Gesamtwertung79 %/10 |
Grafik8 Sound9 |
LanzeitspaßUngenügend Spieleinstieg9 |
Bedienung8 |
Schaut man sich die Auswahl der im Laufe der Jahre verfügbaren Arcade-Titel an, muss man ganz klar sagen, dass das Konzept der Entwickler durchaus aufgegangen ist. Hat man zu Beginn nämlich vorerst Wert auf verdammt alte Spieleklassiker gelegt, wurden die digital angebotenen Titel mit der Zeit immer größer und hübscher, so dass mittlerweile immer mehr Leute zugreifen. Natürlich haben die Arcade-Titel nur in seltenen Fällen das Ausmaß eines Vollpreisspiels angenommen, das neue Battlefield 1943 könnte auf den ersten Blick eines sein. Mit seiner hübschen Optik und packendem Gameplay lässt sich schon jetzt sagen, dass Battlefield 1943 DER Vorzeigetitel in Sachen Arcadegames ist.
Im Grunde handelt es sich bei Battlefield 1943 um einen Ableger des im Jahre 2002 erschienenen Originals BF 1942. Der Umfang wurde auf vier Maps und einen Spielmodus (Conquest) beschränkt. Zwei Fraktionen - Die Amerikaner und die Japaner - versuchen, auf der Karte verteilte Posten einzunehmen und zu halten. Sobald eine Fraktion weniger Posten im Besitz hat als der Gegner, werden Verstärkungstickets abgezogen.
Sind diese aufgebraucht, ist das Match vorbei. Um schneller ans Ziel zu kommen, verfügen beide Fraktionen über mehrere Fahrzeuge wie Jeeps und Panzer. Und auch Boote sowie Flugzeuge sind typischerweise mit an Bord. Neben der zwar sehr großen, aber dennoch nur wenigen Maps wurden aber auch hinsichtlich des restlichen Umfangs Abstriche gemacht. Es gibt lediglich 3 Klassen und das Spiel lässt sich nur mit maximal 24 Spielern spielen. Doch im Prinzip möchte Entwickler DICE auch gar nicht mit der Größe des Originals oder der Konkurrenz mithalten, sondern ein Battlefield ins Rennen werfen, das für jedermann zugänglich und schnell zu erlernen ist. Für den einen oder anderen dürfte dieses Konzept zwar nicht die Erfüllung aller Träume sein, doch akzeptiert man, dass es sich hier lediglich um ein Arcadespiel handelt, erkennt man schnell, dass das Konzept aufgeht. Das Spiel macht einfach Spaß!
Das liegt vor allem daran, dass sich der Titel durch die aktuelle Version der verwendeten Frostbite Engine in einem frischen und modernen Look präsentiert. Die bekannten Maps zeigen sich im neuen Glanz.
Auf den ersten Blick mag man kaum glauben, dass es sich hier um einen Download-Titel handelt. Die Umgebungen beeindrucken mit einer enormen Weitsicht, wunderschönen Lichteffekten, scharfen Texturen und jeder Menge bombastischer Explosionen. Einbrüche in der Bildrate verzeichnet man nur sehr selten. Sehr schön! Wie schon in Battlefield: Bad Company lassen sich Gebäude oder Zäune und andere schützende Barrieren auseinandernehmen und in die Luft jagen.
Das Ausmaß der Zerstörung übertrifft sogar das aus Bad Company. Gebäude lassen sich nun komplett zum Einsturz bringen. Auch das sorgt für frischen Wind im Battlefield-Alltag. Schließlich stellen Gebäude nun keinen undurchdringbaren Schutzwall gegen Panzer und Bombenangriffe mehr dar. Um dem entgegenzuwirken, hat jede der drei Klassen, die sich in Scharfschütze, Soldat und Schütze unterteilen, verschiedene Knallkörper im Gepäck. Einen Medic oder einen Engineer gibt es nicht mehr. Jede Klasse verfügt über unendlich viel Munition und über sich regenerierende Gesundheit. Aufgrund dieser Tatsache wird allerdings eines sehr deutlich und man muss es einfach klar sagen: Der Teamaspekt in Battlefield 1943 kann in keinerlei Weise mit dem Vorbild mithalten. Regenerierende Gesundheit mag in modernen Shootern eine sehr gute Sache sein, in Multiplayer-Shootern wie der Battlefield-Reihe schadet sie aber dem Zusammenspiel im Team.
Aufgrund der Tatsache, dass jeder Spieler auch alleine prinzipiell wunderbar zurechtkommt, wird die taktische Komponente hinsichtlich der Klassenverteilung und des Vorgehens im Team stark vernachlässigt. Jede Menge "Einsame Wölfe" sind die Folge. Natürlich hat man noch immer einen Vorteil, wenn man klug zusammenspielt, und die Squad-Funktion, mit welcher man kleine Teams bilden und nach dem Bildschirmtod beim Kameraden respawnen kann, deutet in die richtige Richtung, dennoch wird der Tiefgang des Originals bei Weitem nicht erreicht. Dadurch schlägt BF 1943 eine Kerbe ein, die den Fans der Reihe wahrscheinlich eher nicht schmecken dürfte.
Spaß macht das Ganze aber dennoch - Wenn man sich gemütlich auf der Couch zurücklehnen und ein paar brachiale Schlachten mit Freunden um die Ohren hauen will, ist Battlefield 1943 genau das Richtige. Man ist schnell mitten im Geschehen und findet sich auch als Neuling schnell zurecht. Durch ein nettes Rangsystem werden die ersten Erfolge auch sofort belohnt. Neue Waffen oder Equipment kann man allerdings nicht freischalten. Schade.
Aktuell kämpft DICE noch mit dem hohen Andrang und den dadurch überlasteten Servern. Unser Test beruht auf einer ausführlichen Spielsession noch vor dem Release des Spiels. Der Netcode war zu diesem Zeitpunkt hervorragend und Lags haben wir nur sehr selten feststellen können.
Insgesamt muss man sagen, dass sich Battlefield 1943 sehr gut spielt und anfangs sogar zu begeistern weiß, je länger man sich jedoch mit dem Titel beschäftigt, desto mehr fällt auf, dass man sich hier nur auf Grundlegendes beschränkt hat, und man verspürt schnell den Wunsch nach mehr Tiefgang. Das Fehlen einiger obligatorischer Klassen und die Entscheidung für unendliche Munition und sich regenerierender Gesundheit tragen ebenfalls dazu bei, dass der Teamaspekt in Battlefield 1943 ziemlich in Mitleidenschaft gerissen wird. Und trotz all der negativen Punkte, die man dem Spiel ankreiden könnte, muss man sich immer darüber im Klaren sein, dass es sich hier nicht um einen waschechten Nachfolger der Reihe oder einen Vollpreistitel, sondern um ein Arcade-Spiel handelt und BF1943 als solches viele der via Xbox Live Arcade und PlayStation Network angebotenen Titel und sogar manches Vollpreisspiel locker aussticht.
Man kann sich als Fan der Reihe noch so sehr aufregen, dass man die Maps ja schon kennt und der Preis daher nicht angebracht sei - was am Ende des Tages zählt, ist nur eines: Der Spielspaß. Und Spaß macht Battlefield 1943 definitiv. Die Schlachten werden durch die Frostbite Engine nicht nur optisch sehr schön in Szene gesetzt, sondern auch gleich noch durch das Feature der zerstörbaren Gebäude weiter verfeinert und es macht einfach Laune im Pazifik im alten Stil wieder auf den Putz zu hauen. Alte Battlefield-Veteranen schnuppern auf jeden Fall rein und machen sich selbst ein Bild, Freunde unkomplizierter Multiplayer-Shooter greifen direkt zu.
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Battlefield 1943 im Test.
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