Burnout: Revenge

Review
Plattform
Microsoft XBOX 360
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Erscheinungsdatum
-
Genre
Racing
USK
12
Burnout: Revenge [X360 , Justgamers]

Gesamtwertung

85%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Gut

Burnout: Revenge

Autorennspiele erfreuen sich seit Launch der Xbox 360 großer Beliebtheit im Next-Gen Zeitalter. Nach Project Gotham Racing 3, Ridge Racer 6, Need for Speed: Most Wanted und Full Auto steht nun mit Burnout: Revenge der bereits fünfte PS-Titel in den Regalen. Spektakuläre Rennen, ein irrwitziges Tempo und beeindruckende Stunts, zählen zum Markenzeichen der Serie. Mit der Umsetzung der Xbox Fassung, möchte Entwickler Criterion nun zeigen, was technisch auf Microsofts neuer Konsole möglich ist. Wir haben den Boliden einmal unter die Haube geschaut und in einem ausführlichen Check getestet, ob Burnout: Revenge wirklich das Zeug zu einem Spitzenspiel hat.

Ein halbes Jahr nach erscheinen der hoch gepriesenen Xbox-Version, beschert Criterion also auch allen Xbox 360-Besitzern den neuesten Teil des Highspeed Racers Burnout. Der Titelzusatz Revenge ist dabei Programm. Denn euer Ziel ist es diesmal nicht nur, mit einem Affenzahn durch die Botanik zu brettern, und dabei möglichst als erster ins Ziel zu gelangen. Vielmehr steht der „Rache“ Gedanke an erster Stelle. Und rächen könnt ihr euch nicht nur an den Rivalen. Erstmals darf sogar der Verkehr als Waffe eingesetzt werden.

Fans vom 7. Sinn dürfen sich somit auf gewaltige Crash-Orgien und jede Menge zerbeulte Fahrzeuge freuen. Insgesamt haben sieben unterschiedliche Modi Einzug ins Spiel gefunden. Die normalen Rennen, bei denen ihr gegen eure Gegner antretet; die Time Attack, bei der es gilt, in vorgegebener Zeit eine Runde zu beenden, um Gold, Silber oder Bronze einzuheimsen; die neuen Traffic Attacks, wo eine möglichst hohe Zahl an Verkehrsteilnehmern von der Strecke geschossen werden müssen, um eine Zeitleiste zu füllen; die Eliminator, bei denen der jeweils Rundenletzte ausscheidet; die Road Rages, mit Stunts, Crashes und vorgegebenen Zielen; die Vorschau-Events und last but not least die Grand-Prixes.

Die Crashes, einst einer der imposantesten Modi, wurde nahezu komplett verändert. Während ihr durch geschickte Manöver früher Multiplikatoren, Boni oder Superstunts erreichen konntet, fällt dieses nun flach. Diese werden nun durch den so genannten Crasher ersetzt. Habt ihr die Powerleiste gefüllt, aktiviert ihr eine Art Bombe, welche euren Wagen buchstäblich zerreißt. Durch die dabei entstehende Druckwelle, erreicht ihr im Umkreis noch mehr Fahrzeuge. Das non plus Ultra sind die Zielwagen. Werden diese in euren Crash verwickelt, gibt es nochmals einen dicken Bonus oben drauf.

Ein Wort sollte an dieser Stelle auch über die Besonderheit des Streckendesigns bei Burnout: Revenge verloren werden: Erstmals könnt ihr alternative Streckenabschnitte befahren. Diese sind durch blau leuchtende Pfosten markiert. Ob diese Abkürzungen allerdings immer einen Vorteil bringen, sei dahingestellt. Während ihr noch im dritten Teil höllisch aufpassen musstet, möglichst keinen Gegner zu rammen, schreit Burnout: Revenge regelrecht danach. Lediglich Brückenpfeiler, Häuser, Sattelzüge oder von der Seite nahende Fahrzeuge sind nicht geeignet.

Während ihr auf das Gaspedal drückt, erreicht Burnout: Revenge ein Geschwindigkeitsgefühl der Meisterklasse. Durch geniale Verwischeffekte kommt wirklich das Gefühl auf, mit über 300 Sachen durch enge Straßenzüge und um Kurven zu heizen. Mittels der rechten Schultertaste gebt ihr Gas. Die linke Schultertaste dient zum Bremsen. Doch die wichtigste Taste ist der A-Button. Ein Druck und der Turbo wird gezündet. Dann dreht euer Wagen erst richtig auf. Durch spektakuläre Stunts, haarscharfes Vorbeifahren an einem Gegner oder dem Ausschalten eines Konkurrenten, lädt sich der Boost wieder auf und ein Multiplikator (maximal vierfach) verlängert euren Turbo.

Doch leider gibt es gerade bei der Steuerung etwas auszusetzen: Während die ersten drei Teile mit einer exakten und äußerst präzisen Lenkfähigkeit eurer Wagen daher kamen, haben die Entwickler bei Burnout: Revenge geschlampt. Komischerweise steuern sich die Wagen der Xbox 360-Version unsauberer als auf der Xbox. Dadurch werden gerade Gelegenheitsspieler und Genreneulinge des Öfteren Probleme haben, die zum Teil recht engen Kurse ohne Crashes zu bewältigen.

Motivation entsteht durch das neue Ranking System. Je besser ihr eure Rennen absolviert, desto mehr Sterne erhaltet ihr. Habt ihr genug davon, steigt ihr in einer Ranking-Leiste auf. Ist diese Leiste komplett gefüllt, geht es eine Stufe nach oben mit schnelleren Autos und noch mehr Strecken.

Die Präsentation von Burnout: Revenge ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite steht das exzellente Fahrgefühl, welches sich schon in den unteren Leistungsklassen der Fahrzeuge einstellt und zu begeistern weiß. Auch die überarbeiteten Wagen mit ihrem sehr realistisch wirkenden Schadensmodell, sind eine Augenweide. Doch über das Streckendesign kann man wirklich geteilter Meinung sein. Zwar sehen gerade die Ewige Stadt und die Alpenstrecke richtig schön aus. Doch vor allem Bäume und Palmen wirken wie zusammengeklebt und aus Uraltbeständen vergangener Konsolentage. Die Animation der Umgebung, beschränkt sich auf vorbeiziehende Vögel, hier und da mal ein Flugzeug und ähnliche kleinere Spielereien. Gut gemacht hingegen sind vor allem die Explosionen, welche beim Zünden des After-Touch oder Crash-ers fulminant in Szene gesetzt werden.

Insgesamt muss Criterion leider bescheinigt werden, dass sie aus der Power der Xbox 360 deutlich mehr hätten herausholen können. Dass sie es besser können, beweisen sie zur Zeit mit dem phänomenalen Black. Immerhin leistet sich Burnout: Revenge bei der Framerate keine Blöße. Mit 60 Frames liegt der Titel eindeutig im Maximum, was im Vergleich mit Project Gotham Racing 3 das Doppelte ist. Und warum Burnout: Revenge Ladezeiten jenseits von Gut und Böse hat, ist fraglich.

Ein weiterer Schwachpunkt kommt dann zum Tragen, wenn ihr euer Soundsystem richtig aufdreht. Zwar kommen die Motorengeräusche gut rüber, und einige neue Soundsamples, gerade bei gewaltigen Crashes, machen Lust auf mehr. Doch bleibt diese Freude nicht bei jedem Wagen erhalten. So manches PS-Monster klingt eher wie ein Rohrkrepierer. Gut hat uns hingegen der abwechslungsreiche und rockige Soundtrack gefallen. Wer damit nicht viel anfangen kann, greift auf eigene Stücke zurück.

Womit Criterion punkten möchte, ist der Onlinemodus. Ein nettes Feature ist von der Idee her das so genannte Save&Share. Hierbei könnt ihr eure Replays hoch laden, mit anderen Spielern austauschen und deren Wiederholungen ansehen. Besonderes Gewicht legen die Entwickler auf die drei großen Modi, bei denen ihr zu maximal sechs Spielern gegeneinander antreten könnt.

Fazit

Schade. Hier hat Criterion eindeutig Potenzial verschenkt. Konnte die Xbox-Version vor allem mit einer sauberen Steuerung und einer phänomenalen Optik punkten, so müssen gerade in diesen Punkten auf der Xbox360 Abstriche gemacht werden. Das Prädikat Next Gen hat Burnout: Revenge nicht verdient. Vor allem Besitzer der Xbox-Version sollten sich aufgrund einer nahezu identischen Umsetzung und eines Preises von 70 Euro den Kauf mehr als reiflich überlegen.

Burnout: Revenge [X360 , Justgamers]

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