Gesamtwertung86%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Wie es sich für ein Call of Duty-Spiel gehört, geht es ohne Umwege direkt an die Front, in den Kampf gegen die Achsenmächte. In Call of Duty sind es ausschließlich die Deutschen, die aus den von ihnen einst eingenommenen Gebieten Russlands, Afrikas und Frankreichs wieder vertrieben werden müssen. Dazu schlägt man sich zunächst in drei Missionen auf die Seite der Russen, kämpft dann als Brite auf dem afrikanischen Kontinent gegen das deutsche Afrikakorps und befreit schließlich mit amerikanischen Kameraden Frankreich.
Allein ist man nie, stets schwirren zahlreiche Kameraden um einen herum, deren Anzahl je nach Levelabschnitt stark variiert. Die unterstützen, soweit sie können und so lange sie noch leben. Natürlich sind sie es auch, die regelmäßig den Lebensgeist aufgeben (müssen), aber ständig auch durch neue Kameraden ersetzt werden. Hätte der Ersatz der Soldaten vor 60 Jahren so geklappt, wäre der zweite Weltkrieg wohl heute noch nicht zu Ende. Obwohl die Spielfigur meist einige Dienstgrade unter den direkten Vorgesetzten liegt, ist man doch meist das...
Ob nun als russischer, britischer oder amerikanischer Soldat - stets ist man als Mädchen für Alles: Neben dem Grundauftrag eines Soldaten, möglichst viele Feinde zu vernichten, warten immer wieder kleinere Aufgaben auf den Spieler, die auch ohne Gewehr und Pistole gelöst werden müssen. So ist man grundsätzlich derjenige, der sich feindlichen Panzern zu nähern hat und an diese Sprengsätze anbringen muss. Scheinbar hat das digitale Ater Ego auch die sympathischste Telefonstimme der Truppe, denn Funksprüche gehören eben so zu den Sonderaufgabe der Spielfigur, wie der Artillerie die passenden 'Landepunkte' für ihre Geschosse durchzugeben.
Nicht nur zu Fuss, sondern auch auf Rädern oder Ketten ist man als Soldat unterwegs. Dabei übernimmt man manchmal die Bordkanone eines leichteren Gefährts, während ein anderer NPC-Kamerad steuert, darf aber zum Beispiel in Tunesien auch gleichzeitig die Steuerung und das Geschütz eines Panzers bedienen.
Der erste Teil war schnell durchgespielt, die Vollendung des zweiten dauert auch nicht wesentlich länger. Plant man für jede der zehn Missionen eine Stunde ein, ist dies schon sehr großzügig. Dafür sind die Missionen und die darin enthaltenen Level durchweg gut inszeniert. Vieles ist gescriptet, manch Gegnerverhalten aber auch dynamisch bestimmt. Die vier Schwierigkeitsgrade, die für jede Mission neu festgelegt werden können, machen ihren Kurzbeschreibungen alle Ehre: Einfach ist für blutige Anfänger gedacht, der schwierige Veteran-Modus lässt kaum eine Chance, zu überleben.
Neben der Einzelspielerkampagne verfügt Call of Duty 2 auch noch über einen recht umfangreichen Mehrspielermodus, der über Splitscreen, System Link oder Xbox Live bestritten werden kann.
Während es bei den ersten beiden Methoden kaum zu Störungen kommen kann, ist der Xbox Live-Modus stark von der Verbindungsgeschwindigkeit des Host-Spielers abhängig. Reicht seine Bandbreite nicht für mehrere Spieler aus, sind schlechte Pings und damit verbundene Lags eine unangenehme Folge. Dafür darf man sich dann auf den insgesamt 13 Multiplayerkarten auch auf die Seite der sonst nur ungeliebten Deutschen schlagen.
Die Multiplayer-Modi Deathmatch, Team-Deathmatch und Capture The Flag bieten dabei Bewährtes, Hauptquartier und Suchen und Zerstören sind letztlich ebenfalls nur Synonyme für schon bekannte Spielprinzipe, in denen es eine Sprengladung zu platzieren oder entschärfen und einen Stützpunkt einzunehmen und zu verteidigen gilt.
Optisch ist der Titel durchaus ansehnlich und würde in dieser Qualität wohl auf keiner PlayStation 2 oder Xbox umgesetzt werden können. Die Bestätigung für diese These folgt dem Fuße: Das Spiel ist nur für PC und Xbox 360 erhältlich. Erfreulich ist zudem, dass die Gefechte im Spiel wie geschmiert laufen und kein Ruckeln sichtbar ist. Gerüchten zufolge, läuft das Spiel mit konstanten 60 Frames pro Sekunde durch. So schnell ist unser Auge leider nicht, so schnell zählen können wir auch nicht. Wir glauben es einfach, denn ein Geschwindigkeitseinbruch ist wirklich nicht erkennbar. Eine einzige Ausnahme stellt das Intro dar, das aus unerfindlichen Gründen nicht ganz rund läuft. Der musikalischen Untermalung wird während des Spielens nur wenig Beachtung zuteil. Viel zu laut stechen Schussgeräusche der unzähligen Waffen hervor, um die orchestrale Musik wahrzunehmen.
Ein Konsolen-Ego-Shooter steht und fällt mit der Steuerung. Hierzu lässt sich feststellen, dass die neuen Gamepads der Xbox 360 ein präzises Herumhantieren ermöglichen. Die Tasten sind vollständig und clever belegt, lediglich die Steuerung eines Panzer ist etwas ungelenk.
Dort muss nämlich nicht nur das Fahrwerk, sondern auch der geschützturm mit einem Analogstick gelenkt werden. Mit Hilfe einer kleinen Grafik, die die Position des Fahrwerks und Geschützturms darstellt, findet sich aber nach kurzer Eingewöhnung doch noch die richtige Richtung.
Call of Duty 2 erhielt von der USK keine Jugendfreigabe und ist daher nur für Volljährige erhältlich. Zwar verzichtet das Spiel auf Splatter- und Gore-Effekte, doch spritzt genügend rotes Pixelblut, um die Einstufung für die USK zu rechtfertigen. Auf Nazi-Symboliken verzichtet der Titel gänzlich, zeigt aber andererseits die schonungslose Gewalt des Krieges.
Wenn die Amerikaner an der französischen Steilküste landen, besteht ihr Begrüßungskomitee nur aus tausenden Kugeln. Der Großteil der Kameraden stirbt schon im Geschosshagel am Strand, die Mehrheit derjenigen, die es bis auf das Plateau schafft, wird von der deutschen Gegnerschaft aus nächster Nähe eliminiert.
Call of Duty 2 ist kein Spaß mehr, Call of Duty 2 ist Pflichterfüllung. So ähnlich klingen auch die Zitate der mehr oder weniger berühmten Personen, die am Zweiten Weltkrieg in irgendeiner Form eine Aktie hatten. Dabei begleiten nicht nur Zitate, sondern auch Filmausschnitte des Geschehen historisch. Selbstverständlich haben alle Schlachten, die es zu bewältigen gilt, auch tatsächlich stattgefunden. Deren Ergebnisse stehen schon in etlichen Geschichtsbüchern, dass die Missionen auch im Spiel den gleichen Ausgang nehmen, ist aber Aufgabe des Spielers.