Armored Core for Answer

Review
Plattform
XBOX 360
Vertrieb
Ubisoft
Entwickler
From Software
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
12
Armored Core for Answer

Gesamtwertung

71 %/10

Grafik

Ungenügend

Sound

8

Lanzeitspaß

7

Spieleinstieg

Ungenügend

Bedienung

8

Armored Core for Answer

In Japan erfreuen sich die Videospieler bevorzugt an Games, deren Thematik sich rund um die mächtigen Mechs, pilotierte Laufroboter, beschäftigt. So werden Spiele der Animeserie Gundam in Japan regelmäßig zu Verkaufsschlagern, Zone of the Enders hat auch in Europa eine große Fangemeinde erlangt und Armored Core geht ebenso seinen Weg in europäische Gefilde. Überraschenderweise kamen nun schon einige Armored Core-Spiele in Europa auf den Markt über den Vertrieb von Ubisoft. Armored Core for Answer ist das Sequel von Armored Core 4, welches jedoch nur in England offiziell einen PAL-Release hatte. Auf die Chronologie der Spieletitel dürft Ihr allerdings ohnehin nichts geben. Denn Amored Core for Answer ist nicht der fünfte Teil der Serie, sondern mittlerweile schon der 13. Ableger. Im Vergleich zu den Mech-Serien Super Robot Taisen und Gundam, ist Armored Core allerdings noch eine sehr junge und kleine Videospiel-Reihe.

Wieso wir das so sehr hervorheben? Mech-Spiele besitzen zurecht selbst unter Videospielern einen gewissen Freakstatus. Zwischen den verschiedenen Spielen finden sich meist so wenige Fortschritte, dass nur Kenner aller dieser Spiele handfeste Unterschiede ausmachen können. Die Entwickler feilen nur dezent am Gameplay, weswegen viele dieser Mech-Simulationen nach all den Jahren sehr angestaubt wirken. Ähnlich ist das auch bei Armored Core for Answer. Die DVD das erste mal ins Laufwerk geschoben und das Menü erblickt, haben wir unser erstes Deja-vue.

Die einzelnen Menüpunkte sind fast 1:1 von Armored Core 4 übernommen worden. Auch beim Gameplay hat sich nicht viel getan, aber erst einmal der Reihe nach.

Namenloser Held

Zwei Supermächte kämpfen gegeneinander mit ihren Superwaffen namens "Arm Forts". Die "League Corporations" haben die verdreckte Erde verlassen und leben nun mit der gesamten Infrastruktur auf Plattformen über den Wolken, wo die Luft noch sauber ist. Die Widerstandsgruppe ORCA ist gezwungen auf der verschmutzten Planetenoberfläche zu bleiben. Ihr habt als Pilot eines NEXTs, so werden die großen Mechs genannt, nun die Wahl für eine der beiden Seiten einzustehen, denn als Söldner seid Ihr unparteiisch.

Ihr kämpft für eine der Parteien und erfüllt Missionen, um das nötige Kleingeld zu erhalten den großen Kampfroboter auszubauen. Anfangs habt Ihr nur einen Standardmech, aber mit diesem Basis-Laufroboter lässt sich später allerhand anstellen, denn Eure Bezahlung erlaubt den Kauf wertvoller Upgrades. Hier wird der Traum eines jeden Mech-Fans wahr.

Ihr könnt aus etwa 400 freischaltbaren Teilen für den Roboter wählen und Ihn genau so aufbauen, wie Ihr gerade Lust habt und Euer Geldbeutel es zulässt. Jedes noch so kleine Teil könnt Ihr in den Tuning-Optionen auswählen, einzeln färben und mit Bildern bekleben oder gegen ein hochwertigere Gegenstände austauschen. Wollt Ihr einen eher schnellen und wendigen NEXT? Kein Problem, leichte Rüstungen können genauso gekauft werden, wie schwere Panzerungen. Armored Core for Answer setzt hierbei auf Realismus.

Eine dicke Schutzpanzerung verlangsamt Euren NEXT zwar, Ihr haltet aber auch wesentlich mehr Schaden aus. Und Eure Gegner haben es wirklich in sich. Die feindlichen Arm Forts sind groß wie ganze Städte und stehen unheilvoll auf der zerstörten Erde. Wenn Ihr mit Eurem Mech einen neuen Auftrag bekommen habt und am Horizont eines dieser riesigen Ungetüme erblickt, kann der Arsch schon einmal auf Grundeis gehen, denn Ihr seid in der Regel völlig auf Euch allein gestellt. Ein winziger Mech gegen eine Flotte Arm Forts ist keine einfache Aufgabe. Der Schwierigkeitsgrad ist entsprechend hoch. Leider sind die Missionen im Vergleich so unterschiedlich wie zwei Hausfliegen. Das Setting variiert zwar, aber die Aufgabe ist dennoch immer gleich : Zerstöre das markierte Ziel.

Wie Ihr das anstellt, ist Euch völlig selbst überlassen und meistens auf die immer wieder gleiche Art erledigt. Feindlichen Geschützen ausweichen, diese zerstören und das Hauptziel abschießen. Die Missionen sind auch sehr kurz gehalten worden. Manchmal fliegt Ihr über riesige Schlachtfelder in Wüstengegenden, das andere Mal dürft Ihr durch recht lange Tunnelsysteme laufen. Allen gemein ist in jedem Fall, dass sie gespickt mit Gegnern sind. Umso besser Ihr einen Auftrag erfüllt, das heißt, je weniger Munition Ihr verballert und umso weniger Schaden Ihr einsteckt, umso höher ist Eure Gage am Ende. Denn der Munitionshaushalt und die Reparaturkosten Eures Mechs werden aus Eurer eigenen Tasche bezahlt. Was übrig bleibt, wird natürlich in die Kampfmaschine investiert. Wem es an Geld mangelt, weil er zu viel Risiko in den Missionen eingeht und seinen NEXT somit kaum ausbauen kann, der begibt sich zur Arena und kämpft gegen einen von 30 Gegnern. Hier gibt es meistens recht leicht verdientes Geld, auch wenn die Feinde natürlich hartnäckig sind. Aber für eine dicke Bazooka auf der Schulter des Roboters tut man schon so einiges. Die Arenakämpfe dürft Ihr auch gegen Freunde Online bestreiten.

Armored Core for Answer richtet sich auf jeden Fall wieder an Fans des Genres. Die Steuerung ist extrem komplex und benötigt vor allem für Anfänger etwas Eingewöhnungszeit.

Im Tuning-Menü erschlägt das Spiel Euch mit Zahlenstatistiken, die sicherlich auch alle irgendeine Bedeutung haben, aber wenn man sich nicht gerade mehrere Stunden hinein arbeitet, wird man derer nicht unbedingt ersichtlich.

Die Missionen sind fast nur Beiwerk, da man größtenteils an seinem Mech bastelt und optimiert. Deutlich wird das auch darin, dass es kaum eine Story mit Charakteren gibt, die Euch kümmert. Der Spielcharakter ist ohnehin namenlos, stumm und ungesehen und auch die Charaktere, gegen die Ihr kämpft oder an Board des Mechs als Koordinator habt, lassen Euch völlig kalt. Die Spielwelt selbst ist auch nicht detailliert ausgestaltet worden und hinterlässt nur einen sterilen kühlen Eindruck. Die Mechs selbst sind wieder einmal im Mittelpunkt. Sie sind dermaßen liebevoll dargestellt worden und das Design durchdacht bis ins kleinste Detail, dass Fans das Herz aufgeht. Wenn die Grafik von Objekten in den Levels ähnlich detailliert wäre, hätte man hier eine tolle Grafikdemo.

Das was die Mechs aber an grafischen Highlights bieten, fehlt der Levelarchitektur an allen Ecken. Es ist bemerkenswert, wie viele verschiedene Grauabstufungen es bei Armored Core: for Answer in die Maps schaffen, darüber hinaus aber scheinbar keine anderen Farben existieren. Seit der PS2-Spiele hat sich grafisch jedenfalls nicht viel getan, was die weitläufigen Levels anbelangt. Gelegentlich gerät Euer Mech auch etwas ins Ruckeln, auch wenn die Framerate nie so in die Knie geht, dass Armored Core for Answer unspielbar wird. Der Soundtrack ist klanglich wunderbar gelungen. Die vollorchestralen Tracks, die teilweise in den Stages mit Gesang aufwarten, passen sehr gut zum Geschehen und treiben Euch zu neuen Höchstleistungen an.

In den Menüs kommt Endzeitstimmung auf, da Streicher auf das Gemüt schlagen. Ein paar mehr Songs hätte es dennoch geben dürfen. Die englische Synchronisation orientiert sich stark am japanischen Original und weiß zu gefallen.

Fazit

Armored Core for Answer ist auf jeden Fall eher was für Fans von Mechs. Das eintönige Missionsdesign drückt den Spielspaß leider gehörig, weil Euch häufig einfach nur gesagt wird "zerstöre die Flotte" oder "zerstöre den feindlichen Mech". Egal gegen was Ihr als Söldner eingesetzt werdet, es spielt sich immer gleich. Eigentlich sind die Missionen aber auch nur ein Mittel zum Zweck um ein Vermögen für neue Ausrüstung anzuhäufen. Und hier kann man seiner Fantasie wirklich freien Lauf lassen. Wenn Ihr mögt, könnt Ihr Euren NEXT in den wildesten Farben einfärben, egal ob neonpink oder tarnfarben. Möglich ist das alles. Ellenlange Statistiken können jedes Detail Eures Laufroboters offenlegen. Wem das wie nützt, ist fraglich. Technikfreaks werden allerdings Ihre helle Freude an dem Detailreichtum bezüglich des Zusammenbaus der Roboter haben. Wenn jetzt noch die Ingame-Grafik überarbeitet würde und die Missionen etwas individueller wären, könnte man Action-Fans Armored Core for Answer sehr ans Herz legen. So wie es derzeit ist, bleibt es eine Spielerei für Fans der japanischen Kampfroboter.

Armored Core for Answer

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