Gesamtwertung86%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Spiele zum Thema Zweiter Weltkrieg gibt es en masse. Viele waren und sind äußerst erfolgreich, wie die Call of Duty oder Medal of Honor-Reihen. Anderen wiederum war nur eine kurze Lebensdauer beschert. Doch bei den meisten Titeln kamen Fans der gepflegten Luftschlachten eindeutig zu kurz. Dies möchte Ubisoft nun mit seinem neusten Werk Blazing Angels: Squadrons of WWII ändern. Um zu sehen, ob der Titel das potential für einen Next-Gen Überflieger hat, oder lieber am Boden bleiben sollte, haben wir uns hinter den Steuerknüppel geklemmt, und im Stile eines roten Barons die virtuellen Lüfte unsicher gemacht. Hier nun unsere Eindrücke, nach sicherer Landung.
Im Team unschlagbar
Das erste, was ihr nach einlegen des Silberlings und dem fulminanten Intro feststellt, ist, dass Blazing Angels kein reines Solospiel ist. Vielmehr seid ihr mit einem Team unterwegs, welches ihr befehligt. Eure Flügelmänner besitzen drei Arbeitsaufgaben: Beschützen, Kämpfen und Heilen. Dabei hat jeder eurer Flügelmänner seine persönlichen Stärken, jedoch kann prinzipiell jeder eurer Kollegen alle Aufgaben übernehmen. Die Befehle gebt ihr direkt über das D-Pad.
Zum einen steht euch Tom zur Seite. Dieser verteidigt eure Maschine nach bestem Wissen und Gewissen und versucht, euch auch in brenzligen Situationen den Rücken frei zu halten. Der Zweite im Bunde ist Frank. Er ist einer der besten Piloten, die ihr euch vorstellen könnt. Seine Kunststücke in der Luft, sehen nicht nur atemberaubend aus. Sie können auch in so manch brenzliger Situation von Vorteil sein, da er nahezu jeden Gegner, den ihr anvisiert, bis zum Letzten verfolgt. Wenn es um Dogfights geht, gibt es keinen besseren als ihn.
Nummer Drei im Reigen der furchtlosen Himmelsstürmer ist Joe, der Arzt eures Vertrauens. Für den Fall, dass eure Maschine einige Treffer zu viel abbekommen hat, ruft ihr ihn mittels Knopfdruck und binnen weniger Sekunden erstrahlt euer Arbeitsplatz in nahezu neuem Glanz.
Hier wird die Arcadelastigkeit des Titels deutlich. Denn das Reparieren funktioniert durch simultanes Drücken einer vorgegebenen Button-Reihe. Das erleichtert die Arbeit und lenkt eure Konzentration auf das Wesentliche, statt auf komplizierte Reparaturvorgänge.
Von der Luftschlacht um England bis Dünkirchen
Die insgesamt achtzehn Missionen sind das Herz von Blazing Angels: Squadrons of WWII. In der Luftschlacht um England kämpft ihr gegen die Luftwaffe, welche damit beschäftigt ist, London von der Landkarte zu radieren. Kämpfe zwischen Towerbridge, Themse und dem Tower von London zeigen auf eindrucksvolle Weise, wie imposant Luftschlachten in Szene gesetzt werden können. Aber auch Paris, Pearl Harbour, Guadalcanal, und viele andere Orte, stehen auf dem Tagesplan eines erfahrenen Piloten. Für die vielfältigen Aufträge, stehen euch rund vierzig unterschiedliche, historisch akkurat gestaltete Maschinen zur Verfügung, darunter zahlreiche Bomber.
Das Handling der Flugkisten wurde recht gut umgesetzt und geht, dank eines umfassenden Tutorials, recht schnell in Fleisch und Blut über, sodass ihr schon bald mit der Action beginnen könnt. Mit den Sticks steuert ihr eure Maschine und gebt bei Bedarf ordentlich Schub. Via Schultertaste schaltet ihr auf euer nächstes Ziel auf und jagt die feindlichen Flugzeuge in die virtuellen Jagdgründe.
Wenn ihr eure Kiste zu stark in die Höhe zieht, gibt es den bekannten Strömungsabriss und ihr müsst aufpassen, dass ihr eure Maschine wieder rechtzeitig abfangt. Ein sehr netter Effekt tritt immer dann ein, wenn ihr ans Speedlimit geht. Neben dem obligatorischen Verwischeffekt, fängt die Maschine an zu klappern und ihr habt wirklich das Gefühl, als würden jeden Moment die Nieten aus dem Metall springen.
Viel Feind, viel Ehr
Doch natürlich beschränkt sich Blazing Angels nicht nur auf den Singleplayer. Auch ein umfangreicher Multiplayer steht bereit. So gibt es Solo- und Teamspiele, Co-op Missionen gegen die CPU und die Möglichkeit, sich mit bis zu 16 Mitstreitern via Xbox-Live, System-Link oder am Splitscreen zu messen. Zur Wahl stehen euch Basis erobern, was eine Art Capture the Flag ist, Luftkampf, um die Vorherrschaft im Luftraum, Bombardement, mit definierten zu zerstörenden Zielen, sowie Kamikaze.
Was uns besonders an der Umsetzung von Blazing Angels: Squadrons of WWII gefallen hat, ist die Tatsache, dass dieses Spiel frei von Rucklern ist. Diese Aussage gilt sowohl für den Offline-, als auch für den lagfreien Onlinemodus. Vergleicht man den Titel mit der Mehrzahl der bereits erschienenen Xbox 360 Spiele, so ist gerade dieser Aspekt ein nicht zu unterschätzender Punkt, der den Spielspaß deutlich in die Höhe schraubt. Was als einer der größten Kritikpunkte vergangener Flugspiele, sei es nun Arcade oder Simulation, galt, war die lieblos dahingeschluderte Umgebungsgrafik, mit matschigen Texturen. Von Häusern, Fahrzeugen oder anderen optischen Finessen ganz zu schweigen.
Und genau hier macht Blazing Angels vieles richtig. Wer über die Millionenstadt London fliegt, und unter sich das rege Treiben auf der Themse betrachtet, oder durch das zerbombte Paris, der denkt eher an einen Film, als ein Spiel. Zwar sind die Texturen der Häuser nicht gestochen scharf, und auch die Landschaften sind ein wenig spärlich texturiert.
Doch wirkt alles zusammen viel harmonischer, als in anderen Flugspielen. Mühe gegeben haben sich die Entwickler auch bei den vierzig Flugzeugen, die ihren originalen Vorbildern zum Teil sehr detailgetreu nachempfunden wurden. Doch das ist nicht nur optische Kosmetik. Auch das Steuerungsverhalten ist davon betroffen. So fliegt sich ein Jagdbomber anders, als eine wendige Propellermaschine.
Ein weiteres Lob verdienen die spektakulären Explosionen mit ihren kraftvollen Effekten, die Schadensmodelle der Flugzeuge und last but not least die exzellenten Wolken und Raucheffekte. Hier scheint man sich von Call of Duty 2 inspiriert haben zu lassen.
Dreht die Boxen auf hier kommt ein Tiefflieger
Mit einer der Höhepunkte des Spiels dürfte wohl der Soundtrack sein. Was da in feinster Dolby 5.1 Unterstützung aus den Boxen schallt, braucht sich in Sachen Atmosphäre hinter einem Call of Duty 2 in keiner Weise zu verstecken. Doch nicht nur der orchestrale Soundtrack, welcher stellenweise ungemein an Pearl Harbour erinnert, weiß zu gefallen. Auch die englischen Synchronsprecher machen ihren Job gut. Leider gibt es nur einen kleineren Haken: Während in anderen nicht synchronisierten Spielen die Deutschen Deutsch und die Engländer Englisch sprechen, gibt es bei Blazing Angels ausschließlich englische Sprecher. Wünschenswert währen deutsche Luftwaffenpiloten mit deutscher Sprache gewesen. So aber wurden nur die Menüs eingedeutscht und die Sprachausgabe untertitelt, was aber der Stimmung absolut nicht abträglich ist.