Gesamtwertung81%/10 |
GrafikBefriedigend SoundBefriedigend |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Lange bevor Spiele, wie Eye-Toy, Buzz oder Guitar Hero die Herzen der Spieler eroberten, sorgte die Dancing Stage Reihe für die gewisse Abwechslung auf dem Video-Spielmarkt. Ohne Controller, dafür mit einer Tanzmatte stürzte man sich ins Spiel und trainierte nicht nur seine Lach-, sondern auch seine Beinmuskeln. Bei dem Erfolg, den die Spiele verzeichnen konnten, war klar, dass eine Xbox 360-Version nicht lange auf sich warten lassen würde. Mit Universe ist sie nun endlich da.
Beim ersten Anspielen dürften Kenner kaum Neuerungen bemerken. Der Titel beginnt, wie die meisten seiner Vorgänger, mit einem umfangreichen Tutorial für alle Anfänger. Dabei werden nicht nur das Gameplay und die Funktionen der Tanzmatte erklärt, sondern auch die ersten Schritte gewagt. Sobald der Spieler das Tutorial erfolgreich beendet oder abgebrochen hat, darf man sich zwischen dem Lite- und dem Mastermodus entscheiden. Während Ersterer unerfahrene Zocker an die Hand nehmen soll, stellt Letzterer das eigentliche Spiel dar. Schnell erkennt man, dass die üblichen Spielmodi zur Verfügung stehen, diese aber auch durch einen neuen Modus vervollständigt wurden.
Wer ein schnelles Ründchen wagen will, wird sich im Game Modus so wohl fühlen, wie all diejenigen im Quest-Mode, die Karriere machen wollen. Die Unterschiede liegen dabei auf der Hand.
Während man im Game Modus eines der über 40 Lieder und die entsprechende Schwierigkeit auswählt, um direkt los zu tanzen, arbeitet man sich in der Abenteuer-Sektion durch perfekte Tanzkunst zu immer größeren und schwereren Auftritten vor. Dabei kommt es nicht nur darauf an, den Veranstalter zufrieden zustellen, sondern auch so gut aufzutreten, dass man einige Fans für sich gewinnen kann. Das gibt nämlich nochmal extra Kohle. Und die braucht man, um sich von Stadt zu Stadt bewegen zu können. Mit der Zeit steigt der Schwierigkeitsgrad ordentlich an und ohne ausreichend Übung bleibt das Vergnügen schnell auf der Strecke. Profis versuchen sich nach dem Durchspielen des simplen Storymodus' an den Herausforderungen, die anfangs recht einfach, in der Endkonsequenz aber höllisch schwer zu meistern sind. Die Kranken unten den Könnern dürfen übrigens auch auf bis zu vier Tanzmatten gleichzeitig rumhüpfen.
Wer dieses unmöglich scheinende Unterfangen erfolgreich bestreiten will, sollte allerdings über genügend akrobatische Fähigkeiten verfügen und auch vor schnellen Handständen vor der geliebten Mattscheibe nicht zurück schrecken. Das Spiel warnt nicht zu Unrecht zu Beginn mit den Worten:
Extreme Tanzbewegungen sind gefährlich!
Für alle Partydancer gibt es ebenfalls genügend Spielvarianten zur Auswahl. Vom einfachen Spiel zu Zweit bis hin zu den zahlreichen Partyspielen, die mit bis zu vier Spielern bestritten werden können, ist für jeden etwas dabei. Neben einfachen Modi, wie dem Power- oder dem Speedmodus, bieten etwa das Bombenspiel oder der Attackmodus eine Menge Abwechslung. Man darf sich also entscheiden, ob man die Ausdauer, die Reaktion oder die Schnelligkeit der Teilnehmer herausfordern will. Der Attackmodus stellt dabei die Symbiose aus allen genannten Varianten dar. Hier überlebt und gewinnt letztlich nur der beste Allrounder.
Natürlich dürfen die selbst ernannten Künstler unter den Spielern die Lieder auch wieder mit eigenen Tanzschritten unterlegen. Der Editiermodus bietet viele Möglichkeiten und sollte gerade für Partyspiele öfter genutzt werden, um überraschende Passagen außerhalb des Taktes, die wiederum zu Lachanfällen außerhalb des Fernsehers führen, in bekannte Songs einzubauen.
Denn ansonsten spielt sich Dancing Stage gewohnt lässig. Den Beat einmal im Tanzbein manifestiert und schon scheinen die Pfeile, zumindest in den unteren Schwierigkeitsstufen, von allein das Perfekt zu treffen. Natürlich werden die zu treffenden Kombinationen mit höherem Schwierigkeitsgrad nicht nur umständlicher, sondern laufen auch schneller über den Bildschirm. Um die krassen Endstufen des Spiels zu überstehen, muss man nicht nur genug Übungszeit ins Spiel stecken, sondern auch ein gewisses Talent besitzen. Von den Freaks, die diese kaum mit dem menschlichen Augen zu erfassenden Pfeilcombos auf vier Tanzmatten perfekt runter rasseln, ganz zu Schweigen.
Tracks aus der Hölle
Die Songauswahl bei Konami war auch schon mal besser. Rock Steady von den All Saints, Girls von The Prodigy und Hate To Say I Told You von The Hives sind die einzigen wirklich bekannten Tracks, die allerdings auch nicht mehr wirklich zu den Neueren gehören. Immerhin gibts bei den lizenzierten Songs wieder die Originalvideos zu bestaunen. Der Rest des Musikfeldes ist allerdings sehr Techno-lastig. Geschmacklose, arhythmische Songs wechseln sich dabei mit angenehmen Liedern, die eine anständige Melodie ihr eigen nennen, ab. Während man auf die Hälfte der Tracklist gut und gerne verzichten könnte, animiert der Rest zur hemmungslosen Highscorejagd. Und das kann schon Mal soweit gehen, dass sich die Nachbarn darüber beschweren, dass die ganze Nacht das immer gleiche Lied aus den Lautsprechern dröhnt.
Grafisch macht das Spiel natürlich, wie für sein Genre üblich und eigentlich auch angemessen, nicht besonders viel her. Die nicht lizenzierten Tracks versuchen mit psychedelischen Farbenspielen zu punkten. Die lenken einen allerdings eher ab und sorgen nach längerer Spielzeit höchstens für Ohnmachtsgefühle. Die Pfeile laufen wie eh und je vom unteren Bildschirmrand nach oben durch. Animefiguren feuern euch auf Englisch an und tanzen eventuell sogar mit. Alles, wie gehabt. Lediglich die Tanzmatte wurde stark verbessert. Zum Einen darf man sich jetzt darauf verlassen, dass sie nicht mehr unkontrolliert wegrutscht, wenn man eine heiße Sohle aufs Parkett legt und zum anderen funktionieren die Sensoren so gut, dass selbst geringfügig vermasselte Tanzschritte noch gewertet werden. Richtig so!
Dancing Stage Universe im Test.
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