Tom Clancy's HAWX
Das Tom Clancy-Franchise wächst und wächst. Nachdem die Rabauken des Rainbow Six- und des Ghost-Teams in der letzten Teilen weitestgehend formidabel abschneiden konnte, erweckt Ubisoft nun endlich neue Spiele zum Leben. Neben des Strategiespiels Endwar möchte man nun völlig neue Wege betreten. Mit Tom Clancys HAWX begibt man sich erstmals in die Lüfte. Auf den diesjährigen Ubidays konnten wir erste Testflüge wagen und waren positiv überrascht. Alles Weitere lest ihr in unserer ersten Vorschau zu HAWX!
Seit dem Sprung in dritte Dimension regiert ein scheinbar unbezwingbarer Raubvogel den Videospielhimmel. Die Rede ist natürlich von Namcos beliebter Ace Combat-Serie, die vor nicht allzu langer Zeit erfolgreich auf der Xbox 360 fortgesetzt wurde. Und ja, HAWX ähnelt dem Spiel auf den ersten Blick enorm. Wer aber genauer hinschaut, wird bemerken, dass HAWX sich durch einige coole Features spielerisch von besagtem Spiel abhebt. Im Kern stellt das Spiel aber ebenfalls keine echte Simulation, sondern ein doch recht arcadelastiges Flugkampfspiel dar, welches allerdings nicht in einer fiktiven Welt spielt wie Ace Combat. Ubisoft verspricht die realen Schauplätze wie beispielsweise das in der von uns gespielten Fassung dargestellte Rio De Janeiro so gut wie möglich umzusetzen.
Anhand von Satteliten-Daten, die die Entwickler nutzen, scheint dies wirklich gut zu gelingen. Soweit wir es bislang sagen können, sind sie auf dem besten Weg, die Locations tatsächlich nahezu 1:1 einzufangen. Das Resultat sieht wirklich atemberaubend gut aus und geizt nicht mit Details. Davon ab wird HAWX der erste Tom Clancy-Titel sein, der die Geschichten verschiedener Franchises miteinander verknüpft. So müsst ihr beispielsweise Scott Mitchell aus Ghost Recon Advanced Warfighter aus der Luft unterstützen, wie schon im ersten Trailer gesehen.
Wer schon mal Ace Combat gespielt hat, wird sich auch in HAWX (High-Altitude Warfare Experimental Squadron) schnell zurechtfinden. Im Gegensatz zu anderen Flugkampfspielen könnt ihr hier aber auf das so genannte ERS System zurückgreifen, welches euch bei euren Flugmanöver tatkräftig zur Seite steht. Ihr kennt das sicherlich: Ihr verwickelt euch in einen Dogfight und wollt euren Gegner schnellstmöglich vom Himmel holen, oftmals düst ihr dabei aber meist planlos umher, nur um ihn dann irgendwann endlich im Fadenkreuz zu haben. ERS berechnet den besten Flugweg, um den Gegner ins Visier zu kriegen, und stellt euch diesen in Form eines digitalen Lichttunnels dar.
Folgt ihr dieser Route, hängt ihr eurem hilflosen Gegner gekonnt im Nacken und könnt ihm eure Raketen hinterher jagen. Ebenso verhält es sich mit Bodenzielen. Hier lotst euch das System zuerst in Schwindel erregende Höhen, um euch anschließend frontal auf den Boden zu preschen zu lassen und euer Ziel so perfekt anvisieren zu können. Sieht cool aus, macht Laune!
Der Flugassistent schränkt euch allerdings auch ein wenig ein. Werdet ihr selbst zum Ziel, solltet ihr diesen abschalten. Erst einmal abgeschaltet, ändert sich die Kameraperspektive und ihr seht euren Fighter aus weiter Ferne und habt so genügend Übersicht, um feindlichen Raketen mit gekonnten Manövern auszuweichen. Erst mit ausgeschalteten ERS könnt ihr dann auch coole Airdrifts hinlegen, um besonders enge Kurven zu fiegen. Dafür müsst ihr kurz auf die Airbrakes treten und nach oben ziehen. Euer Jet wird eine schnelle Wende hinlegen und ihr die Kurve kratzen. Hier muss aber darauf aufgepasst werden, den Boost nicht zu lange außer Acht zu lassen, da ihr euern Jet ansonsten schnell abwürgt.
Habt ihr erstmal den Dreh raus, ist dieses Manöver zuverlässig, rettet euch häufig die Haut und ist dadurch unabkömmlich. Ihr seht schon, beide Flugmodi haben ihre Vor- und Nachteile und ergänzen sich perfekt.
In dern von uns angespielten Version des Spiels bekamen wir es mit Panzern, Bombern und jeder Menge MIGs zu tun. Das Hauptmissionsziel bestand darin, Erstere auszuschalten. Wer sich aber nur damit beschäftigt, die eigentlichen Ziele auszuschalten und die MIGs außer Acht lässt, wird schnell mehr damit beschäftigt sein, einem ganzen Schwarm feindlicher Raketen ausweichen zu müssen. Um selbst ein Ziel anzuvisieren, müsst ihr euer Fadenkreuz nur lange genug in der Nähe des entsprechenden halten und anschließend abdrücken. Während unserer Gefechte konnten wir neben einer recht schwachen Bordkanone sowie Hitze suchender Raketen noch auf einige Supermissiles, die gleich mehrere Zeile gleichzeitig anvisieren können, zurückgreifen.
Während eurer Gefechte könnt ihr natürlich auch auf die Unterstützung eurer Flügelmänner setzen. Via D-Pad gebt ihr ihnen simple Befehle, die diese dann umgehend umsetzen. Wir haben uns während der Präsentation gefragt, ob es nicht sinnvoll wäre, die Befehle mit einem Voice-Command-System zu ermöglichen, schließlich setzt EndWar ja schon voll und ganz auf dieses Feature und HAWX wird ja parallel produziert. Letztlich rückten die Entwickler auch damit raus, dass man das Feature im fertigen Spiel auf jeden Fall anbieten werde, nicht nur aus Gründen der komfortablen Handhabung. Stichwort Handhabung: Ubisoft kündete bereits an, dass pünktlich zum Release von HAWX ein passender Flightstick veröffentlicht werden soll. Der bereits erhältlich Stick für Ace Combat wird aber kompatibel sein.
Die grafische Präsentation war bereits jetzt schon erhaben und entzückte mit sehr hübschen Rauch- und Explosionseffekten.
Die Framerate lag dabei konstant bei 60 Frames, egal wie viel sich auch gerade auf dem Bildschirm abspielte. Einzig einige der Bodentexturen erschienen bei näherer Betrachtung ein wenig verwaschen, aber die meiste Zeit ist man in HAWX sowieso damit beschäftigt, seine Kämpfe in weitaus höheren Sphären auszufechten, also kein Beinbruch. Was die Entwickler allerdings noch einmal überarbeiten sollten, sind die Radarfunktionen und die Markierungen der Ziele, bei denen ihr gar nicht zwischen Haupt- und anderen Zielen unterscheiden könnt. Davon ab war es schön zu hören, dass sich insgesamt 50 lizenzierte Feuervögel im Spiel wieder finden werden, welche ihr in 17 prallgefüllten Missionen bändigen dürft. Auch ein Multiplayer-Modus samt Coop ist geplant.
Konkrete Details sollen aber zu einem späteren Zeitpunkt angegeben werden. Warten wirs ab. Fest steht allerdings, dass sich Fans des Genres den Titel schon einmal unbedingt vormerken sollten!
Ersteindruck
Ich bin wirklich überrascht von HAWX. Während der Pressekonferenz war ich einerseits sehr froh, ein völlig neues Tom Clancy-Spiel zu sehen, andererseits aber auch skeptisch, ob HAWX dem Franchise auch wirklich zu Gute kommen wird. Nachdem ich dann aber selbst Hand angelegt hatte, verpufften alle Zweifel und ich kam zu folgendem Schluss: HAWX rockt! Die Grafik ist superb, der Sound überzeugt und die Action am Himmel entzückend. Ich hoffe nur, dass Ubisoft dem Spiel genügend Abwechslung in Sachen Missionsdesign verpasst. Die Zeichen für den nächsten Hit aus dem Hause Tom Clancy stehen aber schon jetzt mehr als gut.

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