Gesamtwertung91%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Was denn, schon wieder ein Zweiter Weltkriegs-Shooter? Egal ob Medal of Honour, Battlefield oder Call of Duty eigentlich könnte man davon ausgehen, dass das Thema Zweiter Weltkrieg in Ego-Shootern inzwischen ausgereizt ist und es nichts mehr neues/altes zu sehen gibt. Doch weit gefehlt: Dieses Mal geht Publisher Activision mit Call of Duty andere, neue Wege und präsentiert den schonungslosen Krieg zum zweiten mal auf Microsofts Next-Generation-Konsole. Lehnt euch entspannt zurück und erfahrt selbst, auf welche Art und Weise uns Call of Duty 3 mit seinem zweiten High Definition-Auftritt in den Sessel gedrückt hat!
Realistischer Kampfschauplatz
Wie sicherlich jeder der in Geschichte aufgepasst hat weiß, fand in der Normandie im Juni 1944 die heftigste militärische Operation des Zweiten Weltkriegs statt. Die alliierte Landung leitete damals auf brutale Art und Weise die Endphase des Krieges in Europa ein. In Call of Duty 3 habt ihr die Möglichkeit, dieser Operation beizuwohnen und den Krieg ins heimische Wohnzimmer zu holen. Dabei ist es euch überlassen, ob ihr lieber in die virtuelle Haut eines Amerikaners, Kanadiers, Polen oder Briten schlüpft. Im Spiel übernehmt ihr nämlich nicht nur die Rolle eines Protagonisten, sondern gleich vierer Soldaten. Allerdings werdet ihr jeden Soldaten nicht am Stück durchs Spiel geleiten, sondern innerhalb der Missionen mehrmals wechseln, was auch einen Wechsel des Einsatzgebietes mit sich bringt. Wer sich durch den Einzelspielermodus schlagen möchte, der muss sich durch einzelne Episoden kämpfen, die wiederum in einer Kampagne unterteilt worden sind. Auf dem Weg zu eurem Einsatzziel, das hauptsächlich daraus besteht, die feindlichen deutschen Einheiten unschädlich zumachen, bekommt ihr abwechslungsreiche Schauplätze wie beispielsweise zerbombte Stadtteile, weitläufige Waldabschnitte oder verlassene Fabrikanlagen zu sehen.
In bestimmten Einsätzen ist es zudem möglich, hinterm Steuer eines Fahrzeuges Platz zu nehmen. So sitzt ihr beispielsweise am Steuer, während ein anderer aus eurem Team das Maschinengewehr am Heck des Fahrzeugs bedient und so den Gegnern ordentlich einheizt. Zu den fahrbaren Untersätzen gehören unter anderem Jeeps, Motorräder mit Beiwagen und selbstverständlich auch Panzer. Dieser Modus zeigt euch die rauen und facettenreichen Seiten des Krieges und wird euch schätzungsweise zehn Spielstunden beschäftigen.
Steuerungstechnisch hat sich bis auf einige kleine aber feine Details nicht allzu viel im Vergleich zum Vorgänger verändert. Da die meisten Steuerungselemente an den zweiten Teil angepasst wurden, gehen wir an dieser Stelle nur auf die Neuerungen und Erweiterungen ein. Einige Spieler wird es freuen, dass die vertikale und horizontale Sensibilität der Analogsticks an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann. Eine weitere Neuerung ist das Aufheben von geworfenen Gegenständen. Schmeißt beispielsweise ein gegnerischer Soldat eine Granate auf euch, könnt ihr diese ab sofort zurückwerfen vorausgesetzt natürlich, ihr hebt diese schnell genug auf, bevor sie neben euch oder gar in eurer Hand explodiert. Hierzu müsst ihr lediglich den X-Button zum Aufheben drücken und anschließend die Granate durch einen Druck auf die RB-Taste zurückschleudern. Klingt einfach und unkompliziert - ist es auch.
Die wichtigste Neuerung in Call of Duty 3 ist allerdings das neue Nahkampf-Feature, in dem ihr im wahrsten Sinne des Wortes dem Feind Auge in Auge gegenübersteht. Greift euch ein Gegner aus nächster Nähe an und haut euch die Waffe aus der Hand, kommt es zu einem kleinen Gerangel.
Nun müsst ihr abwechselnd die RT- und LT-Tasten drücken. Habt ihr die Überhand im Kampf und die Waffe des Kontrahenten übernommen, könnt ihr euerem Gegenüber mit einem Druck auf die B-Taste den Gewehrkolben ins Gesicht oder die Magengrube stoßen und diesen so ins Reich der Träume verfrachten. Jedoch gilt es nicht nur Nahkämpfe für euch zu entscheiden, sondern beispielsweise auch Sprengladungen zu legen und Fallen zu entschärfen. Dabei spielt es keine Rolle welche Herausforderung euch gerade erwartet, hier wird euch immer ein schnelles Händchen und gutes Reaktionsvermögen abverlangt.
Multiplayermode at it´s best!
Der Mehrspielermodus von Call of Duty 3 ist bis auf einige kleine Verbindungsfehler zum Server über jeden Zweifel erhaben. Hier habt ihr die Möglichkeit, mittels einer Konsole mit bis zu vier Spielern an den Start zu gehen. Der System Link ermöglicht Schlachten mit bis zu 24 Spielern und via Xbox Live könnt ihr euch ebenfalls mit bis zu 24 Spielern duellieren. Wahlweise könnt ihr eure Gefechte mit verschiedenen Spielerklassen, welche sich unter anderem in Aufklärer, Schützen, Sanitäter und Infanterie aufteilen, austragen. Bevorzugt ihr in euren Spielen beispielsweise den Sanitäter und habt als solcher schon einige Einsätze bestritten, werdet ihr verwundete Kameraden schneller heilen können. Im Gegenzug können erfahrene Schützen in den späteren Multiplayermatches mehr Munition tragen. Hier kommen auch die fahrbaren Untersätze erst richtig zum Einsatz, die obendrein auch noch mit mehreren Sitzplätzen für andere Mitspieler daherkommen. Während der eine den Wagen steuert, kann der andere beispielsweise das Geschütz bedienen. Da die Mehrspielermodi sehr umfangreich ausgefallen sind, kann Call of Duty 3 sogar den Konkurrenzkampf mit Battlefield 2: Modern Combat aufnehmen und macht dabei gar keine so schlechte Figur.
Technisch gesehen gibt sich der Titel eigentlich kaum eine Blöße. Die Steuerung ist wohl überlegt, gut angepasst, geht bereits nach wenigen Spielminuten butterweich von der Hand und ermöglicht somit auch Nicht-Ego-Shooter-Kundigen einen leichten Einstieg ins Genre. Optisch gibt es bis auf einige vereinzelte Grafikfehler und Slowdowns, sowie die im Vergleich zum Rest des Spiels triste Ansicht in den Fahrzeugen, eigentlich nichts zu beanstanden. Die gesamte Präsentation des Titels erweckt einen filmreifen Eindruck und wartet mit realistischen Animationen, fein animierten Charaktermodellen, abwechslungsreichen Locations sowie gut in Szene gesetzten Lichteffekten und Explosionen auf. Bestimmte Teile der weitläufigen Spielwelt sind nun auch endlich zerstörbar.
Beispielsweise fallen Fensterläden bei Beschuss ab und auch diverse Fässer explodieren, wenn man diese trifft. Befinden sich feindliche Soldaten in deren Umgebung, werden diese auf ziemlich heftige Art und Weise durch die Luft geschleudert. Dass kommt aber nicht allzu häufig vor, da die gegnerischen Einheiten überwiegend sehr aggressiv und schlau agieren. Dies unterstreicht den bereits guten Gesamteindruck und verleiht dem Titel zudem eine sehr hohe Spannung. Generell wird die Spannung immer auf einem sehr hohen Leven gehalten, da die sehr kurzen Ladezeiten einen nicht aus dem Spielgeschehen reißen. Beim Sound sieht es ebenfalls sehr rosig aus. Die stimmigen Umgebungsgeräusche, Waffen- und Explosionseffekte untermalen die Kinoatmosphäre perfekt und geben einem ständig das Gefühl, mit geladenen Waffen direkt im Gefecht zu stehen. Besonders gelungen ist auch die Lokalisierungsarbeit, die mit professionellen Synchronsprechern aufwartet und komplett ins Deutsche übersetzt wurde. Zwar ist diese nicht immer lippensynchron, das fällt aber nicht weiter ins Gewicht und trübt die Spielatmosphäre in keiner Weise.