Gesamtwertung85%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Fast drei Jahre lang mussten Fans der beliebten Rallysport-Serie Colin McRae auf einen neuen Teil warten. So lange ließen sich die Entwickler bei Codemasters Zeit, um über einen Nachfolger zu brüten. Heraus gekommen ist mit Colin McRae Dirt ein Titel, der dank etlicher Neuheiten, einer komplett überarbeiteten Technik und ansprechender Optik sich an die Genrespitze katapultieren will. Wir haben uns hinter die Offroad-Maschinen geklemmt und zahlreiche waghalsige Duelle geliefert.
Es gibt viel zu tun
Nachdem der Silberling zufrieden wie Colin McRaes Gefährt im Laufwerk schnurrt, kommt das Übersichtsmenü, welches wirklich eigentümlich gestaltet ist, doch hierzu später mehr. Das Spiel bietet euch sechs unterschiedliche Rallys an, welche ihrerseits in sechs Etappen in unterschiedlichen Ländern unterteilt sind.
Ausgetragen werden die Rennen mit mehr als 45 voll lizenzierte Wagen. Die Strecken auf denen ihr und eure Mitstreiter euch austobt, sind zum Teil noch anspruchsvoller ausgefallen, als im Vorgänger. Enge Haarnadelkurven, unterschiedliche Böden, die dem Fahrer alles abverlangen und kniffelige Driftmanöver, bringen dank diverser Schwierigkeitsstufen so manches Mal selbst Profis ins Schwitzen. Wer hier seinen Wagen einigermaßen unbeschadet und in Top-Speed über den Parcours jagt, ist der wahre Meister des Spiels. Bereits nach wenigen Spielminuten merkt man dem Titel deutlich an, was er bieten will: Kompromisslosen Fahrspaß, der dennoch nicht ohne die notwendige Übung von statten geht.
Wie bereits aus den vorigen Teilen bekannt, sitzt ein Beifahrer neben euch, der mit seiner Streckenkarte und den notwendigen Kenntnissen der Umgebung rechtzeitig und professionell vor jeder Kurve, jedem Hügel und schwierigen Strecken dem Fahrer Hilfestellungen gibt.
Wer mit den aus realen Rallye-Rennen bekannten Aussagen wie weiter hinten nach links vier, über Hügel links eins nichts anfangen kann, nutzt die Minimap im HUD.
Spaß an der Freude
Was Colin McRae: Dirt vor allem auszeichnet, ist die perfekt harmonisierende Mischung aus Realismus und kompromissloser Arcade-Action. Dies macht sich vor allem in Sachen Fahrzeug-Handling bemerkbar.
Jeder einzelne Bolide lässt sich unterschiedlich steuern und mit ein wenig Übung können selbst Fahranfänger nach kurzer Zeit schon gute Rundenzeiten hinlegen.
Um Top-Zeiten zu erzielen, sollte die Strecke jedoch mehrere Male abgefahren werden, damit ihr über eine gewisse Streckenkenntnis verfügt, und im Rennen auch jeden Kniff kennt, um als Erster durchs Ziel zu fahren. Die Gegner KI ist ein wenig überarbeitet worden. Echte Profis werden allerdings wohl nur auf dem höchsten der insgesamt fünf Schwierigkeitsgrade an ihr Limit stoßen. Gesteuert werden die PC-Boliden klassisch mittels Tastatur oder über das Gamepad und das Lenkrad. Bei der Xbox 360-Version dürft ihr zwischen Gamepad und Lenkrad-Steuerung wählen. Was ihr favorisiert, bleibt dabei euch überlassen.
An der Physik haben die Entwickler kaum etwas verändert, da diese mit zum Besten gehört, was das Genre zu bieten hat. Dafür wurde kräftig am Schadensmodell gewerkelt und dabei überzeugende Arbeit geleistet.
Wer die Vorgänger gespielt hat weiß, dass Schäden am Wagen nicht nur optischer Natur sind. Während kleinere Rempler mit Dellen im Lack zwar ärgerlich sind, können größere Kollisionen eure Front verziehen, Achsen weg brechen lassen und auch mal die eine oder andere Tür aus den Angeln heben. Doch nicht genug damit, dass sich Karambolagen an eurem Gefährt bemerkbar machen. Auch in der Umwelt sind eure Crashes zu sehen. Weg geknickte Leitplanken sind da nur eine realistisch wirkende Option. Dass sich derartige Unfälle auch auf das Fahrverhalten eures Wagens auswirken, ist nahe liegend. Doch nicht jedes Teil wird gleichermaßen in Mitleidenschaft gezogen. Je nach Aufprallwinkel wird berechnet, was sich wie verformt und wie sehr in seiner Leistung einbüßt.
Boxenstopp
Wenn ihr es dennoch schafft, euren fahrbaren Untersatz über die Etappen-Ziellinie zu schleppen, könnt ihr einen Teil eures Vehikels reparieren lassen.
Wie aus den Vorgängern bekannt, bekommt ihr eine gewisse Zeit vorgegeben, in der der Wagen fertig sein muss. Je nach Umfang der Überholung, wird Zeit abgezogen, sodass ihr genau überlegen solltet, was wirklich repariert werden muss.
Wer nicht nur das Nötigste machen lassen will, der legt natürlich selbst Hand an und tunt seinen Wagen. Wer sich noch nicht so gut damit auskennt, dem erklärt das Programm, wie sich das Tuning auf das Gefährt auswirkt. Wirklich praktisch!
Insgesamt bietet euch Colin McRae Dirt sechs unterschiedliche Renndisziplinen. So bekommt ihr neben der bekannten Rallye den Crossover auf engen Straßen, RallyCross, bei dem ihr sowohl auf als auch neben den Pisten eure Rennen austragt, Rallye Raid, welches umfangreiche Offroad-Rennen bietet, Corr, bei der ihr mit Class 1-Buggys und Pro-4-Trucks unterwegs seid und Hill Climbing. Die packenden Rennen liefert ihr euch sowohl in Duellen, als auch mit bis zu 12 Gegnern.
Das Ganze macht einen Heidenspaß, auch wenn das Fahren mit den Buggys recht gewöhnungsbedürftig ist und Colin-Veteranen der ersten Stunde vielleicht ein wenig sauer aufstoßen könnte. Neben dem Karrieremodus gibt es natürlich noch zahlreiche Online-Modi, die ihr auf der Xbox 360 und auf eurem PC absolvieren dürft.
Wie spielt sich der Multiplayer? Eine Frage die heutzutage wichtiger ist als je zuvor, da sich der Spielspaß oftmals über den Mehrspielermodus definiert. Zwar wird ein Online-Modus mit 100 Spielern angekündigt. Doch nichts von all dem wird gehalten. So gibt es lediglich öde Einzelrennen der sich in der Lobby befindenden Spieler. Auf direkte Duelle wurde verzichtet. Anstatt euch eine Auswahl zwischen mehreren Sitzungen zu bieten, müsst ihr mit anderen Spielern über vorgegebene Strecken abstimmen. Auch das Auto steht nicht zur Wahl sondern wird vom Spiel diktiert.
Das Auge fährt mit
Besonders viel Mühe haben sich die Entwickler bei der Grafik des Titels gegeben. Vor allem die Landschaft wirkt beinahe fotorealistisch und auch die Lichteffekte wurden komplett überarbeitet. Absolutes Highlight sind natürlich die Wagen und das Schadensmodell.
Beides wurde wirklich ansehnlich in Szene gesetzt. Ein wenig geschmählert wird die Grafik durch einige Performenceeinbrüche, vor allem bei Rennen mit vielen Teilnehmern. Wer keinen High-End PC sein Eigen nennt, wird dies leider des Öfteren bemerken. Auch auf der Xbox 360 konnten die Slowdowns nicht eliminiert werden.
In Punkto Ladezeiten müssen wir - wie auch beim Vorgänger - Kritik üben. Denn vor allem auf dem PC, sind die Ladezeiten viel zu lang. Und auch auf Microsofts Xbox 360 kann man in Ruhe einen Kaffee trinken, bevor etwas auf dem Bildschirm geschieht.
Was den Sound betrifft, lässt sich hingegen kaum ein Kritikpunkt finden. Eine entsprechende Soundkarte auf dem PC und eine ordentliche Anlage vorausgesetzt, brüllen euch die Motoren der Wagen mit zum Teil tiefen Bässen entgegen. Auch der Soundtrack ist passend gewählt worden.