SEGA Rally
Nach den großen Erfolgen mit SEGA Rally in den 90er Jahren inklusive Ausflügen auf Saturn, PC, GBA und Dreamcast, erlangte man mit dem gescheiterten Versuch einer Fortsetzung für PlayStation 2 im letzten Jahr wenig Ruhm. Eine neue Konsolengeneration bringt neue Hoffnung, so auch für die Rennspieljungs von SEGA, die der 2007er Neuauflage des Arcadeklassikers den Rallye-Thron erfahren wollen. Wie aussichtsreich dieses Unternehmen ist, beleuchtet unsere Preview zu SEGA Rally.
Von eimem Arcadeklassiker im neuen Gewand...
Dreck und rutschiger Asphalt. Im Hintergrund ragen riesige Felswände in die Höhe, die Sonne brennt auf den roten Schotter, während der aufgewirbelte Staub die Sicht auf die nächste Kurve versperrt. Der Grip ist nicht der beste, aber da das ganze Feld mit den Bedingungen zu kämpfen hat, bleibt der Sieg in greifbarer Nähe. Szenenwechsel. Schlamm und weicher Erdboden. Wassergefüllte Fahrspuren lassen nicht genug Zeit, um einen näheren Blick auf den dichten Dschungel zu werfen, der hier dominiert. Nach wenigen Metern sind die Fahrzeuge von einer Matschschicht überzogen. Vereinzelte Wasserlochdurchfahrten säubern die Boliden teilweise, von Dauer ist es aber nicht. Erneuter Szenenwechsel. Ein idyllisches Bergdorf. Die Serpentinen den kleinen Berg rauf sind mit dem richtigen Schwung gut zu meistern, die Aussicht entschädigt für die Rempeleien mit den Gegnern, die einfach nicht locker lassen wollen. Das Straßensetup bewährt sich nach wenigen Kurven wer die Rallyevariante gewählt hat, dem fehlt es auf den Geraden einfach an Topspeed, um ganz vorne mit dabei sein zu können.
Ja, SEGA Rally sieht gut aus. Richtig gut sogar. Unterteilt in die Kategorien Safari, Alpen, Canyon, Arktis und Tropen ist jedes Setting ein wahrer Augenschmaus. Besonders die Details und Texturen des Bodenbelages verdienen große Anerkennung. Dabei ist das nicht einmal das Highlight.
Der Clou ist nämlich, dass sich die Oberflächen aller Strecken im Laufe eines Rennens deformieren! Reifen graben sich in den Boden und hinterlassen Spurrillen, die das gesamte Rennen erhalten bleiben und sich auf das Fahrverhalten der Rallyeautos auswirken. Da bleibt es zu verschmerzen, dass SEGAs Racing Studio auf ein Schadensmodell verzichtet hat.
Mit Meisterschaft, schnelles Rennen, Zeitrennen und Mehrspieler (Xbox LIVE und Head to Head) sind alle wichtigen Spielmodi auf der Scheibe. Die Streckenauswahl erscheint mit je drei Strecken pro Terrain (hinzukommen noch teilweise die Reversevarianten) noch sehr moderat, beim Fuhrpark sieht da zum Glück schon besser aus. Unterteilt in drei Kategorien (Premier, Getunte Fahrzeuge, Masters) finden sich 33 Rallyekarossen, darunter Subaru Impreza, Mitsubishi Lancer Evolution IX, VW Golf GTI, Peugeot 207 und Co. Der legendäre Lancia Stratos steht natürlich ebenfalls im virtuellen Autohaus.
Treu der Spielhallenwurzeln ist SEGA Rally ein rassiger Arcaderacer mit leichtem Einstieg. Aus Rundkursen geht es gegen fünf Fahrer drei Mal im Kreis, erste Siege sind schnell eingefahren. Vollgas, mit Powerslides um die Ecken, bremsen empfiehlt sich erst bei den echten PS-Protzern. Gestartet wird stets am Ende des Feldes, heikle Überholmanöver sind damit stets vorprogrammiert. Abflüge von der Strecke gibt es nicht. Jede Strecke ist durch (un-)sichtbare Leitplanken begrenzt. Leicht machen es euch eure Kontrahenten dennoch nicht. Schon auf der mittleren von drei Schwierigkeitsstufen wird euch nichts mehr geschenkt. Vermissen werden Rallyefans vielleicht manuelle Tuningmöglichkeiten der Fahrzeuge ihr wählt lediglich zwischen einer Offroad- und einer Straßenvariante. Für Erfolge gibt es Punkte, die weitere Strecken, Meisterschaften, Autos und alternative Lackierungen freischalten.
Ersteindruck
SEGA hat gelernt und wird mit SEGA Rally nicht noch einmal so über den Boden schlittern wie mit SEGA Rally 2006. Spielerisch eindeutig erhebt man keinen anderen Anspruch, als schnelle Rennaction mit opulenter Grafik zu bieten. Und mehr habe ich auch gar nicht erwartet. Das Fahrverhalten variiert von Fahrzeugtyp zu Fahrzeugtyp, auf Tuningmöglichkeiten greife ich eh eher selten zurück und das Punktesystem sorgt für die gewisse Grundmotivation. Nur die magere Streckenauswahl und das noch vorhandenen leichte Ruckeln bereiten mir leichtes Kopfzerbrechen. Bis zum Release für PlayStation 2, Xbox 360 und PC am 28. September bleibt nicht mehr viel Zeit, mal sehen, was SEGAs Racing Studio daraus macht.
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