Lego Indiana Jones
Er ist der Mann mit dem Hut und der Peitsche...und dem klobigen gelben Greifer als Arm. Was? Richtig gelesen, Indiana Jones wird uns bald wieder beehren. Nicht nur am 22. Mai im Kino in Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels, sondern auch genau zwei Wochen später, also am 6. Juni in virtueller Lego-Form. Der Untertitel Die legendären Abenteuer deutet es bereits an: Wie schon bei Lego Star Wars will Entwickler Lucas Arts auch hier die Handlung der drei bisher veröffentlichten Indie-Filme aus den 80er Jahren in einem Spiel vereinen. Ob die legendären Abenteuer wirklich so legendär sind, erfahrt Ihr in unserer Preview.
Männliche Domina mit Klötzchen-Look...
Wie schon bei Lego-Vader und -Skywalker in der bekannten Kantine könnt Ihr auch bei den Indie-Abenteuern innerhalb der Universität die Handlung eines jeden Films auswählen. Je nachdem, auf welchen Strang ihr gerade am Meisten Lust habt, dürft Ihr dann fortfahren. Wer übrigens innerhalb einer Geschichte keine Lust mehr hat, darf auch gerne mit einer der zwei anderen Filme beginnen der erspielte Fortschritt bleibt Euch erhalten. Und natürlich hat auch ein weiteres, bereits aus den Star Wars-Spinoffs bekanntes Feature bei Indie Einzug gehalten:
Der ständig de- und aktivierbare Coop-Modus für zwei Spieler an einer Konsole beziehungsweise einem PC Online-Spiele sind nach wie vor nicht geplant. Der Clou daran: Entscheidet sich einer der Spieler dazu, das Spiel zu verlassen, wird die zweite Figur der Einfachheit halber von der künstlichen Intelligenz übernommen. Wie sich die freundlich gesonnene KI de facto in der Praxis schlägt, haben wir ehrlicherweise aber nicht ausprobiert.
Zu groß war das Verlangen von mir und Kollege Fratzer, gemeinsam im Coop Peitschenhiebe auszuteilen. Wir gehen wegen des zwingend erforderlichen Teamwork-Konzepts aber davon aus, dass sich die Entwickler gerade hier auf die rechte Funktionalität besonnen haben und wir nicht im Nirvana des Spiels hängen bleiben, nur weil die künstliche Intelligenz mal wieder rumzickt.
Nach einer kurzen Introsequenz konnte es auch schon losgehen: In der Handlung zum ersten Film Jäger des verlorenen Schatzes streiften wir als Indiana Jones und einem seiner Begleiter Kollege Fratzer hat davon wohl mehr Ahnung als ich durch den Dschungel auf der Suche nach einem Relikt.
Selbstredend, dass uns dabei nicht nur dicke Spinnen und Eingeborene, sondern auch tödliche Fallen ans Leder, pardon, an die Bauteilchen wollen. Da spielt es sich im Koop mit einem Kumpel doch gleich sicherer. Euer Teamwork wird dabei immer wieder an den verschiedensten Stellen im Spiel gefordert: So schwingt sich der erste Spieler als Indy mit seiner Peitsche beispielsweise über Abgründe, die Spieler zwei selbst mit einem Doppelsprung nicht einfach so überqueren kann. Daher muss Indy eine Brücke lösen, die nun auch dem zweiten Zocker den Weg über das klaffende Loch unter seinen Füßen ebnet. An anderer Stelle muss Indy Fallenauslöser besetzt halten, damit sein Begleiter nicht aufgespießt sein.
Ab in die Universität!
Gut gefallen haben uns auch die Aufgaben abseits des typischen Jump'n'Run-Alltags. So mussten wir zum Beispiel inmitten eines Eingeborenenangriffes unser rettendes Flugzeug wieder in Schuss bringen. Dazu mussten wir Teile einsammeln, die rund um das Wrack verteilt waren. Natürlich: Anspruchsvoll ist etwas anderes. Aber einfach war das Ganze dennoch nicht, da der KI-Mob überraschend aggressiv vorging und uns einige Bildschirmtode bescherte. Wer alle drei Herzen verliert, startet beliebig oft an äußerst fair gesetzten Checkpoints wieder von Neuem. Ein echtes Game Over gibt es also nicht. Natürlich finden sich auch bekannte Filmszenen ins Spiel ein: Die legendäre Flucht vor der riesigen rollenden Kugel, die so zum Beispiel in einer Folge der Simpsons parodiert wurde, ist dabei nur eine der vielen Referenzen an vergangene Tage. Der Lego-Faktor bringt wie bei den Star Wars-Spinoffs nicht nur eine Verniedlichung des gesamten Stoffs mit sich, sondern macht ihn auch noch um Einiges witziger, obwohl schon keiner der drei ersten Indy-Teile sich allzu bierernst nahm.
Immer wieder mussten wir schmunzeln, wenn sich Lego Indy in einer Cutscene über Mimik und unverständliches Gebrabbel eine echte Sprachausgabe gibt es nämlich nicht auszudrücken versuchte und es mit simpelsten Ausdrücken schaffte, unsere Lacher auf seine Seite zu ziehen. Als kleines Schmankerl bekamen wir noch die Universität von innen mitsamt einiger ihrer Räume zu sehen. Das Coolste ist dabei wohl, dass ihr eine individuelle Figur aus Dutzenden von Lego-Bausteinen zusammensetzen und später im Spiel einsetzen dürft. Wem Lego Indy also irgendwann auf den Keks geht, der bastelt sich einfach seinen ganz eigenen Helden. Wer sich mit der Auswahl dabei nicht anfreunden kann, sollte in den Missionen nach Münzen Ausschau halten die dürft Ihr später nämlich in der Universität gegen neue Charaktere eintauschen. Was uns zur Zeit noch etwas grübeln lässt, ist die Kameraführung: Gerade im Coopmodus war eine Figuren schon mal kurz aus dem Sichtbereich, bis wir durch den Respawn merkten, dass selbige wieder mal ahnungslos einen Tod hinter sich hatte. Ob sich daran bis zum geplanten Release am 6. Juni diesen Jahres noch großartig etwas ändert, wagen wir allerdings zu bezweifeln.
Ersteindruck
Unsere Preview basiert auf der Xbox 360-Version - leider sah Lego Indiana Jones: Die legendären Abenteuer trotz netter Spiegelungen auf den Bausteinen nicht mehr ganz taufrisch aus. Dass die anderen Versionen da eine Schippe oben drauf legen, bezweifle ich stark. Aber sei es drum: Schließlich begeisterte schon der Achtungserfolg Lego Star Wars mit niedlichem Gameplay, einem hervorragenden Offline-Coop-Modus für zwei Spieler sowie einer ordentlichen Prise Humor. Indy dürfte dem hierbei in nichts nachstehen: Mehrere Male mussten wir bei der Vorstellung schmunzeln und nahmen natürlich gerne das Pad in die Hand, als es an der Zeit war. Allzu viele Neuerungen haben sich zwar nicht eingefunden, aber ich denke nicht, dass das fertige Spiel daran scheitern wird. Lego Indiana Jones kocht Bewährtes auf hohem Niveau und richtet sich trotz Knuddeloptik nicht nur an Kinder. Apropos richten: Die Kameraführung ist im Großen und Ganzen gut, kränkelt aber momentan noch etwas an der korrekten Ausrichtung, sobald sich zwei im Spieler gemeinsam über den Screen bewegen und sich an den beiden gegenüberliegenden Bildschirmgrenzen befinden.
VIDEO
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