Gesamtwertung64%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Ja ja, wie schnell doch die Zeit vergeht. Es kommt uns vor, als wenn es erst gestern gewesen wäre, dass wir die PC-Version von Dark Messiah getestet haben. Tatsächlich ist dies nun schon knapp anderthalb Jahre her.
Nach all dieser Zeit erscheint mit Elements nun eine Umsetzung auf die Xbox 360, die euch mit neuen Inhalten und einem verbesserten Mehrspielermodus erneut in die Welt von Ashan locken will. Ob sich die erneute Reise lohnt, klären wir in unserem Test zu Dark Messiah Elements.
Ihr schlüpft in die Rolle des Zauberlehrlings Sareth und begebt euch im Auftrag eures Meisters Phenrig mit Menelag, einem Verbündeten Phenrigs, auf die Suche nach dem sagenumwobenen Schädel der Schatten. Dieser Schädel stellt den Schlüssel zum Tor der Dämonen dar und muss dringend geborgen werden, denn es wurde prophezeit, dass die Saat des Bösen abermals Einzug in Ashan halten wird, was natürlich unter allen Umständen verhindert werden muss.
Dark Messiah light?
Im Westen nichts Neues, sagt ihr? Richtig! Um es im Vorfeld schon einmal klar zu stellen: Wer die PC-Fassung des Spiels schon ausreichend gespielt hat, wird hier nicht auf seine Kosten kommen. Zu gering fallen die neuen Inhalte aus. Sowieso scheinen dem Spiel viele Spielinhalte einfach geraubt worden zu sein. Schließlich war es im PC-Vorbild die vollkommene Freiheit die man in Hinsicht auf das Vorgehen in der Mission und beim Ausschalten der etlichen Gegner hatte. Man konnte seine Fähigkeiten frei belegen und so seinen Charakter nach den eigenen Wünschen aufbauen. Ein Schwertkämpfer, der nicht nur satte Hiebe austeilen sondern den Gegnern auch mit mächtiger Magie das Fürchten lehren konnte oder ein talentierter Bogenschütze, der aus sicherer Distanz zuschlagen oder vollkommen lautlos an seine Opfer heranpirschen konnte?
In der damaligen Version alles kein Problem. Anders bei Elements, hier wählt ihr zu Beginn des Spiels eure Klasse aus. Hier könnt ihr entscheiden, ob ihr euch als beinharter Schwertkämpfer, Assassine, Bogenschütze oder Magier in das Abenteuer stürzen möchtet. Natürlich erlernt ihr während eurer Reise neue Moves und Fähigkeiten. Diese werden euch allerdings von dem Spiel vorgeschrieben. Ein freies Entfalten ist nicht mehr möglich. Und obwohl ihr beispielsweise als Schwertakrobat mit Köchern und Pfeilen nichts anfangen geschweige denn mitnehmen könnt, liegen diese Bonusgegenstände überall versteckt, frei nach dem Motto Anschauen, aber nicht anfassen. Allerdings sind die Entwickler wohl nicht ganz konsequent bei ihren Entscheidungen getroffen. An einer bestimmten Stelle im Spiel findet ihr nämlich einen Bogen im Spiel, mit dem man Seilpfeile verschießen kann und muss, um in der Mission weiter zu kommen. Seltsam, seltsam. Ganz gut gelöst wurde das System, mit dem man seine wichtigsten Items auf das Steuerkreuz legen kann und so immer griffbereit hat. Zwar kann das mitunter mal etwas verwirrend sein, weil viele Items sich gleich wie ein Ei dem anderen, dennoch ist die Lösung ganz gut gelungen und man konnte die Buttonbelegung so in Maßen halten.
Shooter-Fans müssen allerdings mit einer gewissen Eingewöhnungszeit rechnen, zumal man keine Änderungen am Button-Layout vornehmen kann. Selbst die eigentliche Steuerung lässt sich nicht invertieren, was bei so manchen Spieler für Bauchschmerzen sorgen könnte.
Gute Steuerung
Die Kämpfe in Dark Messiah gestalten sich noch immer als sehr dynamisch und auch mit dem Controller gibt es hier keine Probleme. Das Spiel unterstützt euch sogar beim Kampf und fokusiert den Gegner, so dass ihr ihn auch im hektischsten Gefecht nicht aus den Augen verliert. So lassen sich, wie schon im Vorbild, je nachdem wie lange ihr zum Schlag ausholt mehrere Hiebvarianten vollführen, die euer Gegenüber schnell das Lebenslicht ausblasen können. Ihr seid auch in der Lage, am Boden liegende Feinde mit einem Finishing Move auszuschalten. Während eurer Gefechte füllt sich die Adrenalin-Leiste langsam auf. Ist sie vollkommen gefüllt, könnt ihr zum alles vernichtenden Schlag ansetzen und mit dem Gegner in Zeitlupe kurzen Prozess machen.
Ein weiteres cooles Features von Dark Messiah ist die Einbettung der Umgebung in eure Kämpfe. So findet ihr viele Nagelbretter auf welche ihr miese Orks und weiteres fieses Gesindel mit einem beherzten Tritt stoßen und ihnen so ein etwas härtere Akkupunktur geben könnt. Auch sehr cool sind die kleinen Physikspielchen, die euch in dem Titel erwarten. Läuft ein Ork zum Beispiel unter einem beladenen Regal her, könnt ihr dieses mit einem Schlag, Pfeil oder magischen Angriff zum Einsturz bringen und den Feind unter den Trümmern begraben. Alles wirkt sehr durchdacht und lädt zum munteren Ausprobieren ein. Dennoch trübt es nicht über das Fehlen der vielen Möglichkeiten bei der Charakterentwicklung hinweg, die man noch in der PC-Version hatte bzw. hat.
Was ist denn hier passiert?!
Als gerade schockierend präsentierte sich die technische Seite des Titels. Es ist uns einfach ein Rätsel, wie ein auf der Source-Engine basierender Titel, derart mies auf der Xbox 360 laufen kann. Nahezu der gesamte Spielverlauf ist von Rucklern geprägt. Zwar halten diese sich noch einigermaßen, es entsteht allerdings nie wirklich der Eindruck, dass das Spiel wirklich flüssig läuft. Ebenso fanden sich viele Bugs in Hinsicht auf die KI wieder, die einfach nicht sein dürfen. Weiterhin mussten wir viele verzögerte oder zum Teil fehlende Soundeffekte feststellen, die dem Spiel einfach einen unfertigen Eindruck des gesamten Spiels hinterließen. Da fragt man sich, warum das Spiel ers so lange Zeit nach dem Release des Originals auf den Markt gekommen ist. Immerhin kann sich sich die deutsche Synchronisation hören lassen.
Das sollte sie aber auch, schließlich zwingt euch das Spiel, mit dieser Vorlieb zu nehmen.Die deutsche Version kommt zudem noch deutlich geschnitten auf den Markt. So werdet ihr keine Enthauptungen oder Blut sehen. Besiegte Gegner lösen sich direkt in Luft auf. Wer damals schon die Resident Evil Nemesis gespielt hat, wird wissen, dass dies sehr an der Atmosphäre nagt.
Auch der Multiplayer-Modus musste einige Einbußen hinnehmen. So entfallen nun die verschiedenen Ränge, die man während der Gefechte erhalten konnte und die Maps können nun nur noch mit maximal zehn Spielern unsicher gemacht werden. Dennoch kommt hier kurzfristig Laune auf, auch wenn es gerade beim Matchmaking noch nicht ganz so rund läuft. Eine Offenbarung ist der Modus mit Sicherheit nicht und man merkt ihm förmlich an, dass die Entwickler nur sporadische Maßnahmen geändert haben, um ihn konsolentauglich zu machen.
Dark Messiah - Elements im Test.
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