Assault on Dark Athena
Lasst uns heute über das Thema "Spiele, die auf Kinofilmen basieren" reden. Was, ihr wollt panisch nach dem Ausgang dieser Diskussionsrunde suchen? Moment, es gibt doch noch einige positive Ausnahmen - King Kong zum Beispiel, oder eben The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay. Wobei letzteres streng genommen keine 1:1-Umsetzung des Vin Diesel-Films ist, sondern - und das war schon einmal ungewöhnlich - eine eigene Story erzählte, die vor dem Kinoabenteuer aus dem Jahr 2004 spielte. Der Muskelberg, der für seine Verbrechen in den Hochsicherheitstrakt Butcher Bay verbannt wurde, schmiedete im Titel Fluchtpläne.
Meister Proper macht sauber!
Nun, rund viereinhalb Jahre später, dürfen wir mit Riddick erneut die gefährlichen Gefängnisflure unsicher machen und sogar noch mehr, denn mit Dark Athena präsentiert Entwickler Starbreeze Studios nicht nur ein mickriges Addon zum Ego-Shooter, sondern ein Rundum-Sorglos-Paket für Action-Fans im Orange Box-Stil. Neben dem nun unter anderem dank schärferer Texturen aufgehübschten, bereits bekannten Escape from Butcher Bay gesellt sich Dark Athena als fließende und laut offiziellen Angaben knapp 12 Stunden andauernde Zusatzkampagne hinzu.
Da dürften selbst die Zocker zuschlagen, die den virtuell-virtuosen Killer bereits anno 2004 über den Screen haben morden lassen. Gleich vorweg: Vom generalüberholten Original haben wir in unserer Preview leider nichts gesehen, daher muss die Fleischbeschau leider bis zu einer erneuten Anspielfassung oder der Vollversion warten. Stattdessen wurden wir mit einer zusammenhangslosen Cutscene direkt ins Geschehen von Dark Athena geworfen. Wieso, weshalb, warum - das sind alles Fragen, deren Beantwortung noch etwas auf sich warten lassen wird, denn Vin Diesels Produktionsstudio Tigon hat ein wachsames Auge auf jedes noch so kleine Indiz, was die Münder und Räume der entwickelnden Starbreeze Studios verlässt. Einzig und allein bekannt ist, dass es Riddick auf ein gigantisches Raumschiff voller Söldner und mörderischer Drohnen abgesehen hat, dass nicht nur allerlei Waren bemächtigt, sondern auch fröhlich Menschen entführt und ermordet. Und zumindest einige führende Köpfe dieser Ungerechtigkeit konnten wir in der Preview-Fassung bereits ausmachen. Doch bisher fehlt selbst uns noch der berühmte rote Faden, an den man sich gerne klammert, wenn man unvorbereitet ins Getümmel geschickt wird.
Und Vorbereitung ist schließlich das halbe Leben - wenn nicht gar alles: Kurz in der Einleitungssequenz eine Haarnadel entwendet, kann diese auch schon als Nahkampfwaffe eingesetzt werden. Et voila: Im Schutz der Dunkelheit rammen wir einer seelenlosen Söldnerdrohne den spitzen Gegenstand in den Hals, bis seine Knie den blanken Metallboden küssen. Und in solchen Momenten ist die Atmosphäre so dicht, dass man sie in Scheiben schneiden kann - was man im Übrigen mit den Gegnern nicht kann, es bleibt trotz stahlhartem Waffeneinsatz bei kleineren und größeren Blutspritzern. Die Nahkämpfe sind gewohnt intensiv, aber gegen die ersten Feinde brutal schwer. Bis man erst einmal herausgefunden hat, dass man zusammen mit dem rechten Analogstick sowie dem rechten Trigger eine tödlichen Move ausführt, ist man trotz exzessiven Blockens einige Bildschirmtode gestorben.
Dank der größtenteils fair platzierten Checkpoints ist dies aber noch im verschmerzbaren Bereich - wir wunderten uns derweil eher über den knackigen mittleren Schwierigkeitsgrad. Wer hier nicht alle paar Meter ins Gras beißen will, sollte sich gut tarnen und sich mit der Lehnfunktion vertraut machen. Denn anfangs hat Riddick seinen zahlreichen Feinden nur eine Nahkampfwaffe sowie die fest an den Körpern montierter Bewaffnung erledigter Drohnen entgegenzusetzen. Bei letzteren könnt ihr logischerweise nur rückwärts laufen, da Ihr sowohl den Korpus schleifen als auch den Ballermann bedienen müsst. In den knapp anderthalb Stunden, die wir mit der vorliegenden Anspielfassung verbracht haben - danach war abrupt Schluss - hielten sich die defensive sowie die offensive Vorgehensweise prächtig die Waagschale.
Während wir in der ersten Hälfte oft nur in geduckter Haltung und mit der Dunkelheit ausgleichenden Sicht - Riddick-Fans kennen diese Eigenschaft - an Gegnern vorbei preschen konnten, um diese dann im Hinterhalt abzustechen, wurde die zweite Hälfte von pausenloser Action dominiert. Mit Maschinengewehr, Maschinenpistole oder Schrotflinte im Anschlag schossen wir uns dabei den Weg um einen Gravitationskern herum frei und behalfen uns dank Fernsteuerung mit Söldnerdrohnen, um uns aus einem verschlossenen Raum fliehen zu lassen.
Riddick selbst verhält sich dabei immer wie die coole Sau, die man von ihm gewohnt ist: Stets mit bedrohlich wirkenden One-Linern auf den Lippen bleibt er auch in den ausweglosesten Momenten eiskalt und relaxt. Ob der Hüne mit einer deutschen Synchronisation bedacht wird, bleibt fraglich, aber zumindest eingedeutschte Untertiteln konnten wir bereits ausmachen. Wenn schon unbedingt eine hiesige Sprachausgabe, dann bitte richtig, denn der Originalton ist hervorragend und den charismatischen Antihelden kann man im Gegensatz zu diversen Charakteren aus anderen Titeln wenigstens ernst nehmen. In optischer Hinsicht gibt es nichts zu meckern: Die düstere Atmosphäre ist durch die geschickte Inszenierung toll, die Animationen prima und auch die Figuren an sich strotzen vor Lebendigkeit. Durch den intelligenten Einsatz von Licht und Schatten wirken selbst manche Räume, die lediglich aus Kisten bestehen, zwar nicht unbedingt wie echte Meisterwerke, aber immer noch ansehnlich.
Ersteindruck
Yes, Riddick ist wieder da - und das nun noch schöner und martialischer als zuvor. Ich bin wirklich heiß auf Assault on Dark Athena und als die Previewfassung nach circa anderthalb Stunden plötzlich vorbei war und von Neuem starten wollte, hätte ich den Controller am liebsten noch einmal geschnappt, um mit dem Recken erneut Gegner auf den kalten Boden zu schicken. Doch dann wäre ich ja nicht dazu gekommen, Euch meine ersten Schritte mit Riddick zu schildern.
Um es kurz zu machen: Diejenigen, die schon Gefallen an Escape from Butcher Bay gefunden haben, werden wohl auch mehr als warm mit Assault on Dark Athena. Großartige Gründe für irgendwelche Bedenken habe ich eigentlich nicht, nur interessiert mich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch die letztliche Balance zwischen Schleichen und Ballern sowie die finale Spielzeit. Nach offiziellen Angaben soll man doch tatsächlich zwölf Stunden beschäftigt sein - angesichts der aktuellen Trends überprüfe ich das doch gerne noch einmal selbst, bevor ich das Ganze in den Himmel lobe.








