Gesamtwertung79%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Als vor einigen Jahren Battlefield auf dem PC erschien, konnte der Titel aus dem Stand zahlreiche Awards und Fans für sich gewinnen. Innovatives Gameplay, interessante Locations und eine gute Grafik, wurden dem Titel bescheinigt. Nach Battlefield 1942 und Vietnam, erschien dann der alle Vorgänger in den Schatten stellende zweite Teil. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis einer der Multiplayer Egoshooter schlechthin von Electronic Arts auch für die Xbox 360 umgesetzt wird. Nach einigen Verschiebungen, steht der Titel nun in den Regalen und wurde von uns auf Herz und Nieren überprüft.
Was ist neu?
Oberflächlich betrachtet, sind das Gameplay und der Inhalt der Singleplayer Kampagne nahezu identisch mit der Xbox-Version. Wer den Titel auf der alten Xbox sein eigen nennt, überlegt zunächst einmal, ob sich eine Anschaffung lohnen könnte. Doch nicht nur das nette Gamerscore-Feature zeichnet die Next-Gen Fassung vor ihrem Pendant aus. Auch zahlreiche Neuerungen sollen den Titel auch für alte Fans der Reihe schmackhaft machen.
Kurz etwas zum Spielgeschehen, für all die, welche Battlefield noch nicht kennen: Während Unruhen in der ehemaligen Sowjetrepublik Kasachstan herrschen, landet eine UN-Truppe, unter Führung der US-Streitkräfte im Kriegsgebiet, um die Stabilität innerhalb des Staates wieder herzustellen. Aber auch die Chinesen spielen eine entscheidende Rolle und senden ihrerseits Truppen nach Kasachstan.
Innerhalb der 20 Missionen, wechselt ihr immer wieder zwischen den chinesischen und den amerikanischen Truppen und schlüpft in die Haut der Teammitglieder. Dabei werden die Missionen durch kurze Briefings und Befehlsübertragungen auf euer Headset zusammengehalten.
Ein besonderer Reiz der Xbox 360-Version liegt natürlich, wie auch bei den meisten anderen Titeln, auf dem Sammeln der Gamerscore Punkte. Um die Gamerscore Höchstzahl von 1000 Punkten zu erreichen, müsst ihr insgesamt nicht weniger als 46 Ziele erreichen. Die Herausforderungen sind dabei unterschiedlicher Natur: Mal sollt ihr in möglichst kurzer Zeit mit limitierter Munition eine gewisse Gegnerzahl eliminieren. Hierzu bedarf es einer äußerst präzisen Schusskunst. Ein anderes Mal müsst ihr mit verschiedenen Fahrzeugen vorgegebene Wegpunkte absolvieren, dabei euer Gefährt möglichst sauber auf der Strecke halten, und noch den einen oder anderen Gegner aus dem Feld räumen.
Diese Minimissionen abseits der eigentlichen Kampagne sind zum Teil recht unterhaltsam, wenn auch nicht sonderlich spektakulär in Szene gesetzt. Wählen dürft ihr unter fünf verschiedenen Charakteren. Der Sturmsoldat als Angriffsspitze ist bewaffnet mit Sturmgewehr, Granatgewehr, Pistole und verschiedenen Granaten. Als Scharfschütze seid ihr ein wichtiger Faktor in verschiedenen Missionen und rettet dank modernster Lasertechnik und einem äußerst ruhigen Finger so manches Mal eurem Team den Hintern.
Der Special Ops Soldat ist für Schleicheinsätze und Sabotage der beste Mann. Dank seiner Blendgranaten, kann er die Feinde kurzfristig ausschalten und euch den Rücken frei halten. Für Minen, Automissionen und durchschlagende Erfolge ist der Pionier der Fachmann am Werk. Last but not least bildet der Versorgungssoldat als Sani und Experte in Sachen Mörserschlägen das Rückgrat eurer Truppe.
Soviel zur grauen Theorie. Dummerweise macht euch die KI einen gehörigen Strich sowohl durch die diversen Neben-, als auch die eigentlichen Hauptmissionen. Die Gegner-KI ist teilweise so stark, dass sie euch mit einem Schuss aus enormer Distanz erwischen, während die Intelligenz der eigenen Männer ab und an zum Haare raufen ist. So kommt es vor, dass ihr bereits in der Mitte eines Levels als Einziger auf dem Schlachtfeld steht, während eure Mannen allesamt das Zeitliche gesegnet haben. Solche Schnitzer dürfen einfach nicht sein! Auch die Steuerung ist ein äußerst zweischneidiges Schwert. Zwar funktioniert das Zielen, dank Auto-Aim, recht präzise und das Team findet in der Regel seinen Weg. Doch ein beim Laufen permanent mitwippendes Gewehr, zahlreiche Clippingfehler und Probleme bei der Kollisionsabfrage sind störende Nebeneffekte, die ebenfalls hätten vermieden werden können.
Multiplayer? Eigentlich schon
Eigentlich lag und liegt der Focus von Battlefield 2: Modern Combat schon immer auf dem hervorragenden Online-Multiplayermodus. Wie gesagt: Eigentlich. Denn wo die PC-Version absolut punkten konnte, gerät Microsofts Next-Gen Konsole arg ins Schlingern. Zwar lobt die Xbox 360-Verpackung bis zu 24 Spieler parallel via Xbox-Live aus, doch haben wir in sämtlichen Sessions nicht ein einziges Mal auch nur annähernd so viele Spieler gefunden. Ab und an wurden sogar Mitspieler grundlos von den Servern gekickt und Lags waren nahezu an der Tagesordnung.
Wenn es dann mal klappt, erwarten euch große Maps mit den Aufgaben Capture the Flag und ,Conquest. Ranglistenspiele werden selbstverständlich ebenso unterstützt, wie Clans.
Dank diverser Fahrzeuge kommt ihr auf den Karten gut voran. So stehen euch zu eurer Verteidigung Helikopter, Panzer und auch Jeeps zur Verfügung. Artillerieschläge, Mörsergranaten und jede Menge Waffen runden euer Equipment ab. Battlefield 2: Modern Combat umfasst sämtliche Xbox Multiplayer-Karten plus diejenigen, welche ihr später noch online herunterladen könnt.
Grafisches Festmahl?
Nach dem opulenten Auftritt auf dem PC und der technisch eingeschränkten Xbox-Version, liegen die Hoffnungen auf der Rechenpower der Xbox 360. Was uns dann serviert wird, ist ein optisches Auf und Ab. Auf der Habenseite verbucht Battlefield 2 eindeutig das abwechslungsreiche Setting, die famosen Explosionen und Druckwellen-Effekte, sowie im Offlinemodus eine konstante Framerate. Weniger schön sind etliche Framerate-Einbrüche im Multiplayer, gelegentliches Tearing, zahlreiche Treppchen an den Kanten und unsaubere Texturen.
Hier hätte Electronic Arts wesentlich akkurater arbeiten können und müssen. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, Battlefield 2: Modern Combat sei wie ein alter Wagen, den der Autobauer lediglich durch eine neue Lackierung aufgemöbelt hat. Akustisch hingegen macht Battlefield 2: Modern Combat nahezu alles richtig. Die Sounds in Dolby 5.1 kommen sauber über die Boxen, die musikalische Untermalung ist nicht allzu aufdringlich und die Synchronisation stimmig.