrer neuen sich in der Entwicklung befindlichen, atomaren Superwaffe. Die Allierten schicken in Kooperation mit England einen kleinen Aufklärungstrupp zu den Achsenmächten, damit diese Näheres über die Pläne der Deutschen herausfinden. Mit an Bord befinden sich der Scharfschütze Calvin Blackbull, der Covert Ops Spezialist Ambrose Taggert sowie William Ross, den John Rambo wegen seiner rabiaten Vorgehensweise wohl als Vorbild gehabt haben muss. Mit diesen drei Recken stürzt ihr euch abermals in den nicht enden wollenden Kampf gegen das dritte Reich.
Peter, Paul und Mary?
Soweit nichts wirklich Neues. Was soll den Titel denn nun von seiner riesigen Konkurrenz abheben. Die Entwickler möchten die Spieler mit den unterschiedlichen Möglichkeiten, die jeder der drei spielbaren Charaktere mit sich bringt, eine vollkommen freie Entscheidung darüber geben, wie sie denn nun gerne die zahlreichen Missionen angehen möchten. Wer auf leises Vorgehen setzt, sollte mit Taggart voll auf seine Kosten kommen. Mit einer schallgedämpften Sten Mk-II zieht er bedachtes Vorgehen vor und eliminiert seine Feinde aus dem Hinterhalt. Ähnlich wie in der Metal Gear Solid-Reihe seht Ihr die Feinde zu jeder Zeit auf dem Radar und könnt anhand von grünen, gelben und roten Punkten einschätzen, wieviel Aufmerksam Ihr erregt habt. Weiterhin bieten Euch schattige Plätzchen Schutz vor den wachsamen Augen der Gegner.
Ein wenig anders läuft das Spiel wiederum mit dem Scharfschützen Calvin Blackbull ab. Er sucht sich mit seinem Seil ein passenden Fleck und schaltet die Schergen aus sicherer Distanz aus. Wer gerne auf's Ganze geht, dessen Wahl dürfte wohl auf William Ross fallen, der mit seiner Feuerkraft und Ausdauer mit dem Kopf durch die Wand an die Missionen geht.
Der Eine so, der Andere so!
Die Missionen sind so konzipiert worden, dass alle Fähigkeiten der verschiedenen Charaktere zum Tragen kommen. Ihr entscheidet zu Beginn der Mission, mit welchem Haudegen Ihr Euch ins Getümmel stürzen und welche Vorgehensweise ihr einschlagen wollt. Ein ähnliches Konzept gab es seiner Zeit bereits auf der PlayStation 2 mit Sonys Vorzeige-Shooter Killzone und schon damals sorgten die verschiedenen Möglichkeiten der Bewältigung der Missionen für eine hohe Wiederspielbarkeit. Eine Auswirkung auf den weiteren Verlauf der Story des Spiels hat Eure Entscheidung bei der Wahl des Helden allerdings nicht.
Um nicht nur als Kanonenfutter zu dienen haben die Entwickler der KI der Feinde ein besonderes Augenmerk verpasst. Die Soldaten durchstreifen die Areale in ganzen Trupps. Der oberste Offizier gibt seinem Trupp raffinierte Kommandos, die der Trupp befolgt und versucht euch einzukesseln oder von der Flanke aus anzugreifen. Schaltet ihr den Offizier allerdings aus, ist die Vorgehensweise des Squads eher unkoordiniert und sie stellen keine allzu große Herausforderung mehr dar. Das verdichtet die Atmosphäre um ein hohes Maß. Ihr seid aber nicht nur per Pedes unterwegs. Im Laufe des Spiels dürfte ihr hinter dem Steuer von Panzern, Jeeps und anderen Fahrzeugen Platz nehmen. Die Steuerung wurde dabei bewusst simpel gehalten um dem Spieler eine höhere Zugänglichkeit zu bieten. Das klappt schon jetzt sehr gut.
Hour of Victorys Medal called Honor of Duty
Für die Optik des Spiels nutzen die Entwickler die Unreal Engine 3, mit der schon ein gewisser indizierter Shooter für baumelnde Unterkiefer sorgte. Und ja, das Spiel sieht sehr gut aus. Zwar hat man den Detailgrad ein wenig heruntergeschraubt, allerdings sind die Levels ziemlich weitläufig und überzeugen mit einen hohen Weitsicht. Weiterhin sind die Partikeleffekte bei Explosionen und den Wettereffekten wie Schneestürmen sehr schön gelungen.
Als ganz großen Sport kann man auch die Soundkulissen bezeichnen. Eine derart dramatische Musikuntermalung gab es selten zu hören. Auch die Soundeffekte wirken äußerst bombastisch. Ihr hört euch förmlich jede einzelne Kugel um die Ohren fliegen und die Kampfschreie der Gegner und euer Kameraden wirken sehr authentisch, wodurch ihr noch tiefer in das Spiel gezogen werdet.
Wie es sich für einen Weltkriegs-Shooter gehört, darf ein Multiplayer-Modus natürlich nicht fehlen. Viel ist über diesen bislang allerdings noch nicht bekannt. Klar ist, dass es drei verschiedene Modi geben wird, die allesamt auf Teamwork ausgelegt sind. Auf einen Coop-Mode haben die Entwickler leider komplett verzichtet. Schade drum. Mitte Juni werdet ihr die Gelegenheit haben, selbst in die Schlacht zu ziehen, denn dann wird Hour of Victory exklusiv für die Xbox 360 erscheinen.
Ersteindruck
Obwohl man dem Genre so langsam aber sicher anmerkt, dass der Drops bald ausgelutscht ist, spiele ich Titel wie Call of Duty oder Medal of Honor immer noch gerne und freue mich stets einen neuen Teil in den Händen zu halten. Dass auch andere Entwickler es verstehen, die Thematik gekonnt an den Mann zu bringen, zeigt Hour of Victory. Die Idee mit den verschiedenen Charakteren und entsprechenden Lösungswegen ist zwar nicht neu, verschafft dem Ganzen aber dennoch seine eigene Note. Man darf gespannt sein, wie sich das Spiel letzten Endes im Test beweist. Shooter-Freunde sollten den Titel aber auf jeden Fall im Auge behalten.
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