Gesamtwertung66%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Mech Simulationen erfreuen sich seit Anbeginn innerhalb der Fangemeinde großer Beliebtheit. Die breite Masse hingegen, kann mit den Kampfkolossen aus Blech wohl weniger anfangen. Die Krönung der Erfindungen war ein komplettes Steuerpult, welches japanische Entwickler vor einigen Jahren für Mech Warrior anboten. Stolze 250 Euro wurden für dieses Equipment verlangt. Dass das Ganze auch kleiner geht, wollen nun die Macher von Chromehounds beweisen, die mit dem Mech-Shooter ihr Debüt auf der Xbox 360 geben.
Mein Mech ist viel größer als deiner
Vorab sei etwas zur relativ flachen Hintergrundgeschichte von Chromehounds gesagt, welche im Storymode die einzelnen Missionen zusammenfügt. Chromehounds spielt im 21. Jahrhundert. Die Welt ist in einen erbarmungslosen Krieg verstrickt, in welchem es nur noch Chaos und Anarchie gibt. Die Macht wird von diversen Militärapparaten aufgeteilt. Ihre größten und leistungsstärksten Waffen im Kampf untereinander, sind die so genannten HOUNDS, gewaltige Maschinen, die sich auf den Schlachtfeldern rund um den Globus gnadenlose Kämpfe liefern.
In Chromehounds schlüpft ihr als Spieler in die Rolle eines Söldners und HOUND-Spezialisten. Die Blechbüchsen auf Beinen und Rädern teilen sich in die unterschiedlichsten Klassen auf. Derer gibt es insgesamt sechs. Allesamt natürlich mit individuellen Vorzügen und Nachteilen. Egal ob Bombenwerfer, Sniper und Späher sie alle sind voneinander abhängig, und können nur im Team bestehen. Natürlich erhaltet ihr innerhalb der Story nach und nach Befehlsgewalt über die unterschiedlichen Klassen, damit das Spielerlebnis nicht langweilig wird.
Zu Beginn steht ein ausführliches Tutorial, welches euch nach und nach in die Kampfkunst einführt. So erfahrt ihr, wie ihr mit den drei unterschiedlichen Waffentypen jedes einzelnen Mechs umzugehen habt, lernt auf bewegliche Ziele zu feuern und bekommt einen ersten Eindruck von der gewaltigen Durchschlagskraft eurer Waffen. Spätestens dann, wenn das erste Haus in sich zusammenstürzt, fällt auf, worum es dem Titel in erster Linie geht: Uneingeschränkte Action.
Wichtig sind vor allem neben den Primär- und Sekundärzielen die so genannten COMBAS-Türme. Durch deren Sicherung erhöht sich der Sichtbereich eures Navigators, der euch via Radar stets auf dem Laufenden hält. Feinde außerhalb des Anzeigebereichs kann auch er nicht erkennen. Dies ist vor allem dann schwierig, wenn sich ein Feind aus dem Staub macht und ihr ihn nicht innerhalb eines ersichtlichen Bereiches stellen könnt. Denn sobald er außerhalb eines Radarabschnitts ist, habt ihr die Mission verloren.
Erzähl mir was
Die Singleplayerkampagne teilt sich in insgesamt sechs einzelne Abschnitte auf. Für jeden unterschiedlichen HOUND-Typen steht eine Story. Ihr beginnt mit dem Soldaten. Aufgabe zwei bewältigt der Scharfschütze, dann der Verteidiger, der Späher, der Richtschütze und schließlich kommt der Befehlshaber an die Reihe. Leider sind die Missionen meistens kurz und langweilig geraten, sodass keine wirkliche Lust aufkommt weiterzuspielen. Auch die Briefings via Funk sind mehr verwirrend denn hilfreich.
Außerhalb von Vernichte Gegner A bei Punkt B oder verteidige Stellung C bei D gegen Feind E und F, habt ihr nicht viel vom Spiel zu erwarten. Die meisten Gegner sind strunz dumm und lassen sich durch zwei bis drei Schüsse vor den Bug ausschalten. Fußsoldaten werden einfach überrannt. Die Steuerung eures Mechs ist recht gut gelungen und geht dank des Tutorials auch recht schnell in Fleisch und Blut über.
Wem das Ganze auf Dauer zu langweilig ist, der zimmert sich selbst einen individuellen Mech zusammen. Dafür haben die Entwickler den so genannten Mech Editor entwickelt. Mit wenigen Optionen stellt ihr euch in kürzester Zeit euren Wunschmech zusammen. Hierbei fällt vor allem die komfortable Bedienung innerhalb des Editors auf.
Was uns grafisch erwartet
ist bei Chromehounds leider nicht erste Wahl zu nennen. Wer hier ein reinrassiges Next-Gen Produkt mit makelloser Grafik und zahlreichen Spezialeffekten erwartet, wird schnell enttäuscht werden. So wie sich Chromehounds präsentiert, hätte es auch gut und gerne als Spiel der alten Xbox durchgehen können.
Vor allem die verwaschenen Umgebungstexturen, die lieblos gestaltete Landschaft, die fast schon als peinlich zu bezeichnenden Gebäude. Das alles weckt den Eindruck, als hätten die Entwickler nicht wirklich viel mit der Rechenpower der Xbox 360 anfangen können. Im Gegensatz hierzu stehen allerdings die Protagonisten des Spiels, die Mechs.
Diese können wirklich überzeugen und wurden äußerst sorgfältig animiert und in Szene gesetzt. Ebenfalls negativ zu bewerten sind die sich auflösenden Gebäude und Gegner. So etwas sieht nicht nur albern aus, es zeugt auch nicht unbedingt von sorgsamer Arbeit. Gleiches gilt für den recht monotonen Sound. Bis auf die drei Waffen mit ihren basslastigen Einschlagsgeräuschen, ein Surren, wenn euer Mech getroffen wurde und hier und da ein Panzer, bleiben die Boxen nahezu stumm. Auch die Sprachausgabe kann keine Bäume ausreißen.
Doch noch Positives zum Schluss
Wer nun denkt, dass Chromehounds unter dem Mittelmaß liegt, der hat die Rechnung ohne den Multiplayer gemacht. Denn der macht seinem Namen alle Ehre und rettet den Titel vor der Mittelmäßigkeit. Mit bis zu zwölf Spielern gleichzeitig, könnt ihr in die Schlacht ziehen. Das Interessante: Im Onlinemodus gibt es eine Weltkarte mit den Schlachtgebieten der drei Mächte. So behaltet ihr jederzeit im Auge, wo gerade Kämpfe ausgetragen werden und welche Gebiete von wem dominiert werden. Wenn ihr euch aus dem Netz ausklinkt, werdet ihr bei eurer späteren Rückkehr über die aktuellen Kampfgeschehnisse ausführlich informiert. Im Team könnt ihr unter anderem CtF-Feldzüge gegen Söldner mit oder ohne HOUNDs bestreiten. Ein Wort noch zu den Achievements: Diese erhaltet ihr ausschließlich im Onlinemodus.