N3: Ninety-Nine Nights
Wer steckt dahinter? Die Macher
Nun, eine menge Leute haben bei N3: Ninety-Nine Nights ihre Finger im Spiel. Insgesamt sind etwa zehn Firmen am Spiel beteiligt, wobei die größten und wichtigsten sicherlich Q Entertainment, Phantagram und Microsoft sind. Während der Name Microsoft für sich sprechen sollte, steckt hinter Q Entertainment der Name Tetsuya Mizuguchi. Er war in der Vergangenheit für äußerst erfolgreiche Spiele wie Lumines, Rez, Space Channel 5 und die Sega Rally-Serie verantwortlich und gründete 2004 die Firma Q Entertainment. Als letztes Spiel des koreanischen Studios Phantagram dürfte Kingdom Under Fire: Heroes ebenfalls bei einigen von euch bekannt sein.
99 Nächte Die Story
Einst lebten in der Welt von N3 alle Völker in Frieden und Harmonie miteinander. Dieser Frieden und diese Eintracht wurden durch einen magischen Kristall verkörpert. Doch eines Tages zerbricht dieser Kristall und stürzt die Welt in 99 Nächte voller Dunkelheit, in der die Völker den anderen misstrauen und sich in grauenvolle Kriege stürzen.
In solch schweren Zeiten übernehmt ihr die Rolle eines Spielcharakters, wobei insgesamt sieben unterschiedliche Charaktere spielbar sind. Mit diesem Charakter ist sind ganz persönliche Hintergründe und Motivationen verbunden, wobei ihr also je nach Wahl der Spielfigur die Story aus einem ganz anderen Blickfeld erleben werdet. Dies ist für den Produzenten Tetsuya Mizuguchi ein enorm wichtiger Aspekt, denn eigentlich wollte er erst kein Kriegsspiel entwickeln.
Doch dann setzte er sich persönlich mit der Thematik des Krieges auseinander. Daher sind zentrale Fragen im Spiel: Warum gibt es überhaupt Krieg und was sollte die Rechtfertigung dafür sein? Wer ist im Krieg wirklich der Böse oder existiert so etwas nicht? All das ist in Ninety-Nine Nights mit einer gehörigen Portion Gefühl verbunden, sodass der Spieler laut Mizuguchi an mehreren Stellen mit den Charakteren mitfühlen wird.
Wie es sich für eine klassische Fantasywelt gehört, finden wir jede menge Orks, Goblins, Trolle, Riesen, Magier, Ritter und viele, viele andere fantasiereiche Gestalten. Auch wenn die Story sonst sehr dramatisch sein wird, sollen wir aber auch skurrile und lustige Charaktere kennen lernen. Beim Stichwort Charaktere können wir gleich einmal einen genaueren Blick auf die Spielfiguren werfen: fünf von ihnen sind menschlich, zwei dagegen nicht. Zu den Menschen gehören Inphyy (eine Schwertkriegerin in roter Rüstung, die auf vielen Screens zu sehen ist), Aspharr (ein blonder Speerkämpfer), Myifee (ein langhaariger, muskulöser Barbar mit einer riesigen Doppelklinge), Tyurru (eine kleine rothaarige Schwarzmagierin) und Klarrann (ein großer, geheimnisvoller Schwarzmagier). Als Goblin ist Dwingvatt spielbar, der sich zwei Kurzschwertern zur Wehr setzt, wogegen der letzte Spielcharakter noch ein Geheimnis bleibt.
Wir vermuten, dass es sich um eine monster- oder dämonenähnliche Rasse handeln könnte, die auch im aktuellen Trailer zu sehen war. Diese Wesen scheinen für das Zerbrechen des Kristalls verantwortlich zu sein und es könnte dann sein, dass man auch die wirklich Bösen spielen wird.
Massig Schlachten- Das Gameplay
Das Spiel wurde laut Mizuguchi als Anlehnung an alte 2D-Actionspiele konzipiert, in denen man einer unglaublichen Überzahl an Gegnern gegenübersteht und immer wieder ausweichen und angreifen muss. Daher erklärt sich auch, dass ca. 80% des Spiels aus reiner Action bestehen und hinter allem dann noch 20% Strategie stecken soll.
Die eben genannte Überzahl an Gegnern besteht in N3 auch wirklich aus tausenden Gegnern, die euch an die Gurgel wollen. Bisher war es im Spiel möglich, über 1000 Einheiten auf einem Screen darzustellen und die Entwickler wollen diese Zahl bis zum Release sogar verdoppeln.
Um bei solch starkem Widerstand noch mithalten zu können, bedarf es natürlich entsprechender Magie, Combos und Spezialattacken. Die klassischen Magieelemente Feuer, Wasser, Luft und Erde sind im Spiel auch vertreten. Die kleine Magierin Tyurru scheint sich z.B. dem Wasser verschrieben zu haben. Neben einzelnen Wasserfontänen sahen wir auf Screenshots sogar wie sie ganze Flutwellen über die Gegnerscharen hereinbrechen ließ. Klarrann dagegen scheint ein Feuermagier zu sein, wogegen der Muskelprotz Myifee mit kräftigen Schlägen die Erde erbeben lässt. Reguläre Combos führt ihr hauptsächlich mit den Angriffstasten Y und X aus, wobei ihr mit Inphyy etwa die bösen Buben hochwirbeln könnt. Mit A könnt ihr springen und weitere Attacken ausführen oder sogar ganz keck über die Köpfe der Gegner laufen. Falls ihr Spezialattacken ausführen möchtet, müsst ihr erst einmal rote Orbs aufsammeln, die getötete Gegner hinterlassen. Wenn durch das Sammeln der Orbs eine entsprechende Anzeige gefüllt ist, könnt ihr beispielsweise für kurze Zeit enorm schnell laufen und zuschlagen. Tötet ihr dabei wiederum Gegner, sammelt ihr blaue Orbs auf. Logischerweise gibt es ebenfalls dafür eine Anzeige, die jedoch noch katastrophalere Folgen hat. Ist sie voll, könnt ihr Moves ausführen, die mal eben 1000 Gegner gleichzeitig auslöschen. Ansonsten werden es euch die Gegner allerdings nicht leicht machen, da angeblich jede Einheit ihre eigene KI hat und sich an Situationen anpassen kann.
Eure Charaktere können neue Fertigkeiten erlernen, die an Ausrüstungsgegenstände gebunden sind. Welche Varianten es da gibt, wurde bisher noch nicht genannt.
Leider schwiegen sich die Entwickler bisher auch über mögliche Xbox-Live Features aus. Da es bisher kein klares Nein zu einem Multiplayer gab, darf man gespannt sein, was uns in Ninety-Nine Nights geboten wird.
Fantastisch die Präsentation
N3: Ninety-Nine Nights weiß einfach zu gefallen. Nicht nur die schiere Masse der Charaktere ist beeindruckend, sondern auch das Charakterdesign selbst ist sehr liebevoll gestaltet worden. Der HD-Auflösung und dem Design, welches wohl von Phantagram beigesteuert wurde, haben wir es zu verdanken, dass die Charaktere so menschlich wirken. Gerade Inphyys Gesicht ist da ein Paradebeispiel, ebenso beeindrucken die goldglänzenden Flügel ihrer Rüstung, die je nach Lichteinfall fantastisch schimmern.
Für realistische Animationen wurden über 60 Minuten Motion-Capturing aufgenommen und damit die Gegnerschar nicht aussieht wie ein Angriff der Klonkrieger, sollen sich die Einheiten optisch immer ein wenig voneinander unterscheiden. Die Zwischensequenzen wirken filmreif, wobei die Ingame-Charaktere jedoch fast genauso gut aussehen wie ihre vorgerenderten Double. Nur die Hintergründe sehen unserer Meinung nach manchmal etwas eintönig und verwaschen aus. Die Landschaft bot bisher nicht sonderlich viele Details und wirkte ziemlich grau. Falls wir hier nicht nur öfters den gleichen Level sahen, müsste mehr Abwechslung hinzukommen. Da das Spiel jedoch über 40 Level haben soll, wäre genug Raum für abwechslungsreiche Szenarien. Um die insgesamt filmhafte Präsentation des Spiels zu unterstreichen, werden auch Kamerafahrten, Zooms, Unschärfen und ähnliche Effekte benutzt.
Für den Soundtrack wurde extra ein Nachwuchstalent aus Amerika engagiert: Pinar Toprak. Die gebürtige Türkin ist mit 25 Jahren bereits äußerst talentiert und konnte bisher schon mit dem dt. Starkomponisten Hans Zimmer zusammenarbeiten. Toprak kommt ursprünglich aus der Filmbranche, was man dem Soundtrack des Spiels sicher anhören kann. Die orchestralen Sounds, zu denen sich auch viele Trommeln und Chorgesänge hinzugesellen, gefielen uns schon in den bisherigen Trailern zum Spiel. Mit insgesamt über 100 Minuten Soundtrack dürfte die Musik im Spiel nicht so schnell langweilig werden. Ein Interview mit Pinar Toprak findet ihr auch als Teil unseres Specials zu N3.
Ersteindruck
##N3: Ninety-Nine Nights beweist bisher sein grafisches und musikalisches Potenzial. Riesige Massen an Gegnern, schöne Charakterdesigns und ein Soundtrack wie aus einem Kinofilm machen Lust auf mehr. Doch abgesehen von den evt. verbesserungswürdigen Levelhintergründen im Spiel muss der Titel auch beweisen, dass es sich um ein Game mit Tiefe handelt. Folglich muss die Story überzeugen, es muss Abwechslung beim Spielen geben und genügend Wiederspielwert. Wenn man sich hinterher nur hirnlos durch ein Meer von Gegnern prügelt, ohne große Herausforderung für graue Zellen und das stetig über 40 Level hinweg, dann könnte das Spiel auch eintönig werden. Leider ist noch zu wenig bekannt, wie sich das Spiel über längere Zeit spielt und wie die Upgrades für die Charaktere aussehen. Wenn jeder Charakter durch seine individuelle Sichtweise des Geschehens vielleicht auch andere Handlungsstränge und Level offenbart, könnte der versprochene Wiederspielwert wirklich existieren. Wenn das Spiel auch noch einen Multiplayer spendiert bekommt, stehen die Sterne richtig gut. Unterm Strich bleibt ein großes Projekt mit sehr guten Aussichten, das sich erst beim Anspielen wirklich beweisen kann. N3##zitat| könnte sich dann als echter Actionhit entpuppen.
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