Ace Combat 6: Fires of Liberation

Review
Plattform
XBOX 360
Vertrieb
Atari
Entwickler
Namco
Erscheinungsdatum
-
Genre
Simulation
USK
12
Ace Combat 6: Fires of Liberation [X360 , looki.de]

Gesamtwertung

85%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

Ace Combat 6: Fires of Liberation

Die Ace Combat-Reihe hat ihren Ursprung auf der PlayStation. Sage und schreibe fünf Teile, von den Handheld-Fassungen mal abgesehen, fanden ihren Weg auf Sonys Konsole. Umso verwunderlicher ist es, dass der neuste Teil exklusiv für die Xbox 360 erschienen ist. Die Merkmale? Eine extrem realistische grafische Darstellung, actionreiche Fluggefechte und ein umfangreicher Multiplayer-Modus. Klingt nach einem gelungenen Paket, oder? Ob dem auch wirklich so ist, klären wir in unserem Test.

Matiiiildaaa! Komma beie Mudda bei!

Was wäre ein gutes Flight-Action-Spiel ohne eine gute Story? Richtig, noch immer ein gutes Flight-Action-Spiel. Daher sei den Entwickler verziehen, dass ihr Versuch, dem Titel eine mitreißende Geschichte aufzusetzen, gründlich misslungen ist. Um es grob anzukratzen: Zwischen den beiden fiktiven Staaten Emmeria (den Guten) und Estovakia (den Bösen) tobt Krieg. Eines Tages wird Gracemaria, die Hauptstadt Emmerias, angegriffen und der Konflikt eskaliert. Die Menschen sind zur Flucht gezwungen, die Stadt liegt im Chaos und während ihr euch daran macht, dem Krieg mit euren Flugkünsten ein Ende zu setzen, werdet ihr zwischen den Mission mit aus dem Zusammenhang des eigentlichen Spielgeschehens gerissenen Sequenzen bei Laune gehalten.

Sequenzen, in denen euch die Einzelschicksale einer jungen Mutter, die auf der Suche nach ihrer todgeglaubten Tochter Matilda ist, oder beispielsweise eines feindlichen Offiziers nahe gelegt werden. Und auch wenn die grafische Aufmachung dieser Szenen sehr gut geworden ist, verfliegt das Interesse die Geschichte zu verfolgen sehr schnell und kann dem Spieler mit ihrem zwanghaften Druck auf die Tränendrüse sogar auf den Geist gehen. Aber sei’s drum, was zählt ist das eigentliche Spiel und gerade hier kann Ace Combat 6 ordentlich punkten.

Die Reihe wollte niemals als ernsthafte Flugsimulation gesehen werden und diesem Motto blieb sie auch im neusten Teil treu. Mit Leichtigkeit vollführt ihr hier die gewagtesten Manöver, jagt euren Feinden hunderte von Raketen hinterher und holt gleich Dutzende von ihnen vom Himmel. Insofern ihr jemals eine Flugsimulation in der Hand gehabt, dürftet ihr keinerlei Probleme mit der Steuerung haben, denn diese geht direkt sehr locker von der Hand, da ist das umfangreiche Tutorial, welches im Spiel enthalten ist, schon fast als überflüssig zu bezeichnen.

Ihr rollt euren Jet mit Bewegungen auf dem linken Stick. Mit dem rechten Stick könnt ihr nach Belieben umsehen und so die grandiose Aussicht genießen, die wahrlich ihres Gleichen sucht.

Dazu stehen euch drei verschiedene Kameraperspektiven zur Verfügung. Die beiden Bumper lassen euren Flieger leichte Kurven fliegen, um ihn so präzise auszurichten. Mit den Triggern könnt ihr euren Schub regulieren. Drückt ihr beide zur gleichen Zeit, könnt ihr zu einer extra engen Kurve, der so genannten High-G-Kurve ansetzen. Auf diese Weise könnt ihr feindliche Flugzeuge in Dogfights besser verfolgen oder Raketen abwimmeln. Allerdings solltet ihr stets darauf achten, dass ihr bei diesen Kurven starke Geschwindigkeitsverluste in Kauf nehmen müsst und es schnell zum Stall kommen kann. Gerade bei geringer Höhe kann dies schnell zum ungewollten Einschlag auf der nächsten Wiese ein, auf der ihr dann mit der netten Kuh von nebenan kniffeln könnt. Kommt es tatsächlich mal vor, dass ihr den Überblick verliert, könnt ihr einen Autopiloten mit Druck auf beide Bumper aktivieren um euren Flieger auszurichten. Die Facebuttons lassen euch durch eure Ziele schalten, das Radar vergrößern und natürlich Feuern. Darüber hinaus könnt ihr euren Flügelmänner mit dem Digipad Anweisungen geben, dazu aber später mehr.

Nach den ersten paar der rund 15 Missionen könnt ihr in neue Jets investieren. So bekommt ihr neben des Standardfliegers F-16C unter anderem noch die Steuerknüppel eines Tornado, einer A-10, einer F-22 und vielen mehr zwischen die Finger.

Die Maschinen unterscheiden sich nicht nur in Punkto Manövrierfähigkeit und Geschwindigkeit voneinander, sondern sind je nach Typ besser für Luft-Boden- oder Luft-Luft-Einsätze geeignet. Das lädt zum Testen ein und erhöht die Motivation, eine Mission mit einem anderen Blechvogel anzugehen, angenehm an. Zwischen den Missionen könnt ihr euch und euren Flügelmann getrennt mit verschiedenen Raketen bestücken, um so effektiver gegen die feindlichen Fliegerasse vorzugehen.

Neben Standard-Raketenkost habt ihr immer einen dicken Satz an Spezialgeschossen dabei, mit denen sich beispielsweise gleich mehrere Ziele ins Visier nehmen lassen. Habt ihr es während der Mission tatsächlich geschafft, auch die letzte euer gut 100 Raketen abzufeuern, könnt ihr jederzeit wieder zurück zum Stützpunkt begeben, um euch wieder aufzuladen und Schäden zu reparieren. Hierbei könnt ihr wählen, ob ihr selber zur Landung ansetzen möchtet oder die Sequenz überspringen und euch schnell wieder ins Kampfgetümmel werfen möchtet. Während eurer Einsätze seid ihr keineswegs auf euch allein gestellt. Euer treuer Flügelmann ist stets für einen Abschuss gut und daher ist es im Eifer des Gefechts ratsam, ihm den entsprechenden Befehl zu geben. Dafür genügt ein Druck auf das Digipad und schon greift er das von euch anvisierte Ziel an oder gibt euch Deckung.

Weiterhin könnt ihr euch das so genannte EMF befreundeter Einheiten zu Nutze machen, was die Präzision euer Raketen innerhalb eines gewissen Radius erhöht.

Während ihr euch anfangs noch durch relativ solide Actionkost ballert, geht es spätestens ab der zweiten Hälfte so richtig ab. Die Entwickler haben in Hinsicht des stetig steigenden Schwierigkeitsgrads sehr gute Arbeit geleistet. Nicht nur, dass die Feinde euch viel häufiger zu noch mehr Schwindel erregenden Dogfights herausfordern, ihr bekommt es später mit wahren Festungen der fliegenden Art zu tun, die euch mit Raketen derart einheizen, dass man manchmal den Boden vor lauter Geschossen kaum sehen kann. Dabei bleibt das Spiel allerdings immer fair und Frust kommt aufgrund der verfügbaren Checkpoints nur selten auf. Die bekommt ihr, wenn ihr eine der gegebenen Operation absolviert habt. Diese Missionsziele lassen sich dabei ganz individuell angehen.

Aus grafischer Sicht wird euch gerade aus großer Höhe einiges geboten. Neben den liebevoll gestalteten Wolken, den sehr schönen Rauchschwaden, die abgefeuerte Raketen nach sich ziehen, sind es vor allem die unglaublich detaillierten Flugzeuge und die fast schon photorealistischen Landschaften, die euch verzaubern. Hier müsst ihr wirklich zweimal hinschauen, um euch davon zu überzeugen, dass dies wirklich Ingame-Szenen sind, die sich vor euch abspielen. Auch die Explosionen sind mehr als gelungen und gerade wenn sich eine der dicken, fliegenden Festungen spektakulär in ihre Bestandteile auflöst, ist das schon überwältigend.

Die Framerate bleibt auch im übelsten Raketenchaos stabil. Einziger Wehmutstropfen sind die manchmal verwaschenen Bodentexturen, wenn nah ihr über der Oberfläche fliegt. Die akustische Untermalung kann allerdings in jeglicher Hinsicht punkten und verwöhnt eure Ohren mit satten Explosionsgeräuschen. Die eigentlich sehr guten, wenn auch lediglich englischen, Funksprüche eurer Kameraden gehen während der Gefechte allerdings manchmal etwas unter. Auch auf die eingeblendeten Untertitel kann man sich nur in den seltensten Fällen konzentrieren – Man ist einfach zu sehr mit der Action beschäftigt, sprich, man Besseres zu tun.

Auf in den Online-Himmel

Wer sich durch die rund zehn Stunden Flugaction geballert hat, braucht sich nicht zu ärgern, denn erstmals dürfen sich Hobbypiloten auch online im gelungenen Multiplayer-Modus austoben. Dieser motiviert mit einem ansprechenden Rangsystem sowie einer Vielzahl an verschiedenen Modi, die ihr auf 13 Karten mit bis zu 16 Spielern in Angriff nehmen könnt. Ihr habt die Wahl zwischen Battle Royal, in welchem jeder gegen jeden ins Gefecht zieht, einem Standard-Team Death-Match-Modus oder einem Modus, in dem ein Team versuchen muss, gegnerische Stellungen zu vernichten, während der Gegner dies logischerweise verhindern muss. Ebenfalls richtig gelungen ist der Koop.Modus, in welchem ihr die Missionen der Hauptkampagne mit bis zu drei Mitspielern angehen könnt. Wer mag, kann dem Marktplatz einen Besuch abstatten, um sich neue Flugzeuge, Skins für seinen Flieger (es gibt einen Flugzeug-Editor) und neue Karten herunterladen kann.

Fazit

Wer auf Flugzeug-Action steht, wird Ace Combat 6 lieben. Anfangs denkt man, dass das Spiel eintönig werden könnte, allerdings haben es die Entwickler geschafft, dass jede Mission noch intensiver abläuft, als die vorherige. So habt ihr anfangs noch die Möglichkeit, euch an der formidablen grafischen Kulisse zu ergötzen und mit der eingängigen Steuerung vertraut zu machen, um dann entspannt einen Haufen wirklich sehr intensiver Mission durchzustehen. Die Story wirkt zwar doch schon sehr aufgesetzt und teilweise unpassend, die einzelnen Missionen sind aber schon dramatisch und gleichzeitig motivierend genug, als das man dem Spiel dafür irgendwelche Vorwürfe machen könnte. Besonders angetan war ich von dem Online-Multiplayer-Mode, der unerwartet lange motivieren kann. Gerade mit Freunden im Koop-Modus grandios. Ace Combat 6 stellt einen mehr als gelungenen Einstand auf der Xbox 360 sowie den bislang klar besten Teil der Serie dar und könnte auch Flugzeug-Muffeln viel Spaß machen. Unbedingt mal anspielen!

Ace Combat 6: Fires of Liberation [X360 , looki.de]

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