E3 09: SAW: The Game - First Facts
Bald sechs Filme in fünf Jahren und 28 Millionen verkaufte DVDs sprechen für sich. Gewalt ist kinofähig geworden und hat Saw zu einem Kultstatus verholfen, der beinahe beängstigend ist. Und da die Dollarzeichen in den Augen der Produzenten gar nicht groß genug sein können, sahen nicht nur Hellseher eine Versoftung nahen. Passend zur E3 gibt es nun nicht nur neue Filmchen und Infos, sondern auch eine spielbare Demo.
Saw 1.5
Wie sollte es anders sein wird Saw sich in die Riege der Survival-Horror-Spiele einreihen. Saw setzt zwischen den ersten beiden Teilen an. Protagonist ist Detective David Tapp, der sich in Jigsaws Fänge verirrt hat und nun in einer verlassener Irrenanstalt um sein Überleben kämpfen darf. Im Vordergrund stehen dabei natürlich die fiesen Spielereien Jigsaws, denen ihr in Quicktime-Events, Fallen den es auszuweichen gilt oder kleinen Minispielen begegnet. So reißt ihr euch durch drehen am Analogstick die berühmte Bärenfalle vom Kopf, die ansonsten euren Kiefer zertrümmert hätte, oder kramt in einer Toilette voll gebrauchter Spritzen nach einem Schlüssel und achtet dabei auf eure Schmerzanzeige. Etwas ausgeklügelte Fallen à la rette die Frau mit dem Schlüssel in deinen Brustkorb sind ebenfalls mit an Bord.
Ziel ist es in erster Linie, die Aufgaben Jigsaws brav abzuarbeiten. Da das nur mit einem gesunden Gebiss und ohne Loch einer Schrotflinte im Kopf geht, solltet ihr euch bedächtig durch die Level bewegen und die Minispiele möglichst erfolgreich meistern. Damit der erfolgreiche Spieler dennoch etwas von Jigsaws Spielgeräten habt, werdet ihr regelmäßig mit schwarz/weiß-Rückblenden oder Liveauftritten CPU-gesteuerter Personen daran erinnert, was passiert, wenn ihr nicht den Anweisungen folgt.
Zerplatzende Köpfe und viel Stacheldraht sind da noch die harmlosen Sachen. Dennoch möchte das richtige Super-Spiel-Feeling nicht rüber kommen. Jigsaw ist allgegenwärtig. Sei es nun nur die Stimme aus einem versteckten Lautsprecher oder doch ein alter Fernseher. Er verschließt und öffnet Türen, sodass ihr oft nur einen einzigen Gang nehmen könnt, was die Demo extrem linear werden lässt. Zum anderen hat der Spieler glücklicherweise keine Konsequenzen zu fürchten. Ihr müsst über Glas laufen und habt keine Schuhe an? Tja... Da ihr eh nicht zurück könnt - lineares Leveldesign sei Dank - lauft ihr einfach drauf los und lasst das bisschen Lebensenergie einfach links liegen. Jigsaw befiehlt, ihr handelt. Alternativen gibt es keine, sodass Saw anspruchsvolle Spieler kaum befriedigen können wird.
Immerhin ist es düster und atmosphärisch irgendwo zwischen Manhunt, The Suffering und Doom. Ermöglicht wird das muntere Licht/Schatten-Spielchen durch die verwendete Unreal Engine. Sie sieht noch immer ganz nett aus, zeigt bei Saw im Zuge aktueller Hochglanzspiele mit verwaschenen Texturen und viel statischen Objekten aber ihre Grenzen. Durch die gebotene 3rd-Person-Perspektive wird noch etwas ziemlich deutlich: Tapp läuft irgendwie "komisch", als würde die richtigen Animationen fehlen. Gleiches gilt für die Kämpfe in der Demo, die mit steifen Bewegungen und wenig Action alt wirken. Noch ist etwas Zeit zum Release im Oktober, die bestimmt gut genutzt werden.
Ersteindruck
Ab und zu läuft einem mitunter schon ein Schauer über den Rücken. Atmosphärisch ist Saw ganz gut, humpelt spielerisch aber "echten" Survival-Horror-Spielen hinterher. Zu linear, zu wenig Möglichkeiten und die "Durchschnittsoptik" werden Saw keinesfalls zum Spieleknaller 2009 werden lassen. Aber muss es das? Was die Fans wollen sind Jigsaws-Fallen, eine ordentliche Schippe Splatter und moralisch fragwürdige Entwicklungen austauschbarer NPCs. Und davon hat Saw genug. Gerade die blutigen Rückblenden und die klug gelegten Hinweise machen Lust auf mehr. Wir sind gespannt auf den Release für Xbox 360, PlayStation 3 und PC im Oktober mit hoffentlich etwas mehr Gameplay.




