The Darkness
Nach einem zwar sehr guten, leider aber wenig erfolgreichen The Chronicles Of Riddick: Escape from Butcher Bay und einem Enclave, welches sich aufgrund von mangelnder Abwechslung unter Wert verkaufte, hofft die schwedische Spieleschmiede Starbreeze nun mit The Darkness ein Spiel auf den Markt zu bringen, welches die Fehler vergangener Titel ausbessert und zugleich mit frischem Gameplay überzeugen kann. Die Story basiert dabei auf einem Marc Silvestri-Comic aus dem Jahre 1997 und erzählt die Geschichte des Mafia-Killers Jackie Estacado, der an seinem 21. Geburtstag von der Dunkelheit berührt wird und dadurch unglaubliche Kräfte erhält.
Schau nicht ins Licht!
Bereits die interaktive Einstiegssequenz, welche manche Fans durchaus an die in Half-Life erinnern könnte, gibt einen kleinen Vorgeschmack auf die angekündigte düstere Action. Eine wilde Verfolgungsjagd, die sich Jackie und zwei seiner Mafia-Schläger durch einen der Tunnel, die Downtown NY mit dem Umland verbinden, liefern, endet mit dem Tod der zwei Gefolgsleute. Vor seinem Tod überreicht einer der beiden Jackie mit letzter Kraft zwei aufgemotzte Knarren als Geburtstagsgeschenk, kurze Zeit später erhält er durch die Dunkelheit Kräfte, welche es ihm ermöglichen kleine Dämonen, so genannte Darklings, zu erschaffen, die im Kampf helfen, als Boten fungieren oder die Story weitertreiben. Weiterhin kann sich Jackie der Hilfe von Tentakeln bedienen, die aus seinem Rücken hervorsprießen, um Feinde auszuschalten, Türen zu öffnen, oder andere missionsbedingte Aktionen auszuführen.
Auf diese Fähigkeiten lässt sich jedoch nur zurückgreifen, wenn der Protagonist völlig in Schatten gehüllt ist, weshalb es gilt Lichtquellen auszuschalten oder Tageslicht zu meiden. Trotz allem ist der in Ungnade gefallene Killer, der nun von den eigenen Leuten gejagt wird, nicht zwangsläufig der Teufel in persona. Manifestiert sich die Dunkelheit anfangs doch nur als Stimme im Hinterkopf, welche Anweisungen gibt, die jedoch nicht befolgt werden müssen. Dadurch wird der Spieler ständig vor Gewissensentscheidung gestellt und der Charakter geprägt.
Der Missionsaufbau scheint indes viel versprechend. So können neben des Hauptplots, in welchem man die einzelnen Distrikte von New York nacheinander erforschen kann, auch Nebenmissionen erfüllt werden. Hierbei kann der Spieler dann weitere Items oder gar Gimmicks wie das Making Of freischalten, wodurch vor allen Dingen die Langzeitmotivation hoch gehalten wird. Weiterhin treiben NPCs die Story voran, geben Hinweise oder bieten durch ein ausgeklügeltes Unterhaltungssystem spannende Konversationen. Besondere Würze erhält die Story jedoch durch die Otherworld, in welcher ein kleiner Teil des Spiels stattfindet.
Dem Grabenkrieg im ersten Weltkrieg nachempfunden, gilt es in dieser Paralleldimension Scharen von deutschen, englischen und französischen Zombiesoldaten zu bekämpfen. Ebenfalls schön zu sehen ist, dass auch die Ladepausen dazu genutzt wurden die Story weiterzuspinnen. So wird in diesen Jackies Sicht auf vergangene Ereignisse in kurzen Rückblenden dargestellt.
Düstere Dunkelheit
Die Erwartungen, welche viele Fans bezüglich der Atmosphäre schon nach Betrachten von Trailern oder Screenshots hegten, werden in The Darkness nicht enttäuscht. Aufgrund der verbesserten The Chronicles Of Riddck- Engine wurde deutlich am Detaillgrad der Umgebung geschraubt.
So sorgen gelungene Lichteffekte in Hinterhöfen und Gassen für Gänsehautatmosphäre, die Texturen hingegen verpassen dem Gesamtbild den nötigen Realismus. Dadurch dass weitestgehend auf eine HUD- und Lebensanzeige verzichtet wurde, erhält der Spieler darüber hinaus einen uneingeschränkten Blick auf das Spielgeschehen, die zurzeit aktive Waffe ist ersichtlich, die Hitpoints werden, ähnlich wie in Call of Duty 3, bei Kampfpausen automatisch regeneriert und nur ab und an eingeblendet.
Weitere stimmige Bestandteile des Spiels sind die, vom Entwickler Starbreeze angekündigten 300 Stunden lizenzierten TV-Content, welcher auf diversen Fernsehern im Spiel betrachtet werden kann, und die gelungenen englischen Synchronsprecher, allen voran Mike Patton von Faith no more, welcher seine Stimme der Dunkelheit leiht. Die Spachausgabe bleibt auch in der deutschen Version erhalten, werden doch nur die Untertitel lokalisiert. Die Gewaltdarstellungen will man indes in der lokalen Fassung stark einschränken. So sollen die Tentakel bei Spezialattacken beispielsweise keine Gesichter mehr aus den Opfern herausreißen und auch Gedärme werden nicht zu sehen sein. Blut wird hingegen literweise fließen.
Technischer Hochgenuss mit einigen Abstrichen
Der in der Preview bereits mehrfach angesprochene Detaillgrad der Umgebung ist ebenfalls an den Charakteren klar erkennbar. Zwar stehen die fein gezeichneten und animierten Gesichter im Kontrast zum klobigen Rest der Körper, jedoch wirkt sich dies auf das Gesamtbild eher wenig störend aus. Besonders faszinierend war der Einsatz der Motion Blur-Technik, die in erster Linie bei schnellen Schwenks zum Einsatz kam. Dies war grafisch überaus beeindruckend, auch wenn es im Vergleich zum Vorbild, der Kameraführung bei modernen Verfilmungen, aufgesetzt und unwirklich erscheint. Geschosse wurden in Matrix-Manier mit einer Spur versehen, wodurch einerseits das Zielen leichter fällt, andererseits der grafische Aspekt ebenfalls nicht zu kurz kommt. Störend fällt eigentlich nur der oft verwendete Plastiklook auf, der vor allem bei metallischen Oberflächen ein wenig an der Authentizität kratzt.
Der Sound ist in allen Bereichen stimmig und die Synchronsprecher überzeugen durch eine glaubwürdige Sprachausgabe, die ebenfalls zum Spiel passt. Steuerungstechnisch unterscheidet sich der Titel so gut wie gar nicht von anderen Ego-Shootern.
Multiplayergeplänkel
Der Multiplayermodus zeigt sich aufgrund von vielerlei spielbarer Charaktere überraschend abwechslungsreich. So können zwischen 15 verschiedenen menschlichen Modellen und sieben unterschiedlichen Darklings gewählt werden, ein Shapeshifter der bei Knopfdruck zwischen den beiden hin und herwechseln kann, bringt zusätzlich Spannung in die Onlinegefechte. Auf sechs Karten sollen weiterhin die Modi Deathmatch, Team Deathmatch, Capture The Flag und Survivor überzeugen.
Ersteindruck
The Darkness erwies sich beim ersten Anspielen als überaus beeindruckend und viel versprechend. Angefangen von der Story bis hin zum gelungenen Gameplay fesselte uns Einiges an diesen Titel; vor allen Dingen jedoch die düstere Atmosphäre überzeugte. Grafisch müssen hier und da einige Abstriche gemacht werden, doch dem positiven Eindruck schadet dies nicht wirklich.Kaum abzusehen ist indes die Gewaltdarstellung in der lokalisierten deutschen Version. Zwar bemüht sich der Entwickler eigenen Angaben nach um eine entschärfte Fassung, eine Freigabe unter 18 Jahren ist aber dennoch unwahrscheinlich.
![The Darkness [X360 , looki.de]](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/justgamers/20080104/17/970054757.jpg)
![The Darkness [X360 , looki.de]](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/justgamers/20080104/17/4128024709.jpg)
![The Darkness [X360 , looki.de]](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/justgamers/20080104/17/1964979511.jpg)
![The Darkness [X360 , looki.de]](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/justgamers/20080104/17/1066640688.jpg)
![The Darkness [X360 , looki.de]](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/justgamers/20080104/17/43686141.jpg)
![The Darkness [X360 , looki.de]](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/justgamers/20080104/17/3658684997.jpg)
![The Darkness [X360 , looki.de]](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/justgamers/20080104/17/328887840.jpg)
![The Darkness [X360 , looki.de]](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/justgamers/20080104/17/609658580.jpg)
![The Darkness [X360 , looki.de]](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/justgamers/20080104/17/1834639138.jpg)