Gesamtwertung76%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Frauen an die Macht! Nachdem wir mit Angela Merkel eine absolute Powerfrau als Kanzlerin haben, und auch in anderen Ländern die Staatsspitze durch das weibliche Geschlecht besetzt wird, fristen weibliche Helden auf den virtuellen Schauplätzen doch eher ein tristes Dasein. Abgesehen von Lara Croft, Joanna Dark, BloodRayne und einigen wenigen virtuellen Amazonen, gibt es kaum eine nennenswerte Heldin, die für längere Zeit im Gedächtnis der vorwiegend männlichen Spieler geblieben ist. Doch damit soll nun endgültig Schluss sein. Bullet Witch-Heldin Alicia, ist geradezu prädestiniert, ihrer Kollegin Lara Croft durch Anmut, Eleganz und jede Menge Power den Rang abzulaufen. Ob sie dies schafft, verrät euch unser Test.
Das Tier in ihr
Die Geschichte rund um die Bullet Witch spielt, wie sollte es auch anders sein, in der Zukunft, beginnt allerdings von der Erzählstruktur her im Jahr 2007. Die Menschheit hat sich eines Tages, nachdem eine große Zahl bereits durch diverse Kriege, Umweltprobleme und andere Katastrophen ausgestorben ist, ein böses Virus eingefangen. Dieses Alien-Virus, nistet sich in den Körpern ein, und macht die Menschen zu wehrlosen Marionetten. Nur eine Person kann den noch Überlebenden helfen. Alicia, die Bullet Witch. Dabei ist zunächst gar nicht mal klar, wer sich hinter der anmutigen Amazone verbirgt. Erst die Story, welche durch zahlreiche exzellente Zwischensequenzen fortgesponnen wird, bringt Licht ins Dunkel und macht euch mit Alicia und ihrer Geschichte vertraut. Um den Kampf gegen das menschenvernichtende Böse aufzunehmen, wurde unsere Heroin mit durchschlagenden Argumenten ausgestattet.
Doch die sind nicht nur weiblicher Natur. Vielmehr geht es um ihre Waffe, mit der sie in Dauerfeuer-Salven ihre Gegner regelrecht hinwegfegt. Die 80 Schüsse, über die eine Waffenladung verfügt, sind schneller aufgebraucht, als ihr noch 'Bullet Witch' sagen könnt. Doch keine Sorge. Während ihr in anderen vergleichbaren Titeln euch mühevoll durch die Levels bewegt, um Munitionsnachschub zu finden, hat Alicia unendlich viel Munition dabei. Doch halt! Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn hier kostet Munition Energie, welche sie für abgeschossene Feinde erhält. Wahlweise kann sie noch andere Feuerwaffen- und Modi einsetzen. Nach jedem Level, könnt ihr Alicia Rollenspiel-ähnlich aufleveln, in dem ihr ihren Fähigkeiten Punkte zuweist. Je höher dabei das Fähigkeitslevel, desto mehr Punkte werden verbraucht.
Alicias kleiner Zauberladen
Doch was wäre eine Hexe, ohne ein ordentliches Zauberspruch-Repertoire? Und genau aus diesem Grund haben die Entwickler ihr ein umfangreiches Arsenal an Hexen-Magie spendiert. Insgesamt drei Stufen, angefangen von leichter Magie wie Rosenspeere, die die Gegner durchbohren und rösten, oder einer antiken Mauer, die euch für kurze Zeit Schutz bietet, über mittlere Magie, wie das Heilen von Zivilisten und Teamkameraden, bis hin zu mächtiger Magie, wie das Beschwören von Blitzen und Tornados, sind im Repertoire der Hexe vorhanden. Je nach Stärke des Zaubers kosten diese unterschiedlich viel Kraft.
Daher empfiehlt es sich weise mit dem Einsatz eines Zaubers umzugehen, damit ihr nicht mitten im Kampf plötzlich ohne Zauberschutz da steht. Doch auch dies ist aus zwei Gründen kein allzu großes Problem.
Erstens könnt ihr euch hinter Fahrzeugen, in Hauseingängen oder hinter zahlreichen anderen Gegenständen verstecken, bis eure Energieleiste, ebenso wie die Lebensleiste wieder komplett aufgeladen ist, oder einige Gegner ins Nirwana schicken, wofür es auch Energie gibt. Zweitens könnt ihr, falls ihr euch mit dem Spiel erst einmal vertraut machen wollt, den Schwierigkeitsgrad auf leicht stellen. Dann ist es im wahrsten Sinne des Wortes ein Leichtes sämtliche Gegner aus dem Weg zu räumen.
Mann, ist der groß!
Apropos Gegner: Von denen gibt es eine ganze Menge. Die Einfachsten, und am häufigsten Anzutreffenden, sind die einfachen Fußsoldaten. Diese treten oft in Gruppen auf. Dann gibt es spezielle Einheiten, welche sich, ähnlich wie bei F.E.A.R., für einige Zeit unsichtbar machen, um dann direkt vor euch wieder aufzutauchen, oder Einheiten, die mit Feuerstößen versuchen, euch regelrecht zu flambieren. Darüber hinaus findet ihr schwebende Gehirne. Diese saugen vorwiegend Fahrzeuge auf, um sie dann krachend gegen euch zu schmettern. Habt ihr sie zerschossen, werden neue Levelabschnitte freigeschaltet. Last but not least gibt es natürlich die Genre-typischen Oberbosse, die allesamt eine Schwachstelle haben. Auch hier ist das Programm fair, denn ein imaginärer Helfer, ist euch stets mit Rat und Tat zur Seite.
Harry Potter ist nichts dagegen
Was von einem Next-Gen Titel zu erwarten ist, dürfte für viele Spieler eindeutig sein. Ein superbes Gameplay, eine atemberaubende Grafik und eine fesselndes Story. Bullet Witch kann eindeutig mit einem guten Gameplay und einer klasse Story punkten. Bei der Grafik hingegen, müsst ihr eindeutig Abstriche in Kauf nehmen. Viel zu oft, poppen ganze Levelabschnitte unvermittelt auf.
Zahlreiche Texturen sind selbst auf HDTV recht schwammig. Dafür wurden Alicia und ihre Gegner wirklich gut in Szene gesetzt. Auch wenn unsere Heldin mit den akrobatischen Kunststücken nicht annähernd so gut ausgerüstet wurde, wie Lara Croft und die Level sehr linear gehalten sind. Wer das verschmerzen kann, bekommt jedoch eine Menge geboten. Der Sound weiß dank treibender Beats und orchestraler Klänge zu überzeugen. Alicias Stöckelschuh-Schritte hingegen, klingen etwas mager. Um das Original nicht zu zerstören, wurde auf eine Lokalisierung verzichtet.
Lediglich die Untertitel, wurden eingedeutscht. Besonders angenehm sind uns auch die meist minimalen Ladezeiten zwischen den Levelbereichen aufgefallen, sowie das schnelle Laden eines Spielstandes. Über die fehlende Multiplayer-Unterstützung haben wir uns allerdings schon geärgert. Denn außer neuen Inhalten, die künftig über den Xbox Live Marketplace herunter geladen werden können, gibt es lediglich eine Online-Rangliste. Mehr wird euch nicht geboten.