Gesamtwertung84%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Woran denkt ihr, wenn ihr Grand Theft Auto lest? Einige unter euch werden wohl an gigantische Spielewelten denken, die mit einer immensen Spielfreiheit aufwarten können. Andere vielleicht daran, einmal der Bad Boy zu sein, krumme Dinger zu drehen, jedes x-beliebige Fahrzeug zu stehlen, das euch in die Finger kommt, und einfach mal cool durch die Gegend zu cruisen. Doch alles hat seine Grenzen. Bis jetzt! Denn mit Crackdown setzen euch die Entwickler von Real Time Worlds in einen riesigen Sandkasten, in dem ihr so ziemlich alles machen könnt, wozu ihr Lust habt. Statt Förmchen gibt es Charaktere mit Superkräften. Statt Sand eine extrem große Metropole. Doch wenn man sich einmal auf Crackdown einlässt, fühlt man sich wie ein kleines Kind im Sandkasten-Reich: Unwahrscheinlich klein und glücklich. Warum dies so ist, verrät euch unser Import-Test.
Hot in the City
Import-Test? Ja ihr habt richtig gelesen. Wir deutschen Spieler bleiben dank des Jugendschutzes wieder einmal außen vor. Also mussten wir uns als Vorlage für unser Review der österreichischen Fassung von Crackdown bedienen. Doch kommen wir weg von der Jugendschutzdebatte und hinein ins glitzernde Leben von Pacific City.
Die Stadt der Superlativen. Hightech, wohin das Auge blickt, Wolkenkratzer, riesige Highways und vieles mehr, was eine Metropole benötigt. Doch dies alles ist mehr Schein als Sein. Denn was ihr zu Beginn nicht ahnen könnt, ist, dass die City von drei Gangs regiert wird. Da wäre zum einen die Straßengang namens Los Muertos. Klingt nicht nur Furcht einflößend, ist auch so. Wer den brutalen Schlägern von Los Muertos in die Quere kommt, hat nichts zu lachen und sollte schleunigst zusehen, dass er die Beine in die Hand nimmt. Dann gibt es noch den Hightech-Konzern Shai-Gen, und last but not least das Volk Verbrechersyndikat. Diese drei Gruppierungen kämpfen wie sollte es auch anders sein um die Macht in Pacific City.
Da sich die eigentlichen Hüter des Gesetzes bereits vor langer Zeit den drei Gangs gebeugt haben, müssen nun andere für Recht und Ordnung sorgen. Dreimal dürft ihr raten, wer dafür herhalten muss. Als Agent mit Superkräften, arbeitet ihr für eine Organisation die sich schlicht die Agentur nennt, und müsst ein für alle Mal die Gangs zerschlagen und die alte Ordnung wieder herstellen. Dass dies jedoch leichter gesagt, als getan ist, werdet ihr schon bald feststellen.
Six-Pack
Doch eins nach dem anderen. Zunächst einmal wählt ihr einen von insgesamt sechs Superhelden, der als euer Alter Ego durch Pacific City fährt, rennt, springt und vor allem kämpft. Was dann als erstes auffällt, nachdem ihr von einem stimmungsvollen Intro in die Stadt entlassen werdet, ist die schier unbegrenzte Möglichkeit, euch durch Pacific City zu bewegen. Während GTA euch noch anfangs nur eine frei erkundbare Stadt und die gesamte Welt erst später offen stand, ist Pacific City schon von Anfang an komplett erkundbar. Zu keiner Zeit erlebt ihr irgendwelche unsichtbaren Wände, die euch aufhalten, oder Sperren, die erst freigeschaltet werden müssen. Von Beginn an könnt ihr jeden Winkel unter die Lupe nehmen. Doch damit noch nicht genug. Ewig lange, vorgegebene Missionen und streng lineare Levels sucht ihr bei Crackdown ebenso vergebens, wie die bekannten Bringe-A-nach-B-um-an-C-zu-kommen-Aufträge. Hier könnt selbst bestimmen, wo ihr den aufräumt. Dadurch spielt sich Crackdown erfrischend anders. Einen Auftrag habt ihr dann aber doch: Während eures Aufenthalts in Pacific City, müsst ihr 21 Verbrecher ausschalten. Die Bosse sind aufgeteilt in jeweils sechs Generäle und einen Gangboss. Dabei steht es euch frei, ob ihr eure Widersache mit Waffen oder mit euren Superkräften aus dem Weg räumen wollt. Beides ist möglich. Dabei fällt auf, dass die meisten Widersacher recht leicht zu beseitigen sind. Meist reichen nur wenige Treffer aus, um sie ins Jenseits zu befördern. Die Bosse selbst verfügen über mehrere Gesundheitsbalken, die ihr allerdings mittels Granatenwurf oder kontinuierlichem Dauerfeuer ebenfalls schnell beseitigen könnt.
Schau genau
Eure Gegner aufs Korn zu nehmen wird euch durch das Auto-Aiming erleichtert. Dieses aktiviert ihr mittels linkem Trigger. Geschossen wird, wie aus anderen Spielen bekannt, mit einem Druck auf den rechten Trigger. Wen das stört, der darf aber auch manuell schießen. Durch den Kampf mit euren Gegnern und durch zahlreiche Nebenmissionen, wie Straßenrennen oder kleinere Gefälligkeiten, verbessert ihr eure vier Fähigkeiten. Dazu gehören Stärke, Schießen, Fahren und Sprengstoff. Diese werden aufgelevelt, indem ihr sie mehrfach anwendet. Für ein weiteres Talent, die Gewandtheit, müsst ihr Kanister aufsammeln, die Upgrades enthalten und in Pacific City verstreut sind.
Die Steuerung des Protagonisten geht meist recht gut von der Hand. Hier und da kommt es zu leichten Ungenauigkeiten bei der Kollisionsabfrage und ab und an bleibt der Charakter an Gegenständen hängen. Und auch das Schießen während des Laufens klappt nicht immer, da das Auto-Aiming nicht die gewünschte Zielperson anvisiert, sondern den Gegner, der euch am nächsten steht. Statt also erst einmal auf einen Tank zu schießen, der dann eine ganze Gruppe eliminieren würde, müsst ihr einen einzelnen Gegner erledigen, den das Auto-Aiming von sich aus erfasst. Eine Funktion, um zwischen Gegnern hin und her zu schalten, gibt es nicht.
Auch das Aufsammeln von Nachschub gestaltet sich zuweilen lästig. Statt einfach über eine Waffe zu laufen, müsst ihr oftmals erst den X-, oder B-Button drücken, um die Waffe aufzunehmen. Alternativ greift ihr euch den Widersacher und werft ihn meterweit gegen eine Wand oder von einer Klippe. Apropos Nachschub: An diversen Punkten, die ihr zuvor von den feindlichen Gangs erobern müsst, könnt ihr euch euer Waffenarsenal aufstocken lassen. Egal ob Granaten, MG, Sniper Rifle oder Schrotflinte. Mittels Tastendruck werdet ihr in sekundenschnelle versorgt. Wenn euch euer virtuelles Lebenslicht einmal ausgeblasen wird, setzt euch das Programm zum nächsten Versorgungspunkt zurück. Habt ihr einmal trotz genügend herumliegender Munition und Waffen das Gefühl, trotzdem zu wenig durchschlagende Argumente im Gepäck zu tragen, portiert ihr euch zur nächsten Nachladestation. Einfacher geht es nicht. Letztlich wird das Spiel dadurch mitunter sehr leicht. Erst die Zweite von insgesamt drei Schwierigkeitsstufen macht Crackdown zu einer anspruchsvollen Herausforderung.
Drive in and find out
Da Pacific City eine gigantisch große Metropole ist, schnappt ihr euch diverse Fahrzeuge, mit denen ihr schnell von einem Punkt zum anderen kommt. Auch hier strotzt Crackdown nur so vor Vielfalt. In eurer Zentrale gibt es ein Gefährt, welches an das Gute, alte Batmobil erinnert. Aber auch ein Allrounder für Querfeldein-Jagden, wird euch zur Verfügung gestellt. Natürlich gibt es auch die aus GTA schon bekannten Radiosender, die euch meist treibende Beats entgegen schleudern.
Wollt ihr mit eurem Fahrzeug ein Rennen aufnehmen, oder Gangmitglieder der befeindeten Streetgangs aus dem Weg räumen? Kein Problem. Euer Radar zeigt euch stets den richtigen Weg. Einfach dem Gang-typischen Emblem folgen, und schon seid ihr nach kurzer Zeit am Ziel. Was ihr mit euren Fahrzeugen nicht erreicht, könnt ihr mit eurer gewaltigen Sprungkraft und waghalsigen Flugsprüngen, dank eurer Superkräfte, erreichen. Doch bis ihr Spiderman-like von Dach zu Dach springen könnt, bedarf es ein Wenig an Geduld. So ist es euch beispielsweise am Anfang nur möglich, kleinere Gegenstände umzustoßen und verhältnismäßig kleine Sätze zu springen. Habt ihr die Spezialkräfte ordentlich aufgestockt und Erfahrungspunkte gesammelt, springt ihr so weit, dass Carl Lewis dagegen als Witz erscheint. Ihr stoßt sogar ganze Autos um, werft diese den Gegnern entgegen, oder schmeißt sie mitsamt der Insassen in den nächsten Fluss. Besonders stylisch sind auch die Stunts gelungen, die ihr während eurer Sprungeinlagen vollführen könnt. Mit gezogener Waffe, mischt ihr so jede Gegnerhorde auf.
Bad Boys im Cel Shading Look
Das ungewöhnliche an Crackdown ist jedoch nicht nur die Bewegungsfreiheit und die Superhelden. Vielmehr ist es die bekannte aber doch eher sporadisch eingesetzte Cel Shading-Technik. Durch den Comic-Stil wirkt das Spiel weniger brutal als so manch anderer Titel. Die überzogene Darstellungsweise bietet aber auch einen gewissen Charme. Vor allem die Charaktere, die Stadt mit ihren zahlreichen Details und die Karosserien können überzeugen. Auch der Sound weiß voll und ganz zu gefallen. Die Synchro ist nicht das absolute non plus Ultra, passt jedoch gut zu den einzelnen Charakteren.
Sollten euch die deutschen Stimmen nicht zusagen, schaltet ihr einfach aufs bessere Original um.
Wer genug vom einsamen Superhelden-Leben hat, der darf sich mit dem Multiplayer-Part ins Vergnügen stürzen. Im Koop-Modus über Xbox-Live oder System Link können eure Freunde jederzeit ins Spiel mit einsteigen und ihr könnt gemeinsam die Kampagne durchspielen. Dabei sind die Spieler dann nicht aneinander gebunden. Alternativ könnt ihr Zeitrennen gegen einen Freund bestreiten. Das war es leider bereits. Deathmatch, Capture the Flag und andere Modi, sucht ihr bei Crackdown vergebens.
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Crackdown im Test.
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