Sacred 2: Fallen Angel

Preview
Plattform
XBOX 360
Vertrieb
Take 2
Entwickler
Ascaron
Erscheinungsdatum
N/A
Genre
RPG
Sacred 2: Fallen Angel [X360 , looki.de]

Sacred 2: Fallen Angel

Letzte Woche wurden wir von Ascaron zu einem Besuch ihrer heiligen Hallen nach Gütersloh eingeladen. Um was es ging? Klar! Den Nachfolger ihres großartigen Action-Rollenspiels Sacred, Sacred 2: Fallen Angel, der neben der PC-Version auch eine optimal angepasste Xbox 360 Portierung spendiert bekommt. Das Spiel wurde uns in gemütlicher Runde, zusammen mit anderen neugierigen Vertretern der schreibenden Zunft, auf einer großen Leinwand vorgespielt und was wir da, in einem recht frühen Stadium der Entwicklung sehen konnten und erklärt bekamen, ließ das Rollenspielerherz freudig schneller schlagen.

Unsere Reise durch die Welt Ancaria begann auf einem hübschen Marktplatz in der Hauptstadt der Elfen auf dem sich in der fertigen Version bis zu 200 NPCs tummeln und ihrem eigenen Tagesablauf folgen sollen. Jeder Ancarianer soll einen von 40 Berufen ausüben und die Welt zu einem lebendigen Ort machen in der jeder seinen Platz findet. Direkt zu Beginn wurden wir auch der wunderschönen 3D-Grafik gewahr, die sich in der nützlichen ISO-Perspektive ganz nah an an das hochauflösende Geschehen heranzoomen und frei drehen, sowie schwenken lässt. Das steht im krassen Gegensatz zu der eher flachen 2D-Bauweise vom ersten Sacred, in dem nur die Charaktere und NPCs eine Hand voll Polygone aufweisen konnten. Aus dem Vorgänger ist einzig die hübsche, geflügelte Seraphim bestehen geblieben, was auch auf die Überlegenheit und Göttlichkeit dieser engelsgleichen Wesen schließen lässt. Dies wird aber selbstverständlich nicht die einzige Charakterklasse sein, die Sacred 2 zu bieten hat. Auf der Präsentation wurde ebenfalls der innerlich zerrissene Schattenkrieger vorgestellt, der anders als der Kriegsengel, auf die Kraft seiner verheerenden Hieb- und Stichwaffen vertraut. Die Charakterklassen spielen sich sowohl vom Gameplays als auch storytechnisch völlig unterschiedlich. Während man mit der Seraphim nur für das rechtschaffend Gute kämpfen werden kann, steht der Schattenkrieger zwischen Moral und dem Bösen. Dieser Charakter soll vortrefflich dafür geeignet sein, ein interessantes und emotional forderndes Rollenspiel zu spielen.

Seine Zerrissenheit spiegelt sich auch in seinen Kampflauten und Kommentaren wieder und wirkt sich auf die Geschichte aus. Mit seiner zweihändigen Doppelaxt sorgt der gänzlich in schwarzes Metall gerüstete Hüne auf dem Schlachtfeld für Ordnung. Was sich ihm und seinen Klingen entgegenstellt, bleibt nicht lange ganz und das gilt auch oder besonders für seine Gegner, die reihenweise unter seinen Hieben zurechtgestutzt werden. Über weitere Helden und Charakterklassen bewahrte man noch Schweigen, doch kann man sich sicher sein, dass in diese ebenso viel Aufwand gesteckt werden wird.

Damit die Kämpfe auch schön aussehen wurden den Charakteren über 600 Animationen spendiert, die dem Spektakel sehr viel Leben einhauchen. Allein für die zahllosen Spezialattacken und Zaubersprüche sind etliche Bewegungsabläufe per Hand entwickelt worden. Die Hauptfiguren werden außerdem in richtig edle Gewänder gesteckt, die Texturen der Hauptcharaktere werden unwahrscheinlich hochauflösend sein und das sieht man ihnen auch an. In der Zoomstufe eines Third-Person-Shooters kann man jeden Gesichtszug und jede Verzierung auf den Rüstungen der Helden erkennen.

Aber auch der Rest kann sich sehen lassen. Alles wirkt wie aus einem Guss und die Umgebungsgrafiken sehen bereits jetzt fantastisch aus. Grashalme wehen im Wind, Gestrüpp wird realitätsnah verdrängt und bietet Sichtschutz vor Feinden und kraftvolle Gewitter züngeln sich Erfurcht gebietend durch die Natur. Besondere Events wie Sandstürme oder Nebelschwaden setzen dem Atmosphärischen Gesamtbild die Krone auf. Jede der neun Regionen im Spiel wird ein eigenes Licht- und Umweltsetting bekommen und sich in vielen Dingen von den anderen unterscheiden.

In der Welt der Drujaden spielt sich alles in Urwald-ähnlichen Regionen ab. Alles wirkt grün und natürlich und die dort ansässigen Bewohner haben naturverbunden ein Habitat in den Baumwipfeln geschaffen. In großen Höhen bewegen diese sich über Hängebrücken von Baumhaus zu Baumhaus fort und brauchen sich keine Gedanken über feuchte Keller machen, doch die Schwerkraft kann sich hier zu einem unliebsamen Zeitgenossen mausern. Das präsentieren uns die Entwickler von Ascaron bei jeder Gelegenheit. Per Knopfdruck wird das Ragdoll aktiviert und der tapfere Held stürtzt viele Male in gähnende Abgründe. Das geht soweit, dass Büro-interne Wettbewerbe abgehalten werden, wer denn nun schöner in die Grube des Golems fällt oder sich geschickt von Brücke zu Brücke schleudert.

Die Steuerung des Spiels wurde in ihren Grundzügen aus dem ersten Teil übernommen. Seine Waffen betätigt man standardmäßig mit der linken und Specialmoves führt man mit der rechten Maustaste aus. Wie genau sich das Interface zusammensetzt konnte noch nicht in Erfahrung gebracht werden, soll sich aber sehr im Hintergrund halten und nur sehr wenig vom Spielbildschirm in Beschlag nehmen um den Fokus auf das Spiel und die Welt an sich setzen zu können. In der Charaktererstellung wird man sich auf Nah- und Fernkampf oder Magiefertigkeiten spezialisieren. Laut den Entwicklern kann man im Laufe der Charakterentwicklung und dem Erlernen neuer Fertigkeiten und Fähigkeiten aber keinen falschen Weg einschlagen, da zu jeder Zeit alle Skills vorhanden sind. Im Prinzip baut man diese Grundklassen auf und spezialisiert sich mit der Zeit auf spezielle Archetypen. Insgesamt soll durch das leicht verständliche und lineare System eine sehr hohe Einsteigerfreundlichkeit erreicht werden. Der Sammeltrieb soll selbstverständlich auch wieder befriedigt werden. Eine unüberschaubare Anzahl an Waffen und Rüstungsteilen bietet genug Ansporn für Abenteuer die die Spielzeit bis quasi unendlich in die Höhe treiben wird. Laut Entwicklerangaben wird man bereits 30 Stunden brauchen um die Story durchzuspielen, nimmt man Nebenquests und Erkundungstouren hinzu, sollte man sich schon einmal mit allerhand Proviant für eine Spielzeit von bis zu 200 Stunden eindecken.

Besonders angetan hat es uns der Flug mit einem gigantischen Drachen, der majestätisch seine Bahnen über die Welt von Sacred 2 zog. Was genau es mit dem Tierchen auf sich hat, wollte Ascaron uns noch nicht verraten. Man wird dem 12.000 Polygone schweren Drachen aber in jedem Fall selber spielen können. Aber nicht nur Drachen lassen das Herz eines jeden Tierfreundes höher schlagen. Jede Charakterklasse wird auch ein eigenes Reittier bekommen, dass man sich zuvor allerdings schwer verdienen muss. Die Anschaffung lohnt sich aber auch. Nicht nur, dass man viel schneller als üblich durch die Lande zieht, die Streitrösser, Tiger und anderen Reittiere haben eigene Fähigkeiten und können verheerend im Kampf eingesetzt werden. Auch die Gegner haben mächtig dazugelernt und sind mit einer ausgereiften KI ausgestattet, die es ihnen ermöglicht ausgefeilte Taktiken zu ihrem Vorteil zu nutzen. Gegner, die in Gruppen unterwegs sind, lassen sich jedoch oft durch das Ableben ihres mächtigeren Anführers demoralisieren, was das Blatt schneller wenden kann, als es dem einen oder anderen Troll lieb sein dürfte.

Die Xbox 360 Fassung von Sacred 2: Fallen Angel unterscheidet sich einzig und allein durch die Steuerung von der PC-Version. Das Gamepad wird frei belegbar sein und Zaubersprüche, Angriffe und Spezialattacken lassen sich zum raschen Aufruf auf die Buchstaben- Schulter, sowieso Digitalkreuztasten legen. Das Spiel unterstützt eine HD-Auflösung von 720p und kann grafisch ebenso mit der PC-Fassung mithalten wie vom Umfang her. Besonderen Wert wird auf den Mehrspielerpart gelegt, der unter anderem einen umfangreichen Coop-Modus beinhalten wird, in dem ihr Abenteuer mit euren Freunden bestreiten werden könnt.

Lustige Minispiele wie Goblin-Ball, in dem es darum geht, einen kleinen Goblin durch ein Tor zu schießen, werden ebenfalls eingebaut oder zumindest per Patch nachgereicht. Das hat uns Ascaron versprochen. Eine ähnliche Unterstützung wie beim kommenden Spiel Shadowrun, in dem Xbox 360-Spieler mit ihren Freunden am PC spielen können ist allerdings, auch für die Zukunft, nicht geplant.

Ersteindruck

Ich freue mich auf Sacred 2: Fallen Angel. Nicht nur als begeisterter Rollenspieler, sondern auch als jemand, der in einem Spiel besonderen Wert auf eine einnehmende Atmosphäre und eine packende Handlung legt. Ascaron konnte uns mit der sehr frühen Version des Spiels schon deutlich machen, dass sie da an etwas Besonderem arbeiten. Man kann nur hoffen, dass die vielen Ziele auch erreicht werden können. Das gesamte Gebilde Sacred 2 wirkt sehr komplex und so groß, dass man bereits beim Anblick der unfertigen Karte in stummes Staunen verfällt. Die schicke Welt, die tollen Charaktere und die vielen Neuerungen überzeugen bereits jetzt, ob auch der Rest an die fantastische Arbeit anknüpfen wird, den die Entwickler bereits geleistet haben, sehen wir hoffentlich noch in diesem Jahr, spätestens aber im 1. Quartal 2008, denn dann soll das Tor nach Ancaria auch für den Rest der Welt offen stehen.

Sacred 2: Fallen Angel [X360 , looki.de]

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